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Globalisierung: Die Weltwirtschaftsordnung und ihr Einfluss auf die Ernährungssicherheit in Afrika

Title: Globalisierung: Die Weltwirtschaftsordnung und ihr Einfluss auf die Ernährungssicherheit in Afrika

Seminar Paper , 2008 , 29 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Linda Schiksnus (Author)

Sociology - Economy and Industry
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Während die Prävalenzraten für Übergewicht und Adipositas in den westlichen Industrienationen weiter ansteigen, hat sich die Ernährungssituation nach Zahlen der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) in weiten Teilen Afrikas und Asiens in den vergangenen Jahren weiter verschlechtert. Die Zahl der an Nahrungsmangel leidenden Menschen ist im Jahr 2007 um 75 Millionen auf rund 923 Millionen angestiegen. Die höchsten Prävalenzraten finden sich vor allem im Süden Afrikas und Asiens. Zwischen den Jahren 1969 bis 2004 ist die Anzahl der in Afrika südlich der Sahara an Hunger und Unterernährung leidenden Menschen von 92,8 Millionen auf 213,4 Millionen angestiegen. Dieser extreme Anstieg findet sich in keiner anderen Region der Welt und steht laut den Vereinten Nationen im Zusammenhang mit der pro Kopf gesunkenen Nahrungsmittelproduktion dieser Länder. Zudem haben weltweit 1,1 Milliarden Personen keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser und 2,8 bis 3,3 Milliarden sind von chronischem Süßwassermangel betroffen. Hinsichtlich der weltweit spürbaren Nahrungsmittel-krise konstatierte die FAO auf dem Welternährungsgipfel zur Welternährungs-sicherheit in Rom im Juni dieses Jahres, dass die momentane Nahrungssituation der Welt seit Jahren nicht so kritisch war wie heute. Das Recht auf Nahrung wurde vor knapp 60 Jahren in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen verankert und zudem 1966 im UN-Sozialpakt „Internationaler Pakt für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“ aufgenommen.

[...]

In der folgenden Ausarbeitung18 wird zunächst erörtert, was unter den
Begrifflichkeiten der Globalisierung, Weltwirtschaftsordnung und Ernährungssicherung
zu verstehen ist. Aufbauend auf dieser Begriffsdarlegung soll anhand von
ausgewählten Ländern der Einfluss der Weltwirtschaftsordnung auf die Ernährungssicherung
in Afrika exemplarisch dargestellt werden. Im Zentrum dieser Hausarbeit
wird der Einfluss auf die lokale afrikanische Landwirtschaft stehen, da diese im
direkten Zusammenhang mit der Ernährungssicherung – d. h. mit der
Ernährungssituation der von ihr lebenden Bevölkerung steht. Die Auseinandersetzung
mit dem Einfluss der Bereiche wie Verbrauchergesundheit, und –
beschäftigung, die ebenfalls mit dem Status der Ernährungssicherung eines Volkes
verbunden sind, kann im Rahmen dieser Hausarbeit nicht geleistet werden.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Klärung zentraler Begriffe

2.1 Globalisierung

2.2 Weltwirtschaftsordnung

2.2.1 Internationale Finanzinstitutionen (IFIs)

2.2.2 Welthandelsorganisation (WTO)

2.3 Ernährungssicherheit

3 Einfluss der Weltwirtschaftsordnung auf die Ernährungssicherung in Afrika

3.1 IWF und Weltbank: Strukturanpassungsprogramme (SAPs)

3.1.1 Beispiel zum Einfluss der SAPs auf die Ernährungssicherung in Somalia

3.2 Von der WTO-Entwicklungsrunde zum EPAs

3.2.1 Beispiel zum zu befürchtenden Einfluss des EPAs auf die Ernährungssicherung in Ghana

4 Zusammenfassung/ Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss der neoliberalen Weltwirtschaftsordnung, insbesondere durch IWF, Weltbank und WTO, auf die Ernährungssicherheit in afrikanischen Staaten. Es wird analysiert, wie Strukturanpassungsprogramme (SAPs) und Handelsabkommen (EPAs) lokale landwirtschaftliche Strukturen schwächen und die Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten erhöhen.

  • Wirkungsweise der Bretton-Woods-Institutionen (IWF, Weltbank) in Afrika
  • Folgen der Strukturanpassungsprogramme für die kleinbäuerliche Landwirtschaft
  • Rolle der WTO bei der Marktliberalisierung und ihre Auswirkungen auf den Süden
  • Risiken der Economic Partnership Agreements (EPAs) für die regionale Ernährungssicherheit
  • Fallbeispiele der Auswirkungen auf die Agrarmärkte in Somalia und Ghana

Auszug aus dem Buch

3.1 IWF und Weltbank: Strukturanpassungsprogramme (SAPs)

Nach der Freigabe der Wechselkurse in Folge des Scheiterns des Bretton-Woods-Systems, welches bis in die frühen 1970er Jahre für die Stabilität des internationalen Währungssystem mit festen Wechselkursen zuständig war, gerieten die Wechselkurse durch die Devisenmärkte ins Wanken. Die auf der Bretton-Woods-Konferenz entstandenen Institutionen, wie die IFIs blieben trotz des Scheiterns bestehen. Allerdings ging ihr Kurs nun vom J. M. Keynes geprägten Neoliberalismus der Wirtschaft in eine neoliberale Wirtschaft der „Chicagoer Schule“ über und sie wurden stärker als je zuvor.

