Schwarze Frauen in der Bürgerrechtsbewegung


Seminararbeit, 2005
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Gliederung:

1. Rosa Parks und der Beginn der Proteste

2. Schwarze Frauen in der Bürgerrechtsbewegung
2.1) Wichtige Eckdaten in der Bürgerrechtsbewegung
2.2) Ella Baker
2.3) Fannie Lou Hamer

3. Die SNCC als Grundlage fiir den Feminismus

1.)Rosa Parks und der Beginn der Proteste

Seit Anbeginn der Kolonialisierung in Amerika, mussten Afroamerikaner dort für ihre Rechte kämpfen. Seit dem 17. Jh wurden sie in der neuen Welt in die Sklaverei getrieben, die erst seit dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs 1864 abgeschafft ist. Dennoch blieben Afroamerikaner vor allem in den Südstaaten der USA weiterhin unterdrückt. Die Differenzierung zwischen „weiss" und „schwarz" setzte sich auch nach der Zeit der Sklaverei fort, in den „Rassentrennungsgesetzen"(Jim Crow Laws), die die afroamerikanische Bevölkerung bis in die 60er Jahre dieses Jahrhunderts politisch entrechtet und sozial separiert hat. Von vielen öffentlichen Einrichtungen wie höheren Schulen und Universitäten wurden sie ausgegrenzt, alle Dinge des öffentlichen Lebens wie Restaurants, Busse, etc. wurden separiert. In dieser Zeit der Unruhen wurde das „Civil Rights Movement" geboren, das in den 50er und 60er Jahren „einen entscheidenden Beitrag zur Beseitigung der legalen Rassenschranken geleistet und damit wie keine andere soziale Bewegung das Erscheinungsbild der Vereinigten Staaten verändert hat"1. Die Geschichte von Rosa Parks, eine farbige Amerikanerin, die sich 1954 weigerte ihren Sitzplatz im Bus für einen männlichen weißen Fahrgast zu räumen, und daraufhin verhaftet wurde, ist heute noch weltbekannt, und gilt als offizieller Anfang der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Am 4. Februar 2005 wurde Rosa Parks 92 Jahre alt, und wurde in ihrem Leben mit einigen Auszeichnungen beehrt: 1996 mit der Freiheitsmedaille, der höchsten zivilen Auszeichnung der USA, 1999 mit der Goldene Medaille des US-Kongresses, und wieder 1999 wurde sie vom "Time"-Magazin zu den 100 bedeutendsten Menschen des 20. Jahrhunderts gewählt. Die Mutter der Bürgerrechtsbewegung, wie sie genannt wird, wird bis heute verdienter Weise beehrt und bejubelt. Die gesamte Bewegung wurde also von einer Frau gestartet, der unter anderem auch einige Museen im ganzen Land gewidmet sind. Wenn überhaupt ein Name einer weiblichen Bürgerrechtsaktivistin genannt wird, dann ihrer. Aber was ist mit den anderen schwarzen Frauen die maßgeblich am Civil Rights Movement beteiligt waren? Fast jeder kennt die Namen von berühmten Rednern wie Martin Luther King oder Malcom X. Aber wie viele Menschen wissen Bescheid über Ella Baker oder Fannie Lou Hamer? Schwarzen Aktivistinnen wie ihnen wird in der Fachliteratur viel zu wenig Beachtung geschenkt, obwohl die Frauen das eigentliche Rückrad der Bewegung gewesen sind. Sie haben Grosses geleistet, denn sie waren einer Dreifachbelastung ausgesetzt: nicht nur dass sie Frauen waren, und somit schon als Minderheit gelten, sondern sie waren auch Schwarz, und meist in der sozialen Unterschicht. Im Unterschied zu ihren „weissen Schwestern" mussten sie erst einmal für ihre Rasse kämpfen, bevor sie ihre Rechte als Frauen einforderten. Im Folgenden werde ich die wichtigsten Erfolge in der schwarzen Protestbewegung genauer erläutern und die Bedeutung der Arbeit dieser zwei schwarzen Bürgerrechts-Aktivistinnen genauer untersuchen.

