Terrorismus - Modelle und Probleme der Weltpolitik


Referat (Ausarbeitung), 2009

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Terrorismus?
2.1 Ursprung des Begriffes
2.2 Abgrenzung von Terror und Terrorismus
2.3 Definition Terrorismus
2.4 Arten von Terrorismus
2.4.1 Nationaler/ interner operierender Terrorismus
2.4.2 International operierender Terrorismus
2.4.3 Transnationaler operierender Terrorismus

3 Terrorismus gestern und heute
3.1 Tendenzen im Terrorismus
3.2 Grundmotive des Terrorismus
3.2.1 Ideologisch und sozialrevolutionär motivierter Terrorismus
3.2.2 Ethnisch-nationalistisch motivierter Terrorismus
3.2.3 Religiös motivierter Terrorismus
3.3 Veränderung der Terrorgruppen
3.3.1 Organisation traditioneller und neuer Terrorgruppen
3.3.2 Operationen und Opfer traditioneller und neuer Terrorgruppen
3.3.3 Querverbindungen und Finanzen traditioneller und neuer Terrorgruppen

4 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Terrorismus! Nur wenige Begriffe haben sich so nachhaltig in unsere Alltagssprache eingeschlichen. Viele Menschen haben einen vagen Begriff davon, was überhaupt Terrorismus ist, aber ihnen fehlt eine präzise und konkrete und wirklich zur Erklärung beitragende Definition des Wortes. Diese Ungenauigkeit kommt nicht von ungefähr, sondern liegt vielmehr in der Berichterstattung der Medien. Ihre Anstrengungen komplexe Sachverhalte unter geringstmöglichen Aufwand an Sendeminuten zu übermitteln, haben dazu geführt, dass eine ganze Skala von Gewaltakten als Terrorismus geführt wird. Jede abscheuliche Gewalttat, die gegen die Gesellschaft gerichtet ist, wird als Terrorismus definiert. Wobei es gleichgültig ist, ob es sich dabei um die Aktivitäten von regierungsfeindlichen Rebellen oder von der Regierung selbst, um organisierte Verbrecherbanden oder gewöhnliche Kriminelle, um randalierenden Mob oder um Personen, die militant protestieren, um einzelne Irre oder um einsame Erpresser geht (vgl. Hoffmann 2006, S. 21).

Aus diesen Gründen werden in der Ausarbeitung, zu meinem Referatsthema Terrorismus, die Fragen beantwortet: Was kann überhaupt als Terrorismus angesehen werden? Welchen Ursprung er hat und wie wird eigentlich der Terrorismus von Fachleuten definiert. Die einzelnen Formen des Terrorismus werden beschrieben und die Frage wird beantwortet, wer überhaupt Terroristen sind. Denn im Laufe der letzten 30–40 Jahren hat sich der Terrorismus signifikant verändert, die Tendenzen im Terrorismus haben sich gewandelt und welche Motive haben die Terroristen eigentlich, um abschließend einen Vergleich zwischen den „alten“ und den „neuen“ Terrororganisationen durchzuführen. In der Schlussbetrachtung wird ein Ausblick über die Zukunft des Terrorismus gegeben.

Im folgenden ersten Kapitel werde ich mit der Herleitung und Definition des Begriffs des Terrorismus beginnen.

