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Das Generische Maskulinum heute: Ausdruck sprachlichen Sexismus oder neutrale Sprachform?

Title: Das Generische Maskulinum heute: Ausdruck sprachlichen Sexismus oder neutrale Sprachform?

Thesis (M.A.) , 2009 , 102 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Franziska Massner (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die Verwendung maskuliner Personenbezeichnungen in Sachverhalten, in denen männliche und weibliche Personen gleichermaßen gemeint sind, wird fachsprachlich als Generisches Maskulinum bezeichnet und entfacht seit der Frauenbewegung in den 70er Jahren hitzige Diskussionen über seinen Status als neutrale Sprachform.
Die vorliegende Arbeit greift die bestehenden Debatten auf und soll dabei die Frage beantworten, ob das Generische Maskulinum zurecht als neutral und verallgemeinernd verwendet werden kann, oder ob es sich bei diesem sprachlichen Phänomen um sexistischen Sprachgebrauch handelt, der Frauen systematisch benachteiligt und diskriminiert.
Dafür wird zunächst die Entstehungsgeschichte, Themenfelder und Ziele der feministischen Linguistik vorgestellt.
Anschließend stehen im 3. Kapitel die Begriffe Genus und Sexus im Mittelpunkt, deren Verhältnis zueinander zu der Diskussion über die Neutralität des Generischen Maskulinums führt und daher einer detaillierten Beschreibung bedürfen.
Im vierten Kapitel wird der Frage nachgegangen, ob es sich bei dem Generischen Maskulinum um eine Form des modernen Sexismus handelt. Dafür wird zunächst erläutert, was unter sprachlichem Sexismus verstanden wird und ob generisch maskuline Personenbezeichnungen in diesen Bereich einzuordnen sind.
Im fünften Kapitel wird die Prototypentheorie kurz vorgestellt. Diese dient als Erklärungsmodell für die Interpretation Mann in generisch maskulin formulierten Personenbezeichnungen.
Anschließend befasst sich das sechste Kapitel mit der empirischen Untersuchung zur Wirkungsweise generisch maskuliner Personenbezeichnungen. Da bereits andere Studien die männliche Interpretation generisch maskuliner Formen belegen konnten, soll diese Untersuchung überprüfen, in welchen Situationen diese
Interpretation erfolgt und ob es konkrete Sachverhalte gibt, in denen generisch maskuline Personenbezeichnungen tatsächlich neutral verstanden werden. Dafür werden Faktoren wie Geschlechtsrollenstereotype, Kontext und pronominale Beziehungen untersucht.
Abschließend werden die Ergebnisse kurz zusammengefasst und auf der Grundlage der ausgehenden Fragestellung kritisch beurteilt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Themen der feministischen Linguistik

2.1 Entstehung der feministischen Linguistik

2.1.1 Die erste Frauenbewegung

2.1.2 Die Neue Frauenbewegung in Deutschland

2.1.3 Entwicklung der feministischen Linguistik

2.2 Themenfelder und Ziele der feministischen Linguistik

2.2.1 Untersuchungsgegenstand und Schwerpunkte

2.2.1.1 Die Strukturanalyse

2.2.1.2 Die Kommunikationsanalyse

2.2.2 Ziele der feministischen Linguistik

3. Genus und Sexus

3.1 Begriffsbestimmung Genus und Sexus

3.2 Der Zusammenhang von Genus und Sexus

3.3 Genus und Sexus bei Personenbezeichnungen

3.4 Das Generische Maskulinum

3.4.1 Definition

3.4.2 Varianten des Generischen Maskulinums

3.4.3 Kontroverse um die Verwendung des Generischen Maskulinums

3.4.4 Argumente pro und kontra für die Verwendung des Generischen Maskulinums

3.4.5 Fazit zur Verwendung des Generischen Maskulinums

4. Das Generische Maskulinum: eine Form des modernen Sexismus?

4.1 Definition Sexismus

4.2 Zur Verwendung des Generischen Maskulinums im heutigen Sprachgebrauch

4.2.1 Personenbezeichnungen im Deutschen

4.2.1.1 Mittel der Geschlechtsspezifikation

4.2.1.1.1 Grammatische Mittel

4.2.1.1.2 Lexikalische Mittel

4.2.1.1.3 Wortbildung

4.2.1.2 Mittel der Geschlechtsabstraktion

4.2.1.3 Asymmetrien im Gebrauch der deutschen Personenbezeichnungen durch die Verwendung Generischer Maskulina

4.2.2 Berufsbezeichnungen

4.2.2.1 Gesetzgeberische Grundlagen

4.2.2.2 Gegenwärtige Berufsbezeichnungen

4.2.2.3 Exkurs: Berufsbezeichnungen in der Praxis

4.2.3 Pronomen

4.2.3.1 Pronomen allgemein

4.2.3.2 Zur Besonderheit der Indefinitpronomen

5. Die semantische Prototypentheorie als Erklärungsmodell für die Interpretation „männlich“ generisch verwendeter Personenbezeichnungen

