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Die Bedeutung des Lutatius-Vertrages für den Zweiten Punischen Krieg

Título: Die Bedeutung des Lutatius-Vertrages für den Zweiten Punischen Krieg

Tesis (Bachelor) , 2009 , 39 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Erik Neumann (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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Innerhalb der 118 jährigen Auseinandersetzung zwischen Rom und Karthago soll in dieser Arbeit der Zeitraum des Zweiten Punischen Krieges im Mittelpunkt der Betrachtung stehen (218-201 v. Chr.). Hierbei fokussiere ich mich auf die Vorgeschichte des Krieges, welche über die Ursachen und Anlässe der zweiten römisch-karthagischen Konfrontation Aufschluss gibt. Dabei spielten vor allem Streitereien über beiderseitig geschlossene Staatsverträge eine bedeutende Rolle. Ein zentraler rechtlicher Streitpunkt waren in diesem Zusammenhang die Bestimmungen des Lutatius-Vertrags (241 v. Chr.). Dieser Friedensvertrag, der die Kämpfe des Ersten Punischen Krieges beendete, wirkte sich auch auf die späteren politischen Beziehungen zwischen Rom und Karthago aus. So war der Inhalt dieses Vertragswerks Ausgangspunkt römisch-karthagischer Diskussionen über Schuld, Recht und Legitimation der späteren Kriegsführung.
Ziel soll es sein, fernab der Ideologisierung römischen Vorgehens, ein eigenes Bild über die realen Gegebenheiten zu entwerfen und zwischen historischer Wahrheit und Unwahrheit abzuwägen. Hierfür werden Angaben aus antiken Quellen über den Inhalt des Lutatius-Vertrags und seine Bedeutung für den Zweiten Punischen Krieg hinsichtlich des historischen Wahrheitsgehalts kritisch überprüft. Ferner sollen in Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur diskussionswürdige Aspekte behandelt und schließlich die plausibelste Rekonstruktion der Ereignisse herausgearbeitet werden.
In einem ersten Schritt soll die Quellenlage analysiert werden. Im zweiten Themenschwerpunkt sollen die Bestimmungen des Lutatius-Vertrags im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Nach Polybios müsse man hierbei zwischen zwei unterschiedlichen Vertragswerken unterscheiden. Ziel soll es sein, erste Ansätze der römischen Verzerrung historischer Tatsachen zu erkennen, sowie unterschiedliche Auswirkungen des Vertragswerks zu beleuchten.
Im dritten Themenkomplex werden die rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Rom und Karthago im Vorfeld des Zweiten Punischen Krieges thematisiert.
Nach Kenntnis der rechtlichen Streitpunkte, die im Zusammenhang mit dem Lutatius-Vertrag stehen, wird ersichtlich werden, dass das Kernproblem die iberische Stadt Sagunt darstellt. Die Legitimation eines karthagischen Angriffs auf die Stadt Sagunt wird auf Grundlage des Lutatius-Vertrages von beiden Kriegsparteien unterschiedlich bewertet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenlage

2.1 Römische Annalistik

2.1.1 allgemeine Merkmale

2.1.2 Quellen zum Lutatius-Vertrag und 2. Punischen Krieg

2.2 Polybios von Megalopolis

2.2.1 Biographie und Hauptwerk

2.2.2 Geschichtsverständnis und historische Methode

3. Lutatius-Vertrag

3.1 Präliminarvertrag

3.2 Endgültiger Vertrag

3.3 Auswirkungen

4. Rechtliche Auseinandersetzungen im Vorfeld des 2. Punischen Krieges

4.1 Überblick der Ereignisse

4.2 Erste römische Gesandtschaft (220/219 v. Chr.)

4.3 Zweite römische Gesandtschaft (218 v. Chr.)

5. römisch-saguntinisches Verhältnis

5.1 zeitliche Datierung

5.2 staatsrechtlicher Charakter

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung des Lutatius-Vertrags für den Ausbruch und die rechtliche Legitimation des Zweiten Punischen Krieges. Im Zentrum steht dabei die kritische Analyse der antiken Quellen, insbesondere von Polybios, um die römische Darstellung der karthagischen Kriegsschuld sowie den staatsrechtlichen Status der Stadt Sagunt zu hinterfragen.

  • Kritische Analyse der römischen Geschichtsschreibung und ihrer politischen Instrumentalisierung.
  • Untersuchung der Bestimmungen des Lutatius-Vertrags und seiner Modifikationen.
  • Bewertung der rechtlichen Argumentationen beider Konfliktparteien während der Gesandtschaften.
  • Rekonstruktion des römisch-saguntinischen Verhältnisses im Kontext der Sicherheitsklauseln.

