Stellenwert des Sports in verschiedenen Medien

National und international: Welcher Sport wird dargestellt und in welcher Intensität?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das International Sports Press Survey (ISPS)
2.1 Das Forschungsprojekt
2.2 Der deutsche Teil der Studie
2.3 Mängel der Studie

3 Die verschiedenen Sportarten in deutschen Zeitungen
3.1 Prozentuale Verteilung
3.1.1 Die Dominanz des Fußballs
3.1.2 Die weitere Rangfolge
3.1.3 Die wichtigsten Themengebiete der Sportberichterstattung

4 Sportberichterstattung im Fernsehen
4.1 Dominanz einer Handvoll Sportarten
4.2 Fernsehsportanteile
4.2.1 Rangfolge der Sportarten in der Fernsehberichterstattung
4.2.2 Anteil des Sports am Gesamtprogramm
4.3 Fokussierungen
4.4 Die Vormachtstellung des Fernsehens

5 Sportberichterstattung im internationalen Vergleich

6 Fazit

7 Bibliographie

1 Einleitung

Die vorliegende Referatsausarbeitung wird den Fragen nachgehen, welche Sportarten in deutschen und internationalen Medien dargestellt werden und auf welche Weise bzw. in welchem Umfang dies geschieht. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Berichterstattung in Zeitungen und im Fernsehen gelegt. Die heute weniger Ausschlag gebende Darstellung des Sports in Zeitschriften, im Radio oder im stark wachsenden Medium Internet findet dabei keine Berücksichtigung, wobei die Entwicklung des Letzteren in den kommenden Jahren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine gewisse Umstrukturierung der Sport­berichterstattung herbeiführen wird.

Im Folgenden wird außerdem der Frage nachgegangen, inwiefern Unterschiede zwischen der Sportberichterstattung in Deutschland und anderen Ländern bestehen. Außerdem wird kurz die Wechselwirkung zwischen dem Leitmedium Fernsehen und anderen Medien beleuchtet und zu Beginn die bisher größte internationale Studie zur Sportberichterstattung in Zeitungen, das International Sports Press Survey, kritisch betrachtet.

2 Das International Sports Press Survey (ISPS)

2.1 Das Forschungsprojekt

In einem groß angelegten Forschungsprojekt unter der Leitung von „Play the Game“, einer vom dänischen Staat geförderten, unabhängigen Institution für Sport und Gesellschaft, wurden an 14 Tagen von April bis Juli 2005 die Sportbeiträge von 37 Tageszeitungen aus drei Kontinenten nach verschiedenen Kategorien untersucht. Insgesamt gingen 10007 Artikel aus zehn Ländern in die wissenschaftliche Analyse ein. Aus Europa waren Österreich, Dänemark, England, Deutschland, Norwegen, Rumänien, Schottland und die Schweiz vertreten. Außerdem wurden Zeitungen aus verschiedenen Regionen der USA und Australiens unter die Lupe genommen. Dabei fand jeweils mindestens eine „seriöse“ überregionale Zeitung, ein Boulevardblatt und eine Lokalzeitung Beachtung.

Neben den Rohdaten, die den im Folgenden vorgestellten Funden zu Grunde liegen, liefert die Studie Rohdaten für eine Vielzahl von Forschungsfragen hinsichtlich Sportberichterstattung in Zeitungen. „Play the Game“ selbst analysiert die Datensammlung nur im kleineren Stil, stellt die umfassenden Ergebnisse der Studie aber zur freien Verfügung. „Play the Game“ formuliert seine Zielsetzung als Organisation folgendermaßen: „Play the game aims to strengthen the basic ethical values of sport and encourage democracy, transparency and freedom of expression in world sport.”[1]

Wesentliche Forschungsfragen der Studie waren Unterschiede zwischen den Ländern bei Umfang sowie Art und Weise der Sportbericht­erstattung. Finan­ziert und geleitet wurde sie vom Danish Institute for Sports Studies und der angegliederten Forschungseinrichtung Monday Morning.

2.2 Der deutsche Teil der Studie

Für den deutschen Teil der Studie untersuchte Dr. Thomas Horky vom Hamburger Institut für Sportjournalistik Artikel aus der FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung), der SZ (Süddeutsche Zeitung), der Bild-Zeitung, der WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung), dem Hamburger Abend­blatt und der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (insgesamt gingen 1739 Artikel in den deutschen Teil der Studie ein). Es ist fraglich, ob die Betrachtung des Sportteils (inklusive Regionalsport) einer „noch lokaleren“ Zeitung als dem Hamburger Abendblatt und der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, also etwa der Badischen Zeitung oder eines noch kleineren Blattes, nicht zu insgesamt etwas anderen Zahlen für den deutschen Zeitungsmarkt geführt hätte.