2 Was ist Terrorismus?

2.1 Ursprung des Begriffes

Der Begriff Terrorismus (la terreur) wurde zum ersten Mal bei der Französischen Revolution gebräuchlich. Damals hatte er im Gegensatz zur heutigen Verwendung eine positive Bedeutung. Er wurde als ein Mittel zur Durchsetzung von Ordnung gebildet. Damals war das „régime de la terreur“ ein Instrument der Herrschaft und wurde durch den kürzlich etablierten revolutionären Staat ausgeübt. Die neue Regierung wollte die Macht durch Einschüchterung von Konterrevolutionären, subversiven Elementen und allen anderen Andersdenkenden, die das neue Regime als Volksfeinde betrachtete, festigen. Dafür erhielt der damalige „Allgemeine Sicherheitsausschuss“ und das Revolutionstribunal (Volksgerichtshof) umfangreiche Befugnisse zu verhaften, richten und öffentlich Menschen hinzurichten. Auf diese Weise wurde jedem eine eindringliche Lehre erteilt, der sich der Revolution entgegensetzte (vgl. Hoffmann 2006, S. 23 f.). Dieses dargestellte Vorgehen setzten die Jakobiner unter Robespierre, vom September 1793–Juli 1794, gegen ihre politischen Gegner ein (vgl. Laqueur 1977, S. 7; Hirschmann 2003, S 8). Genau wie viele andere Revolutionen ging die Französische Revolution dazu über, sich selbst zu zerstören. Am 26. Juli 1974 gab Robespierre bekannt, dass sich eine aktuelle Liste von Verrätern in seinem Besitz befinde. Da sich alle fürchteten ihre Namen könnten sich auf der Liste befinden, taten sich die Menschen zusammen, um Robespierre persönlich und sein Regime zu stürzen. Robespierre und seine Leute wurden wie vorher bereits 40.000 Menschen hingerichtet. Danach wurde der Begriff Terrorismus mit dem Missbrauch von Amt und Macht untrennbar miteinander verknüpft, mit eindeutig kriminellen Implikationen (vgl. Hoffmann 2006, S. 25 f.). Dennoch hat der Terrorismus der Französischen Revolution zwei Schlüsseleigenschaften mit dem heutigen Terrorismus gemeinsam. Erstens gilt der frühere und heutige Terrorismus als organisiert, zielbewusst und systematisch und zweitens bestand sein Ziel und Rechtfertigung in der Schaffung einer „neuen“ und „besseren“ Gesellschaft (vgl. Hoffmann 2006, S.24f.).

2.2 Abgrenzung von Terror und Terrorismus

Es ist sinnvoll die Begriffe Terror und Terrorismus voneinander abzugrenzen, denn grundsätzlich wird mit beiden Wortbedeutungen die systematische Verbreitung von Furcht und Schrecken verbunden. Mit Terror wird prinzipiell staatliche Schreckensherrschaft gegen Bürger oder bestimmte Bürgergruppen verstanden, also „Terror von oben“. Ein Beispiel dafür ist das Verhalten Husseins gegenüber den Kurden und Schiiten im Irak. Im Gegensatz dazu fallen zielgerichtete Angriffe gegenüber den Machtausübenden unter die Kategorie Terrorismus, demnach „Terrorismus von unten“ (vgl. Hirschmann 2003, S. 7). Aktuelle Beispiele werden im Laufe der Arbeit genannt und beschreiben. Eine genaue Antwort auf die Kapitelüberschrift steht noch im Raum: Was ist Terrorismus? Nachdem die Ursprünge, die Begriffe Terror und Terrorismus voneinander abgrenzt wurden, wird im folgenden Abschnitt der Begriff Terrorismus definieren.

2.3 Definition Terrorismus

Warum fällt es so schwer den Begriff zu definieren? Der zwingendste Grund besteht wohl darin, dass sich die Bedeutung im Laufe der letzten 200 Jahre so oft gewandelt hat (vgl. Rapoport 1992, S. 1061). Gerade seit den Anschlägen am 9. September 2001 auf das World Trade Center (WTC) in New York und dem Pentagon in Washington D. C. wird in vielen Konfliktregionen der Welt vom Kampf gegen den Terrorismus gesprochen, um das Vorgehen gegen den jeweiligen Gegner zu begründen. Wenige Begriffe werden so variantenreich und kontrovers definiert wie der des Terrorismus, denn meistens hängt die Sichtweise vom politischen Standpunkt des Betrachters ab. Die Streitparteien werfen sich gegenseitig vor, Terroristen zu sein, aber weisen diesen Vorwurf für sich selbst zurück. Daher konnte bisher international noch keine einheitliche Definition gefunden worden. Insbesondere was die Unterscheidung zwischen Freiheitskampf und Terrorismus betrifft (vgl. Hirschmann 2003, S. 7). So gilt Robin Hood als Freiheitskämpfer, weil er sich für die Bedürfnisse der Menschen eingesetzt hat. Im Gegenzug kann er als ein Terrorist beschrieben werden, weil er die Machtausübenden „von unten“ angegriffen hat. Allgemein kann gesagt werden, dass sich Terroristen selbst anders einschätzen, als sie von der Bevölkerung wahrgenommen werden. Denn Terroristen halten sich generell für Freiheitskämpfer oder Kämpfer für die Rechte der Unterdrückten. Bisher ist immer noch nicht genau geklärt, was Robin Hood war. Terroristen sind definitiv keine Freiheitskämpfer. Einige fließende Übergänge zwischen beiden irregulären Kampfmethoden dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um verschiedene Vorgehensweisen handelt: Freiheits- bzw. Guerillakampf ist eine militärische Strategie, die auf die Belästigung, Einkreisung und letztlich Vernichtung des Gegners zielt. Dagegen stellt der Terrorismus eher eine Kommunikationsstrategie dar, wobei die Gewalt nicht zur Zerstörung eingesetzt wird, sondern als Signal um eine Öffentlichkeitswirkung zu erzielen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Freiheitskämpfer den Raum wollen und Terroristen das Denken der Menschen besetzen wollen. Des Weiteren respektieren Freiheitskämpfer in der Regel die Trennlinie zwischen Kombattanten und Zivilisten, während Terroristen auch Unbeteiligte zu ihren Opfern machen (vgl. Hirschmann 2003, S.10f.). Meistens kann damit geklärt werden, wer ein Freiheitskämpfer oder Terrorist ist. Nach dieser Aussage ist Robin Hood eindeutig ein Freiheitskämpfer. Er wollte den Raum für seine unterdrückte Gruppierung zurück, den bzw. die Herrschenden besiegen, und hat eindeutig zwischen „Unbeteiligten“ und „Beteiligten“ getrennt.