Nach dem Scheitern des Bretton-Woods-Systems kam es zur Ölkrise, da die OPEC-Länder den Rohölpreis durch Senkung der Öl-Fördermengen in die Höhe schnellen ließen. Hiervon waren die nicht ölexportierenden Entwicklungsländer der südlichen Erdhalbkugel wie die afrikanischen Länder südlich der Sahara am stärksten betroffen. Diese Länder waren nun auf Entwicklungsgelder angewiesen und gezwungen große Mengen bei den westlichen Geschäftsbanken zu entleihen. In dieser Zeit nutzen auch europäischen Länder, Japan und die USA bis einschließlich 1978 IWF-Kredite um ihre Währung zu stabilisieren. Ende der 1970er Jahre, im Zuge der weiter gestiegenen Ölpreise und Post-Betton-Woods entstandenen Währungskonkurrenz, erhöhten die USA den Basiszins, so dass es für die Schuldnerländer zunehmend schwieriger wurde, die gestiegenen Zinsen ihrer Kredite in den folgenden Jahren zu zahlen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der weltweiten Verschlechterung der Ernährungslage unter besonderer Berücksichtigung Afrikas südlich der Sahara und Einführung in den Einflusskomplex der Weltwirtschaftsorganisationen.

2 Klärung zentraler Begriffe: Definition der theoretischen Grundlagen wie Globalisierung, die Struktur der Bretton-Woods-Institutionen sowie die Abgrenzung von Ernährungssicherheit und Nahrungsmittelsicherheit.

3 Einfluss der Weltwirtschaftsordnung auf die Ernährungssicherung in Afrika: Analyse der konkreten Auswirkungen von SAPs und WTO-Abkommen auf die afrikanische Landwirtschaft unter Einbeziehung der Länderbeispiele Somalia und Ghana.

4 Zusammenfassung/ Fazit: Synthese der Ergebnisse, die eine künstliche Abhängigkeit afrikanischer Länder von Nahrungsmittelimporten infolge neoliberaler Markteingriffe durch die Industriestaaten aufzeigt.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Weltwirtschaftsordnung, Ernährungssicherheit, Afrika, Strukturanpassungsprogramme, IWF, Weltbank, WTO, Landwirtschaft, Kleinbauern, Freihandelsabkommen, EPAs, Importabhängigkeit, Somalia, Ghana.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Einfluss globaler Wirtschaftsstrukturen und Institutionen auf die Ernährungssituation in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die neoliberale Wirtschaftspolitik der Bretton-Woods-Institutionen, die Folgen von Marktliberalisierung für Kleinbauern und die kritische Auseinandersetzung mit Handelsabkommen wie den EPAs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, warum trotz des Reichtums der Region weite Teile Afrikas an Hunger leiden und welchen Anteil die Politik von IWF, Weltbank und WTO an dieser negativen Entwicklung hat.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und führt die theoretischen Begrifflichkeiten anhand von aktuellen Länderfallbeispielen (Somalia und Ghana) exemplarisch aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Funktionsweisen und Auflagen von Strukturanpassungsprogrammen (SAPs) dargelegt und anschließend die Auswirkungen der WTO-Handelspolitik sowie der geplanten EPAs auf die lokale Agrarproduktion untersucht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Globalisierung, Ernährungssicherheit, Strukturanpassung, Handelsliberalisierung und ökonomische Abhängigkeit charakterisieren.

Wie haben sich die Strukturanpassungsprogramme (SAPs) auf Somalia ausgewirkt?

Die SAPs führten zur Marktöffnung, die den lokalen Markt mit billigen Importen aus westlichen Ländern überschwemmte, was die traditionelle Vieh- und Agrarwirtschaft des Landes nachhaltig zerstörte.

Warum wird die Einführung der EPAs in Ghana von NGOs kritisiert?

NGOs warnen, dass durch die weitere Senkung von Importzöllen infolge der EPAs die einheimische Reis- und Geflügelproduktion zusammenbrechen könnte, was die ärmsten Bevölkerungsschichten in eine noch größere Fehlernährung treiben würde.

Welche Rolle spielt die Abhängigkeit von Entwicklungshilfe bei politischen Entscheidungen?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Staaten wie Ghana aufgrund ihrer hohen finanziellen Abhängigkeit von ausländischen Geldgebern wie der EU und der Weltbank nur eingeschränkt in der Lage sind, eigene, autonome wirtschaftspolitische Entscheidungen zum Schutz der lokalen Bauern zu treffen.

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Details

Title
Globalisierung: Die Weltwirtschaftsordnung und ihr Einfluss auf die Ernährungssicherheit in Afrika
College
University of Hannover
Grade
1,7
Author
Linda Schiksnus (Author)
Publication Year
2008
Pages
29
Catalog Number
V144632
ISBN (eBook)
9783640555857
ISBN (Book)
9783640948765
Language
German
Tags
Globalisierung Ernährungssicherheit Afrika Subventionen WTO
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda Schiksnus (Author), 2008, Globalisierung: Die Weltwirtschaftsordnung und ihr Einfluss auf die Ernährungssicherheit in Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144632
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