Seit Anbeginn der Kolonialisierung in Amerika, mussten Afroamerikaner dort für ihre Rechte kämpfen. Seit dem 17. Jh wurden sie in der neuen Welt in die Sklaverei getrieben, die erst seit dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs 1864 abgeschafft ist. Dennoch blieben Afroamerikaner vor allem in den Südstaaten der USA weiterhin unterdrückt. Die Differenzierung zwischen „weiss“ und „schwarz“ setzte sich auch nach der Zeit der Sklaverei fort, in den „Rassentrennungsgesetzen“ (Jim Crow Laws), die die afroamerikanische Bevölkerung bis in die 60er Jahre dieses Jahrhunderts politisch entrechtet und sozial separiert hat.
Von vielen öffentlichen Einrichtungen wie höheren Schulen und Universitäten wurden sie ausgegrenzt, alle Dinge des öffentlichen Lebens wie Restaurants, Busse, etc. wurden separiert. In dieser Zeit der Unruhen wurde das „Civil Rights Movement“ geboren, das in den 50er und 60er Jahren „einen entscheidenden Beitrag zur Beseitigung der legalen Rassenschranken geleistet und damit wie keine andere soziale Bewegung das Erscheinungsbild der Vereinigten Staaten verändert hat“.
Die Geschichte von Rosa Parks, eine farbige Amerikanerin, die sich 1954 weigerte ihren Sitzplatz im Bus für einen männlichen weißen Fahrgast zu räumen, und daraufhin verhaftet wurde, ist heute noch weltbekannt, und gilt als offizieller Anfang der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.Die gesamte Bewegung wurde also von einer Frau gestartet, der unter anderem auch einige Museen im ganzen Land gewidmet sind. Wenn überhaupt ein Name einer weiblichen Bürgerrechtsaktivistin genannt wird, dann ihrer. Aber was ist mit den anderen schwarzen Frauen die maßgeblich am Civil Rights Movement beteiligt waren? Wie viele Menschen wissen Bescheid über Ella Baker oder Fannie Lou Hamer? Schwarzen Aktivistinnen wie ihnen wird in der Fachliteratur viel zu wenig Beachtung geschenkt, obwohl die Frauen das eigentliche Rückrad der Bewegung gewesen sind. Sie haben Grosses geleistet, denn sie waren einer Dreifachbelastung ausgesetzt: nicht nur dass sie Frauen waren, und somit schon als Minderheit gelten, sondern sie waren auch Schwarz, und meist in der sozialen Unterschicht. Im Unterschied zu ihren „weissen Schwestern“ mussten sie erst einmal für ihre Rasse kämpfen, bevor sie ihre Rechte als Frauen einforderten.
Im Folgenden werde ich die wichtigsten Erfolge in der schwarzen Protestbewegung genauer erläutern und die Bedeutung der Arbeit dieser zwei schwarzen Bürgerrechts-Aktivistinnen genauer untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1.) Rosa Parks und der Beginn der Proteste
2.) Schwarze Frauen in der Bürgerrechtsbewegung
2.1) Wichtige Eckdaten in der Bürgerrechtsbewegung
2.2) Ella Baker
2.3) Fannie Lou Hamer
3.) Die SNCC als Grundlage für den Feminsismus
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die maßgebliche, jedoch oft vernachlässigte Rolle schwarzer Frauen in der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Ziel ist es, anhand der Biografien von Ella Baker und Fannie Lou Hamer aufzuzeigen, wie diese Aktivistinnen trotz einer dreifachen gesellschaftlichen Benachteiligung als Frauen, als Schwarze und als Angehörige der sozialen Unterschicht das Rückgrat der Bewegung bildeten und wesentliche Grundsteine für spätere soziale Veränderungen sowie den Feminismus legten.
- Die Bedeutung von Rosa Parks als Initialzündung der Proteste.
- Wichtige Etappen und organisatorische Entwicklungen der Bürgerrechtsbewegung (1955–1965).
- Die lebensgeschichtliche Analyse und der Einfluss von Ella Baker.
- Der Kampf von Fannie Lou Hamer für Wahlrecht und soziale Gerechtigkeit.
- Die SNCC als Vorreiter für geschlechtergerechte Strukturen und feministisches Bewusstsein.
