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Die Hitlerjugend. Jugendliche und deren Widerstand in einem totalitären System

Title: Die Hitlerjugend. Jugendliche und deren Widerstand in einem totalitären System

Seminar Paper , 2023 , 29 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Kathrin Silvia (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Die folgende Seminararbeit gibt einen Überblick über den Aufbau der Hitlerjugend und dem Widerstand der Jugendlichen.

Das totalitäre System des nationalsozialistischen Adolf Hitler betraf nicht nur Erwachsene, auch Jugendliche litten unter diesem. Sie stellten sich mutig dem Regime entgegen und leisteten Widerstand, häufig aber leise und unbemerkt. Das Ziel war es dem Zwang der Hitlerjugend unter Reichsjugendführer Baldur von Schirach zu entkommen und dies auf oftmals kreative Art und Weise.

In der Reichsberger Rede von 1938 widmete sich Hitler der Vorstellung einer Jugend zu, welche ihr individuelles Leben für die Gemeinschaft und Ideologie des Dritten Reichs aufgeben sollte. Er schaffte aus Jugendlichen, Gefangene eines totalitären Systems. Sein verlängerter Arm zur Jugend war die Jugendorganisation „Hitlerjugend“ oder auch überbegrifflich aller Jugendbewegungen der NSDAP „Gesamt-Hitlerjugend“ genannt, welche ihre Spuren schon in weitaus früherer Zeit zog und junge Erwachsene systematisch auf den Einsatz im Krieg vorbereitete. Ab 1939 wurde die Hitlerjugend ab dem 10. Lebensjahr für Mädchen und Jungen verpflichtend und dies bedeutete einen permanenten nationalsozialistischen, ideologischen Zwang unter spielerischem Vordergrund. Nach 8 Jahren Gesamt-HJ folgte die Eingliederung in die SA, SS oder zum verpflichtenden Arbeitsdienst der NSDAP. Diese „Ausbildung“ wie man sie nennen mag, sollte einen überzeugten Nationalsozialisten aus der Jugend hervorbringen, welcher vor Kraft strotzt. Dennoch wusste Hitler sehr deutlich, unter welchen Umständen er diesen neuen Menschen formen mochte, unter Zucht, Dressur und permanenter nationalsozialistischen Kontrolle auf Lebzeiten.

Doch die Fragen, welche sich hier stellen, sind: Wie sah es in den Köpfen dieser jungen Frauen und Männer unter diesem totalitären Gesamt-HJ System aus? Versuchten diese durch Widerstand dem Alltag der Gesamt-HJ zu entfliehen und wie wurde dieser Widerstand geleistet?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Prolog

1. Gründung der Gesamt-HJ

1.1. Untergruppierungen der Gesamt-Hitlerjugend

1.2. Innerparteiliche Machtkämpfe um den Posten des RJF

1.3. Untergang und Wiedergeburt der Gesamt-HJ

1.4. Gleichschaltung bis zur Jugenddienstpflicht

1.5. Widerstand der Jugend – Der Verpflichtung entziehen

2. Aufbau und Gliederung der Gesamt-HJ

2.1. Widerstand – Ablehnung des BDM als „Nicht-Deutsche“

3. Symbolik und Propaganda der Gesamt-HJ

3.1. Symbolik

3.2. Widerstand – Individualität als Regelbruch

3.3. Propaganda

3.3.1. Presse und Literatur

3.3.2. Rundfunk

3.3.3. Redewesen

3.3.4. Film

4. Erziehung der Jugend durch die NSDAP

4.1. Erziehungsziele im Bund Deutscher Mädchen

4.1.1. Widerstand – Freistellung des BDM war Verhandlungssache

4.2. Erziehungsziele in der Hitlerjugend

4.2.1. Widerstand – Entschuldigte Fehlstunden beim JV

5. Religion in nationalsozialistischen Zeiten

5.1. Widerstand der Jugend – Beibehaltung der Religion

6. Aktivitäten der Gesamt-HJ

7. Pflichten der Jugend

7.1. Landjahr, Pflichtjahr und Landdienst

7.2. Reichsarbeitsdienst

8. Zusammenfassung

9. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Methoden und das Funktionieren des nationalsozialistischen Jugend-Systems sowie die verschiedenen Formen des jugendlichen Widerstands unter diesem totalitären Regime. Basierend auf Zeitzeugenberichten und wissenschaftlicher Sekundärliteratur analysiert die Arbeit, inwieweit Jugendliche versuchten, der ideologischen Vereinnahmung zu entfliehen und ihre Individualität zu bewahren.

