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Die Entstehung der Geisteswissenschaften und deren Abgrenzung zu den Naturwissenschaften

Titre: Die Entstehung der Geisteswissenschaften und deren Abgrenzung zu den Naturwissenschaften

Exposé (Elaboration) , 2024 , 12 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Fabian Gottfried Prilasnig (Auteur)

Pédagogie - Théorie de la science, Anthropologie
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Die Bezeichnung "Geisteswissenschaften" hat ihren Ursprung in der idealistischen Philosophie zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in der sich die Verwendung des Begriffes "Geist" im Zusammenhang mit dem Begriff "Wissenschaft" unter anderem bei Johann Gottlieb Fichte und Georg Wilhelm Friedrich Hegel findet. Bei Friedrich Wilhelm Joseph Schelling wird die Gegenüberstellung der beiden Begriffe "Geist" und "Natur" besonders deutlich und seit dem Jahre 1825 erfolgte bei den Vertretern der sogenannten Schelling-Schule eine Trennung der akademischen Disziplinen in Geistes- und Naturwissenschaften. So wurden zu den Geisteswissenschaften in erster Linie Philosophie, Geschichte sowie Kunst und zu den Naturwissenschaften Mathematik, Physik, Chemie, Naturgeschichte sowie Medizin gezählt.

Unter Geisteswissenschaften lassen sich alle Fächer subsummieren, die sich mit Sprache und Geschichte, Kunst, Kultur sowie menschlichem Bewusstsein und Verhalten beschäftigen, das heißt all jene Fächer, die zu den philosophischen Fakultäten der europäischen Universitäten im 20. Jahrhundert gehörten, also "nach der Abspaltung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer gegen Ende des 19. Jahrhunderts und vor der Neustrukturierung des Hochschulsystems in Fachbereiche in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts". Somit sind die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer wie Soziologie, Politologie und Wirtschaftswissenschaften zu den Geisteswissenschaften im weiteren Sinne nicht direkt hinzuzuzählen. Die Geschichtswissenschaft wird aus praktischen Gründen entweder nach Perioden wie beispielsweise die österreichische Geschichte der Gegenwart oder nach speziellen Themen wie beispielsweise die Wirtschaftsgeschichte unterteilt, und sie befasst sich nur mit dem Teil der Vergangenheit, der in schriftlicher Form dokumentiert ist. Daher wird sie durch die Archäologie ergänzt, die auch Spuren materieller Kultur als Quelle benutzt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Geschichte der Geisteswissenschaften

3. Zu Hermeneutik, Humanismus und Gesellschaft

4. Geisteswissenschaften versus Naturwissenschaften

5. Conclusio

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die historische Genese und die wissenschaftstheoretische Abgrenzung der Geisteswissenschaften gegenüber den Naturwissenschaften, mit dem Ziel, die unterschiedlichen Erkenntnisinteressen und methodischen Ansätze beider Disziplinen herauszuarbeiten.

  • Historische Entwicklung der Geisteswissenschaften seit dem 19. Jahrhundert.
  • Methodologische Differenzen: Induktion versus Hermeneutik.
  • Die Rolle der Hermeneutik und des humanistischen Bildungsideals.
  • Erkenntnisinteresse nach Jürgen Habermas.
  • Aktuelle Schnittstellen und Konvergenzen in der heutigen Forschung.

Auszug aus dem Buch

Geisteswissenschaften versus Naturwissenschaften

„Mindestens bis in die 1960er Jahre hinein war die Auffassung weit verbreitet, dass die Geisteswissenschaften keine »richtigen« Wissenschaften seien, weil sie sich nicht an den präzisen Methoden der Naturwissenschaften orientierten oder auch an gar keinen wissenschaftlichen Methoden.“ (Kjørup 2001, S. 69). Nach dieser Auffassung gibt es nur eine einzige Art von wissenschaftlicher Methodik, nämlich die „naturwissenschaftliche Methode“, da man davon ausging, dass in der Wissenschaft im Grunde immer das gleiche Verfahren anzuwenden ist, sei es in den Natur-, Geistes- oder Gesellschaftswissenschaften.

Demnach liegt also die Vorstellung einer Einheitswissenschaft hinsichtlich der verwendeten Methoden zugrunde, und diese Denkweise ist heutzutage eher selten geworden, weil die positivistische Wissenschaftsauffassung, die vor allem John Stuart Mill mit seinem Werk A System of Logic aus dem Jahre 1843 mit ins Leben gerufen hatte, weitgehend der Vergangenheit angehört. Laut Mill gibt es nur einen Weg zum Fortschritt, auf dem eben die Naturwissenschaften am weitesten gekommen seien. Die traditionelle Methodenlehre mit ihrer positivistischen Ausrichtung versucht, zuverlässiges Wissen und große Mengen an zweifelsfreien Fakten zu schaffen sowie allgemeingültige Wahrheiten und Gesetze zu formulieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung des Begriffs Geisteswissenschaften im 19. Jahrhundert und grenzt diesen von den Naturwissenschaften ab.