Auszug aus dem Buch
2.3) Fannie Lou Hamer
Fannie Lou Hamer wurde 1917 in Mississippi als zwanzigstes Kind einer sharecropper Familie geboren. Ihre Familie lebte, wie viele andere sharecropper auch, am Rande des Existenzminimums. Das System, das nach dem Bürgerkrieg eingeführt wurde, wurde von weissen Farmen bestimmt, denen das Land gehörte. Die sharecropper, die dieses Land bearbeiteten, mussten die Hälfte der Ernte abgeben, und mit dem Rest neue Werkzeuge Saatgut kaufen. Da sie dabei von den weissen Landherren oft betrogen wurden, gerieten sie immer mehr in einen Schuldenberg.
Sie besuchte nur in den Wintermonaten die Schule, da sie das restliche Jahr über im Feld arbeiten musste. Sie heiratete 1941 einen Perry Hamer, auch ein sharecropper, konnte mit ihm aber nie ihre eigene Familie gründen, da sie 1961 von einem weissen Arzt ohne ihr Wissen „Zwangssterilisiert“ wurde. Diese Art der Maßnahme zu verhindern dass sich die schwarze Rasse weiter ausbreitet, kam in den Südstaaten bis Ende der 60er Jahre häufiger vor. Erfahrungen wie diese, machten aus Fannie eine Kämpfernatur, fest entschlossen etwas gegen diese Missstände und Ungerechtigkeiten zu unternehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Rosa Parks und der Beginn der Proteste: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Kontext der Unterdrückung von Afroamerikanern nach und analysiert Rosa Parks' berühmten Protest als offiziellen Ausgangspunkt der schwarzen Bürgerrechtsbewegung.
2.) Schwarze Frauen in der Bürgerrechtsbewegung: Dieser Hauptteil beleuchtet die Entwicklung der Bewegung zwischen 1955 und 1965 sowie die zentralen Lebensgeschichten der einflussreichen Aktivistinnen Ella Baker und Fannie Lou Hamer.
3.) Die SNCC als Grundlage für den Feminsismus: Das abschließende Kapitel untersucht, wie das anti-hierarchische Konzept innerhalb der SNCC die Gleichberechtigung von Frauen förderte und somit wichtige Impulse für die spätere Frauenbewegung gab.
Schlüsselwörter
Bürgerrechtsbewegung, Schwarze Frauen, Ella Baker, Fannie Lou Hamer, SNCC, Rassentrennung, Civil Rights Movement, Diskriminierung, Wahlrecht, Black Power, Feminismus, Mississippi, soziale Gerechtigkeit, Widerstand, Gleichberechtigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle schwarzer Frauen als treibende Kraft in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, die in der historischen Fachliteratur oft zu wenig Beachtung findet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den historischen Rahmenbedingungen des Protests, den organisatorischen Strukturen der Bewegung und den individuellen Lebenswegen zweier bedeutender Aktivistinnen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Beitrag von Frauen zur Bürgerrechtsbewegung sichtbar zu machen und aufzuzeigen, wie sie trotz multipler Diskriminierung maßgeblich zum Erfolg der Bewegung beitrugen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine biographische und historische Analyse, gestützt auf Fachliteratur, um die Bedeutung der Aktivistinnen im Kontext der sozialen Proteste darzulegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick der Bürgerrechtsbewegung und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Arbeit und dem Einfluss von Ella Baker und Fannie Lou Hamer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Bürgerrechtsbewegung, Rassentrennung, SNCC, politische Partizipation sowie der Einfluss afroamerikanischer Frauen auf die moderne Frauenbewegung.
Welchen Einfluss hatte Ella Baker auf die Organisationsstruktur der Bewegung?
Baker förderte aktiv eine "group-centered leadership" und lehnte die Abhängigkeit von einzelnen charismatischen Führern ab, was zur Gründung und Stärkung des Student Nonviolating Coordinating Committee (SNCC) führte.
Wie prägten persönliche Erfahrungen Fannie Lou Hamers politisches Engagement?
Durch traumatische Erlebnisse, wie eine erzwungene Sterilisation und gewaltsame Unterdrückung durch den Rassismus in Mississippi, wandelte sich Hamer zu einer entschlossenen Kämpferin für Wahlrechte und soziale Gerechtigkeit.
- Quote paper
- Corinna Friedrich (Author), 2005, Schwarze Frauen in der Bürgerrechtsbewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144111