Die Wahrnehmung muslimischen Lebens geht oft mit Mutmaßungen oder Vorurteilen einher. Verlautbarungen und das öffentliche Auftreten von muslimischen Organisationen prägen unsere Vorstellungen von der islamischen Lebensweise und angesichts der Berichterstattung über Fundamentalismus und Terroranschläge in letzter Zeit bestimmen auch die Medien in nicht unerheblichem Maße das Bild, das man von Muslimen und Musliminnen hat. Die nicht-organisierte Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime rückt dabei kaum ins Blickfeld. Berichte über desolate Verhältnisse an deutschen Schulen mit hohem Ausländeranteil, Aggressionssteigerung sowie Bildungs- und Sprachdefizite bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund heizen außerdem die öffentlichen Diskussionen über mangelnde Integration und Orientierungslosigkeit an.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die Lebenswelt von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund unter dem Gesichtspunkt der muslimischen Religiosität näher zu beleuchten. Zunächst möchte ich mir mehr Wissen über den Islam und seine Grundsätze aneignen und weitervermitteln - des weiteren mehr über muslimische Erziehungsvorstellungen und -methoden erfahren. Zuletzt wird die Bedeutung der muslimischen Religiosität im Alltag türkisch-stämmiger Jugendlicher untersucht. Fragen, die mich diesbezüglich interessieren, richten sich auf den Glauben und die religiöse Erfahrung der Jugendlichen sowie auf ihre religiöse Praxis und die Konsequenzen, die sie aus ihrer religiösen Überzeugung für ihr Leben in Deutschland ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Der Islam
2.2. Der Islam und das Christentum
2.3. Islamische Glaubenssätze
2.3.1. Der Glaube an einen einzigen, unpersönlichen Gott
2.3.2. Der Glaube an Engel
2.3.3. Der Glaube an alle vorherigen Bücher
2.3.4. Der Glaube an alle Propheten
2.3.5. Der Glaube an das Jenseits
2.3.6. Der Glaube an das Schicksal (göttliche Vorherbestimmung)
2.4. Glaubenssäulen im Islam
2.4.1. Glaubensbekenntnis
2.4.2. Gebet
2.4.3. Fasten
2.4.4. Almosengeben
2.4.5. Pilgern nach Mekka
2.5. Feste und Feiertage
2.6. Islamische Erziehung
2.6.1. die Familie
2.6.2. die Schule
2.6.3. Erziehungsmethoden
2.7. Die Rolle der Religion im Alltagsleben von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund
2.7.1. Religiöse Praxis und religiöse Einstellungen in türkischen Migrantenfamilien
2.7.2. Zur Religiosität von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, die Lebenswelt von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund unter dem Fokus der muslimischen Religiosität zu untersuchen und dabei sowohl theoretische Grundlagen des Islam als auch aktuelle Forschungsergebnisse zur religiösen Praxis und Erziehung zu beleuchten.
- Theoretische Grundlagen des Islam und islamische Glaubenssätze
- Islamische Erziehungsvorstellungen in Familie und Schule
- Religiöse Praxis von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund
- Bedeutung der Religion für Identitätsbildung und Alltag in Deutschland
Auszug aus dem Buch
2.1. Der Islam
Der Islam (arab. = Hingabe, Unterwerfung) bezeichnet die vom Propheten Mohammed gestiftete Weltreligion, die den absoluten Monotheismus lehrt. Seine Anhänger, die Moslems, verehren Allah in bildlosem Kult als den einzigen Schöpfer der Welt. Dem Glauben nach sind die Engel Gottes Boten und Mohammed ist sein letzter Prophet (Vorläufer sind Abraham, Moses, Jesus). Das heilige Buch mit unbedingter Autorität ist der Koran und neben ihm die Tradition (Sunna = arab. Weg). Der Koran (arab. = Lesung) enthält die Offenbarung Mohammeds und ist eingeteilt in 114 Suren (Kapitel), teils prophetischen, teils gesetzgeberischen Inhalts. Um 650 wurde das heilige Buch der Mohammedaner auf Veranlassung von Kalif Othman zu einer kanonischen Sammlung vereinigt. Der Islam basiert auf dem Glauben der Moslems an ein zukünftiges Gericht Allahs, welches die Menschen zu Seligkeit oder Verdammnis bestimmt. Die absolute Ergebenheit in Gottes Willen (Kismet), das Glaubensbekenntnis, tägliches (5maliges) Gebet, vollständiges Fasten tagsüber im Monat Ramadan, Almosengeben und eine Wallfahrt nach Mekka sind wesentliche kultische Pflichten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin stellt das Thema vor, motiviert es durch die aktuelle gesellschaftliche Debatte in Deutschland und legt den Aufbau sowie die genutzte Literatur dar.
2. Hauptteil: Dieser Abschnitt umfasst die theoretischen Grundlagen des Islam, die Säulen des Glaubens, islamische Erziehungsmethoden sowie eine detaillierte Analyse der Religiosität bei Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund anhand bestehender Studien.
3. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach Religion im Alltag von Migranten eine zentrale Rolle spielt, sich bei Jugendlichen jedoch Wandlungsprozesse hin zu einer individualisierten Religionsausübung zeigen.
Schlüsselwörter
Islam, Muslimische Religiosität, Migrationshintergrund, Erziehungsmethoden, Koran, Gebet, Fasten, Identitätsbildung, Integration, Glaubenssätze, Jugendliche, Religionspraxis, Wertevermittlung, Individualisierung, Säkularisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der muslimischen Religiosität für die Lebenswelt von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die theologischen Grundpfeiler des Islam, die islamische Erziehung innerhalb der Familie und Schule sowie die empirische Analyse der religiösen Praxis junger Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für den Einfluss des muslimischen Glaubens auf das Erziehungsverhalten und die Alltagswirklichkeit türkischstämmiger Jugendlicher zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der Auswertung bestehender empirischer Studien sowie statistischer Daten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung der islamischen Lehre und Praktiken (Säulen) sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Rolle der Religion in Erziehung und Alltag junger Menschen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Muslimische Religiosität, Migrationshintergrund, Identitätsbildung, islamische Erziehung und Religionspraxis geprägt.
Wie bewertet der Islam den Einsatz von Schlägen in der Erziehung?
Andac beschreibt Schläge als die schwerste Strafe im Islam, die nur im äußersten Fall erlaubt ist, jedoch von vielen Erziehern heutzutage abgelehnt wird, da sie die menschliche Entwicklung eher behindert.
Welche Rolle spielt die "Moderne" bei der Religiosität junger Muslime?
Der Einfluss der Moderne führt bei vielen Jugendlichen zu einem Reflexionsprozess, bei dem sie versuchen, ihre Religion kognitiv zu durchdringen und individuell an die westliche Lebensumwelt anzupassen.
- Quote paper
- Anne Rechlin (Author), 2006, Muslimische Religiosität und ihre Bedeutung im Alltagsleben von Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144606