2. Zur Geschichte der Geisteswissenschaften: Hier wird die institutionelle Entwicklung der Fächer von den Artistenfakultäten bis zur Etablierung im 19. Jahrhundert skizziert.

3. Zu Hermeneutik, Humanismus und Gesellschaft: Das Kapitel analysiert die Rolle der Interpretation, das humanistische Bildungsideal und die gesellschaftlichen Funktionen der Geisteswissenschaften.

4. Geisteswissenschaften versus Naturwissenschaften: Gegenstand dieses Kapitels sind die methodischen Unterschiede zwischen positivistischen Naturwissenschaften und hermeneutischen Geisteswissenschaften.

5. Conclusio: Die Conclusio fasst die Debatte um wissenschaftliche Methoden zusammen und beleuchtet aktuelle interdisziplinäre Schnittstellen.

Schlüsselwörter

Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Hermeneutik, Positivismus, Induktion, Wissenschaftstheorie, Erkenntnisinteresse, Geschichte, Wilhelm Dilthey, John Stuart Mill, Jürgen Habermas, Methodik, Nationalstaat, Humanismus, Interdisziplinarität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Es geht um das wissenschaftstheoretische Spannungsfeld zwischen Geistes- und Naturwissenschaften sowie um die Frage, wie sich diese Disziplinen methodisch und historisch voneinander unterscheiden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Wissenschaftsgeschichte, das erkenntnistheoretische Fundament der Hermeneutik, methodologische Debatten des Positivismus sowie die Rolle des Bildungsbegriffs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die spezifische Identität der Geisteswissenschaften aufzuzeigen und die Annahme einer rein naturwissenschaftlichen Einheitsmethode zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird thematisiert?

Besonders fokussiert wird der Vergleich zwischen der empirisch-induktiven Methode des Positivismus und der verstehend-hermeneutischen Methode der Geisteswissenschaften.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historischen Ursprünge, die philosophischen Abgrenzungen (z.B. Dilthey, Windelband, Habermas) und die moderne Problematik der neuronalen Erforschung des Menschen diskutiert.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Hermeneutik, Induktionsproblem, Erkenntnisinteresse, Ideologiekritik und die Unterscheidung von nomothetischem und idiographischem Denken.

Inwiefern hat Karl Popper versucht, das Induktionsproblem zu lösen?

Popper schlug die hypothetisch-deduktive Methode vor, bei der Theorien nicht verifiziert, sondern durch empirische Tests falsifiziert werden, um wissenschaftlichen Fortschritt zu ermöglichen.

Wie unterscheidet Jürgen Habermas die Wissenschaftsarten?

Habermas differenziert anhand der zugrunde liegenden Erkenntnisinteressen: technisches Interesse (Naturwissenschaften), praktisches Interesse (Geisteswissenschaften) und emanzipatorisches Interesse (Handlungswissenschaften).

Welche Bedeutung hat das humanistische Bildungsideal für die Geisteswissenschaften?

Das Ideal beeinflusste maßgeblich die Ausbildung und das Selbstverständnis der Geisteswissenschaften, wobei es historisch einem steten Wandel und Spannungen zwischen Anspruch und Wirklichkeit unterlag.

Was bedeutet der Verweis auf „Sache“ und „Person“?

Die Arbeit stellt fest, dass Naturwissenschaften den Menschen als „Sache“ von außen erforschen, während Geisteswissenschaften ihn als „Person“ mit einer kulturellen Innenperspektive begreifen.

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Résumé des informations

Titre
Die Entstehung der Geisteswissenschaften und deren Abgrenzung zu den Naturwissenschaften
Université
Klagenfurt University  (Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung)
Cours
Seminar
Note
1,0
Auteur
Fabian Gottfried Prilasnig (Auteur)
Année de publication
2024
Pages
12
N° de catalogue
V1442881
ISBN (PDF)
9783964877185
ISBN (Livre)
9783964877192
Langue
allemand
mots-clé
Naturwissenschaften Geisteswissenschaften Hermeneutik Humanismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Fabian Gottfried Prilasnig (Auteur), 2024, Die Entstehung der Geisteswissenschaften und deren Abgrenzung zu den Naturwissenschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1442881
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Extrait de  12  pages
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