Aufgabe dieser Arbeit ist es, das Konzept eines ganzheitlichen Wissensmanagementsystems
darzustellen und die Frage zu klären, ob Unternehmen
der New Economy damit ein hilreiches Managementkonzept zur Verfügung
steht. Vorreiter im Wissensmanagement waren Ende der 80er Jahre grosse
Konzerne und Beratungsfirmen. Im Unterschied zu Großunternehmen bieten
Unternehmen der New Economy andere Rahmenbedingungen für ein
derartiges System, die sich in einem anderen Anforderungsportfolio
niederschlagen. Zunächst wird im Rahmen dieser Arbeit der Begriff Wissen und
die Bedeutung von Wissen auf Unternehmensebene erläutert.
Vor diesem Hintergrund muss Wissen als zusätzlicher Produktionsfaktor
betrachtet werden, womit dem Wissensmanagement der Status der Nutzung
von Kapital zukommt. Die Betrachtungsweise als "Wissenskapital" stützen
Untersuchungen über den Anteil von Wissen an der Wertschöpfung eines
Unternehmens. In einer Studie nach Heisig1 gaben 36% der Befragten
deutschen Unternehmen an, der Anteil des Produktionsfaktors Wissen an der
Wertschöpfung betrage mehr als 60 Prozent. Aufgrund dieser Befragung wird
die Problematik des entgangenen Vorteils durch nicht genutztes Wissen in
Unternehmen offensichtlich. 82% der Befragten beurteilten in der gleichen Studie den entgangenen Nutzen durch "brachliegendes" Wissen mit mittel bis
hoch. Ein erfolgreiches Wissensmanagement kann sich direkt auf die
Wertschöpfung des Unternehmens auswirken.
Komplettiert wird das Wissensmanagementsystem mit der Ausarbeitung
theoretischer Ansätze und den Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis.
Im Weiteren wird auf die Besonderheiten der New Economy eingegangen und
auf Unternehmen der Internet-Ökonomie eingegrenzt. Zum Abschluss werden
die dargebrachten Ergebnisse zusammengeführt und der Nutzen eines
Wissensmanagementsystems für Internet-Unternehmen analysiert.
1 Vgl. Heisig 1999.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
Erläuterung der Aufgabenstellung
2 Wissen und Wissensmanagement
2.1 Der Begriff Wissen
2.2 Wissensarten
2.2.1 Implizites (tazites) und explizites Wissen
2.2.2 Personales und organisationales Wissen
2.3 Theorie der Wissensschaffung in Unternehmen
2.4 Betrachtung von Wissen auf Unternehmensebene
2.4.1 Die Wissensbasis
2.4.1.1 Die Wissensträger
2.4.1.2 Die Wissensverfügbarkeit
2.4.1.3 Dynamik der Wissensbasis
2.4.1.4 Zusammenfassung
2.5 Wissensmanagement
2.5.1 Definition Wissensmanagement
2.5.2 Die Bedeutung von Wissensmanagement auf Unternehmensebene
2.6 Modelle des Wissensmanagements
2.6.1 Theoretische Ansätze
2.6.1.1 Humanorientierter Ansatz nach Nonaka/Takeuchi
2.6.1.3 Das Bausteinkonzept von Probst/Raub/Romhardt
2.6.1.3.1 Wissensziele
2.6.1.3.2 Wissensidentifikation
2.6.1.3.3 Wissenserwerb
2.6.1.3.4 Wissensentwicklung
2.6.1.3.5 Wissens(ver-)teilung
2.6.1.3.6 Wissensnutzung
2.6.1.3.7 Wissensbewahrung
2.6.1.3.8 Wissensbewertung
2.6.2 Beurteilung der verschiedenen Ansätze
2.6.3 Praktische Ansätze - Organisation
2.6.3.1 Wissensbasierte Unternehmenskultur
2.6.3.2 Organisationsform
2.6.3.3 Customer Relationship Management (CRM)
2.6.4 Praktische Ansätze – Informations- und Kommunikations- technologie
2.6.4.1 Intranet
2.6.4.2 Data Warehouse, OLAP und Data Mining
2.6.4.3 Groupware und Workflowmanagement
2.6.4.5 Customer Relationship Management System (CRM)
2.6.5 Barrieren
3. WM in der New Economy
3.1 Evolution der Neuen Ökonomie
3.2 Start-ups der New Economy
3.3 Eingrenzung der New Economy
3.3.1 New Economy – Vieldeutigkeit eines Begriffs
3.3.2 Von der Informationswirtschaft zur Internet-Ökonomie
3.4 Charkteristika der Internet – Ökonomie
3.5 Charakteristika der Internet-Unternehmen
3.5.1 Die klassische Internet-Gründung
3.5.2 Geschäftsmodelle
3.5.3 Probleme der Internet-Unternehmen und Lösungsansätze über Wissensmanagement
3.5.3.1 Costomer Relationship
3.5.3.2 Wachstum und organisatorischer Wandel
3.5.3.3 Management
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Wissensmanagements als ganzheitliches Konzept und die Klärung der Forschungsfrage, ob Unternehmen der New Economy von einem solchen Managementkonzept profitieren können, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Rahmenbedingungen und Anforderungen.
