Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - Early and Ancient History

Das Leben des Kaisers Julian Apostata

Title: Das Leben des Kaisers Julian Apostata

Term Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Benjamin Falk (Author)

World History - Early and Ancient History
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Flavius Claudius Julianus, oder Julian “Apostata“ (der Abtrünnige) stellt sich der gesamten
Rezeption römischer Geschichte auch noch 1600 Jahre nach seinem Tode als Phänomen dar. Kaum
ein anderer Kaiser des Imperium Romanum wurde durch den Lauf der Geschichte so vielfach
interpretiert wie die Figur des „letzten heidnischen Herrschers“.
Die überwiegend christliche Geschichtsschreibung des Mittelalters sah nur Julians Abwendung vom
Christentum und bewertete ihn als „Ketzer“. Im Zuge der Aufklärung, wird er jedoch schon als
erster „Vorkämpfer für religiöse Toleranz“ gesehen.
Auch im 19. und 20. Jahrhundert bietet Julian die Möglichkeit um ihn als „Bundesgenossen“ bei
„antirömischen Affekt[en]“ erscheinen zu lassen. Julian steht mit seiner Wiederherstellung des
alten Glaubens für die hellenistischen Werte der Antike.
Um so bemerkenswerter ist die Tatsache, dass Julian so viel Aufmerksamkeit gewidmet wird,
obwohl er nur 20 Monate als Kaiser regierte. Schon der griechische Kirchenvater und Zeitgenosse
Julians, Gregor von Nazianz(329-390), prophezeite um 363 n. Chr., dass sich viele mit der
„Tragödie oder Komödie dieser Epochen“ befassen werden.

[...]

Über die historische Figur des letzten Heiden oder des ersten Griechen auf dem Kaiserthron, gibt es
also sehr viele unterschiedliche Darstellungen durch 1600 Jahre der Geschichtsschreibung hindurch.
Der glückliche Zufall wollte es, dass von und über Julian sehr viele Schriftstücke erhalten geblieben
sind, mehr als von jedem anderen Kaiser dieser Zeit. Aus diesem Sammelsurium, dass von der
„Verteufelung“ durch die Christen bis zur „Vergöttlichung“ durch die Heiden reicht, wobei jedoch
die reale historische Figur zu erkennen, schwer fällt. Ich werde in der folgenden Arbeit versuchen
mich dieser Figur zu nähern und den Weg des Knaben mit kaiserlicher Abstammung zum Herrscher
über das Römische Reich zu skizzieren und der Frage nachzugehen, warum der Mann scheiterte,
obwohl viele Zeitgenossen in ihm einen vir egregius et rem publicam insigniter moderaturus-“einen
hervorragenden Mann, der das Reich vorzüglich verwaltet hätte“, sahen.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Römische Reich im 4. Jh. nach Christus

3. Julians Jugend und Lehrjahre

4. Studienjahre in Kleinasien und Athen

5. Die erste Bewährung

6. Vom Caesar zum Augustus

7. Der Perserfeldzug

Schlussbetrachtungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die historische Figur des letzten heidnischen römischen Kaisers, Julian Apostata, zu analysieren und seinen Weg von der kaiserlichen Abstammung bis hin zum Herrscher über das Römische Reich nachzuzeichnen, wobei insbesondere die Gründe für sein politisches Scheitern sowie seine religiöse Abkehr vom Christentum beleuchtet werden.

  • Der historische Kontext des Römischen Reiches im 4. Jahrhundert
  • Die prägenden Jugend- und Ausbildungsjahre Julians unter dem Einfluss christlicher und heidnischer Denker
  • Militärische Bewährung und politischer Aufstieg als Caesar in Gallien
  • Die religiöse und administrative Transformation während seiner Alleinherrschaft

Auszug aus dem Buch

3. Julians Jugend und Lehrjahre

Julians Leben beginnt so dramatisch, wie es auch enden sollte. Der Knabe erblickte wahrscheinlich im Mai/ Juni des Jahres 331 in der, erst ein Jahr zuvor von Kaiser Konstantin zur zweiten Reichshauptstadt erhobenen Stadt Konstantinopel, das Licht der Welt. Seine Mutter Basilina, die aus einer vornehmen Familie aus dem griechischen Osten des Reiches stammte, verstarb schon kurz nach der Geburt. Sein Vater, Julius Constantius, war ein Halbbruder des Kaisers Constantins, mit welchem er den selben Vater, Constantius I. Chlorus, teilte. Julian hatte noch einen älteren Bruder, der überleben sollte und Constantius Gallus gerufen wurde, dieser stammte aus der ersten Ehe seines Vaters mit Galla. Die anderen beiden Kinder aus dieser ersten Ehe, ein weiterer Sohn der jedoch früh verstarb und eine Tochter, bleiben „schemenhaft“.

