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Post-Katrina: New Orleans - Der Wiederaufbau einer zerstörten Stadt

Eine sozialkritische Analyse

Title: Post-Katrina: New Orleans - Der Wiederaufbau einer zerstörten Stadt

Thesis (M.A.) , 2009 , 127 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Corinna Friedrich (Author)

American Studies - Culture and Applied Geography
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Hurrikan Katrina gilt als eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Der Wirbelsturm richtete im August 2005 in den südöstlichen Teilen der USA, insbesondere an der dortigen Golfküste, enorme Schäden an. Durch den Sturm und seine Folgen kamen ungefähr 1800 Menschen ums Leben. Der Sachschaden belief sich auf etwa 81 Milliarden US-Dollar und ist damit die teuerste Naturkatastrophe der amerikanischen Geschichte. Insbesondere die Stadt New Orleans war stark betroffen: Durch ihre geographische Lage führten mehrere Brüche im Deichsystem dazu, dass 80 Prozent des Stadtgebietes bis zu fünf Meter tief unter Wasser standen.
Aus dem Zensus im Jahr 2000 geht hervor, dass New Orleans die sechst-ärmste Stadt (mit mehr als 100.000 Einwohnern) in den Vereinigten Staaten war. Diese Tatsache war zwar bekannt, doch die schwierige finanzielle Situation vorwiegend afroamerikanischer Familien in New Orleans bekam durch den Hurrikan eine neue Brisanz. Katrina zeigte die rassischen und sozialen Ungleichheiten im Land, die zu lange beiseite geschoben worden waren, denn diejenigen, die vom Sturm am härtesten getroffen wurden, waren auch gleichzeitig die Ärmsten der Stadt.

Seit Hurrikan Katrina sind dreieinhalb Jahre vergangen, doch der Wiederaufbau in New Orleans geht nach wie vor sehr langsam voran. In manchen Stadtteilen sah es im Sommer 2008, fast drei Jahre nach der Katastrophe, noch genauso aus, als wäre das Wasser gerade erst abgelaufen. Zwar sprechen die Verantwortlichen davon, den traditionsreichen Städtebau in New Orleans aufrecht zu erhalten, doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Der Wiederaufbau der Stadt ist von Rassismusproblematik überschattet. Viele Farbige in New Orleans sehen beispielsweise in der Weigerung der Stadt, die nur minimal beschädigten sozialen Wohnungsprojekte wieder zu öffnen, einen Versuch der weißen Bevölkerung, „ihre“ Stadt von dem innerstädtischen Problem der armen und zumeist farbigen Bevölkerungsschicht zu „befreien“. Daher werde ich mich in dieser Arbeit mit der Lebenssituation der Afroamerikaner in New Orleans vor und nach dem Hurrikan Katrina befassen. Anhand konkreter Beispiele werde ich die problematische Situation der schwarzen Unterschicht in Verbindung mit dem Wiederaufbau der Stadt darlegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. Abgrenzung

