Doping im Beruf

Untersuchung der Gründe und die Auswirkungen auf die Gesellschaft


Seminararbeit, 2010
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Doping
2.2 Lifestyle-Medikation
2.3 Medizinische Indikation
2.4 Ritalin und Modafinil
2.5 Stress

3 Gründe für Doping am Arbeitsplatz
3.1 Erfolgsdruck im Beruf verleitet zu Aufputschmitteln
3.2 Verharmlosung durch Leistungsgesellschaft
3.3 Stressoren der privaten Lebenssphäre und der
Drang zum Perfektionismus

4 Auswirkungen
4.1 Auswirkungen auf das berufliche und ökonomische
Umfeld
4.2 Gesundheitliche Folgen

5 Fazit und Lösungsansätze
5.1 Effektives Stressmanagement
5.2 Suchtprävention
5.3 Subtilere Medikamentenbeschaffung
5.4 Work-Life-Balance

6 Ausblick

7 Literaturverzeichnis

8 Abbildungsverzeichnis

9 Internetquellen

10 Eidesstattliche Erklärung

Ashkan Yousefi-Darani

1 Einleitung

„Hemmungslose Konkurrenz führt zu einer maßlosen Verschwendung von Arbeitskraft und zu einer Verkrüppelung der sozialen Seite in der Veranlagung der Individuen[...]“1 Albert Einstein (1879 - 1955)

Gewinnen ist nicht alles - diese Wendung bekommen Kinder meist von ihren Eltern zu hören, wenn sie nach einem sportlichen Wettkampf gesenkten Hauptes das Spielfeld verlassen. Doch schon die alten Griechen vertraten eine andere Meinung.

„Entscheidend war, zu gewinnen.“2 Wer Ruhm und Ehre ernten wollte, konnte das nicht mit einem zweiten oder gar dritten Platz - lediglich dem Ersten wurde diese Anerkennung zuteil. Gewichts- oder Altersklassen gab es in der Antike nicht - Chancengleichheit war ein Fremdwort. Um zu gewinnen war den damaligen Athleten jedes Mittel recht. So entwickelte sich über die Jahrhunderte die gezielte Leistungssteigerung. Heute besser bekannt als Doping. Doping im Sport ist schon lange kein Tabuthema mehr. Fast täglich werden wir von Meldungen in den Medien überhäuft. Radsport, Fußball, Tennis, Leichtathletik, Triathlon - es gibt kaum eine Sportart, die nicht mit Dopingskandalen von sich reden macht. Doch Doping beschränkt sich schon seit Jahren nicht mehr nur auf die Sportwelt.

Spätestens seit der Veröffentlichung des DAK-Gesundheitsreport 20093 gewinnt nun das Gehirndoping immer mehr an Aktualität. Die Zahlen sind ernüchternd: zwei Millionen Erwerbstätige haben bereits mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versucht, ihre kognitiven Fähigkeiten zu steigern oder zu verbessern, trotz fehlender medizinischer Indikation -40 Prozent von ihnen tun es regelmäßig. Der Trend zum Griff in den Arzneimittelschrank nimmt zu.4

Untersuchung der Gründe für Doping im Beruf und die Auswirkungen auf die Gesellschaft

In der folgenden Arbeit soll erläutert werden, welche empirischen Gründe für den steigenden Konsum verschreibungspflichtiger Neuro- und Psychopharmaka verantwortlich sind. Hierzu ist diese Arbeit wie folgt aufgebaut:

Im nachfolgenden Kapitel findet eine Begriffsbestimmung statt, die sich unter anderem mit der komplexen Definition des Begriffs Doping auseinandersetzt.

