Rohstoffe stehen seit Beginn des aktuellen Jahrzehnts zunehmend im Fokus des Anlegerinteresses. Aufgrund der Tatsache, dass Rohstoffe bis zum Jahr 2008 sehr attraktive Renditen boten, erfreut sich diese Anlageklasse stetig steigender Beliebtheit. Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Weltwirtschaftskrise und einer möglichen drohenden Inflation sind Investoren eher geneigt, sich nach alternativen Anlageformen umzusehen.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über Rohstoffe als Anlageklasse zu geben und dabei herauszustellen, dass diese neben Aktien und Anleihen als eigenständige Anlageklasse in einem Portfolio anzusehen sind.
Hierfür werden im zweiten Kapitel zunächst die Rohstoffmärkte in verschiedene Rohstoffklassen eingeteilt. Da Rohstoffe vorwiegend auf Terminmärkten gehandelt werden, wird im Unterabschnitt 2.2.1 auf die Kausalitäten zwischen Termin- und Kassamärkten sowie deren Preisbildung und die jeweils partizipierenden Marktteilnehmer Bezug genommen.
Im dritten Kapitel wird auf die Anlageklasse der Rohstoffe eingegangen. Es werden die verschiedenen Zugangsmöglichkeiten zu einem Rohstoffinvestment aufgezeigt sowie die Risiko-Rendite-Eigenschaften der Anlageklasse der Rohstoffe dargestellt. Das Kapitel schließt mit der Betrachtung der Korrelation mit anderen Anlageklassen ab.
Die Optimierung der Asset-Allokation durch Rohstoffe im vierten Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der Portfoliodiversifikation ein und bildet die Grundlage für die Analyse eines Musterportfolios mit einer Beimischung von Rohstoffen unter Rendite-Risiko-Gesichtspunkten.
Abschließend wird im fünften Kapitel im Rahmen der Schlussbetrachtung Rohstoffe als Anlageklasse kritisch gewürdigt und es wird ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen dieser Anlageklasse gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rohstoffmärkte
2.1 Rohstoffklassen und ihre Charakteristika
2.1.1 Soft Commodities
2.1.2 Hard Commodities
2.2 Rohstoffterminmärkte
2.2.1 Termin- und Kassamärkte
2.2.2 Preisbildung
2.2.3 Marktteilnehmer
3. Rohstoffe als Anlageklasse
3.1. Definition alternative Anlageklasse
3.2 Zugangsmöglichkeiten zu Rohstoffinvestments
3.2.1 Direktinvestment
3.2.2 Rohstoff-Indizes
3.2.3 Rohstoff-Futures
3.2.4 Rohstoff-Zertifikate
3.2.5 Aktien und Fonds
3.3 Renditen in der Anlageklasse Rohstoffe
3.3.1 Rohstoff-Renditen
3.3.2 Renditetreiber bei Rohstoffen
3.4 Risiko bei Rohstoffen
3.5 Korrelationsstrukturen
4. Optimierung der Asset-Allokation durch Rohstoffe
4.1 Portfoliodiversifikation
4.2 Musterportfolio
4.3 Analyse des Portfolios
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, einen fundierten Überblick über Rohstoffe als Anlageklasse zu geben und deren Eignung als eigenständige Komponente neben Aktien und Anleihen in einem diversifizierten Portfolio darzulegen.
- Analyse der verschiedenen Rohstoffklassen und ihrer spezifischen Merkmale
- Untersuchung der Funktionsweise von Rohstoffterminmärkten und Preisbildungsprozessen
- Bewertung verschiedener Zugangsmöglichkeiten für Investoren (z.B. Indizes, Futures, Zertifikate)
- Empirische Untersuchung der Rendite-Risiko-Eigenschaften und Korrelationen zu traditionellen Assets
- Optimierung der Asset-Allokation durch die Beimischung von Rohstoffen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Rohstoff-Indizes
Rohstoff-Indizes setzen analog zu Aktien-Indizes eine Buy-and-Hold-Strategie ein, welche nach fest definierten Regeln umgesetzt wird. Das wichtigste Wesensmerkmal der Rohstoff-Indizes ist, dass diese die entsprechenden Future-Märkte wiedergeben und nicht – wie bei anderen Assetklassen üblich – die Kassamärkte. Der Anleger hat den Vorteil, dass ein Index in der Regel eine weitere Bandbreite der möglichen Rohstoffe abdeckt. Es werden in dieser Arbeit nur ausgewählte der wesentlichsten Rohstoff-Indizes, die in der Tabelle 3 dargestellt werden, vertieft behandelt.
