Die Frage nach der Wahl einer geeigneten Rechtsform hat mit der Unternehmenssteuerreform 2008 viele Vergleichsberechnungen und Kommentare hervorgerufen.
Sowohl für Existenzgründer als auch für bestehende Unternehmen sind die daraus resultierenden neuen steuerlichen Aspekte wie auch außersteuerliche Gesichtspunkte für die Wahl in Betracht zu ziehen.
Ein Nebeneffekt der Formwahl ist die Steueroptimierung innerhalb einer Form, wozu diese Ausarbeitung auch Möglichkeiten aufzeigt.
Ziel dieser Ausarbeitung ist der aktuelle Vergleich zwischen Personenunternehmen und Kapitalgesellschaft unter Berücksichtigung von ertragsteuerlichen Aspekten.
Kapitel 2 gibt einen kurzen Vorspann über wichtige außersteuerliche Entscheidungskriterien zur Rechtsformwahl.
Mit Kapitel 3 ergibt sich ein Überblick zu den wesentlichen Gesetzesänderungen durch die Unternehmensteuerreform. Deren Auswirkungen werden anschließend für Personen- und Kapitalgesellschaft analysiert.
Kapitel 4 fasst diese Analyse im direkten Vergleich der Rechtsformen zusammen und ergänzt weitere Aspekte.
Hieraus gewonnene Erkenntnisse sind in Kapitel 5 mit einem Fazit zum Abschluss gebracht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bedeutung der Rechtsformwahl
2.1 Das Entscheidungsproblem: „Wahl der Rechtsform“
2.2 Außersteuerliche Kriterien im Überblick
2.2.1 Haftung
2.2.2 Vertretungsbefugnis
2.2.3 Geschäftsführung
2.2.4 Gewinn- und Verlustverteilung
2.2.5 Publizitätspflicht
2.2.6 Art und Umfang der Mitbestimmung
2.2.7 Aufwendungen der Rechtsform
2.2.8 Finanzierungsmöglichkeiten
3 Einfluss der Unternehmensteuerreform 2008 auf die Rechtsformwahl
3.1 Wesentliche Änderungen im Überblick
3.1.1 Änderungen die beide Rechtsformen betreffen
3.1.2 Wichtige Neuerungen für Personengesellschaften
3.1.3 Wichtige Neuerungen für Kapitalgesellschaften
3.2 Steuerbelastungswirkungen für die Rechtsformen im Einzelnen
3.3 Ertragbesteuerung bei Personenunternehmen
3.3.1 Gewerbesteuerliche Auswirkungen
3.3.2 Thesaurierungsbegünstigung
3.4 Ertragbesteuerung bei Kapitalgesellschaften
3.4.1 Gewerbesteuerliche Auswirkungen
3.4.2 Ausschüttungen
4 Steuerbelastungsvergleiche
4.1 Regelbesteuerung
4.2 Thesaurierung
4.2.1 Schuldrechtliche Verträge
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Unternehmensteuerreform 2008 auf die optimale Rechtsformwahl zwischen Personenunternehmen und Kapitalgesellschaften. Das primäre Ziel ist ein aktueller Vergleich der ertragsteuerlichen Belastungen unter Berücksichtigung von Strukturänderungen im Steuersystem, um Entscheidungshilfen für Existenzgründer und bestehende Unternehmen zu liefern.
- Analyse der außersteuerlichen Entscheidungskriterien bei der Rechtsformwahl.
- Untersuchung der Auswirkungen der Unternehmensteuerreform 2008 auf beide Rechtsformen.
- Detaillierter Vergleich der steuerlichen Belastungswirkungen (Regelbesteuerung vs. Thesaurierung).
- Bewertung von Gestaltungsmöglichkeiten wie schuldrechtlichen Verträgen und Investitionsabzugsbeträgen.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Gewerbesteuerliche Auswirkungen
Bei Personenunternehmen und Kapitalgesellschaften ist die Gewerbesteuer ein entscheidender Faktor in der Gesamtsteuerbelastung. Kleine Personenunternehmen und Existenzgründer betrifft die Abschaffung des Staffeltarifes insbesondere in ihrer Rechtsformwahl.
Die Bedeutung von gewerbesteuerlichen Hebesätzen für die Gesamtsteuerbelastung veranschaulicht die nachgehende Tabelle. Hierbei wurde zum einen der Freibetrag nach § 11 Abs. 1 GewStG als auch ein Einkommensteuerspitzensatz von 45 % mit in die Berechnungen einbezogen. Zum Vergleich der Auswirkung des Freibetrags auf die prozentuale Gesamtsteuerbelastung dienen die Ergebnisse der unteren Zeile von Tabelle 1.
