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Trade Unions in Großbritannien

Die gesetzlichen Regulierungen der Arbeitsbeziehungen in Großbritannien nach 1945

Title: Trade Unions in Großbritannien

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 22 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katja Glaser (Author)

English Language and Literature Studies - Culture and Applied Geography
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Bereits im 19. Jahrhundert kristallisierte sich in Großbritannien ein grundlegender Unterschied in der Behandlung von Arbeitervereinigungen seitens der Regierung heraus, betrachtete man jene im Direktvergleich mit anderen Ländern Europas. Von Anfang an war das Verhältnis Staat-Gewerkschaften charakterisiert von einer sehr toleranten und entgegenkommenden Haltung der Regierung gegenüber industrieller Vereinigung. Daher wird in der Forschungsliteratur über die britischen Gewerkschaften auch weitestgehend die Ansicht vertreten, dass sich anhand dieses Verhaltens der britischen Regierung, das von anderen Ländern Europas stark abwich und -weicht, der Sonderweg britischer Arbeitsbeziehungen erklären lässt. Bereits sehr früh wurden in Großbritannien gewerkschaftliche Vereinigungen rechtlich anerkannt, gerade zu einer Zeit, als in Kontinentaleuropa jedwede sozialistischen Bewegungen im Keim erstickt wurden. Diese liberale Tradition wurde mehr oder weniger fortgeführt bis hin zur Ära Thatcher.

2.1 Rechtliche Grundlagen

Die beiden Säulen, auf die sich das Gewerkschaftswesen stützte, waren einerseits die faktische rechtliche Immunität der Gewerkschaften und andererseits die staatliche Anerkennung ihrer Autonomie und des freiwilligen Grundcharakters der Tarifverhandlungen. Damit war den Arbeitern auch prinzipiell Tür und Tor geöffnet, jederzeit in Streik zu treten, ohne dass der Staat intervenieren konnte oder wollte. Bereits durch die Aufhebung des Koalitionsverbots 1824/25 wurde den Gewerkschaften ein Status der rechtlichen Anerkennung eingeräumt.
Während durch die Arbeitsgesetzgebung von 1871 und 1875 den Gewerkschaften offiziell die Möglichkeit eingeräumt wurde, zur Wahrung ihrer Rechte die Gerichte anzurufen, sowie sie auch festlegte, dass Streiks nicht länger unter das Konspirationsgesetz fielen, bestätigte der Trade Disputes Act von 1906 dazu noch deren Immunität vor der Justiz, brachte also einen Rundumschutz aus juristischer Perspektive. Von einer neu gewählten liberalen Regierung verabschiedet, legte er fest, dass Gewerkschaften in keiner Weise zivilrechtlich für im Rahmen eines Streiks entstandene Schäden haftbar gemacht werden konnten und räumte den Arbeitervereinigungen damit eine lang andauernde übergesetzliche Sphäre ein. Im Conciliation Act von 1896 wurde festgeschrieben, dass der Staat allenfalls als Vermittler oder Schlichter in bestehende Arbeitskämpfe eingreifen dürfe, vorausgesetzt, beide oder zumindest eine der Konfliktparteien stimmte zu. ...

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung/Fragestellung

2. Ursprünge des britischen Gewerkschaftswesens

2.1 Rechtliche Grundlagen

2.2 Abriss staatlicher Eingriffe

2.3 Frühe Regulierungsmaßnahmen

3. Gewerkschaften zu stark oder zu schwach?

4. Der Nachkriegskonsens und seine Folgen

4.1 Der Donovan-Report

4.2 Maßnahmen der Regierungen nach 1965

4.3 Die Wilson-Regierung

4.4 Die Heath-Regierung

4.5 Der „Industrial Relations Act“

4.6 Der „Social Contract“

5. Zusammenfassung

6. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Versuche der britischen Regierungen in den 1950er bis 1970er Jahren, die Arbeitsbeziehungen in Großbritannien rechtlich zu regulieren, sowie die Gründe und Konsequenzen dieser Maßnahmen im Kontext der historischen Entwicklung der Trade Unions.

  • Historische Entwicklung des britischen Gewerkschaftswesens
  • Der britische Nachkriegskonsens und das keynesianische Wirtschaftsmodell
  • Wirkung und Scheitern des Donovan-Reports
  • Politische Konfrontation und Gesetzgebungsversuche (z.B. Industrial Relations Act)
  • Rolle der Labour- und konservativen Regierungen im Umgang mit Gewerkschaften

Auszug aus dem Buch

4.1 Der Donovan-Report

Bis in die sechziger Jahre hinein verfolgten die Nachkriegsregierungen, Konservative wie auch Labour, gegenüber den Gewerkschaften eine - im Grunde historisch gewachsene - vorrangig nicht-interventionalistische Politik. Vielmehr wurden Übereinkünfte im Sinne eines „freiheitlichen Korporatismus“ angestrebt, um Arbeiter zu besänftigen und damit Arbeitskonflikten vorzubeugen.17