Als Julian sechs Jahre alt war, verlor der Halbweise in den Wirren der Nachfolgestreitigkeiten nach dem Tod des Kaisers Constantin am 22. Mai 337, seinen Vater und viele seiner Verwandten und wurde zum Vollweisen. Ob die Morde an Julians Verwandschaft von dem Sohn Constantins, Constantius II. ausgingen ist unklar, eindeutig ist jedoch, dass dieser den größten Nutzen daraus zog und die Tat zumindest billigte, als er keine Ermittlungen gegen die Mörder einleitete und das Vermögen der Familie des Julian konfiszierte, wie man es bei Verurteilten tat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die vielfältige historische Rezeption Julian Apostatas als ambivalente Figur zwischen heidnischer Tradition und christlichem Kontext.

2. Das Römische Reich im 4. Jh. nach Christus: Das Kapitel beschreibt das vierte Jahrhundert als eine Ära des Zerfalls, der Unsicherheit an den Grenzen sowie der tiefgreifenden religiösen Transformationen durch den Aufstieg des Christentums.

3. Julians Jugend und Lehrjahre: Hier wird der frühe Lebensweg des Kaisers nachgezeichnet, der durch den Verlust der Familie, eine christliche Erziehung sowie erste philosophische Bildungsprägungen gekennzeichnet war.

4. Studienjahre in Kleinasien und Athen: Dieser Abschnitt thematisiert Julians vertiefende philosophische Studien und seinen wachsenden inneren Konflikt zwischen der christlichen familiären Herkunft und seiner heidnisch geprägten Bildung.

5. Die erste Bewährung: Das Kapitel analysiert Julians erfolgreiche militärische Rolle als Caesar in Gallien, insbesondere seinen Sieg in der Schlacht bei Argentoratum.

6. Vom Caesar zum Augustus: Hier wird der Prozess der Usurpation beschrieben, der zur Erhebung Julians zum Augustus und seiner anschließenden religiösen sowie administrativen Reformpolitik führte.

7. Der Perserfeldzug: Der letzte Teil schildert den verhängnisvollen Feldzug gegen die Sassaniden, der in Julians Tod mündete und den mythologischen Untergang seines Wirkens markierte.

Schlussbetrachtungen: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über Julian als tragische historische Figur, die in einer Zeit des größten Umschwungs nach althergebrachten Werten suchte.

Schlüsselwörter

Julian Apostata, Römische Geschichte, Spätantike, Christentum, Heidentum, Constantius II., Gallus, Konstantinopel, Perserfeldzug, Philosophie, Caesar, Augustus, Usurpation, Reformation, Religionspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die historische Persönlichkeit Julian Apostata und seine Rolle als letzter nicht-christlicher Kaiser des Römischen Reiches im vierten Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit bearbeitet?

Zu den zentralen Themen gehören die familiäre Herkunft Julians, sein Bildungsweg, seine militärischen Leistungen in Gallien, die religiöse Umbruchzeit und sein politisches Scheitern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung Julians vom jugendlichen Waisen zum Kaiser zu skizzieren und zu analysieren, warum dieser als fähig geltende Herrscher dennoch scheiterte.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung primär- und sekundärwissenschaftlicher Literatur zur Spätantike, um das Leben und Wirken des Kaisers in seinem zeitgeschichtlichen Kontext zu deuten.

Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die prägenden Lebensphasen, den Aufstieg durch militärische Erfolge in Gallien, den Konflikt mit seinem Vorgänger Constantius II. sowie die religiösen Reformbestrebungen während seiner Regierungszeit.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Das Werk wird durch Begriffe wie Julian Apostata, Spätantike, religiöser Wandel, Kaisertum und historisches Scheitern geprägt.

Welche Bedeutung hatten die Jahre in Macellum für Julian?

Die Jahre in Macellum waren eine Zeit erzwungener Abgeschiedenheit, die Julian später mit großer Verbitterung beschrieb, in der er jedoch den Kontakt zur philosophischen Bildung und den Schriften der Neuplatoniker vertiefte.

Warum wird der Tod Julians im Kontext des Römischen Reiches als so bedeutsam bewertet?

Das Zitat von Libanios, welches den Tod Julians mit dem Untergang Trojas vergleicht, verdeutlicht die verbreitete historische Sichtweise, dass mit ihm die letzte Chance auf eine Rückkehr zu den hellenistisch-heidnischen Werten des Reiches endete.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Das Leben des Kaisers Julian Apostata
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Grade
2.0
Author
Benjamin Falk (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V144278
ISBN (eBook)
9783640553822
ISBN (Book)
9783640553341
Language
German
Tags
Leben Kaisers Julian Apostata
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Falk (Author), 2009, Das Leben des Kaisers Julian Apostata, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144278
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint