Oliver Stones JFK - Handout


Referat (Handout), 2001

4 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Kurzinhalt:

Filmische Rekonstruktion des Attentats auf den amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy und der späteren Ermittlungen des Bezirksstaatsanwalts Jim Garrison aus New Orleans, der zu dem Ergebnis gelangte, dass Kennedy das Opfer eines in höchste Kreise führenden Komplotts geworden war. Garrison klagte schließlich den Unternehmer Clay Shaw wegen der Verschwörung an, er verlor jedoch den Prozess.

Darsteller:

Kevin Costner Jim Garrison Tommy Lee Jones Clay Shaw

Gary Oldman Lee Harvey Oswald Jay O. Sanders Lou Ivon

Sissy Spacek Liz Garrison Joe Pesci David Ferrie Michael Rooker Bill Broussard John Candy Dean Andrews

Walter Matthau Senator Long Donald Sutherland Colonel X Jack Lemmon Jack Martin Kevin Bacon Willie O‘Keefe Jim Garrison Earl Warren

Stab:

Regie Oliver Stone

Produktion Oliver Stone & A. Kitman Ho

Drehbuch Oliver Stone, Zachary Sklar nach den Büchern „On

the Trail of the Assassins“ von Jim Garrison und

„Crossfire: The Plot That Killed Kennedy“ von Jim Mars

Kamera Robert Richardson

Schnitt Joe Hutshing, Pietro Scalia Musik John Williams

Auszeichnungen und technische Daten:

- 2 Oscars für beste Kamera und besten Schnitt, nominiert für besten Film, Regie, Nebenrolle (Tommy Lee Jones), Drehbuch, Musik und Ton.
- Kinostart am 20.12.1991, am ersten Wochenende spielte der Film $5,2 Mio. Dollar ein Gesamteinspielergebnis in den USA: $ 70,4 Mio. Dollar (Quelle: http://www.boxofficeguru.com); Gesamteinspielergebnis weltweit $205.4 Mio. Dollar.
- Länge: 188 Minuten (Director’s cut: 205 Minuten)

Hintergrund:

Oliver Stone:

- Selbst Vietnam-Veteran
- Gewinnt 1986 Oscar für „Platoon“.
- Sieht sich selbst als politischer Filmemacher, dessen Generation durch die Ermordung Kennedys geprägt wurde; wird von Kritikern oft als „New Left McCarthyite“ bezeichnet.
- Weitere Filme (Auswahl): „Wall Street“ (1987), „Geboren am 4.Juli“ (1989), „The Doors“ (1991), „Natural Born Killers“ (1994), „Nixon“ (1995).

Motivationsgründe für den Film:

- 1991 sagten 73% der Amerikaner in einer Gallup-Umfrage, dass sie nicht an die Ergebnisse der Warren-Kommission glauben. Die Einzeltätertheorie ist für sie nicht haltbar, es müssen noch andere Personen in die Ermordung verwickelt gewesen sein.
- Es besteht seitens der Öffentlichkeit noch immer Interesse an der Frage des „warum“.
- Oliver Stone sieht die Ermordung Kennedys als Grund für den Vietnamkrieg, durch den er persönlich betroffen war.

Stilistische Merkmale:

- Schnitt: rhythmischer Schnitt vermischt Originalaufnahmen mit nachgestellten, verfremdeten Szenen € Grenze zwischen Realität und Fiktion wird aufgehoben.
- Kameraführung: viele historische Szenen detailgetreu an Originalschauplätzen nachgestellt.
- Musik: unterstreicht Dramatik & Emotionen.

Problematik & Kritik:

- Vermischung von Fakten und Fiktion € Ergebnisse Garrisons werden als die universelle „Wahrheit“ präsentiert.
- Glorifizierung der Person Jim Garrison verkörpert durch Kevin Costner.
- Untersuchung Garrisons richtet sich nur gegen die Mittelsmänner nicht aber gegen die eigentlichen Drahtzieher in Washington.
- Pressereaktionen: Film wurde bereits während seiner Entstehungsphase heftigst kritisiert und löste dementsprechend bei seiner Premiere eine heftige Kontroverse aus.

„Paranoid“ – theNew York Times

„Absurdities“ -- theWashingtonPost

„Twisted History“ --Newsweek

Verschwörungstheorien:

- Vom Film thematisiert:
Kennedy’s Ermordung ist das Ergebnis einer Verschwörung von hohen Beamten der US- Regierung, als auch verschiedener Behörden (CIA, FBI), weil er das Militärbudget verringern, den kalten Krieg beenden und eine Aussöhnung mit Kuba erreichen wollte.
- Vom Film impliziert:
Kennedy wurde ermordet weil er sich nicht einer homosexuellen Dominanz unterwerfen wollte: Durch den fiktiven Charakter des Willie O’Keefe stellt Stone einen Zusammenhang zwischen Lee Harvey Oswald und der schwulen Unterwelt in New Orleans und den angeblichen Drahtziehern in Washington her. Erst aufgrund dieser Verbindung kann es zum Prozess gegen Clay Shaw kommen. Der Film vertritt indirekt die Auffassung, dass Kennedy ermordet wurde, weil sich seine Politik gegen die Interessen der homosexuellen „Verschwörerbande“ richtete.

