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"Governance" und die institutionelle Steuerung am Beispiel raumpartizipierender Wertschöpfungssysteme

Title: "Governance" und die institutionelle Steuerung am Beispiel raumpartizipierender Wertschöpfungssysteme

Research Paper (undergraduate) , 2009 , 44 Pages , Grade: 1

Autor:in: Michael Rehberg (Author)

Business economics - Economic Policy
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Summary Excerpt Details

Die seit Ende der 1970er Jahre stark frequentierten globalen Interaktionsprozesse komplettieren ein zunehmend vielschichtiges Framework an neuen Herausforderungen für Staat, Ökonomie und Gesellschaft. Die Globalisierung sowie die Informatisierung der Märkte, Beziehungen und Regulierungsformen fördern gleichzeitig räumliche Reorganisationsprozesse mit ökonomisch-funktional orientierten Raumstrukturen. Der Staat vermag die veränderten Anforderungsnormen nicht mehr im Sinne des tradierten administrativen Hierachiemodells zu koordinieren. Neue prozessuale Koordinierungsmodi gewinnen folglich an Relevanz (DILLER ET AL. 2009: S. 3).
Der aktuelle sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Forschungsstand erklärt die neuen prozessualen Koordinationsformen unter dem Begriff „Governance“. Zusätzlich analysieren die Raumwissenschaften anwendungsbezogen die Existenz und Entwicklung neuer ökonomischer Raumstrukturen. Die Disziplinen können beiderseits ihre komparativen Stärken in diese interdisziplinare Forschung aus institutionellem Steuerungsverständnis der Wirtschaftsprozesse in einer räumlichen Perspektive einbringen. Der Forschungsstand hinsichtlich der institutionellen Modi innerhalb des ökonomisch-funktional orientierten Raumsystems erscheint lückenhaft (BATHELT 2008) und die rein theorieleitende Arbeit abseits von normativen Fallstudien wird vernachlässigt (BATHELT, GLÜCKLER 2003: S. 90).
Die vorliegende Studienarbeit ist ein Beitrag die Forschungslücke aufzufüllen unter der Fragestellung, inwiefern das prozessuale Management von Interdependenzen durch Institutionen innerhalb des räumlich lokalisierten Wertschöpfungssystems theoretisch erklärt werden kann. Dass Institutionen vorhanden sein müssen, die koordinieren, ist die hypothetische Voraussetzung. Der Text bewegt sich damit in einem rein theoriegeladenen Spannungsfeld.
Diese Arbeit ist im Forschungsbereich der Politischen Ökonomie angesiedelt und gliedert sich, angelehnt an die drei Wirkungsgefüge, in Prozess, Institution und Politikinhalt. Mit dem (i) Begriff „Governance“ wird im zweiten Kapitel einleitend der Prozess entwickelt sowie definiert. Eine theoretische Analyseperspektive eröffnet die Institutionenökonomie für die (ii) Governance-Institutionen Hierarchie, Markt sowie Netzwerk mit den zugrundeliegenden Steuerungsmechanismen. Eingebettet in den vorgegebenen Analyserahmen wird im dritten Kapitel die (iii) ökonomisch-funktionale Raumstruktur als (Politik-) Inhalt untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Governance-Konzept als Konstrukt

2.1 Governance: Entwicklung und Definition

2.2. Neoinstitutionalismus und die Institutionenökonomie

2.3 Governanceinstitutionen und -mechanismen

2.3.1 Die Hierarchie

2.3.2 Der Markt

2.3.3 Das Netzwerk

3. Die institutionelle Steuerung räumlicher Wertschöpfungssysteme

3.1 Räumliche Wertschöpfungssysteme: Entwicklung und Definition

3.2 Das lokalisierte Wertschöpfungssystem und seine Institutionen

3.2.1 Die Bedeutung der Institution „Markt“ im Wertschöpfungssystem

3.2.2 Die Bedeutung der Institution „Netzwerk“ im Wertschöpfungssystem

3.2.3 Symbiose der institutionellen Perspektiven

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, inwiefern das prozessuale Management von Interdependenzen durch Institutionen innerhalb von räumlich lokalisierten Wertschöpfungssystemen theoretisch erklärt werden kann. Dabei wird analysiert, wie Markt, Hierarchie und Netzwerk als Steuerungsmechanismen in Wirtschaftsclustern interagieren und zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen.

  • Governance-Konzepte und institutionelle Steuerung
  • Neoinstitutionalistische Perspektiven auf ökonomisches Handeln
  • Funktionsweisen von Markt, Hierarchie und Netzwerk
  • Institutionelle Arrangements in räumlichen Wertschöpfungssystemen
  • Die Symbiose von endogenen und exogenen Perspektiven in Clustern

Auszug aus dem Buch

3.2.3 Symbiose der institutionellen Perspektiven

Beide Institutionen „Markt“ und „Netzwerk“ nehmen unterschiedliche Perspektiven ein. Das Netzwerk tendiert zur Endogenität, der Markt hingegen zur Exogenität (CROUCH, TRIGILIA 2003: S. 224).