  • Aufbau und Struktur der Gesamt-Hitlerjugend (Gesamt-HJ)
  • Die Rolle von Symbolik und Medienpropaganda bei der Mobilisierung der Jugend
  • Methoden der nationalsozialistischen Erziehung und deren totalitärer Anspruch
  • Der Übergang in die Jugenddienstpflicht und die damit verbundenen Pflichten
  • Passiver und aktiver Widerstand als Ausdruck jugendlicher Selbstbehauptung

Auszug aus dem Buch

1.2. Innerparteiliche Machtkämpfe um den Posten des RJF

Gruber, welcher eigene Ambitionen verfolgte, wurde 1931 als Reichsjugendführer gezwungenermaßen abgesetzt.18 Dies geschah nicht grundlos, denn dem ging ein Machtkampf voraus zwischen Kurt Gruber und Baldur von Schirach, welcher als Mann der Partei am unermüdlichen Aufstieg arbeitete. Hitler unterstellte Gruber, dass dieser als Proletarier aus Sachsen keine reichsweit anerkannte Persönlichkeit der Gesamt-HJ darstellen werde. Die NSDAP Sachsens war „nationalrevolutionär“ ausgerichtet und Gruber sah die Gesamt-HJ im Bereich des Arbeitermilieus, in direkter Konkurrenz zu Sozialdemokraten und Kommunisten.19

Baldur von Schirach wiederum war nicht nur ein enger Vertrauter Joseph Goebbels, welcher ihm die Möglichkeit als Vorredner auf einer Veranstaltung des NSDStB gab, auch zu Adolf Hitler konnte Schirach eine enge Bindung aufbauen. Schirach heiratetet die 17-jährige Henriette Hoffmann, die Tochter des Leibfotografen und engem Freund von Adolf Hitler, Heinrich Hofmann. Durch Henriette Hoffmann baute Schirach eine enge Bindung zu Adolf Hitler auf, dies führte auch dazu, dass dieser als Trauzeuge fungierte. Da sich Baldur von Schirach seit 1930 im Umfeld Hitlers auch nationalsozialistisch engagierte und immer wieder die private Nähe zu diesem suchte, kam es im Oktober 1931 zu einem Abendessen der beiden Männer. Schirach konnte Hitler überzeugen, dass Kurt Gruber trotz Aufmarscherfolgen der HJ nicht der richtige Mann für die Massenmobilisierung der Jugend sei. Dies bewirkte, aller Bemühungen Kurt Grubers zum Trotz, dass Baldur von Schirach am 30. Oktober 1931 zum Reichsjugendführer ernannt wurde und sich den internen Aufstiegsmachtkämpfen entziehen konnte.20

Zusammenfassung der Kapitel

Prolog: Führt in die ideologischen Grundlagen der totalitären Jugendorganisation ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach Widerstandsmöglichkeiten.

1. Gründung der Gesamt-HJ: Beleuchtet die historischen Vorläufer, die innerparteilichen Machtkämpfe um die Führung und die sukzessive Gleichschaltung bis zur Jugenddienstpflicht.

2. Aufbau und Gliederung der Gesamt-HJ: Erläutert die hierarchische Struktur und Untergliederung der Jugendorganisationen sowie erste Ansätze des Widerstands.

3. Symbolik und Propaganda der Gesamt-HJ: Analysiert, wie durch den Einsatz von Symbolen, Medien und gezielten Erziehungsmaßnahmen der Totalitätsanspruch gefestigt wurde.

4. Erziehung der Jugend durch die NSDAP: Beschreibt die entindividualisierende Erziehung im BDM und der HJ sowie die ideologische Indoktrination.