- Bedeutung von Wissen als Produktionsfaktor und dessen Einfluss auf den Unternehmenserfolg
- Analyse theoretischer Ansätze zur Wissensschaffung und zum Wissensmanagement
- Besonderheiten und Charakteristika der New Economy sowie der Internet-Ökonomie
- Herausforderungen und Barrieren bei der Implementierung von Wissensmanagement in Internet-Unternehmen
- Integration von Wissensmanagement in die Kundenbeziehungsstrategie (CRM)
Auszug aus dem Buch
2.4.1.1 Die Wissensträger
Da Wissen selbst immateriell ist, ist es an Wissensträger gebunden und wird nur durch diese erfahrbar. Unter den Begriff Wissensträger werden diejenigen körperlichen Elemente subsumiert, in denen sich Wissen manifestieren kann. Damit gehören zu den Wissensträgern in einem Unternehmen die Mitarbeiter (als Individuen und als Gruppen) ebenso wie beispielsweise Bücher, Computer und Fertigungsmaschinen.
Personelle Wissensträger treten in einer Organisation als eigene Mitarbeiter, Mitarbeiter von Fremdfirmen oder Selbständige auf. Die konkrete Ausprägung des Wissens einer Person lässt sich auf verschiedene Faktoren zurückführen. Dazu gehören die Ausbildung, die bisherigen Erfahrungen sowie der jeweilige Aufgabenbereich im Unternehmen, der sowohl durch die fachlichen Anforderungen als auch durch die Position innerhalb der Hierarchie charakterisiert wird. Die Gesamtheit dieser Faktoren bildet den spezifischen Hintergrund der Person, der sich etwa bei Ingenieuren, Verwaltungskräften und Managern deutlich unterscheidet.
Ferner spielen wissensrelevante Persönlichkeitsmerkmale wie Selbstsicherheit, Extraversion, Initiative, Willenskraft und Kreativität eine bedeutende Rolle. Und darüber hinaus beeinflusst auch eine affektive, motivationale Komponente den Umgang der personellen Wissensträger mit Wissen. In personellen Wissensträgern ist potentiell die gesamte Spannweite des Wissens verkörpert und i.a. sind auch nur sie zu einer eigenständigen Erzeugung neuen Wissens, im Gegensatz zu materiellen Wissensträgern, in der Lage.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Aufgabenstellung ein, Wissen als Produktionsfaktor zu betrachten und die Relevanz eines ganzheitlichen Wissensmanagements für Unternehmen der New Economy zu hinterfragen.
2 Wissen und Wissensmanagement: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen von Wissen, klassifiziert verschiedene Wissensarten und erläutert theoretische Konzepte sowie praktische Modelle des Wissensmanagements.
3. WM in der New Economy: Dieser Abschnitt analysiert die spezifischen Rahmenbedingungen, Charakteristika und Herausforderungen der Internet-Ökonomie sowie die daraus resultierenden Probleme für das Wissensmanagement in Internet-Unternehmen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Wissensmanagement ein großes Potenzial für Internet-Unternehmen bietet, jedoch kein Allheilmittel gegen unternehmerisches Fehlverhalten darstellt.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, New Economy, Internet-Ökonomie, Wissensträger, Wissensbasis, Unternehmenskultur, Wissensschaffung, Customer Relationship Management, CRM, Organisationsform, Informationsgesellschaft, Wissensverfügbarkeit, Wettbewerbsvorteil, Lernende Organisation, Data Warehouse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des ganzheitlichen Wissensmanagements und bewertet dessen Nutzen für Unternehmen innerhalb der sogenannten New Economy.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit adressiert?
Die Arbeit behandelt die Definition von Wissen, theoretische Modelle des Wissensmanagements, die speziellen Rahmenbedingungen der Internet-Ökonomie sowie die Bedeutung von Wissensmanagement für die Kundenbindung und Unternehmenskultur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, zu klären, ob Wissensmanagement ein hilfreiches Managementkonzept für Internet-Unternehmen darstellt, um deren langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es erfolgt eine fundierte Auseinandersetzung mit der Fachliteratur sowie die Analyse theoretischer Ansätze (wie Nonaka/Takeuchi oder Probst/Raub/Romhardt) und praktischer Organisationsformen im Kontext der New Economy.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Wissensmodelle vorgestellt als auch praktische Ansätze wie CRM, Intranet, Data Warehousing und die Überwindung von Wissensbarrieren in Unternehmen detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wissensmanagement, New Economy, Internet-Ökonomie, CRM, Wissensbasis, organisationales Lernen und Wettbewerbsfähigkeit.
Warum ist CRM laut der Arbeit für Internet-Unternehmen so wichtig?
Da Produkte in der Internet-Ökonomie austauschbar sind, ist die systematische Pflege von Kundenbeziehungen entscheidend, um den hohen Kosten der Neukundenakquise entgegenzuwirken und sich vom Wettbewerb zu differenzieren.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur für das Wissensmanagement?
Eine Kultur von Offenheit und Vertrauen ist laut Autor die Grundvoraussetzung, um den Fluss und Austausch von Wissen zu ermöglichen und die Weitergabe von Wissen anstelle von Wissenshortung zu fördern.
- Quote paper
- Ralf Winter (Author), 2002, Knowledge Management in der New Economy - Problem oder Chance?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14424