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Formen der Sprachkritik und Sprachpflege

Geschichte der Sprachkritik und Sprachpflege sowie heutige Ansätze zur Sprachberatung außerhalb der Schule

Title: Formen der Sprachkritik und Sprachpflege

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jessica Horn (Author)

Didactics - German Studies
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In dieser Hausarbeit sollen Formen der Sprachkritik und der Sprachpflege sowie Möglichkeiten der Sprachberatung außerhalb der Schule vorgestellt werden. Greule und Ahlvers-Liebel nannten in diesem Zusammenhang in ihrer Abhandlung der „Germanistischen Sprachpflege“ eine begriffliche Definition des Wortes Sprachpflege. So verstehen sie Sprachpflege als eine Form der Sprachkritik, da sie auf „jede beratende Bemühung um den Sprachgebrauch einzelner Individuen, die auf eine verbesserte sprachliche Kompetenz und auf einen reflektierten, d.h. kritischen und selbstkritischen Sprachgebrauch abzielt.“ Sprachpflege setzt insofern Sprachkritik voraus, als dass ein reflektierter und selbstkritischer Sprachgebrauch vorhanden sein muss, um Sprachpflege überhaupt betreiben zu können. Glaubt man nun Linke und Voigt, so sehen sie Sprachkritik zuerst einmal in dem Sinne von (Unter-)Scheidung, Untersuchung und Prüfung an. Sprachkritik ist somit eine Äußerungsform von Sprachbewusstsein und unterstreicht daher den engen Zusammenhang zwischen Sprachpflege und Sprachkritik.
Dass die Grenzen zwischen Sprachpflege und Sprachkritik in der Tat fließend sind, soll schon der in dieser Arbeit präsentierte Überblick über die Geschichte der germanistischen Sprachpflege aufzeigen. Sprachkritische Reflexionen über das Naziregime sollen dann anschließend anhand Victor Klemperes „LTI. Notizbuch eines Philologen“ sowie Dolf Sternbergers, Gerhard Storz und W.E. Süskinds „Aus dem Wörterbuch des Unmenschen“ erörtert werden. Es folgt nun die Vorstellung einer möglichen Form der Sprachpflege und der Sprachkritik durch die Aktion der Wörter bzw. Unwörter des Jahres, durchgeführt durch die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). Als ein exemplarisches Beispiel für Sprachberatung außerhalb der Schule soll das Sprachtelefon der Universität Essen abschließend herausgegriffen werden.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte der germanistischen Sprachpflege

2.1 Sprachpflege im 17. Jahrhundert

2.2 Sprachpflege bis 1832

2.3 Sprachpflege von 1832 bis 1918

2.4 Sprachpflege von 1919 bis 1945

2.5 Sprachpflege von 1946 bis 1970

3. Sprachkritische Reflexionen über das Naziregime

3.1 Victor Klemperers „LTI. Notizbuch eines Philologen”

3.2 Dolf Sternbergers, Gerhard Storz und W.E. Süskinds „Aus dem Wörterbuch des Unmenschen“

4. Sprachpflege und Sprachkritik in der deutschen Sprachgemeinschaft der Gegenwart

5. Sprachberatung außerhalb der Schule

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Wechselspiel zwischen Sprachkritik und Sprachpflege zu beleuchten und verschiedene praktische Formen der Sprachberatung vorzustellen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich sprachbewusstes Handeln historisch entwickelt hat und welche Bedeutung zeitgenössische Konzepte wie die "Wörter des Jahres" oder institutionelle Beratungsangebote für die moderne Sprachgemeinschaft haben.

  • Historische Entwicklung der germanistischen Sprachpflege vom 17. Jahrhundert bis in die Nachkriegszeit.
  • Sprachkritische Auseinandersetzung mit den sprachlichen Mustern des Naziregimes.
  • Analyse der gesellschaftlichen Funktion von "Wörter und Unwörter des Jahres".
  • Untersuchung der Struktur und Motive von Sprachberatungsstellen wie dem Sprachtelefon.

Auszug aus dem Buch

3.2 Dolf Sternbergers, Gerhard Storz und W.E. Süskinds „Aus dem Wörterbuch des Unmenschen“

In diesem Werk aus dem Jahre 1957 werden 21 Wörter und Wendungen zitiert, die dem Naziregime gelten. Bereits 1945 erklärte Sternberger in dem Vorwort zur Zeitschriftenpublikation „Die Wandlung“: „Denn der Begriff des Menschen schließt die Möglichkeit (und Wirklichkeit) des Unmenschen ein.“

Durch diesen Ausspruch bekam Sprachkritik erstmals eine anthropologische Dimension. Denn es konnten nun nicht nur noch die Nazis sein, die anderen auch durch Sprache Gewalt antaten, sondern der Mensch schlechthin war nun zum Missbrauch der Sprache geneigt, bzw. zu seiner eigenen Sprache verdammt, wenn er den Unmenschen in sich, die Oberhand gewinnen ließ. Somit war eine unmenschliche Sprache nicht an eine bestimmte politische und gesellschaftliche Formation gebunden, sondern sei folglich auch unter neuen politischen Bedingungen dingfest zu machen.