Das dritte Kapitel untersucht die Gründe für Doping am Arbeitsplatz und klärt unter anderem die folgenden Fragen:

- Welche Faktoren verleiten zum Medikamentenmissbrauch?
- Inwieweit ist die Entwicklung der Arbeitswelt in Deutschland für die steigenden Zahlen der Dopingkonsumenten verantwortlich?
- Welchen Einfluss nimmt der Wandel der Gesellschaft auf den Konsum?
- Welche individuellen Faktoren, wie beispielsweise der natürliche Drang des Menschen zum Perfektionismus oder die privaten Stressoren, führen zum Medikamentenmissbrauch? Im vierten Kapitel werden die Auswirkungen auf das berufliche und gesellschaftliche Umfeld vorgestellt. Anschließend werden die möglichen gesundheitlichen Folgen des miss- bräuchlichen Konsums durch Arbeitnehmer1 erläutert.

Das fünfte Kapitel greift die wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit noch einmal auf. Hierzu sollen mögliche Lösungswege und Alternativen zur heutigen Dopingprävention aufgezeigt werden.

Die Arbeit schließt mit dem Kapitel 6 und einem Blick auf die mögliche zukünftige Entwicklung ab.

Der Leser sollte nach dieser Arbeit in der Lage sein, die Risiken leistungssteigernder Medikamente2 gegen dessen potenziellen Nutzen abzuwägen und zu entscheiden, ob und in wie weit beruflicher Erfolg über der eigenen Gesundheit stehen darf. Letztlich sollen dem Leser natürliche Arten der Leistungssteigerung und hilfreiche Methoden der Stressbewältigung als eine gesündere Alternative zu Medikamenten aufgezeigt werden.

Untersuchung der Gründe für Doping im Beruf und die Auswirkungen auf die Gesellschaft

2 Definitionen

Einige Begriffe und Wendungen sind im folgenden genauer zu bestimmen und zu erklären, um ein klares Verständnis des Lesers zu gewährleisten. Teilweise wird auf eine detailgetreue Definition, die die chemische Zusammensetzung und Wirkung einzelner Medikamente erklärt, verzichtet. Eine oberflächliche Erläuterung, die lediglich dem Verständnis gilt, ist in diesem Fall ausreichend.

2.1 Doping

Eine allgemeine Definition des Dopings existiert nicht. Die Komplexität und Vielfältigkeit dieser Art der Leistungssteigerung lässt lediglich eine pragmatische Definition zu. So definierte der Europarat 1963 das Doping folgendermaßen: „Doping ist die Verabreichung oder der Gebrauch körperfremder Substanzen in jeder Form und physiologische Substanzen in abnormaler Form oder auf abnormalem Wege an gesunde Personen mit dem einzigen Ziel der künstlichen und unfairen Steigerung der Leistung für den Wettkampf.“1 Der Deutsche Sportärztebund erklärte 1952, dass die „ Einnahme eines jeden Medikamentes - ob wirksam oder nicht - mit der Absicht der Leistungssteigerung während des Wettkampfes eingenommen, ist als Doping zu betrachten.“2

Beide Definitionen präzisieren eine wesentliche Eigenschaft des Dopings: „Doping ist darauf gerichtet, eine Leistungssteigerung des Athleten zu erzielen.“3

Doping im Beruf lässt sich somit als Versuch der Leistungssteigerung durch Einnahme körperfremder Substanzen ohne Therapieindikation definieren. Doch auch diese Definition ist zu allgemein gehalten. In der vorliegenden Arbeit beschränkt sich der Begriff „Doping“ auf die Einnahme verschreibungspflichtiger Psycho- und Neuro-Pharmaka ohne medizinische Indikation durch organisch und psychisch gesunde Erwerbstätige, mit der Absicht die kognitiven Fähigkeiten und die Vigilanz (Wachheit) zu steigern.

„Doper“ bezeichnet den Konsumenten der definierten Dopingmittel.

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2.2 Lifestyle-Medikation

„Ein Lifestyle-Medikament ist ein Arzneimittel, das primär nicht der Bekämpfung einer Erkrankung, sondern der Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit oder des allgemeinen Wohlbefindens dient.“1 Darunter fällt auch die Nutzung von Medikamenten für Haarwuchs, Faltenreduktion und Potenz. Lifestyle-Medikamente sind größtenteils rezeptfrei.