2. Fragestellung und These

3. Definition zentraler Begriffe

4. Aufbau der Arbeit

5. Theorie

6. Methode

7. Quellenkritik

8. Forschungsstand

I. DIE GESCHICHTE EINER STADT UND SEINER BEWOHNER

1. New Orleans im 18. und 19. Jahrhundert

1.1 Französische Kolonialzeit

1.2 Spanische Kolonialzeit und die Free People of Color

1.3 New Orleans nach dem Louisiana Purchase

1.4 Reconstruction – Kurze Zeit der Verbesserungen

1.5 New Orleans in der Jim Crow Ära

2. New Orleans im 20. Jahrhundert

2.1 Jazz

2.1 Storyville

2.3 Tourismus

II. DIE STADT NEW ORLEANS VOR HURRIKAN KATRINA

1. Geographische Einordnung

2. Ungünstige geographische Lage

3. Wirtschaftliche Situation

4. Suburbanisierung und Segregation

4.1 In amerikanischen Großstädten

4.2 Segregation und soziale Probleme in New Orleans

4.3 Arm-Reich Konflikt

III. NEW ORLEANS UND HURRIKAN KATRINA

1. New Orleans - Perfektes Klima für Wirbelstürme

2. Ausmaß der Zerstörung

2.1 Hurricane Protection System

2.2 Katastophenschutz und First Response

2.3.1 Federal Emergency Management Agency (FEMA)

2.3.2 Was wurde falsch gemacht?

3. Folgen des Wirbelsturms

3.1 Rassen- und Klassendiskurs

3.2 Evakuierung

3.3 Reaktionen der Medien

3.4 Klimadebatte und "Klimaflüchtlinge"

IV. DER WIEDERAUFBAU VON NEW ORLEANS

1. Wiederaufbaustrategien nach Naturkatastrophen

2. Sofortige Hilfsmaßnahmen

3. Gewinner und Verlierer

4. Ein "neues" New Orleans

5. Sozial differenzierter Wiederaufbau

6. Housing Recovery

6.1 Staatliche Hilfe

6.2 Nonprofit-Organisationen

7. Vertreibung der „Lower Class“

7.1 Lower 9th Ward

7.1.1 ACORN

7.1.2 Common Ground Relief

7.1.3 Make It Right

7.2 Public Housing

7.2.1 Geschichte des Public Housing

7.2.2 New Urbanism und HOPE VI

7.2.3 Schließung der Public Housing Projects in New Orleans

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Lebenssituation der afroamerikanischen Bevölkerung in New Orleans vor und nach dem Hurrikan Katrina, mit einem besonderen Fokus auf die sozialen Probleme der Unterschicht während des Wiederaufbauprozesses. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit der Wiederaufbau sozial gerecht verlaufen ist oder ob die Katastrophe genutzt wurde, um marginalisierte Bevölkerungsgruppen aus der Stadt zu verdrängen.

  • Historische Entwicklung von Rassen- und Klassenbeziehungen in New Orleans
  • Die sozioökonomische Segregation vor und nach Hurrikan Katrina
  • Analyse der Wiederaufbaustrategien der lokalen und nationalen Regierung
  • Rolle von Nonprofit-Organisationen bei der Unterstützung der betroffenen Bevölkerung
  • Gentrifizierungsprozesse und die Zukunft des öffentlichen Wohnungsbaus (Public Housing)

Auszug aus dem Buch

1. New Orleans im 18. und 19. Jahrhundert

New Orleans liegt im Südosten des Bundesstaates Louisiana (siehe Abbildung 1 im Anhang) und ist eine der ältesten Städte in den USA. Die Siedlung wurde 1718 unter dem französischen Namen La Nouvelle-Orléans zu Ehren von Philipp II., Herzog von Orléans von dem Franzosen Jean-Baptiste Le Moyne, Sieur de Bienville auf einem kleinen Hügel, dem heutigen French Quarter, gegründet. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren die Lebensbedingungen in der kleinen französischen Siedlung alles andere als angenehm. Nicht nur die Hitze, sondern auch schwere Krankheiten wie Gelbfieber oder Malaria machten den Bewohnern körperlich zu schaffen. Schon damals wurde das Gebiet um New Orleans regelmäßig von Fluten und Hurrikans heimgesucht, was das Überleben zusätzlich erschwerte.

Trotzdem wuchs die Siedlung, hatte aber im Gegensatz zu den Städten des nordamerikanischen Südens ganz andere koloniale Anfänge. Die französische Haltung zur Kolonialisierung war eine andere als die englische. Der Historiker Jerah Johnson von der University of New Orleans fasst die Grundhaltung der Franzosen im Kontrast zu den Engländern zusammen als „to trade, coexist, increase and marry rather than take, dominate, exploit and exclude“. Diese Einstellung resultierte zum Teil auch aus dem Problem, das Gebiet ausreichend zu besiedeln. Ein Frauenmangel in der Kolonie führte zu vielen Mischehen und Kindern zwischen weißen Siedlern und Indianerinnen.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik von Hurrikan Katrina ein, beleuchtet die soziale Ungleichheit in New Orleans und legt die Forschungsfrage sowie die methodische Herangehensweise dar.