Eine eindeutige Definition von Terrorismus zu finden ist nicht einfach wie bereits eingangs erläutert, sind einige variantenreiche und kontroverse Definitionen in letzter Zeit entstanden. Diese Aussage bestätigt Laqueur (1977, S. 7) mit dem folgenden Zitat: „Eine allgemeine Theorie des Terrorismus zu entwickeln ist ein unerreichbares Ziel. Ich habe schon früher davor gewarnt, zu viel Zeit mit der Suche nach einer Definition zu verschwenden, die niemals gefunden werden wird. Terrorismus war uns ist keine Ideologie, sondern eine Strategie, die man unabhängig von einer Positionierung im politischen Spektrum verfolgen kann.“ (Laqueur 1996). Von der politischen Position hängt ab, was als Terrorismus angesehen wird. Dennoch lassen sich Kernelemente bestimmen, die das Wesen terroristischer Handlungen ausmachen. Der deutsche Terrorismusforscher Waldmann (2005, S. 12) definiert „Terrorismus als planmäßig vorbereitete, schockierende Gewaltanschläge gegen eine politische Ordnung aus dem Untergrund, die allgemeine Unsicherheit und Schrecken, daneben aber auch Sympathie und Unterstützungsbereitschaft erzeugen soll“. Der amerikanische Terrorismusexperte Hoffmann (2006, S. 80) stellt die bewusste Erzeugung von Angst in den Mittelpunkt seiner Definition: „Terrorismus könne als bewusste Erzeugung und Ausbeutung von Angst durch oder die Drohung von Gewalt zum Zweck der Erreichung politischer Veränderungen definiert werden“. Der Historiker Laqueur (1977, S. 101 f.) definiert Terrorismus „als Anwendung oder Androhung von Gewalt, um Panik in einer Gesellschaft zu verbreiten, die Regierenden zu schwächen oder zu stürzen und einen politischen Wechseln herbeizuführen. Als Ziel terroristischer Anschläge kann somit der Versuch bezeichnet werden, politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Veränderungen durch Gewalt zu erzwingen“. Folgende zwei kongruente Aussagen über den Terrorismus können nach den drei Definitionen der Fachleute getroffen werden. Erstens ist der Terrorismus eine besondere Form der Gewaltausübung mit im weitesten Sinne politischer Zielsetzungen und auf Grundlage einer politischen Ideologie. Zweitens wird terroristische Gewalt organisiert und über einen längeren Zeitraum andauernd von Staaten oder substaatlichen Akteuren ausgeübt.

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Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Terrorismus - Modelle und Probleme der Weltpolitik
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Fakultät I)
Veranstaltung
Institut für Sozialwissenschaften
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V144294
ISBN (eBook)
9783640536689
ISBN (Buch)
9783640536450
Dateigröße
566 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Terrorismus, Modelle, Probleme, Weltpolitik
Arbeit zitieren
B.A. Michael Mielke (Autor), 2009, Terrorismus - Modelle und Probleme der Weltpolitik , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144294

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