5.1 Die Prototypentheorie

5.2 Die Prototypentheorie in Bezug auf die feministische Linguistik

6. Eine empirische Untersuchung zur Wirkungsweise generisch maskuliner Personenbezeichnungen

6.1 Die Erstellung des Fragebogens

6.1.1 Durchführung

6.1.2 Versuchsmaterial

6.1.3 Versuchspersonen

6.1.4 Hypothesen

6.2 Ergebnisse des Fragebogens

6.2.1 Pronomen

6.2.1.1 Pronomen im einfachen Satz

6.2.1.2 Pronomen im Kontext

6.2.1.3 Fazit

6.2.2 Nomen

6.2.2.1 Nomen im Singular

6.2.2.2 Nomen im Plural

6.2.2.3 Fazit

6.2.3 Nomen mit Geschlechtsrollenstereotyp

6.2.3.1 Geschlechtsrollenstereotype im Singular

6.2.3.2 Geschlechtsrollenstereotype im Plural

6.2.3.3 Fazit

6.2.4 Der Einfluss von Pronomen auf Nomen

6.2.4.1 Nomen im Singular im einfachen Satz

6.2.4.2 Nomen im Plural im einfachen Satz

6.2.4.3 Nomen im Singular und Plural im kontextgebundenen Beispiel

6.2.4.4. Fazit

6.2.5 Einfluss von Pronomen und Geschlechtsrollenstereotypen auf Nomen

6.2.5.1 Kontextungebundene Sätze

6.2.5.2 Kontextgebundene Sätze

6.2.5.3 Fazit

6.2.6 Formulierungstendenzen der Probanden

6.3 Zusammenfassung der empirischen Ergebnisse

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Debatte um das Generische Maskulinum im Deutschen. Ziel ist es, zu beantworten, ob diese Form zu Recht als neutral gilt oder ob sie eine Form modernen Sexismus darstellt, die Frauen systematisch benachteiligt und diskriminiert, indem sie die mentale Assoziation von Personen beeinflusst.

  • Entwicklungsgeschichte und Ziele der feministischen Linguistik
  • Unterscheidung und Zusammenhang von Genus (grammatisches Geschlecht) und Sexus (natürliches Geschlecht)
  • Analyse des Generischen Maskulinums als Instrument moderner Sprachkritik
  • Empirische Untersuchung zur mentalen Repräsentation generisch maskuliner Formen
  • Einfluss von Geschlechtsrollenstereotypen und Kontext auf die Sprachwahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3.4.3 Kontroverse um die Verwendung des Generischen Maskulinums

Es gibt im Deutschen zwei Positionen, wie das generische Maskulinum (im folgenden GM) verstanden werden kann.

Zum einen erhält es die semantische Markierung neutral, wenn es in seiner generischen Bedeutung begriffen wird, und bezieht sich somit auf Männer und Frauen.

Zum anderen erhält es die semantische Markierung männlich, wenn es als maskulines Genus verstanden wird, und bezieht sich somit nur auf Männer. Ein Satz wie „Der Inhaber dieses Passes ist Deutscher.“ kann dementsprechend auf zwei verschiedene Weisen verstanden werden. Einerseits spiegelt das Substantiv Deutscher den geschlechtsindefiniten Gebrauch wider, wird also neutral verstanden, andererseits spiegelt es den maskulinen Gebrauch wider und wird männlich erfasst. Diese beiden möglichen Lesarten des GM haben innerhalb der Linguistik eine Kontroverse entfacht, welche die Sprachwissenschaftler/innen in zwei entgegengesetzte Lager spaltet.

So empfinden einige Linguistinnen und Linguisten die deutsche Sprache als männlich geprägt, da durch die beiden Lesarten eine deutliche Asymmetrie zu Ungunsten der Frauen besteht (vgl. Ulrich 1988, S. 309; Bußmann 1995, Internetquelle). Trömel-Plötz und Pusch vertreten die Position, durch die Verwendung der maskulinen Form werde nicht sichtbar, dass Frauen mitgemeint sind und kritisieren somit die Verwendung generisch gebrauchter Substantive wie der Zuhörer (vgl. Trömel-Plötz 1978, S. 238 und Pusch 1979, S. 279ff.). Um Irritationen zu vermeiden sollen dementsprechend immer Maskulina und Feminina (der Zuhörer, die Zuhörerin) verwendet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der sprachlichen Dominanz männlicher Formen ein und erläutert die Forschungsfrage, ob das Generische Maskulinum neutral ist oder Frauen benachteiligt.