I. DIE GESCHICHTE EINER STADT UND SEINER BEWOHNER: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die Entwicklung von New Orleans vom 18. bis zum 20. Jahrhundert und analysiert dabei die komplexen Rassen- und Klassenbeziehungen.

II. DIE STADT NEW ORLEANS VOR HURRIKAN KATRINA: Hier werden die geographischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen der Stadt kurz vor der Katastrophe erläutert, insbesondere der Suburbanisierungsprozess und die bestehende Segregation.

III. NEW ORLEANS UND HURRIKAN KATRINA: Dieses Kapitel behandelt das Ereignis selbst, das Ausmaß der Zerstörung, das Versagen des Katastrophenschutzes sowie die unmittelbar darauffolgenden gesellschaftlichen und medialen Reaktionen.

IV. DER WIEDERAUFBAU VON NEW ORLEANS: Der letzte Teil analysiert die Strategien des Wiederaufbaus, beleuchtet die Situation der ärmeren Bevölkerungsschichten und diskutiert, inwiefern der Wiederaufbauprozess zu einer sozialen Verdrängung der Unterschicht geführt hat.

Schlüsselwörter

New Orleans, Hurrikan Katrina, Wiederaufbau, Segregation, Afroamerikaner, Rassismus, Klasse, Public Housing, Katastrophenmanagement, Gentrifizierung, Sozialpolitik, Stadtplanung, Unterklasse, Soziale Vulnerabilität, FEMA.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen von Hurrikan Katrina auf die Stadt New Orleans, mit einem speziellen Fokus auf die Lebenssituation der afroamerikanischen Unterschicht und deren Erfahrung im Wiederaufbauprozess.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Rassen- und Klassenverhältnisse, die sozioökonomische Segregation der Stadt, staatliche sowie gemeinnützige Wiederaufbaustrategien und die Auswirkungen von Gentrifizierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie weit der Wiederaufbau fortgeschritten ist, inwiefern die Regierung die ärmere Bevölkerung vernachlässigt hat und ob der Wiederaufbau als bewusste Strategie zur Vertreibung der sozialen Unterschicht genutzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine gesellschaftsgeschichtliche Analyse verwendet, die qualitative Vorgänge durch eine Kombination aus Alltags-, Sozial- und Kulturgeschichte untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die Situation vor Katrina, die Auswirkungen des Sturms, die Rolle der Behörden sowie eine detaillierte Betrachtung von Wiederaufbaumaßnahmen und deren Folgen für einkommensschwache Viertel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie New Orleans, Hurrikan Katrina, Segregation, Rassismus, Klasse, Public Housing, Sozialpolitik und Gentrifizierung charakterisiert.

Welche Rolle spielen Nonprofit-Organisationen im Wiederaufbau?

Sie leisten oft die Arbeit, die der Staat vernachlässigt hat, und unterstützen einkommensschwache Bewohner durch ehrenamtliche Hilfe und Baumaterialien, können aber systemische Probleme wie die Vertreibung der ärmsten Mieter kaum lösen.

Wie bewertet die Arbeit die Schließung der "Public Housing Projects"?

Die Schließung wird als gravierende soziale Maßnahme gesehen, die zur dauerhaften Vertreibung tausender einkommensschwacher afroamerikanischer Familien führt, ohne das eigentliche Problem von Armut und Kriminalität durch die neuen "Mixed Income"-Siedlungen nachhaltig zu beheben.

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Details

Title
Post-Katrina: New Orleans - Der Wiederaufbau einer zerstörten Stadt
Subtitle
Eine sozialkritische Analyse
College
LMU Munich  (Amerika-Institut)
Grade
2,3
Author
Corinna Friedrich (Author)
Publication Year
2009
Pages
127
Catalog Number
V144106
ISBN (eBook)
9783640542406
ISBN (Book)
9783640542604
Language
German
Tags
Post-Katrina Orleans Wiederaufbau Stadt Eine Analyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Corinna Friedrich (Author), 2009, Post-Katrina: New Orleans - Der Wiederaufbau einer zerstörten Stadt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144106
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