Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Palliativmedizin. Es werden evidenzbasierte Pflegemaßnahmen zur Schmerzreduktion und Unterstützung der Angehörigen aufgezeigt.
In meinem ersten Kapitel werde ich die Thematik Palliative Care bearbeiten, in welcher ich das Pflegeteam tagtäglich konfrontiert sehe. Aus diesem Grund möchte ich diese Herausforderung annehmen und das komplexe Thema mit meinem gesetzten Schwerpunkt Schmerzen ausarbeiten. Im nächsten Teil werde ich vertiefter auf das vorhergenannte Phänomen eingehen. Im nächsten Punkt erläutere ich einen paradigmatischen Fall, welchen ich in meinem letzten Praktikum als Diplomierter erleben durfte. Darauf basierend gebe ich meine Begründung der Wahl bekannt und definiere die Problemstellung des Falls detailliert.
In meinen zehn Jahren Berufserfahrung in der Langzeitpflege wurde ich immer wieder mit der Palliative Care konfrontiert. Dabei war erstaunlich, dass fortwährend ähnliche Situationen auftraten, vor allem das Thema Schmerz spielte in dieser Zeit eine große Rolle. Ich konnte feststellen, dass dieses Thema für alle Beteiligten des Pflegeteams eine Herausforderung darstellte, weswegen ich mich dazu entschlossen habe, mich in dieser Diplomarbeit mit der Topic Schmerzmanagement zu beschäftigen. In meiner Zeit als Pfleger musste ich feststellen, dass wir stetig mit dem Dilemma konfrontiert wurden, dass unsere Bewohner und Bewohnerinnen sich in der Palliativpflege oftmals nicht mehr eigenständig über ihre Schmerzen äußern können. Dies erfordert eine besonders hohe Auffassungsgabe und erschwert die Behandlung. Es gibt jedoch auch Momente, welche sehr herausfordernd sind und bei dem Pflegepersonal zu Hilflosigkeit und dem Gefühl von Machtlosigkeit führen. Wie vorher beschrieben, bringt das Thema Schmerzmanagement viele offene Fragen und häufig wiederkehrende Probleme mit sich, weshalb ich es als wichtig erachte, sich mit dieser Thematik tiefgründiger auseinanderzusetzen.
Menschen, die sich in der Palliativpflege befinden, können aufgrund diverser Faktoren häufig an sehr starken Schmerzen leiden. Die Indikatoren hierfür sind unruhige Bewegungen, wie in die Luft zu greifen, ein veränderter Muskeltonus, der sich durch verspannte Muskulatur zeigt, eine veränderte Mimik, indem die Augen zugekniffen werden und das Gesicht verzogen wird, sowie verbale Äußerungen, wie zum Beispiel Stöhnen oder auch kurze "Ja" und "Nein" Antworten, die den Gesundheitszustand des Bewohners widerspiegeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Situationsbeschreibung
1.2 Ausgewähltes Phänomen
1.3 Paradigmatischer Fall
1.4 Begründung der Wahl
1.5 Problemstellung des paradigmatischen Falles
2. Formulierung der Fragestellung
2.1 Fragestellung zum beschriebenen Phänomen
2.2 Zielsetzungen in Bezug zum paradigmatischen Fall
3. Bearbeitung der Fragestellung
3.1 Palliative Care
3.1.1 Definition
3.1.2 End-of-Life Care
3.1.3 Lebensqualität
3.2 Schmerz
3.2.1 Definition
3.2.2 Entstehung von Schmerzen
3.2.3 Schmerzarten
3.2.4 Akute Schmerzen
3.2.5 Chronische Schmerzen
3.2.6 Tumorbedingte/assoziierten Schmerzen
3.2.7 Total-Pain-Konzept
3.2.8 SENS Pocket Card
3.2.9 Schmerzmanagement
3.3 pflegerische Interventionen
3.3.1 Assessments
3.3.2 Basale Stimulation
3.3.3 Thermotherapie
3.3.4 Mundpflege
3.3.5 Schmerzreduzierende Positionierung
3.3.6 Pflege durch Angehörige
3.3.7 Elizabeth Kübler-Ross Modell der Sterbephasen
3.3.8 Die fünf Säulen der Identität – Hilarion Petzold
3.3.9 Medikamenten
3.3.10 Begründung der verwendeten Literaturen
4. Lösungsansätze in Bezug auf den paradigmatischen Fall
4.1 Mein Lösungsansatz
4.1.1 Assessment
4.1.2 Beruhigende Interventionen der Basalen Stimulation
4.1.3 Thermotherapie
4.1.4 Angehörigen in den Pflegeprozess einbeziehen
5. Reflexion des Lernprozesses
5.1 Ausgangslage
5.1.1 Zielsetzung
5.1.2 Vorgehensweise
5.1.3 Ergebnis
5.1.4 Persönliches Erleben
5.1.5 Bewertung des Vorgehens
5.1.6 Folgerungen für künftige Lernprozesse
5.1.7 Schlussfolgerungen für den zukünftigen Pflegealltag und die Rolle als diplomierte Pflegefachperson HF
Zielsetzung & Themen
Diese Diplomarbeit zielt darauf ab, evidenzbasierte Ansätze für das Schmerzmanagement in der Palliativpflege zu entwickeln, um die Lebensqualität von Bewohnern mit fortschreitenden Erkrankungen gezielt zu verbessern und das Pflegepersonal in herausfordernden Pflegesituationen zu unterstützen.