2.) Schwarze Frauen in der Bürgerrechtsbewegung

2.1) Wichtige Eckdaten in der Bürgerrechtsbewegung

In diesem Abschnitt werde ich in groben Zügen die Entwicklung der Bürgerrechtsbewegung erläutern. Auf einige Punkte werde ich in den folgenden Kaptiteln im Zusammenhang mit den Lebensgeschichten der Aktivistinnen noch genauer eingehen. Die grössten Erfolge erreichte das Civil Rights Movement zwischen 1955 und 1965. Es gab es verschiedene Gruppen und Zusammenschlüsse, die durch gewaltfreie Demonstrationen für die volle Gleichheit und Gleichberechtigung für Afroamerikaner kämpften, sowie totale Integration in die Gesellschaft. Eine dieser Koalitionen war die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), die 1954 vor dem Obersten Gerichtshof den Fall Brown vs. Board of Education of Topeka gewann. Dieser erklärte die Rassentrennung an öffentlichen Schulen für verfassungswidrig und brachte damit einen Grundpfeiler des Systems der Rassentrennung zu Fall. Das Boykott des öffentlichen Transportsystems in Montgomery, Alabama, (Montgomery Bus Boycott) das1955 begann, ausgelöst durch die Verhaftung von Rosa Parks (s.o.), und ein Jahr lang andauerte, bewirkte einen nationalen Aufruhr. Die erfolgreich beendete Aktion (Desegregation in öffentlichen Verkehrsmitteln im Staat Alabama) führte zur Gründung der Southern Christian Leadership Conference (SCLC), die mit ihrem Vorsitzenden, dem jungen charismatischen Martin Luther King, Jr., eine Reihe von gewaltfreien Desegregationskampagnen startete. Die Studentenbewegung eröffnete das sit-in movement, das in Greensboro, N.C. 1960 begann und sich über mehrer Staaten ausbreitete: Afroamerikanische College Studenten wurden am Essenscounter im Woolworth nicht bedient, daraufhin weigerten sie sich zu gehen und blieben einfach sitzen. Aus diesem Protest entwickelte sich das Student Nonviolating Coordinating Committee (SNCC). Ein Jahr später starteten schwarze und weisse Bürgerrechtler erste freedom-rides durch die Südstaaten um Desegregation im Reiseverkehr durchzusetzen. Gestartet wurde die Protestaktion von der Koalition Congress of Racial Equaility (CORE) im Jahre 1961, doch auch das SNCC nahm daran teil. Im Jahre 1963 hielt Martin Luther King, Jr. eine der berühmtesten Reden der Geschichte: „I have a dream" hielt er vor 250,000 schwarzen und weissen Menschen am Lincoln Memorial:

„I have a dream, that my four little children will one day live in a nation where they will not be judged by the colour of their skin but by the content of their character"2

Doch neben Martin Luther King, Jr. fand auch eine andere Stimme viele Anhänger: Malcom X. Er gehörte der kompromisslosen Gruppe der Black Muslims an, die mit ihrer sehr radikalen Einstellung die Separatierung zur weissen Gesellschaft forderten. Diese extreme Einstellung der Black Muslims führte zur Gründung einer neuen Bewegung im Kampf um Gleichberechtigung: die Black Power. Sie wurde von der SNCC im Jahr 1966 gegründet. Sie verstanden sich als eine direkte Gegenbewegung zur weissen Macht, und forderten politische ökonomische, soziale und kulturelle Selbstbestimmung3. Im Rahmen dieser Black-Power Bewegung, definierten die Afroamerikaner ihre Hautfarbe neu, nicht mehr negativ besetzt, sondern als positives Merkmal:

„1966 soll als das Jahr erinnert werden, in dem wir unseren aufgezwungenen Status als „Neger" verlassen haben und Schwarze geworden sind..., in dem Schwarze sich ihres vollen Werts in der Gesellschaft bewusst geworden sind — ihrer Würde und ihrer Schönheit — und ihrer Macht."4

[...]


1 Wersich, Rüdiger B. (Hg.). USA- Lexikon. Berlin: Erich Schmidt Verlag, 1996. S 160

2 Norton, Mary Beth. A People and a Nation. Boston: Houghton Mifflin Company, 2001. S 858

3 Wersich, 1996, S.130

4 Wersich, 1996, S.36

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Schwarze Frauen in der Bürgerrechtsbewegung
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Amerika Institut)
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V144111
ISBN (eBook)
9783640547760
ISBN (Buch)
9783640551736
Dateigröße
630 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schwarze, Frauen, Bürgerrechtsbewegung
Arbeit zitieren
Corinna Friedrich (Autor), 2005, Schwarze Frauen in der Bürgerrechtsbewegung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144111

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