Die Gewerbesteuer führt im Vergleich zur bisherigen Rechtslage insbesondere bei Unterschreiten des „kritischen Hebesatzes von 315,7 %“ zu einer deutlichen Mehrbelastung. Auch stellt sich die Frage, ob einige Kommunen ihren Hebesatz nicht auf mindestens 334 % anheben müssen, damit nach neuem Recht die Anrechenbarkeit der Gewerbesteuer bei der Einkommensteuer auch einen Entlastungseffekt bewirkt. Bei einem Hebesatz von 380 % liegt die maximale Entlastungswirkung. Damit dominiert ein Standort mit Hebesätzen nahe bzw. gleich 380 % bei Personenunternehmen nach gegenwärtigem Recht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit erläutert das Ziel, den steuerlichen Vergleich zwischen Personenunternehmen und Kapitalgesellschaften nach der Unternehmensteuerreform 2008 zu ziehen.
2 Bedeutung der Rechtsformwahl: Dieses Kapitel behandelt die elementaren außersteuerlichen Kriterien wie Haftung, Geschäftsführung und Finanzierungsmöglichkeiten bei der Wahl einer Unternehmensform.
3 Einfluss der Unternehmensteuerreform 2008 auf die Rechtsformwahl: Das Kapitel analysiert die wesentlichen Gesetzesänderungen sowie deren spezifische ertragsteuerliche Auswirkungen auf Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften.
4 Steuerbelastungsvergleiche: Hier erfolgt der direkte Vergleich der Rechtsformen unter den Aspekten der Regelbesteuerung und der Thesaurierung inklusive der Gestaltung durch schuldrechtliche Verträge.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine individuelle Berechnung notwendig ist und ein Rechtsformwechsel nicht zwingend aus rein steuerlichen Gründen erfolgen muss.
Schlüsselwörter
Rechtsformwahl, Unternehmensteuerreform 2008, Personenunternehmen, Kapitalgesellschaft, Gewerbesteuer, Einkommensteuer, Thesaurierungsbegünstigung, Körperschaftsteuer, Steuerbelastung, Anrechnungsfaktor, Hebesatz, Steueroptimierung, Schuldrechtliche Verträge, Gewinnverwendung, § 34a EStG
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform 2008 auf die steuerliche Attraktivität und die Wahl zwischen den Rechtsformen Personenunternehmen und Kapitalgesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Gewerbesteuerbelastung, die Thesaurierungsbegünstigung (§ 34a EStG), die Körperschaftsteuer sowie außersteuerliche Aspekte wie Haftung und Geschäftsführung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Ausarbeitung?
Das Ziel ist ein aktueller Vergleich der steuerlichen Belastung beider Rechtsformen, um Entscheidungsträgern eine Grundlage für eine fundierte Wahl der Rechtsform zu bieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine rechtsvergleichende Analyse und eine quantitative Betrachtung mittels Modellrechnungen unter Annahme definierter Steuerhebesätze und Bemessungsgrundlagen.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Auswirkung der Gewerbesteuer, der Thesaurierungsregelung, der Ausschüttungsproblematik sowie Gestaltungsmöglichkeiten durch schuldrechtliche Verträge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Rechtsformwahl, Steuerbelastungsvergleich, Thesaurierungsbegünstigung, Gewerbesteuerhebesätze und die Reform des Unternehmenssteuerrechts 2008.
Warum spielt der Hebesatz bei der Rechtsformwahl eine so große Rolle?
Da die Gewerbesteuer bei Personenunternehmen über die Einkommensteuer angerechnet werden kann, ist die Höhe des Hebesatzes entscheidend für das Ausmaß der steuerlichen Entlastung.
Was ist das Fazit zur „Thesaurierungsbegünstigung“ für kleinere Unternehmen?
Für kleine und mittlere Unternehmen wird die Regelung aufgrund der notwendigen langfristigen Konstanz und Komplexität oft als ein „Glücksspiel“ eingestuft, das nicht für jeden Betrieb sinnvoll ist.
- Citar trabajo
- Benjamin Schmale (Autor), 2009, Rechtsformwahl zwischen Personenunternehmen und Kapitalgesellschaft unter dem Gesichtspunkt der ertragsteuerlichen Belastung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144527