Die Abbildung 4 verdeutlicht übersichtsartig die endogene und exogene Perspektive der institutionellen Steuerung des lokalisierten Wertschöpfungssystems. Das Netzwerk innerhalb des Wertschöpfungssystems weist eine nach innen gerichtete kooperative Haltung der Akteure auf. Mit den Partnerschaften kristallisieren sich dominante Akteure heraus. Diese elitären Gemeinschaften, verbunden durch starke Beziehungen untereinander (strong ties), bestimmen endogen die Entwicklung des gebietsgebunden Produktionskomplexes (EBD.: S. 224f).

Konträr beeinflussen exogene Impulse ebenfalls die Entwicklung der Wirtschaftsagglomeration. Hierbei sind auch die Einflüsse der übergeordneten Politikebene als exogene Eingriffe zu werten. Der lokale Akteur wird von der Rolle des aktiven Gestalters auf die Rolle des partizipierenden Bürgers durch den politischen Mehrebeneneffekt reduziert. Jegliche Kontrollabsicht über das lokalisierte Wertschöpfungssystem entfernt sich von den aktiven Akteuren vor Ort (EBD.: S. 226) im Sinne von „top-down“-Vorgaben durch „Governance-by-Government“ (DILLER 2005: S. 16).

Ebenso ist der Markt exogen orientiert, weil er in ein Regelwerk bestehend aus Verfügungsrechten, Vertragsregeln, Kreditmechanismen sowie Angebot und Nachfrage eingebettet ist. Diese Regeln werden wesentlich von außen beeinflusst (CROUCH, TRIGILIA: S. 226f). „The purer the market the more exogenous it is“ (EBD.: S. 226), hebt den besonderen Zusammenhang von Markt und Exogenität hervor.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik prozessualer Koordinierungsmodi ein und formuliert die Forschungsfrage zur theoretischen Erklärung der institutionellen Steuerung innerhalb lokaliserter Wertschöpfungssysteme.

2. Das Governance-Konzept als Konstrukt: Dieses Kapitel definiert Governance als vielschichtiges Konstrukt und erläutert die theoretischen Grundlagen der Institutionenökonomie sowie die Mechanismen Markt, Hierarchie und Netzwerk.

3. Die institutionelle Steuerung räumlicher Wertschöpfungssysteme: Das Hauptkapitel analysiert die Anwendung institutioneller Steuerung auf räumliche Produktionscluster und diskutiert die Interdependenzen zwischen den verschiedenen Governance-Formen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer kombinierten Analyse von endogenen Netzwerkkräften und exogenen Markteinflüssen für das Verständnis moderner Wirtschaftscluster.

Schlüsselwörter

Governance, Institutionenökonomie, Wertschöpfungssysteme, Cluster, Netzwerk, Markt, Hierarchie, Neoinstitutionalismus, Räumliche Konzentration, Interdependenzen, Wettbewerbsfähigkeit, Institutionen, Kooperation, Wissensübertrag, Innovationsprozesse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der institutionellen Steuerung innerhalb räumlicher Wertschöpfungssysteme und untersucht, wie verschiedene Governance-Mechanismen wie Markt, Hierarchie und Netzwerk zur Koordination beitragen.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Felder sind das Governance-Konzept, die Institutionenökonomie, die Analyse von regionalen Wirtschaftsclustern sowie die Verknüpfung von ökonomischen und sozialen Koordinationsprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das prozessuale Management von Interdependenzen innerhalb lokalisierter Wertschöpfungssysteme theoretisch zu fundieren und zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit ist theoriegeleitet und nutzt einen interdisziplinären Ansatz aus der Politischen Ökonomie und der Wirtschaftsgeographie, um das Zusammenspiel verschiedener Steuerungsinstitutionen zu synthetisieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Governance, Neoinstitutionalismus) erarbeitet und anschließend auf das spezifische Feld der räumlich konzentrierten Wertschöpfungssysteme und deren interne Steuerung angewendet.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Governance, Wertschöpfungssysteme, Cluster, Institutionenökonomie, Netzwerk und regionale Wettbewerbsfähigkeit sind die prägenden Begriffe.

Wie unterscheidet sich die "endogene" von der "exogenen" Perspektive in einem Cluster?

Die endogene Perspektive fokussiert auf interne, kooperative Beziehungen (Netzwerke, Vertrauen), während die exogene Perspektive die Einbettung in übergeordnete Marktregeln und politische Rahmenbedingungen beschreibt.

Warum ist das Netzwerk als hybride Steuerungsinstitution besonders effizient?

Netzwerke verbinden Flexibilität mit Vertrauen und sind besonders bei Transaktionen mittlerer Unsicherheit leistungsfähig, da sie sowohl hierarchische als auch marktförmige Elemente kombinieren können.

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Details

Title
"Governance" und die institutionelle Steuerung am Beispiel raumpartizipierender Wertschöpfungssysteme
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1
Author
Michael Rehberg (Author)
Publication Year
2009
Pages
44
Catalog Number
V144279
ISBN (eBook)
9783640542475
ISBN (Book)
9783640542703
Language
German
Tags
Politische Ökonomie Governance Regional Governance Economic Governance Cluster Institutionelle Steuerung Wirtschaftspolitik Wirtschaftsgeographie Relationale Wirtschaftsgeographie Regionalökonomie Theorie Global Pipelines und Local Buzz Wertschöpfungssystem Industriedistrikt Clustertheorie Regionalentwicklung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Rehberg (Author), 2009, "Governance" und die institutionelle Steuerung am Beispiel raumpartizipierender Wertschöpfungssysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144279
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