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Cicero als politischer Denker

Zur Schrift „De re publica“: Wesen und Zweck des Staates

Title: Cicero als politischer Denker

Term Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anna Hillebrand (Author)

World History - Early and Ancient History
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Während Cicero als Schriftsteller und Redner geachtet wird, kommt ihm als Politiker eine eher geringe Wertschätzung entgegen. Obwohl Cicero durchaus politische Erfolge erzielen konnte, ging er nicht als ein bedeutender Politiker in die Geschichte ein, sondern eher mit seiner Tätigkeit als Schriftsteller, die ihm wohl in den Jahren, in denen er nicht politisch tätig werden konnte, als Ersatz gedient haben muss.
Dies muss Cicero angesichts der Tatsache, dass er sein Leben lang eher ein erfolgreicher Staatsmann als Schriftsteller sein will, stark verärgern.
So erfüllten ihn seine Schriften zur Theorie und Praxis der Rhetorik oder zur Rechtskunde, Hermeneutik und Religion zwar mit einem gewissen Stolz, befriedigen aber nicht sein Bedürfnis nach einer lenkenden politischen Rolle. Diese Tatsache belegt ein Ausschnitt aus seiner Schrift „De divinatione“

„Denn in Schriften gab ich mein Urteil ab, in ihnen sprach ich zum Volk; die Philosophie,
so meinte ich, war mir an die Stelle der Staatsverwaltung getreten. Jetzt, da man begonnen
hat, mich hinsichtlich der Politik zu konsultieren, muss ich dem Staat alle meine Kraft widmen
oder vielmehr ihm alle Überlegung und Sorge zuwenden, und darf nur so viel für diese Studien
erübrigen, wie mir die öffentliche Pflicht und Tätigkeit erlauben.“
Offensichtlich befand sich Cicero in einem ständigen Wechselspiel zwischen Resignation, die ihn stärker an seinen Studien arbeiten ließ und erneuter Hoffnung auf politische Wirksamkeit, die ihn wieder von diesen entfernte.

Vor diesem Hintergrund ist auch die Entstehung seines bedeutenden staatstheoretischen Schrift „De re publica“ zu sehen.
[...]
Die vorliegende Arbeit möchte in erster Linie klären, welche Vorstellung Cicero von einem „guten Staat“ hat. Was für ein Staatsverständnis liegt diesem zugrunde und was für eine Machtverteilung ist vorgesehen? Um angemessene Antworten auf diese Fragen geben zu können, werden zunächst einige Definitionen vorgenommen, bevor im Anschluss eine Verfassungsanalyse folgt, in der nicht nur die Einzelverfassungen, sondern auch deren Entartungen und letztendlich die Mischverfassung Berücksichtigung finden.Um Ciceros Bild von einem „guten Staat“ abzurunden, schließt sich eine Darstellung des Staatslenkers an.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wesen und Ursprung des Staates

2.1 Das Gemeinwesen – Der Versuch einer Definition

3. Die Verfassungsanalyse

3.1 Die Einzelverfassungen Monarchie, Aristokratie und Demokratie

3.2 Entartungen und Verfassungskreislauf

4. Die ideale Staatsform

4.1 Die beste Einzelverfassung – Der Übergang zur Mischverfassung

4.2 Die beste Verfassung - Die Mischverfassung

4.3 Der römische Staat

5. Der Staatslenker

5.1 Das Wesen des Staatslenkers

5.2 Die Aufgaben des Staatslenkers

6. Fazit

7. Bibliographie

7.1 Quellenverzeichnis

7.2 Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Ciceros staatstheoretische Schrift "De re publica", um sein Verständnis eines "guten Staates", die notwendige Machtverteilung und die Rolle des Staatslenkers in einer krisengeprägten Zeit zu analysieren.

  • Analyse der Definition und des Ursprungs des römischen Gemeinwesens.
  • Untersuchung der klassischen Verfassungsformen und ihres Entartungspotenzials.
  • Bewertung der Mischverfassung als stabiles Modell gegenüber dem Verfassungskreislauf.
  • Erörterung der Rolle und der notwendigen Eigenschaften des "rector rei publicae".
  • Diskussion der Bedeutung von Gerechtigkeit als fundamentale Basis der Staatsordnung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Einzelverfassungen Monarchie, Aristokratie und Demokratie

Cicero unterscheidet drei Verfassungsformen, die sich jeweils in der Anzahl der Regierenden voneinander differenzieren. Er trennt Monarchie, Aristokratie und Demokratie, die jeweils die einfachste Form der Herrschaft darstellen und vor deren kontrastierendem Hintergrund sich die Mischverfassung leuchtend abhebt.

Bevor näher auf die verschiedenen Verfassungsformen eingegangen wird, muss geklärt werden, was genau eine gute Staatsführung ausmacht. Diese kennzeichnet sich zum einen durch die Unterdrückung leidenschaftlicher Begierden und zum anderen durch Gerechtigkeit aus. Wenn man im Folgenden die Machtverhältnisse der drei Verfassungsformen betrachtet, sollte man sich diese beiden Elemente einer guten Verfassung in Erinnerung rufen.

Während in einer Monarchie ein Alleinherrscher sämtliche politischen Entscheidungen trifft, sind es in der Aristokratie mehrere Auserwählte, in einer Demokratie hingegen das gesamte Volk. Eben diese Machtkonstellationen ergeben spezifische Vor- und Nachteile.

Im Bezug auf die Monarchie liegt ein großer Vorteil darin, dass der Herrscher nach eigenem Ermessen Entscheidungen zum Wohle des Volkes treffen kann. Die alleinige Entscheidungsgewalt erlaubt es ihm das Volk in Krisenzeiten sicher zu lenken.

Andererseits stellt aber gerade dieser enorme Machtzuspruch den Nachteil einer solchen Verfassungsform dar. Dadurch, dass lediglich ein Einzelner Entscheidungen treffen kann, besteht die Gefahr, dass Übrige in einem zu geringen Maße an der staatlichen Planung beteiligt werden, sodass nicht genügend libertas gewährleistet ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der historischen Entstehung von "De re publica" im Kontext von Ciceros politischer Karriere und der Krise des römischen Staates.

2. Wesen und Ursprung des Staates: Definition von "res publica" als Angelegenheit des Volkes und Untersuchung der sozialen Grundlagen staatlicher Organisation.

3. Die Verfassungsanalyse: Analyse der klassischen Staatsformen Monarchie, Aristokratie und Demokratie sowie der Mechanismen des Verfassungskreislaufs und drohender Entartungsformen.

4. Die ideale Staatsform: Erörterung der Mischverfassung als ideales Modell und ihre Anwendung auf den römischen Staat unter Einbezug der Notwendigkeit einer dauerhaften Führungsinstanz.

5. Der Staatslenker: Detaillierte Darstellung der erforderlichen Eigenschaften wie Weisheit und Beherrschung sowie der zentralen Aufgaben des Staatslenkers in Krisenzeiten.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung von Ciceros Lösungsansatz zur Rettung der römischen Republik durch Gerechtigkeit und das Amt des Staatslenkers.

7. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur.

Schlüsselwörter

Cicero, De re publica, res publica, Mischverfassung, Verfassungskreislauf, Staatslenker, rector rei publicae, Gerechtigkeit, römischer Staat, politische Stabilität, Monarchie, Aristokratie, Demokratie, Imperium, Staatstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Ciceros Werk "De re publica", um dessen Vorstellung von einem stabilen Gemeinwesen und der optimalen Organisation der politischen Macht zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Definition des Staates, die Kritik an einfachen Verfassungsformen, den Nutzen einer Mischverfassung sowie die Rolle und Moral eines fähigen Staatslenkers.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Klärung, welches Staatsverständnis Cicero zugrunde legt und wie er die Krise Roms durch seine staatstheoretischen Überlegungen zu bewältigen sucht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Textanalyse der Schrift "De re publica" unter Einbeziehung relevanter fachwissenschaftlicher Kommentare und Interpretationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Verfassungsanalyse, die Bewertung der Mischverfassung und eine ausführliche Charakterisierung des Staatslenkers als "rector rei publicae".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Cicero und seinem Werk insbesondere die Mischverfassung, der Staatslenker, das Gemeinwesen (res publica) und der Aspekt der Gerechtigkeit.

Warum hält Cicero die Monarchie für die beste der drei Einzelverfassungen?

Cicero sieht in der Monarchie im Kontext einer Krisenbewältigung Vorteile, da die alleinige Entscheidungsgewalt im Sinne eines "imperium" notwendig sein kann, um das Überleben des Staates zu sichern.

Was ist das Besondere an Ciceros Konzept des Staatslenkers?

Im Gegensatz zu temporären diktatorischen Befugnissen fordert Cicero eine tragende und dauerhafte Entscheidungsgewalt für eine weise Führungspersönlichkeit, die Krisen vorausschauend erkennt.

Welche Rolle spielt die Gerechtigkeit in Ciceros Staatsmodell?

Gerechtigkeit ist für Cicero das unabdingbare Fundament für das stabile Fortbestehen eines jeden Staates, unabhängig davon, welche spezifische Verfassungsform gewählt wird.

Ist die Mischverfassung nach Cicero ein Garant für Stabilität?

Nein, Cicero erkennt an, dass selbst die Mischverfassung durch innere oder äußere Krisen bedroht ist, weshalb sie durch die Figur des weisen Staatslenkers ergänzt werden muss.

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Details

Title
Cicero als politischer Denker
Subtitle
Zur Schrift „De re publica“: Wesen und Zweck des Staates
College
University of Wuppertal
Grade
1,7
Author
Anna Hillebrand (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V144167
ISBN (eBook)
9783640547838
ISBN (Book)
9783640553150
Language
German
Tags
Cicero Denker Schrift Wesen Zweck Staates Thema Cicero
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Hillebrand (Author), 2009, Cicero als politischer Denker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144167
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