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Die Rolle der Ethnologie in der Entwicklungszusammenarbeit

Titre: Die Rolle der Ethnologie in der Entwicklungszusammenarbeit

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2008 , 19 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Neele Siebers (Auteur)

Ethnologie / Anthropologie Culturelle
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In den USA und Großbritannien ist die „Development Anthropology“ schon lange etabliert, in Deutschland dagegen ist eine solche Entwicklung bis jetzt größtenteils ausgeblieben. So behauptet zum Beispiel Gerd Spittler (1994:3): „Die Ethnologie dagegen, die sich mit den Völkern beschäftigt, die auf der Skala modern-traditional am traditionalsten sind, die die primitivste technische Ausstattung und das niedrigste Sozialprodukt haben, ist an Fragen der Entwicklung wenig interessiert. Das war von Anfang an so.“
Nichtsdestotrotz verlangen immer mehr Wissenschaftler, dass sich die Ethnologie für entwicklungspolitischrelevante Fragen öffnen solle. Ob dies sinnvoll ist, welche Tätigkeitsfelder das für Ethnologen bietet und was das für die Entwicklungspolitik bedeuten könnte, wird in dieser Arbeit erörtert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Entwicklung“- Ein kontrovers diskutierter Begriff

3. Begründungen für die Anwendung der Ethnologie in der Entwicklungszusammenarbeit

3.1 Argumente für ein Engagement in der EZ

3.1.1 Interkulturelle Kommunikation

3.1.2 Ethische Argumente

3.1.3 Berechtigung der Ethnologie als gegenwartsrelevante Wissenschaft

3.2 Argumente gegen eine Anwendung der Ethnologie in der EZ

4. Tätigkeiten für Ethnologen in der EZ

4.1 Ethnologen als Gutachter

4.2 Kulturvermittler

4.3 Experten

4.4 Interessenvertretung benachteiligter Gruppen

5. Die Beziehung von Fulbe- Viehhaltern im Liptako zur Entwicklungszusammenarbeit

5.1 Entwicklungsinterventionen im Liptako

5.1.1 Staatliche Entwicklungsdienste

5.1.2 Projekte externer Entwicklungshilfeorganisationen

5.1.3 Nicht-Regierungsorganisationen (NROs)

5.3 Beispiel eines gescheiterten Projekts- Die JALDA in Yakouta

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial und die Problematik einer stärkeren Einbindung der Ethnologie in die Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Dabei wird analysiert, wie ethnologisches Wissen zu einer effektiveren und sozialverträglicheren Gestaltung von Entwicklungsprojekten beitragen kann und an welchen strukturellen oder theoretischen Hürden eine solche Zusammenarbeit derzeit noch scheitert.

  • Theoretische Grundlagen und Kontroversen des Entwicklungsbegriffs
  • Argumente für und gegen ein Engagement der Ethnologie in der EZ
  • Tätigkeitsfelder für Ethnologen (Gutachter, Vermittler, Experten, Interessenvertreter)
  • Analyse der Entwicklungszusammenarbeit bei den Fulbe-Viehhaltern im Liptako
  • Fallstudie: Das gescheiterte JALDA-Projekt in Yakouta

Auszug aus dem Buch

5.3 Beispiel eines gescheiterten Projekts- Die JALDA in Yakouta

In dem Dorf Yakouta im Liptako wurde von 1997/98 bis 2001 eine „Studie zur Entwicklung von Technologien für Maßnahmen zur Bekämpfung der Desertifikation“ von JALDA durchgeführt. Innerhalb dieser drei Jahre wurden 133 Millionen Yen (ca. 1,8 Mio. DM) in dieses Dorf, welches etwas über 1000 Einwohnern hat, investiert (Kremling 2004:253).

Diese Aktion war Teil eines anwendungsorientierten Studienprojekts, welches auch in Dörfern in Niger und Mali durchgeführt wurde. Ziel des Projekts war „d’installer solidement dans la zone du Sahel, «le bagage technologique» nécessaire pour réaliser les projets de lutte contre la désertification“ (JALDA 2000:6 in: Kremling 2004:6).

Um die Reziprozität zu wahren, hatte man vor, als Kompensation für die Partizipation an der Studie (Teilnahme an Befragungen, Durchführung von Messungen und Evaluierungen etc.), eine Mühle oder ähnliches zu errichten. Doch dieser Gedanke, Mühle gegen Partizipation, war für die Dorfbewohner nicht nachvollziehbar (Kremling 2004:254).

Aufgrund dessen nahmen nur wenige Leute an diesem Projekt teil. Es nahm nur ein Fulbe daran teil, die restlichen Teilnehmer waren alle Baleebe und Haabe. Dass dieses Projekt nicht die breiten Massen ansprach, könnte daran liegen, dass die Fulbe die Intentionen der Projektplaner aus ihrem eigenen kulturellen Hintergrund heraus bewerten: Sie unterstellen dem Projektleitern, dass sie nur so großzügig sind, um später leichter an die von ihnen begehrten Güter und Leistungen zu kommen. Sie verstehen nicht, wozu die Entwicklungshelfer ins Dorf gekommen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die bisher geringe Rolle der deutschen Ethnologie in der Entwicklungszusammenarbeit und stellt die Forschungsfrage nach dem Sinn und den Möglichkeiten einer engeren Verknüpfung beider Felder.