Jedoch wurden die bereits oben erwähnten inflationären Tendenzen zunehmend drängender, wofür unter anderem auch die überzogenen Einkommenserwartungen seitens der Lohnempfänger verantwortlich zeichneten. Der Post War Consensus selbst beinhaltete zudem einen immanenten Widerspruch, der die Wachstumsschwäche und die Inflation vorantrieb. Der Anspruch, gleichzeitig den Wohlfahrtsstaat und die Vollbeschäftigungspolitik anzustreben und dies in Verbindung mit der vollen Anerkennung der Gewerkschaften zu verwirklichen, musste über kurz oder lang dazu führen, dass einer der Punkte ins Hintertreffen geriet. Wollte man die Gewerkschaften und damit die Arbeiterklasse voll und ganz anerkennen, leistete man deren Einkommenserwartungen, denen die Ressourcen Großbritanniens nicht gewachsen waren, Vorschub. Auf der einen Seite stand die staatliche Konjunkturkontrolle nach Keynesianischem Prinzip, die das wirtschaftliche Wachstum beeinträchtigte. Auf der anderen Seite fanden sich die Gewerkschaften, die genau die aus jenem nicht im erwarteten Maße stattfindenden Wachstum erbrachten Einnahmen abschöpften.18

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung/Fragestellung: Diese Einführung formuliert die Forschungsfrage bezüglich der staatlichen Regulierungsversuche der Arbeitsbeziehungen in den 50er bis 70er Jahren.

2. Ursprünge des britischen Gewerkschaftswesens: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der britischen Gewerkschaften und deren liberale Tradition im 19. Jahrhundert.

3. Gewerkschaften zu stark oder zu schwach?: Es wird die Frage erörtert, ob die Gewerkschaften für die britische Wirtschaftskrise verantwortlich waren oder ob der Widerstand gegen Politisierung im Vordergrund stand.

4. Der Nachkriegskonsens und seine Folgen: Dieses Kapitel erläutert das Konzept des Post War Consensus und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Regierung.

5. Zusammenfassung: Hier werden die wesentlichen historischen Entwicklungen und die Versuche der Verrechtlichung der Arbeitsbeziehungen zusammenfassend dargestellt.

6. Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über das ambivalente Verhältnis zwischen Regierung und Gewerkschaften sowie das Scheitern der verschiedenen Gesetzgebungsversuche.

Schlüsselwörter

Gewerkschaften, Trade Unions, Großbritannien, Arbeitsbeziehungen, Nachkriegskonsens, Donovan-Report, Industrial Relations Act, Social Contract, Labour Party, Konservative Partei, Tarifautonomie, Wirtschaftskrise, Inflation, Streiks, Verrechtlichung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung und Regulierung der Arbeitsbeziehungen in Großbritannien zwischen den 1950er und 1970er Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind der Post War Consensus, die Rolle der Gewerkschaften (Trade Unions) in der britischen Wirtschaft sowie die Versuche verschiedener Regierungen, diese durch Gesetze stärker zu kontrollieren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Versuche der britischen Regierung zur Verrechtlichung der Arbeitsbeziehungen sowie deren Ursachen und unmittelbare Folgen zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse der historischen Entwicklung und der Auswertung bestehender Forschungsliteratur zu den politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dieser Zeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entstehung des britischen Gewerkschaftswesens, den Nachkriegskonsens, spezifische Berichte wie den Donovan-Report sowie legislative Maßnahmen wie den Industrial Relations Act und den Social Contract.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gewerkschaften, Trade Unions, Arbeitsbeziehungen, Nachkriegskonsens, Industrial Relations Act und Sozialer Vertrag charakterisiert.

Welche Rolle spielte der Donovan-Report für die Arbeitsbeziehungen?

Der Donovan-Report sollte Defizite in den Arbeitsbeziehungen aufzeigen und Reformvorschläge erarbeiten, um die informellen Tarifstrukturen und die Macht der Shop Stewards in geordnete Bahnen zu lenken.

Warum scheiterte der Industrial Relations Act von 1971?

Der Act scheiterte unter anderem am massiven Widerstand der Gewerkschaften, die seine Schwachstellen ausnutzten und sich der Kontrolle entzogen, was letztlich zu einer Phase der Konfrontation führte.

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Details

Title
Trade Unions in Großbritannien
Subtitle
Die gesetzlichen Regulierungen der Arbeitsbeziehungen in Großbritannien nach 1945
College
Technical University of Chemnitz
Grade
2,0
Author
Katja Glaser (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V144486
ISBN (eBook)
9783640554492
ISBN (Book)
9783640554690
Language
German
Tags
Trade Unions Großbritannien Regulierungen Arbeitsbeziehungen Großbritannien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Glaser (Author), 2007, Trade Unions in Großbritannien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144486
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