Im Zuge der Finanzkrise werden Gewinnmaximierungsstrategien immer öfter starker Kritik unterworfen.
Die wertorientierte Unternehmensführung ist ein Instrument, das beide Strategien in sich birgt. Diese Seminararbeit befasst sich im Rahmen des Seminars “Wertorientierte Unternehmensführung der DAX 30 Unternehmen“, mit der Deutschen Bank und soll Aufschluss darüber geben, in wie weit das Unternehmen wertorientiert gesteuert wird. Dabei wird in den verschiedenen Punkten erst auf die theoretischen Rahmenbedingungen eingegangen, anschließend werden die angesprochenen Sachverhalte auf die Deutsche Bank umgelegt, um am Schluss auf den Gehalt an Wertorientierung untersucht zu werden.
Als Einstieg wird der wertorientierte Ansatz erläutert. Der nächste Teil dieser Seminararbeit setzt sich mit den Eigenkapitalkosten auseinander und beschreibt dabei die Ermittlung nach dem Capital Asset Pricing Model. Im nächsten Schritt werden die Eigenkapitalkosten nach CAPM für die Deutsche Bank berechnet sowie der WACC Ansatz erklärt und seine Eignung für Banken ermittelt. Punkt 4 beschäftigt sich mir den wertorientierten Verfahren bei Banken. Im nächsten Punkt wird auf den RAROC und seine Bedeutung im Bankensektor eingegangen. Im folgenden Unterpunkt wird versucht die Bedeutung und Herleitung des RAROCs für die DB zu ermitteln. Die Untersuchung des ökonomischen Kapitals der DB schließt das Kapitel des RAROCs ab. Der folgende Hauptpunkt beschäftigt sich mit dem ROE, dessen Definition, Entwicklung und der Herleitung dieser Zielgröße. Im folgenden Unterpunkt wird die Wertorientierung dieser Kennzahl untersucht. Besonderer Focus haben hierbei die in Punkt 3 berechneten Eigenkapitalkosten. Im nächsten Unterpunkt wird die Wertorientierung des ROE...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition Wertorientierte Unternehmensführung
3. Eigenkapitalkosten
3.1 Eigenkapitalkosten nach CAPM
3.2 Eigenkapitalkosten der Deutschen Bank
4. Wertorientierte Verfahren bei Banken
5. Risk Adjusted Return on Capital
5.1 Konzeption des Risk Adjusted Return on Capital
5.2. Der RAROC bei der Deutschen Bank
5.3 Das ökonomische Kapital der Deutschen Bank
6. Return on Equity als Hauptsteuerungsgröße der Deutschen Bank
6.1 Definition, Entwicklung und Herleitung des RoE
6.2 Wertorientierung des Return on Equity
6.3 Kritische Betrachtung der Wertorientierung des Return on Equity
7. Anreizsysteme zur Zielerreichung
8. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Deutsche Bank eine wertorientierte Unternehmensführung praktiziert und wie sie ihre Steuerungsprozesse in diesem Kontext ausrichtet.
- Analyse theoretischer Grundlagen wertorientierter Steuerungsinstrumente
- Untersuchung der Eigenkapitalkostenermittlung mittels CAPM für die Deutsche Bank
- Evaluierung der Rolle von RAROC und ökonomischem Kapital im Bankwesen
- Kritische Würdigung des Return on Equity (RoE) als zentrale Steuerungsgröße
- Beurteilung der Anreizsysteme auf Vorstandsebene hinsichtlich ihrer Wertorientierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Eigenkapitalkosten nach CAPM
Eine von vielen Möglichkeiten die Eigenkapital-kosten zu bestimmten, ist das Capital Asset Pricing Model. Bei diesem Model wird davon ausgegangen, dass ein Investor für ein höheres Risiko eine höhere Rendite erwartet. Das Risiko ist hierbei als Volatilität der Aktie zu verstehen. Ausgehend von den Anlagealternativen, wird mindestens der risikolose Zinssatz “Rf“ von beispielsweise Staatsanleihen verlangt. Zudem wird von Eigenkapitalgebern eine Marktrisikoprämie verlangt, die der durchschnittlichen Rendite von ähnlich risikobehafteten Anlagen “Rm“, abzüglich des schon gefordertem, risikolosem Zinssatz entspricht. Diese lässt sich bei einem Dax Unternehmen sehr leicht durch die durchschnittliche Dax Rendite ermitteln. Da jedoch die Risikostruktur nicht genau der der Referenzunternehmen entspricht, wird die Marktrisikoprämie mit einem Abhängigkeitsfaktor (Beta Faktor; ß) multipliziert. Welcher angibt, wie sehr das Papier auf Veränderungen des Referenzmarktes reagiert. Somit deckt man mit der folgenden Formel nicht nur das systematische, sondern auch das unternehmensspezifische Risiko ab.
