Mit seinem Roman Voyage au bout de la nuit, schoss Céline „aus der Schwärze ins Licht“ und schaffte wie kein anderer Autor seiner Zeit das eindrucksvolle Betreten der literarischen Bühne. Sein als beinahe makellos empfundenes Werk wird auch Literaturkritiker weit über Frankreich hinaus noch viele Jahrzehnte beschäftigen .
Als Célines erster Roman 1932 erschien, erregte er über die Grenzen Frankreichs hinaus Aufsehen und etablierte sich als renommierter Schriftsteller im literarischen Milieu. Die folgende Arbeit wird sich mit der Handlung in Célines Roman Voyage au bout de la nuit beschäftigen. Hierbei wird vom Allgemeinen zum Besonderen vorgegangen. Daher muss in Kapitel 2.1 zuerst einmal der Handlungsbegriff und seine Geschichte genauer definiert werden. In diesem Kapitel werden auch die Bestandteile einer Handlung, wie zum Beispiel die Intrige oder der Konflikt, genauer untersucht. Gleichzeitig wird ein Querverweis zu Aristoteles und seiner Poetik angestellt. Der darauf folgende Teil dieser Arbeit (Kapitel 2.2) wird den Situationsbegriff und die Situationsstruktur genauer analysieren. Gibt es eine Logik beziehungsweise eine Folgerichtigkeit der Handlung? Warum handeln Menschen so wie sie es tun? Für diese beiden Fragen sollen in diesem Kapitel Antworten gefunden werden. Das Kapitel 2.3 wird sich mit dem Episodenbegriff auseinandersetzen. Es soll analysiert werden, ob man in Célines Roman eher von Handlung oder von einer Episodenstruktur sprechen kann. In Teilkapitel 2.4 soll ein Beispiel-Modell, welches als Handlungsschema gelten kann, genauer untersucht werden. Hierbei handelt es sich um den Abenteuerroman. Wo lassen sich in Voyage au bout de la nuit Motive eines Abenteuers erkennen, kann man von dem hier behandelten Werk sogar von einem Abenteuerroman sprechen? Das abschließende Unterkapitel des Hauptteils (2.5) wird sich ausschließlich der Untersuchung eines Handlungsstranges, nämlich den im Roman vorkommenden Liebesgeschichten widmen. Hierbei soll vor allem die Frage im Vordergrund stehen: Sind die Personen Handlungsträger? Und wenn ja, wie werden sie zu diesen?
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Hauptteil
- 2.1 Der Handlungsbegriff
- 2.2 Der Situationsbegriff
- 2.3 Die Episode
- 2.4 Ein Beispiel-Modell als Handlungsschema: der Abenteuerroman
- 2.5 Untersuchung eines Handlungsstrangs: die Liebesgeschichte
- 3. Schlussbetrachtungen
- 4. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Handlung in Célines Roman Voyage au bout de la nuit. Ziel ist es, aufzuzeigen, was den Roman so erfolgreich machte und was ihn von anderen Werken der gleichen Zeit unterscheidet. Dazu wird der Handlungsbegriff und seine Geschichte analysiert, sowie die Bestandteile einer Handlung, wie die Intrige oder der Konflikt, untersucht.
- Der Handlungsbegriff und seine Entwicklung
- Die Rolle der Situation und Situationsstruktur in der Handlung
- Die Episodenstruktur in Célines Roman
- Das Abenteuerroman-Schema als mögliches Modell für Voyage au bout de la nuit
- Die Rolle der Liebesgeschichte als Handlungsstrang
Zusammenfassung der Kapitel
2.1 Der Handlungsbegriff
Dieses Kapitel definiert den Begriff der Handlung und unterscheidet zwischen seiner allgemeinen und literarischen Bedeutung. Es wird auf die Entwicklung des Begriffs im 18. Jahrhundert eingegangen und die Definition von Jürgen von Kempski vorgestellt, die für die weitere Analyse zugrunde gelegt wird. Dabei wird die Frage gestellt, ob Handlung aus eigener Initiative entsteht oder als Reaktion auf eine vorherige Handlung eines anderen.
2.2 Der Situationsbegriff
Dieses Kapitel untersucht den Situationsbegriff und die Situationsstruktur. Es stellt die Frage, ob die Handlung eine Logik oder Folgerichtigkeit aufweist und warum Menschen so handeln, wie sie es tun.
2.3 Die Episode
Dieses Kapitel analysiert, ob man in Célines Roman eher von Handlung oder von einer Episodenstruktur sprechen kann.
2.4 Ein Beispiel-Modell als Handlungsschema: der Abenteuerroman
Dieses Kapitel untersucht, ob sich in Voyage au bout de la nuit Motive eines Abenteuers finden lassen und ob man das Werk als Abenteuerroman bezeichnen kann.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse der Handlung in Célines Roman Voyage au bout de la nuit. Schlüsselwörter sind: Handlungsbegriff, Situationsbegriff, Episodenstruktur, Abenteuerroman, Liebesgeschichte, Intrige, Konflikt, Handlungsträger.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in Célines Roman „Voyage au bout de la nuit“?
Der Roman erregte 1932 großes Aufsehen und gilt als bahnbrechendes Werk, das durch seinen Stil und die Darstellung der menschlichen Existenz Weltruhm erlangte.
Wie wird der Handlungsbegriff in der Arbeit definiert?
Die Arbeit untersucht die Bestandteile einer Handlung wie Intrige und Konflikt und zieht Querverweise zur Poetik des Aristoteles.
Ist der Roman eher eine geschlossene Handlung oder eine Episodenstruktur?
In Kapitel 2.3 wird analysiert, ob das Werk einer logischen Folgerichtigkeit folgt oder ob es sich primär aus einer Aneinanderreihung einzelner Episoden zusammensetzt.
Kann man „Voyage au bout de la nuit“ als Abenteuerroman bezeichnen?
Die Arbeit prüft, inwieweit Motive des Abenteuers im Roman vorhanden sind und ob das Handlungsschema eines klassischen Abenteuerromans auf das Werk anwendbar ist.
Welche Rolle spielen die Liebesgeschichten im Roman?
Die Untersuchung analysiert Liebesgeschichten als spezifischen Handlungsstrang und fragt, ob die beteiligten Personen als eigenständige Handlungsträger agieren.
- Citar trabajo
- Melanie Möger (Autor), 2008, Célines Roman "Voyage au bout de la nuit", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144466