Der Reuters CRB Commodity Index (CRB) ist der älteste Rohstoff-Index. Der CRB Index enthält 16 verschiedene Rohstoff-Futures, die alle an US-Börsen gehandelt werden. Seit 1986 werden die Futures auf den CRB Index an der New York Board of Trade (NYBOT) gehandelt. Wie in Abbildung 4 (Stand: Juni 2009) ersichtlich ist, sind Agrar-Rohstoff-Futures übergewichtet. Das Rebalancing erfolgt monatlich, wodurch die Indexgewichte zu ihrem Ausgangswert zurückgeführt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die wachsende Bedeutung von Rohstoffen als Anlageklasse und Erläuterung der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit.
2. Rohstoffmärkte: Klassifizierung von Rohstoffen in Soft und Hard Commodities sowie detaillierte Untersuchung der Funktionsweise von Terminmärkten, Preisbildung und Marktteilnehmern.
3. Rohstoffe als Anlageklasse: Analyse der Definition, verschiedener Investmentinstrumente sowie der Rendite- und Risikoeigenschaften unter Berücksichtigung von Korrelationen.
4. Optimierung der Asset-Allokation durch Rohstoffe: Theoretische Grundlagen der Portfoliodiversifikation und praktische Analyse der Auswirkungen einer Rohstoffbeimischung auf ein Musterportfolio.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende kritische Würdigung der Ergebnisse sowie Ausblick auf die zukünftige Rolle von Rohstoffen in der Asset-Allokation.
Schlüsselwörter
Rohstoffe, Rohstoffmärkte, Terminmärkte, Futures, Asset-Allokation, Portfoliodiversifikation, Rendite-Risiko-Profil, Backwardation, Contango, Commodity-Indizes, Inflation, Korrelation, Sharpe Ratio, Hedging, Investmentinstrumente.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht Rohstoffe als eigenständige, alternative Anlageklasse und deren Beitrag zur Diversifikation in einem Portfolio aus Aktien und Anleihen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Klassifizierung von Rohstoffmärkten, die verschiedenen Instrumente für Investoren, die Analyse der Rendite-Risiko-Struktur sowie die mathematische Portfoliooptimierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll herausgearbeitet werden, ob und wie Rohstoffe als ergänzende Anlageklasse das Rendite-Risiko-Verhältnis eines Portfolios gegenüber einer klassischen Aktien-Anleihen-Kombination verbessern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu Finanzmarktgrundlagen und einer quantitativen Analyse ex-post betrachtet anhand historischer Datenreihen, um Diversifikationseffekte zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rohstoffmärkte, die Evaluation der Zugangswege (wie Futures oder Indizes) sowie die empirische Analyse der Portfolio-Allokation inklusive einer Optimierung auf Basis von Mean-Variance-Ansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Asset-Allokation, Rohstoff-Futures, Diversifikation, Rendite-Risiko-Profil und Korrelation.
Was unterscheidet Soft von Hard Commodities?
Soft Commodities sind typischerweise verderbliche, nachwachsende landwirtschaftliche Produkte, während Hard Commodities begrenzte, nicht nachwachsende Rohstoffe wie Metalle, Öl oder Kohle sind.
Was bewirkt die "Convenience Yield" bei Rohstoffen?
Die Convenience Yield bezeichnet die Rendite, die ein Anleger aus dem physischen Halten eines Rohstoffs erzielt, weil dieser sofort für Produktionsprozesse verfügbar ist, was den Preis beeinflusst.
Warum spielt die Korrelation bei der Portfoliooptimierung eine entscheidende Rolle?
Eine geringe oder negative Korrelation von Rohstoffen zu Aktien und Anleihen ermöglicht es, das Gesamtrisiko eines Portfolios zu senken, ohne notwendigerweise die erwartete Rendite im gleichen Maße zu reduzieren.
Was versteht man unter dem Rollverlust oder -gewinn?
Da Futures eine begrenzte Laufzeit haben, müssen Anleger Kontrakte "rollen" (alte verkaufen, neue kaufen). In einem Backwardation-Markt entstehen dabei meist Rollgewinne, in einem Contango-Markt Rollverluste.
- Citation du texte
- Sönke Niefünd (Auteur), 2009, Rohstoffe als alternative Anlageklasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144431