Im Rahmen der Bachelorarbeit sollen Strategien zur Steigerung eines verantwortungsvollen Konsumentenverhalten am Beispiel von Einweg-Kaffeebechern aufgestellt werden. Es sollen somit Ansätze gefunden werden, die zum einen den einhergehenden Einweg Plastikmüll vermeiden und zum anderen zu einer Steigerung des Gebrauchs von wiederverwendbaren
Coffee-to-go Bechern der Konsumenten führen.
Die Methodik zur Ableitung der Strategien basiert hierbei auf dem Prinzip des Nudgings, welches vom Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler und Rechtswissenschaftlers Cass Sunstein stark geprägt wurde. Unter Nudging versteht man alle Maßnahmen, mit denen sogenannte Entscheidungsarchitekten das Verhalten von Menschen in vorhersagbarer Weise verändern können, ohne irgendwelche Optionen auszuschließen oder wirtschaftliche Anreize stark zu verändern.
Um das Verhalten von Konsumenten beeinflussen zu können, ist es unerlässlich im ersten Schritt das menschliche Verhalten in wirtschaftlichen Situationen zu verstehen. Hierzu soll zunächst im anschließenden Kapitel, dem Kapitel 2, Einblicke in die Verhaltensökonomik gegeben werden. Zunächst sollen hierbei die Grundlagen erklärt und anschließend Modelle und Erkenntnisse der Verhaltensökonomik vorgestellt werden. Fokussiert wird sich in diesem Kapitel auf die Modelle der "Pioniere" der Verhaltensökonomik, Amos Tversky und Daniel Kahnemann.
Anschließend soll im Kapitel 3 das Prinzip des Nudgings dargestellt werden. Das Nudging baut auf die Erkenntnisse aus dem Kapitel 2 auf, ist also ein Anwendungsfeld in der Verhaltensökonomik. Während die Modelle der Verhaltensökonomik versuchen das menschliche Verhalten in wirtschaftlichen Situationen zu erklären, wird bei der verhaltensökonomische Methode Nudging versucht das Verhalten von Menschen in vorhersagbare Weise zu beeinflussen. In diesem Kapitel sollen zunächst die Grundlagen des Nudgings dargestellt werden und im Anschluss werden die unterschiedlichen Formen von Nudges klassifiziert.
Im Kapitel 4 soll eine Datenerhebung, sowie -analyse auf Basis einer quantitativen Forschungsmethode in Form eines Experiments durchgeführt werden. Im Rahmen dieses Kapitels soll überprüft werden, ob die Anwendung von Nudging bei Konsumenten zu einer Vermeidung von Einweg-Kaffeebechern bzw. zu einer Steigerung des Gebrauchs von Mehrweg-Kaffeebechern führen kann. Im Kapitel 5 werden in einem Fazit, die Ergebnisse der Bachelorarbeit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Relevanz
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Einblicke ins menschliche Verhalten: die Verhaltensökonomik
2.1 Grundlagen
2.2 Die Gedankenprozesse des Menschen
2.3 Heuristiken und Verzerrungen
2.3.1 Heuristik der Verankerung
2.3.2 Verfügbarkeitsheuristik
2.3.3 Repräsentativitätsheuristik
2.4 Erkenntnisse zum menschlichen Verhalten aus der Verhaltensökonomik
2.4.1 Die Prospect-Theorie
2.4.2 Status Quo Bias
2.4.3 Endowment-Effekt
2.4.4 Framing-Effekt
3 Nudging
3.1 Grundlagen
3.2 Formen und Beispiele des Nudgings
3.3 Kritische Würdigung
3.3.1 Ablehnende Kritikpunkte
3.3.2 Befürwortende Kritikpunkte
3.4 Anwendung: Strategien zur Implementierung eines verantwortungsvollen Konsumentenverhalten
3.4.1 Situation und Ausgangslage
3.4.2 Nudging-Maßnahmen
4 Quantitative Datenerhebung
4.1 Teil 1: Experiment
4.1.1 Theorie und Grundlagen von Experimenten
4.1.2 Gestaltung und Aufbau des Experiments
4.1.3 Auswertung
4.1.4 Interpretation
4.2 Teil 2: Fragebogen
4.2.1 Gestaltung und Aufbau des Fragebogens
4.2.2 Interpretation
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Strategien zur Steigerung eines verantwortungsvollen Konsumentenverhaltens am Beispiel von Einweg-Kaffeebechern. Ziel ist es, durch die Analyse verhaltensökonomischer Ansätze und die Anwendung von Nudging-Methoden effektive Wege aufzuzeigen, um den Gebrauch von Einwegbechern zu reduzieren und die Nutzung von Mehrwegbechern zu fördern.