2.3 Mängel der Studie

Zu bemängeln ist an der Studie außer dem in 2.2 aufgeführten Punkt sicherlich, dass sie mit Afrika, Asien und Südamerika große Teile der Welt ausspart. Auch Nordamerika und Australien sind nur mit einem, wenn auch dem jeweils größten Land vertreten. Ein solcher Eurozentrismus lässt daher wohl Weltsportarten, die verstärkt außerhalb Europas gespielt werden, wie etwa Badminton, Cricket, Baseball, Tischtennis etc., etwas unter den Tisch fallen. Zahlen zur im weiteren Verlauf dieser Arbeit ausführlicher beschriebenen Dominanz des Fußballs in Europa wären im Vergleich zur Stellung des Fußballs in unter Umständen noch fußballverrückteren Regionen der Welt wie Südamerika, Afrika oder neuerdings auch Südostasien oder der arabischen Welt interessant.

Außerdem lässt der Untersuchungszeitraum von April bis Juli nur mangelhafte Aussagen zu: der Wintersport kommt sicherlich zu kurz, der Radsport mit der Tour de France im Juli oder der Basketball mit den NBA Playoffs im späten Frühjahr sind wahrscheinlich etwas überrepräsentiert, und in den USA nähme American Football bei einer ganzjährigen Studie einen anderen Stellenwert ein, wenn man bedenkt, dass sich die Footballsaison (College und NFL) nur von September bis Januar erstreckt. Auch die Baseballsaison geht erst im Spätsommer in ihre entscheidende Phase.

3 Die verschiedenen Sportarten in deutschen Zeitungen

Das International Sports Press Survey beschäftigte sich mit vierzehn Parametern wie Genre der untersuchten Artikel, Gender, Themen der Artikel, Geographischem Schwerpunkt der Berichterstattung, Art und Anzahl der Quellen, die pro Artikel verwendet wurden, etc. Der für diese Ausarbeitung wichtigste Parameter ist der prozentuale Anteil der verschiedenen Sportarten an der Gesamtberichterstattung.

3.1 Prozentuale Verteilung

3.1.1 Die Dominanz des Fußballs

Abbildung 2 macht die Dominanz des Fußballs in der deutschen Sportberichterstattung deutlich. Mit 49,7 %[2] nimmt sich der Fußballanteil im europäischen Vergleich jedoch angesichts von 55,7 % in Norwegen, 60,9 % in Schottland und ganzen 75,2 % in Rumänien relativ durchschnittlich aus, wie aus Abbildung 1 deutlich wird. Die Dominanz des Fußballs ist innerhalb der in der Studie betrachteten Länder ein europäisches Phänomen: In Australien (8,8 %) und den USA (2,7 %) spielt Fußball nur eine sehr untergeordnete Rolle. An diesem Punkt wäre es interessant, Vergleichsdaten aus Südamerika etc. zu haben (s.o.). Als Instrument zur Binnendifferen­zierung in den USA könnten leider nicht vorhandene Zahlen etwa aus einer Lokalzeitung einer von lateinamerika­nischen Einwanderern geprägten Region, wie z.B. Texas oder Kalifornien, dienen. Es liegen nur Statistiken aus Cleveland, Kent und Tennessee vor.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : Prozentualer Anteil des Fußballs an der Sportberichterstattung in inter­na­tio­nalen Zeitungen. Eigene Abbildung, Quelle für Daten: ISPS, 2005.Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Prozentualer Anteil der verschiedenen Sportarten an der Sportberichterstattung in deutschen Zeitungen. Eigene Abbildung, Quelle für Daten: ISPS, 2005.

[...]


[1] http://www.playthegame.org/About/Our%20goals.aspx

[2] Alle dem International Sports Press Survey entnommenen Daten sind frei erhältlich auf der Internetseite von Play the Game: http://www.playthegame.org/Theme%20pages/The%20International%20Sports%20Press%20Survey.aspx

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Stellenwert des Sports in verschiedenen Medien
Untertitel
National und international: Welcher Sport wird dargestellt und in welcher Intensität?
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Institut für Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar Sportjournalismus
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
14
Katalognummer
V144409
ISBN (eBook)
9783640554409
ISBN (Buch)
9783640554676
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
International Sports Press Survey, ISPS, Fußball, RTL, Nachrichten
Arbeit zitieren
Michael Helten (Autor), 2008, Stellenwert des Sports in verschiedenen Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144409

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