2.3 Medizinische Indikation

Der Begriff der medizinischen Indikation beschreibt die angebrachte Maßnahme bei einem bestimmten Krankheitsbild. Sie umfasst den Gesamtzustand des Patienten.2

2.4 Ritalin und Modafinil

Ritalin ist der Handelsname des Arzneistoffes Methyphlenidat. Diese Amphetamin-ähnliche Substanz wird bei Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS), Narkolepsie (Schlafkrankheit) und Depressionen verschrieben. Ritalin fördert die Vigilanz (Wachheit), erhöht das Konzentrations- vermögen und die Aufnahmefähigkeit.3 Modafinil ist ebenfalls ein Arzneistoff, der die Vigilanz steigert und der Behandlung von Narkolepsie (Schlafkrankheit) dient.4

2.5 Stress

Die europäische Kommission definiert arbeitsbedingten Stress „als Gesamtheit emotionaler, kognitiver, verhaltensmäßiger und physiologischer Reaktionen auf widrige und schädliche Aspekte des Arbeitsinhaltes, der Arbeitsorganisation und der Arbeitsumgebung. Dieser Zustand ist durch starkes Unbehagen, oft auch durch ein Gefühl des Überfordertseins charakterisiert.“5 Die stressauslösenden Faktoren bezeichnet man als Stressoren.

[...]


1 http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Symposium_Arbeit_und_Psyche_WEBER.pdf [Zugriff 16.01.2010]

2 http://www.netzathleten.de/Sportmagazin/Sportler-Ernaehrung/Template-Artikel-Fitness/ 3053935439344177419/head [Zugriff 16.01.2010]

3 Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse DAK veröffentlicht jährlich einen Bericht zum Krankenstand ihrer Versicherten. Diesjähriges Schwerpunktthema ist „Doping am Arbeitsplatz“.

4 Vgl. http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/397/458052/text/ [Zugriff 16.01.2010]

1 Anmerkung In der folgenden Arbeit wurde auf die geschlechtsspezifische Trennung verzichtet. Begriffe, wie „Arbeitnehmer“ und „Konsument“ betreffen sowohl männliche als auch weibliche Personen.

2 Es ist anzumerken, dass die erwähnten Substanzen nicht nachweislich die kognitiven Fähigkeiten steigern. Empirische Befunde liegen derzeit nicht vor und die Erfahrungsberichte verschiedener Konsumenten unterscheiden sich stark hinsichtlich der Wirkungsweise (vgl. DAK-Gesundheitsreport 2009, S. 89) Wenn von leistungssteigernden Mitteln die Rede ist, bezieht sich dies auf die zu erwartende bzw. erhoffte Wirkungsweise.

1 Berendonck 1992, S.22

2 Bette & Schimank 2006, S.175 f.

3 Dauman 2008, S.11 f.

1 http://flexikon.doccheck.com/Lifestyle-Medikament [Zugriff 10.01.2010]

2 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Indikation [Zugriff 16.01.2010]

3 Vgl. http://www.epsy.de/ritalin.htm [Zugriff 10.01.2010]

4 Vgl. http://www.suchtmittel.de/seite/tags.php/modafinil.html [Zugriff 10.01.2010]

5 Vgl. Weber & Hörmann 2007, S.50

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Doping im Beruf
Untertitel
Untersuchung der Gründe und die Auswirkungen auf die Gesellschaft
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Stuttgart
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V144381
ISBN (eBook)
9783640607044
ISBN (Buch)
9783640607372
Dateigröße
764 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
97 von 100 Punkten
Schlagworte
Doping, Ritalin, Kokain, Beruf, Gesellschaft, Drogen, Sport, Anabolika, Speed, Neuropusher, Gesundheit, Leistungsgesellschaft, Aufputschmittel, Modafinil, Suchtprävention, Stressmanagement, Entwicklung, Hirndoping, Psychopharmaka
Arbeit zitieren
Ashkan Yousefi-Darani (Autor), 2010, Doping im Beruf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144381

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