CAPM = Rf + (Rm-Rf) * ß
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Relevanz der wertorientierten Unternehmensführung im Kontext der Finanzkrise und skizziert das Vorgehen der Arbeit.
2. Begriffsdefinition Wertorientierte Unternehmensführung: Dieses Kapitel definiert die wertorientierte Unternehmensführung als Instrument zur langfristigen Unternehmenswertsteigerung unter Berücksichtigung aller Stakeholder.
3. Eigenkapitalkosten: Es werden die theoretischen Grundlagen des CAPM erläutert und eine beispielhafte Berechnung für die Deutsche Bank durchgeführt.
4. Wertorientierte Verfahren bei Banken: Das Kapitel betrachtet die Kennzahlen EVA und RAROC im spezifischen Kontext von Banken und deren Einsatz zur Steuerung.
5. Risk Adjusted Return on Capital: Hier werden das Konzept des RAROC sowie die Ermittlung des ökonomischen Kapitals bei der Deutschen Bank detailliert beschrieben.
6. Return on Equity als Hauptsteuerungsgröße der Deutschen Bank: Der RoE wird als primäre Zielgröße der Bank analysiert, wobei die Entwicklung, die Berechnung des Active Equity sowie die Kritik an der Wertorientierung im Vordergrund stehen.
7. Anreizsysteme zur Zielerreichung: Dieses Kapitel durchleuchtet die Vorstandsvergütung und deren Verknüpfung mit dem RoE sowie Aktienrenditen.
8. Schlussbetrachtung: Abschließend wird die Anwendungsweise der Steuerungsinstrumente bei der Deutschen Bank kritisch reflektiert und zukünftige Herausforderungen aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Wertorientierte Unternehmensführung, Deutsche Bank, Eigenkapitalkosten, CAPM, RAROC, ökonomisches Kapital, Return on Equity, RoE, Active Equity, Banksteuerung, Anreizsysteme, Vorstandsvergütung, Shareholder Value, Stakeholder, Kapitalmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der wertorientierten Steuerung bei der Deutschen Bank und prüft, inwiefern Kennzahlen und Methoden des Wertmanagements in die Unternehmenspraxis integriert sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Ermittlung von Eigenkapitalkosten, den Einsatz von risikoadjustierten Ertragskennzahlen wie RAROC sowie die Steuerung über den Return on Equity (RoE).
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, ein Urteil darüber zu bilden, ob und wie die Deutsche Bank ihr Handeln am Unternehmenswert ausrichtet und welche Rolle dabei Kennzahlen wie der RoE spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der Verfahren, eine Anwendung der CAPM-Logik auf Daten der Deutschen Bank sowie die Interpretation von Geschäftsberichten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Kapitalkosten, die Erläuterung bankenspezifischer Steuerungskennzahlen (RAROC, RoE) und die kritische Analyse der Anreizstrukturen für den Vorstand.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Wertorientierte Unternehmensführung, RAROC, RoE, Eigenkapitalkosten und Deutsche Bank.
Warum spielt der RAROC für die Deutsche Bank eine Rolle?
Der RAROC ist ein Steuerungsinstrument, das Erträge ins Verhältnis zum ökonomischen Kapital setzt und somit eine risikogerechte Performance-Beurteilung von Geschäftsbereichen ermöglicht.
Wie kritisch ist der RoE als Steuerungsgröße zu sehen?
Der RoE ist vergangenheitsorientiert und bietet keine explizite Kapitalzinsbetrachtung, weshalb er ohne ergänzende risikoorientierte Instrumente nur begrenzt zur aktiven Wertsteigerungssteuerung geeignet ist.
Welchen Einfluss hat die Finanzkrise auf die behandelte Thematik?
Die Finanzkrise verdeutlicht die Gefahr einer kurzfristigen Gewinnmaximierung und führt dazu, dass Eigenkapitalgeber zunehmend eine striktere Risikokontrolle statt reiner Renditesteigerung fordern.
- Citation du texte
- Jörg Gathmann (Auteur), 2009, Wertorientierte Unternehmensführung Deutsche Bank, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144549