2. Entstehung und Themen der feministischen Linguistik: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Forschungszweigs und benennt dessen zentrale Ziele, wie die Aufdeckung sprachlicher Asymmetrien.

3. Genus und Sexus: Hier werden die grammatischen und biologischen Begriffe definiert und ihr komplexes Verhältnis zueinander sowie ihre Bedeutung für Personenbezeichnungen untersucht.

4. Das Generische Maskulinum: eine Form des modernen Sexismus?: Es wird analysiert, ob das Generische Maskulinum als moderne Form des Sexismus fungiert und wie Personenbezeichnungen, Berufe und Pronomen die Assoziationen von Sprechern beeinflussen.

5. Die semantische Prototypentheorie als Erklärungsmodell für die Interpretation „männlich“ generisch verwendeter Personenbezeichnungen: Dieses Kapitel stellt die Prototypentheorie als kognitives Modell vor, um zu erklären, warum maskuline Formen mental primär männliche Vorstellungen hervorrufen.

6. Eine empirische Untersuchung zur Wirkungsweise generisch maskuliner Personenbezeichnungen: Der Hauptteil beschreibt eine empirische Studie, die untersucht, wie Pronomen, Nomen, Geschlechtsrollenstereotype und Kontexte die mentale Assoziation der Probanden beeinflussen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass das Generische Maskulinum im Singular meist nicht neutral verstanden wird, sondern zu einer männlichen Assoziation führt.

Schlüsselwörter

Feministische Linguistik, Generisches Maskulinum, Sexismus, Genus, Sexus, Prototypentheorie, Mentale Repräsentation, Personenbezeichnung, Berufsbezeichnung, Sprachwandel, Geschlechtsrollenstereotyp, Sprachwissenschaft, Empirische Untersuchung, Sprachgebrauch, Asymmetrie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das „Generische Maskulinum“ (die Verwendung männlicher Formen für alle Geschlechter) im Deutschen tatsächlich neutral ist oder ob es zu einer systematischen Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen führt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen die Geschichte der feministischen Linguistik, die grammatische Unterscheidung von Genus und Sexus sowie die Analyse, wie Sprache mentale Assoziationen von Geschlechtern steuert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob das Generische Maskulinum zu Recht als geschlechtsneutral verwendet werden kann oder ob es sich bei diesem sprachlichen Phänomen um eine Form von Sexismus handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine Kombination aus einer theoretischen Aufarbeitung der feministischen Linguistik und einer empirischen Untersuchung (Fragebogen-Experiment), um die Wirkung generischer Formen auf Probanden zu messen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretisch die Bedeutung von Genus und Sexus sowie die Prototypentheorie und führt dann die Ergebnisse der empirischen Erhebung durch, welche die Reaktionen von Probanden auf verschiedene Sprachformen misst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind feministische Linguistik, Generisches Maskulinum, Sexismus, mentale Repräsentation, Geschlechtsrollenstereotype und Personenbezeichnungen.

Wie beeinflusst die Prototypentheorie die Wahrnehmung generischer Formen?

Die Theorie erklärt, dass das Gehirn beim Hören maskuliner Bezeichnungen automatisch den „typischsten“ Vertreter einer Kategorie im Zentrum hat, was bei Berufen in der Regel der Mann ist, wodurch Frauen mental verdrängt werden.

Welche Rolle spielt der Kontext bei der Interpretation von Berufsbezeichnungen?

Die Untersuchung zeigt, dass der Kontext eine wichtige Rolle spielt: Während im Singular meist männliche Assoziationen überwiegen, führt der Plural oder eine Einbettung in einen längeren Text oft zu einer stärkeren geschlechtsneutralen Interpretation.

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Details

Title
Das Generische Maskulinum heute: Ausdruck sprachlichen Sexismus oder neutrale Sprachform?
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Grade
1,7
Author
Franziska Massner (Author)
Publication Year
2009
Pages
102
Catalog Number
V144471
ISBN (eBook)
9783640548279
ISBN (Book)
9783640550791
Language
German
Tags
Generisches Maskulinum Genus Sexus Feministische Linguistik sprachlicher Sexismus feminine Sprachformen männliche Sprachformen neutrale Sprachformen generische Personenbezeichnungen maskuline Personenbezeichnungen feminine Personenbezeichnungen sexistischer Sprachgebrauch Wirkungsweise generisch maskuliner Personenbezeichnungen Prototypentheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Massner (Author), 2009, Das Generische Maskulinum heute: Ausdruck sprachlichen Sexismus oder neutrale Sprachform?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144471
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