5. Religion in nationalsozialistischen Zeiten: Untersucht das Spannungsfeld zwischen christlicher Identität und der Vereinnahmung durch die nationalsozialistische Weltanschauung.

6. Aktivitäten der Gesamt-HJ: Führt die Sport- und Freizeitaktivitäten sowie die Rolle der Fahrten und Sommerlager zur Gemeinschaftsbildung aus.

7. Pflichten der Jugend: Behandelt die verpflichtenden Arbeitsdienste wie Landjahr, Landdienst und Reichsarbeitsdienst als Instrumente der Disziplinierung.

8. Zusammenfassung: Reflektiert das Unterfangen der Seminararbeit und setzt das System der Hitlerjugend in den historischen Kontext bis zur Zerschlagung 1945.

9. Conclusio: Abschließende Betrachtung, die den passiven Widerstand der ZeitzeugInnen als Akt der menschlichen Selbstbehauptung würdigt.

Schlüsselwörter

Hitlerjugend, Nationalsozialismus, Gesamt-HJ, Widerstand, BDM, Indoktrination, Totalitarismus, Baldur von Schirach, Propaganda, Jugenddienstpflicht, Gleichschaltung, Zeitzeugen, Erziehung, NS-Ideologie, Unterdrückung

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema dieser Seminararbeit?

Die Arbeit untersucht die Struktur und den Totalitätsanspruch der Hitlerjugend sowie die Möglichkeiten und Strategien jugendlichen Widerstands innerhalb dieses Systems.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Analyse ab?

Die Arbeit behandelt den Aufbau der HJ, die Rolle der Propaganda (Presse, Rundfunk, Film), NS-Erziehungsziele, religiöse Konflikte und die Verpflichtung zum Dienst (Landjahr, RAD).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, auf Basis von Zeitzeugenberichten zu hinterfragen, wie Jugendliche versuchten, trotz totalitären Zwangs ihre Identität zu wahren und passiven Widerstand zu leisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung genutzt?

Die Autorin nutzt die Oral-History-Methode, indem sie Audio-visuelle Zeitzeugen-Interviews hermeneutisch interpretiert und mit Sekundärliteratur kontextualisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil fokussiert sich auf die Entstehungsgeschichte der HJ, deren propagandistische Methoden, die Erziehungspraxis unter der NSDAP und die verschiedenen Widerstandsbeispiele im Alltag.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Dazu zählen Begriffe wie Hitlerjugend, Totalitarismus, NS-Ideologie, Zwang, pasiver Widerstand, Gleichschaltung und Indoktrination.

Wie unterschied sich die Behandlung von BDM und HJ in Bezug auf Erziehungsziele und Widerstand?

Während die HJ primär auf militärische Ertüchtigung fokussierte, betonten die BDM-Ziele „Schönheit und Grazie“ bei gleichzeitiger ideologischer Vorbereitung auf die Mutterrolle, wobei sich in beiden Bereichen individueller, meist passiver Widerstand gegen den Gruppenzwang zeigte.

Inwiefern spielte das Elternhaus bei der Widerstandsleistung eine Rolle?

Gezeigte Beispiele illustrieren, dass Eltern den Widerstand ihrer Kinder unterstützten (etwa durch Entschuldigungsbriefe bei Fehlstunden), um sie vor ideologischer Vereinnahmung oder Drill zu schützen.

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Details

Title
Die Hitlerjugend. Jugendliche und deren Widerstand in einem totalitären System
College
University of Graz  (Geschichte)
Course
Totalitäre Systeme
Grade
1.0
Author
Kathrin Silvia (Author)
Publication Year
2023
Pages
29
Catalog Number
V1446129
ISBN (PDF)
9783963553158
ISBN (Book)
9783963553165
Language
German
Tags
Hitlerjugend Totalität totalitäre Regime Adolf Hitler Baldur von Schirach Zweiter Weltkrieg Widerstand Jugendliche SA SS Nationalsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Silvia (Author), 2023, Die Hitlerjugend. Jugendliche und deren Widerstand in einem totalitären System, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1446129
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