Zusammenfassung:

ObwohlJFKzum Zeitpunkt seiner Uraufführung in den USA heftige Diskussionen auslöste und neue und alte Verschwörungstheorien hervorbrachte, kann man ihn cineastisch als durchaus beeindruckend bezeichnen. Oliver Stone beschäftigt sich als erster Hollywood-Regisseur mit dieser Thematik und versucht eine Erklärung für das Attentat zu liefern. Der Film erreichte sogar, dass der Kongress einige geheime, bis dato unter Verschluss gehaltene Dokumente freigab. Die negative Darstellung von Homosexualität ist aus heutiger Sicht allerdings sehr ärgerlich.

Diskussionsfragen:

- Realität oder Fiktion? Kann und soll ein Film überhaupt Realität wiedergeben?
- Aus welchem Grund hat Oliver Stone einen homosexuellen Charakter erfunden und dadurch eine gewisse Homophobie zur Schau gestellt? (und damit vielleicht indirekt eine neue Verschwörungstheorie geschaffen?)

Literaturverzeichnis:

Callahan, Bob. Who Shot JFK? New York: Simon & Schuster, 1993.

Frewin, Anthony (Hrsg.). The Assassination of John F. Kennedy. An Annotated Film, TV, and Videography, 1963-1992. Westport, CT.: Greenwood Press, 1993.

Garber, Marjorie u.a. (Hrsg.). Media spectacles. New York: Routledge, 1993.

Grossberg, Michael et. al (ed.). American Historical Review. Vol. 97 (Dec. 1992). Washington: American Historical Association, 1992.

Knight, Peter. Conspiracy Culture – From the Kennedy Assassination to the X-Files. London: Routledge, 2000. Koebner, Thomas (Hrsg.):Filmregisseure. Biographien, Werkbeschreibungen, Filmographien. Stuttgart:

Reclam, 1999.

Lexikon des Internationalen Films. (CD-ROM Ausgabe), München: Systhema Verlag GmbH 1999. Microsoft Cinemania’97 © 1996 Microsoft Corporation.

Oglesby, Carl. „Who Killed JFK? The Media Whitewash“ Sept. 1991. (Online). http://www.ratical.com/ratville/JFK/JFKloot.html (abgerufen am 18.07.2001).

Pipes, Daniel. Conspiracy: how the paranoid style flourishes and where it comes from. New York: Free Press, 1997.

Raskin, Marcus. “JFK and the Culture of Violence“, American Historical Review. 97 (1992): 487-99. Rogin, Michael “JFK: The Movie“, American Historical Review. 97 (1992): 500-05.

Rosenstone, Robert A. “JFK: Historical Fact/ Historical Film“, American Historical Review. 97 (1992): 506-11. Simon, Art. Dangerous Knowledge: the JFK assassination in art and film. Philadelphia: Temple Univ. Press, 1996.

Filmkritiken:

Ebert, Roger. „JFK“. ChicagoSun-Times(Dec. 20, 1991), http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/1991/12/686250.html (abgerufen am 18.07.2001).

Howe, Desson. „JFK“. The Washington Post (Dec. 20, 1991), http://www.washingtonpost.com/wp-srv/style/longterm/movies/videos/jfkrhowe_a0ae8d.htm (abgerufen am 18.07.2001).

Kempley, Rita „JFK“. The Washington Post (Dec. 20, 1991), http://www.washingtonpost.com/wp-srv/style/longterm/movies/videos/jfkrkempley_a0a288.htm (abgerufen am 18.07.2001).

Travers, Peter. „JFK“. Rolling Stone, http://www.rollingstone.com/mv_reviews/review.asp?mid=74366&afl=imdb (abgerufen am 18.07.2001).

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Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Oliver Stones JFK - Handout
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Amerika-Institut)
Veranstaltung
Proseminar: "Trust No One" - Verschwörungstheorien in der amerikanischen Kulturgeschichte
Note
1,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
4
Katalognummer
V14451
ISBN (eBook)
9783638198493
Dateigröße
570 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Handout zum Referat über den Film "JFK" mit vielen Daten und Fakten zum Film, sowie Quellenangaben
Schlagworte
Oliver, Stones, Handout, Proseminar, Trust, Verschwörungstheorien, Kulturgeschichte
Arbeit zitieren
Uwe Sperlich (Autor), 2001, Oliver Stones JFK - Handout, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14451

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