2. „Entwicklung“- Ein kontrovers diskutierter Begriff: Dieses Kapitel erläutert unterschiedliche Definitionen von Entwicklung und zeigt die Diskrepanz zwischen wirtschaftlich orientierten Paradigmen und der soziokulturellen Perspektive der Entwicklungsethnologie auf.

3. Begründungen für die Anwendung der Ethnologie in der Entwicklungszusammenarbeit: Es werden sowohl die Argumente für eine Einbindung (interkulturelle Kommunikation, Ethik) als auch die skeptischen Positionen (Gefahr der Instrumentalisierung, Verlust der Autonomie) detailliert diskutiert.

4. Tätigkeiten für Ethnologen in der EZ: Hier werden konkrete Rollenbilder wie Gutachter, Kulturvermittler, Experten und Interessenvertreter analysiert und kritisch auf ihre praktische Umsetzbarkeit geprüft.

5. Die Beziehung von Fulbe- Viehhaltern im Liptako zur Entwicklungszusammenarbeit: Anhand von Praxisbeispielen aus dem Liptako, insbesondere dem gescheiterten JALDA-Projekt, wird verdeutlicht, wie Kommunikationsprobleme und ignorierte kulturelle Hintergründe zum Scheitern von Entwicklungsvorhaben führen.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Plädoyer für ein beiderseitiges Umdenken und betont, dass fundiertes ethnologisches Wissen entscheidend für eine nachhaltige und effektive Entwicklungspolitik ist.

Schlüsselwörter

Ethnologie, Entwicklungszusammenarbeit, Entwicklungsethnologie, Interkulturelle Kommunikation, Liptako, Fulbe, Entwicklungshilfe, Desertifikation, JALDA, Kulturvermittlung, Entwicklungspolitik, Partizipation, Soziokulturelle Dimension, Praxisbezug, Feldforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Ethnologie innerhalb der Entwicklungszusammenarbeit und erörtert, inwiefern eine engere Zusammenarbeit sinnvoll und möglich ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die theoretische Auseinandersetzung mit dem Entwicklungsbegriff, die Diskussion über ethische und fachliche Argumente für ethnologische Expertise in Entwicklungsprojekten sowie die kritische Begutachtung realer Interventionsversuche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Potenziale für Ethnologen in der Praxis aufzuzeigen und kritische Faktoren zu identifizieren, die derzeit noch verhindern, dass ethnologisches Wissen effektiv zur Verbesserung von Entwicklungsprojekten genutzt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die durch eine Fallstudienanalyse (das JALDA-Projekt) ergänzt wird, um die abstrakten Argumente an einem konkreten Beispiel zu illustrieren.

Welche Tätigkeitsfelder werden für Ethnologen beleuchtet?

Die Arbeit untersucht Ethnologen in den Funktionen als Gutachter, Kulturvermittler, Experten mit spezifischem lokalen Wissen und als Interessenvertreter für benachteiligte Gruppen.

Was zeichnet die Ethnologie als Disziplin für die EZ besonders aus?

Ihre Fähigkeit zur „Übersetzung des Fremden“ und ihre fundierte Kenntnis kultureller Sinn- und Wertsysteme, die für eine nachhaltige Kommunikation und Projektplanung unverzichtbar sind.

Warum ist das JALDA-Projekt in Yakouta als gescheitert zu betrachten?

Aufgrund massiver Kommunikationsprobleme verstanden die Dorfbewohner den Sinn der Maßnahmen nicht, fühlten sich in Abhängigkeit gedrängt und lehnten die angebotenen Hilfen schließlich ab, da sie mit ihrem kulturellen Selbstverständnis kollidierten.

Welche Rolle spielen die Fulbe im Kontext der untersuchten Projekte?

Die Fulbe sind als Zielgruppe der Projekte im Liptako aufgrund ihres spezifischen Selbstverständnisses und ihrer Kastengesellschaft oft schwer durch Standard-Entwicklungsprogramme zu erreichen, was zu Missverständnissen und Ineffizienz bei externen Hilfsorganisationen führt.

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Résumé des informations

Titre
Die Rolle der Ethnologie in der Entwicklungszusammenarbeit
Université
University of Bayreuth
Cours
Entwicklungsethnologie
Note
2,0
Auteur
Neele Siebers (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
19
N° de catalogue
V144289
ISBN (ebook)
9783640548026
ISBN (Livre)
9783640551408
Langue
allemand
mots-clé
Entwicklungsethnologie Entwicklungszusammenarbeit Fulbe Liptako
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Neele Siebers (Auteur), 2008, Die Rolle der Ethnologie in der Entwicklungszusammenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144289
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Extrait de  19  pages
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