- Analyse der palliativen Schmerzsituation und Identifikation wirksamer, pflegerischer Interventionen.
- Einsatz von Assessments wie dem SENS-Modell zur strukturierten Schmerzerfassung.
- Anwendung nicht-medikamentöser Methoden wie der Basalen Stimulation und Thermotherapie.
- Integration und Unterstützung von Angehörigen im Palliative-Care-Prozess während der End-of-Life-Phase.
Auszug aus dem Buch
1.2 Ausgewähltes Phänomen
Menschen, die sich in der Palliativpflege befinden, können aufgrund diverser Faktoren häufig an sehr starken Schmerzen leiden. Die Indikatoren hierfür sind unruhige Bewegungen, wie in die Luft zu greifen, ein veränderter Muskeltonus, der sich durch verspannte Muskulatur zeigt, eine veränderte Mimik, indem die Augen zugekniffen werden und das Gesicht verzogen wird, sowie verbale Äusserungen, wie zum Beispiel Stöhnen oder auch kurze «Ja» und «Nein» Antworten, die den Gesundheitszustand des Bewohners widerspiegeln. Solche Schmerzen können die Lebensqualität der Menschen enorm einschränken.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage sowie das gewählte Phänomen der Schmerzen in der Palliativpflege anhand eines paradigmatischen Falles.
2. Formulierung der Fragestellung: Definiert die Forschungsfrage und die SMART-formulierten Ziele der Arbeit.
3. Bearbeitung der Fragestellung: Vermittelt theoretisches Grundlagenwissen zu Palliative Care, Schmerztheorie, Assessments und pflegerischen Interventionen.
4. Lösungsansätze in Bezug auf den paradigmatischen Fall: Überträgt die theoretischen Erkenntnisse in praktische Konzepte für den gewählten Pflegefall.
5. Reflexion des Lernprozesses: Reflektiert den eigenen Lernweg, die Vorgehensweise sowie die berufliche Weiterentwicklung als diplomierter Pflegefachmann HF.
Schlüsselwörter
Palliative Care, Schmerzmanagement, End-of-Life, Lebensqualität, Basale Stimulation, Thermotherapie, Total-Pain-Konzept, SENS Pocket Card, Assessment, Pflegeprozess, Angehörigenarbeit, Schmerzerfassung, Tumorerkrankung, Ethik, Sterbephasen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verbesserung des Schmerzmanagements in der Langzeit-Palliativpflege, speziell für Bewohner, die sich nicht mehr eigenständig verbal über ihre Schmerzen äussern können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Palliative Care, verschiedene Schmerzarten, Assessments zur Schmerzeinschätzung sowie spezifische pflegerische Interventionen wie Basale Stimulation und Thermotherapie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, evidenzbasierte Massnahmen zu identifizieren und anzuwenden, um die Schmerzsituation von Bewohnern in der letzten Lebensphase zu lindern und deren Lebensqualität zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt Literaturrecherche und einen paradigmatischen Fall als Grundlage, um die Theorie mit evidenzbasierten Erkenntnissen aus der Fachliteratur zu verknüpfen und Lösungsansätze für die Praxis abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Palliative Care, Total-Pain-Konzept, Schmerzarten) erläutert, messbare Pflegeinterventionen (Assessments, Basale Stimulation, Thermotherapie) dargestellt und Lösungsansätze für den konkreten Pflegefall erarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?
Die Arbeit fokussiert sich massgeblich auf Palliative Care, Schmerzmanagement, Lebensqualität, SENS-Modell, Assessment-Tools, Basale Stimulation und die Einbindung von Angehörigen.
Wie hilft die SENS Pocket Card bei der Pflege in der End-of-Life-Phase?
Die SENS Pocket Card dient als patientenorientiertes Raster zur strukturierten Symptomerfassung, Entscheidungsfindung und Unterstützung sowohl für das Pflegepersonal als auch für Angehörige.
Warum ist die Einbindung von Angehörigen laut der Arbeit so wichtig?
Die Einbindung entlastet Angehörige emotional, nimmt ihnen Ängste und Hilflosigkeit und ermöglicht so ein besseres, unterstützendes Beisein während der End-of-Life-Situation des Patienten.
- Citation du texte
- Riccardo Lopez (Auteur), 2023, Die Palliativmedizin. Evidenzbasierte Pflegemaßnahmen zur Schmerzreduktion und Unterstützung der Angehörigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1441101