Dennoch ergeben sich auch Widersprüche in diesem Werk, die das folgende Zitat „Aus dem Wörterbuch des Unmenschen“ belegen: „Wörter sind nicht unschuldig, können es nicht sein, sondern die Schuld der Sprecher wächst der Sprache selbst zu, fleischt sich ihr gleichsam ein.“

Aber wie lässt sich Sprache denn noch missbrauchen, die von der Schuld ihrer Benutzer bereits korrumpiert ist? Schlosser fragt daher an dieser Stelle provokativ, ob es nun eine der moralischen Schattenseiten des Menschen kongeniale unmenschliche, böse Sprache, die durch kritische Abwehr einerseits und durch Pflege einer menschlichen, guten Sprache beseitigt werden kann, gäbe, oder ob es nur eine Sprache, die je nach Charakter und Absicht der Benutzer mal zum Guten, mal zum Bösen gewendet werden kann, gäbe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition der Begriffe Sprachkritik und Sprachpflege und Skizzierung des Aufbaus der Arbeit.

2. Geschichte der germanistischen Sprachpflege: Darstellung der Entwicklung von den puristischen Anfängen im 17. Jahrhundert bis zur Situation in der Nachkriegszeit.

3. Sprachkritische Reflexionen über das Naziregime: Analyse der sprachkritischen Aufarbeitung der NS-Diktatur anhand der Werke von Klemperer sowie Sternberger et al.

4. Sprachpflege und Sprachkritik in der deutschen Sprachgemeinschaft der Gegenwart: Erläuterung der Relevanz und Wirkung von Aktionen wie den Wörtern und Unwörtern des Jahres.

5. Sprachberatung außerhalb der Schule: Untersuchung der Arbeitsweise und Nutzerstrukturen am Beispiel des Sprachtelefons der Universität Essen.

6. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung, die gegen die These vom allgemeinen Sprachverfall argumentiert.

Schlüsselwörter

Sprachpflege, Sprachkritik, Purismus, Sprachberatung, Germanistik, Nationalsozialismus, LTI, Unwort des Jahres, Sprachwandel, Sprachnorm, Sprachbewusstsein, Sprachtelefon, Sprachgebrauch, Sprachgemeinschaft, Sprachverfall.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung und die verschiedenen Ausprägungen von Sprachkritik und Sprachpflege sowie praktische Angebote zur Sprachberatung im deutschen Sprachraum.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Sprachpflege, der Auseinandersetzung mit totalitärer Sprache sowie zeitgenössischen Formen der Sprachkritik durch öffentliche Aktionen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Sprachkritik und Sprachpflege essenzielle Bestandteile eines reflektierten Sprachgebrauchs sind und dass ein systematischer "Sprachverfall" empirisch nicht haltbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die historische Quellen und wissenschaftliche Abhandlungen zur Sprachwissenschaft heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick, eine Analyse sprachkritischer Werke zur NS-Zeit, eine Untersuchung der "Wörter des Jahres"-Aktion sowie eine Auswertung des Sprachtelefons als praktisches Beratungsbeispiel.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sprachbewusstsein, Sprachreinigung, gesellschaftliche Reflexion über Sprache und die Rolle der Sprachwissenschaft für die Öffentlichkeit.

Welche anthropologische Dimension hat die Sprachkritik laut Sternberger?

Die Kritik erhält eine anthropologische Dimension, da nicht mehr nur politische Systeme für den Sprachmissbrauch verantwortlich gemacht werden, sondern die generelle Neigung des Menschen dazu betont wird.

Wie unterscheidet sich die Nutzung des Sprachtelefons zwischen den Nutzergruppen?

Während berufliche Nutzer oft konkrete Unsicherheiten (Orthografie, Grammatik) klären möchten, suchen Privatpersonen häufig nach Bestätigung für ihr Sprachgefühl oder kritisieren den Sprachgebrauch anderer.

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Details

Title
Formen der Sprachkritik und Sprachpflege
Subtitle
Geschichte der Sprachkritik und Sprachpflege sowie heutige Ansätze zur Sprachberatung außerhalb der Schule
College
University of Wuppertal
Grade
2,0
Author
Jessica Horn (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V144569
ISBN (eBook)
9783640555093
ISBN (Book)
9783640554959
Language
German
Tags
Formen Sprachkritik Sprachpflege Geschichte Sprachkritik Sprachpflege Ansätze Sprachberatung Schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Horn (Author), 2007, Formen der Sprachkritik und Sprachpflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144569
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