- Grundlagen der Verhaltensökonomik und Heuristiken
- Konzepte und Kritikpunkte des Nudging
- Entwicklung von Nudging-Strategien für den Kaffeekonsum
- Quantitative Forschung durch Experimente und Fragebögen
- Analyse und Bewertung der Nudging-Wirksamkeit
Auszug aus dem Buch
3.2 Formen und Beispiele des Nudgings
Im Rahmen dieses Teilkapitels sollen wichtige Nudge-Kategorien und Beispiele aus der Praxis dargestellt werden. Um einen groben Überblick über verschiedene Nudge-Formen geben zu können, sollen in der folgenden Tabelle die „10 wichtigsten Nudges“, die vom US-amerikanischen Rechtswissenschaftler Cass Sunstein formuliert wurden, dargestellt werden.
1. Standardeinstellungen
Bei der nach Cass Sunstein´s wohl effektivsten Nudge-Form handelt es sich um automatische Standarteinstellungen, die von Anfang an bestehen. Sie erfordern keine aktiven und zeit-(aufwendigen) Entscheidungen der Menschen, es sei denn sie entscheiden sich gegen die bestehende Standardalternative. So sind Menschen in Österreich automatisch Organspender, es sei denn sie wiedersprechen dem formal bei ihrer örtlichen Behörde. Ein weiteres Beispiel ist die Standardeinstellung Ökostrom für Neubürger in Städten oder die Standardeinstellung des doppelseitigen Druckens bei Druckern als Nudge für papiersparendes Verhalten. Generell sind Standardeinstellungen kostengünstiger als eine Wahl bzw. das Erfragen von Entscheidungen bei jeder einzelnen Person.
2. Vereinfachung
Bei der Nudge-Form Vereinfachung handelt es sich um eine Verringerung der Komplexität zum Beispiel für die Aufnahme einer Tätigkeit oder Teilnahme an einem Programm. Demnach muss die Einschreibung und die Teilnahme einfach und intuitiv möglich sein. Vereinfachungen wirken Verwirrung, Kosten und einer Nichtteilnahme entgegen. Beispiel hierfür ist die Vereinfachung von Bewerbungsprozessen für Förderprogramme.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel motiviert die Thematik der Plastikverschmutzung und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit zur Förderung von nachhaltigem Konsumentenverhalten.
2 Einblicke ins menschliche Verhalten: die Verhaltensökonomik: Dieser Abschnitt erläutert die verhaltenswissenschaftlichen Grundlagen, einschließlich kognitiver Systeme, Heuristiken und verhaltensökonomischer Modelle wie der Prospect-Theorie.
3 Nudging: Es werden das Konzept des Nudging als verhaltensökonomisches Instrument, dessen Formen und die kritische Auseinandersetzung damit sowie Strategien zur Anwendung im Bereich des Konsumverhaltens behandelt.
4 Quantitative Datenerhebung: Dieses Kapitel umfasst die Durchführung und Auswertung empirischer Studien mittels eines Experiments sowie einer schriftlichen Befragung zur Wirksamkeit der entwickelten Nudge-Maßnahmen.
5 Fazit: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst und die Effektivität von Nudging bei der Reduktion von Kunststoffabfällen bewertet.
Schlüsselwörter
Nudging, Verhaltensökonomik, Plastikverschmutzung, Mehrwegbecher, Nachhaltigkeit, Konsumentenverhalten, Prospect-Theorie, Heuristiken, Entscheidungsarchitektur, Soziale Normen, Experiment, Datenerhebung, Plastikreduktion, Umweltbewusstsein, Konsumtheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Reduzierung von Einweg-Plastikmüll, speziell von Einweg-Kaffeebechern, durch den Einsatz verhaltenswissenschaftlicher Methoden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomik mit dem Konzept des Nudging, um nachhaltige Konsummuster in Deutschland zu fördern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Entwicklung von Strategien zur Steigerung des Gebrauchs von Mehrweg-Kaffeebechern bei Konsumenten pomocí des Nudging-Prinzips.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es werden eine theoretische Fundierung, ein quantitatives Feldexperiment mit Kontroll- und Experimentalgruppen sowie eine ergänzende schriftliche Fragebogenerhebung genutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der Verhaltensökonomik, die detaillierte Vorstellung der Nudging-Formen und deren kritische Würdigung sowie die konkrete Anwendung bei Kaffeekonsumenten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Aspekte sind Nudging, Nachhaltigkeit, Verhaltensökonomik, Mehrwegsysteme und Plastikvermeidung.
Wie wurde der Einfluss der Nudges im Experiment getestet?
Durch den Vergleich der Einstellungen von Konsumenten in einer Kontrollgruppe gegenüber Versuchspersonen, die mit Schilden zur „Offenlegung von Informationen“ oder „Sozialen Normen“ konfrontiert wurden.
Welche wichtige Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Nudging?
Nudging wird als kostengünstiges und effektives, wenn auch nur begrenzt lösungsstarkes Instrument angesehen, das bei transparenter Anwendung eine sinnvolle Ergänzung zu „klassischen“ staatlichen Regulierungen darstellt.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Strategien zur Steigerung eines verantwortungsvollen Konsumentenverhalten durch die Anwendung von Nudging auf dem deutschen Markt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1443160