Auszug aus dem Buch

3.1 Präliminarvertrag

Hamilkar und Lutatius unterzeichneten einen Friedensvertrag mit folgenden Bestimmungen: „Sie schickten daher schleunigst zu Barkas hinüber und übertrugen ihm unbeschränkte Vollmacht […]. So wurde denn den Feindseligkeiten durch einen Vertrag etwa folgenden Wortlauts eine Ende gemacht: Unter diesen Bedingungen soll Freundschaft sein zwischen Karthago und Rom, vorausgesetzt daß auch das römische Volk es gutheißt. Die Karthager sollen ganz Sizilien räumen und keinen Krieg gegen Hieron führen noch gegen die Syrakusaner oder die Bundesgenossen der Syrakusaner die Waffen ergreifen. Die Karthager sollen den Römern sämtliche Kriegsgefangenen ohne Lösegeld zurückgeben. An Geld sollen die Karthager den Römern in zwanzig Jahren zweitausendzweihundert euboeische Talente zahlen.“

Alle Bestimmungen standen unter dem Dach einer amicitia zwischen Rom und Karthago, die auf beiderseitiger Einhaltung der Vertragsbestimmungen fußte. Genauer ist unter dem formulierten Freundschaftsverhältnis eine Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zu verstehen, die das Fundament einer zukünftigen friedlichen Beziehung bilden sollen. Der Abschluss von Friedensverträgen unter der deklarativen Bestimmung der amicitia, ist von anderen Verträgen mit Bundesgenossenstatus abzugrenzen. Des Weiteren ist für das Aussprechen einer amicitia zu beachten, dass dafür nicht zwangsläufig eine vertragliche Abmachung notwendig ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen der Untersuchung und formuliert das Ziel, die Ursachen des Zweiten Punischen Krieges kritisch fernab römischer Ideologisierung zu beleuchten.

2. Quellenlage: Dieses Kapitel analysiert die Problematik römischer Geschichtsschreibung und hebt Polybios als zentrale, wenngleich nicht unkritisch zu betrachtende Quelle hervor.

3. Lutatius-Vertrag: Hier werden die Inhalte des Präliminar- und des endgültigen Vertrages sowie deren Auswirkungen und die römische Praxis der Vertragsmanipulation untersucht.

4. Rechtliche Auseinandersetzungen im Vorfeld des 2. Punischen Krieges: Dieses Kapitel thematisiert die römisch-karthagischen Konferenzen und die widersprüchliche Argumentation beider Seiten zur Kriegsschuldfrage.

5. römisch-saguntinisches Verhältnis: Die Untersuchung des Rechtsstatus von Sagunt entlarvt die römische Berufung auf eine Schutzverpflichtung gegenüber Sagunt als Konstrukt zur Legitimation des Krieges.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die römische Kriegsschuld-These historisch haltlos ist und der Konflikt maßgeblich durch römische Expansionsinteressen und Vertragsbeugung geprägt wurde.

Schlüsselwörter

Lutatius-Vertrag, Zweiter Punischer Krieg, Rom, Karthago, Polybios, Römische Annalistik, Sagunt, Sicherheitsklausel, Vertrag, Kriegsschuld, Hamilkar Barkas, Hannibal, amicitia, Bundesgenossen, Rechtsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Rolle des Lutatius-Vertrages von 241 v. Chr. im Kontext der Entstehung und Legitimation des Zweiten Punischen Krieges.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Quellenkritik der römischen Geschichtsschreibung, die Analyse diplomatischer Verträge zwischen Rom und Karthago sowie die Untersuchung des diplomatischen Status von Sagunt.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, inwieweit die antike Überlieferung eine pro-römische Verklärung der Kriegsursachen betreibt und ob die römische Kriegführung rechtlich auf den Lutatius-Vertrag gestützt werden konnte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine historisch-kritische Analyse der antiken Quellentexte (insbesondere Polybios, Livius und anderer Annalisten) vorgenommen, ergänzt durch einen Vergleich mit aktueller geschichtswissenschaftlicher Forschung.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Quellenlage zur römischen Annalistik, die Unterschiede zwischen dem ursprünglichen Präliminarvertrag und der endgültigen Fassung des Lutatius-Vertrages sowie die rechtlichen Argumentationen beider Seiten während der diplomatischen Gesandtschaften.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind der Lutatius-Vertrag, die Sicherheitsklausel des Vertrages, die Interpretation des Status von Sagunt sowie die Kritik an der Objektivität der römischen Geschichtsschreibung.

Wie bewertet der Autor den Wahrheitsgehalt der römischen Quellen über die Kriegsschuld Karthagos?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Behauptung einer karthagischen Hauptschuld ein Konstrukt der pro-römischen Geschichtsschreibung ist, das darauf abzielte, das römische Vorgehen als gerechten Krieg (bellum iustum) darzustellen.

Welche Rolle spielt die Stadt Sagunt in der Argumentation der römischen Gesandtschaften?

Sagunt dient in der römischen Argumentation als angeblicher Bündnispartner, dessen Schutz durch den Lutatius-Vertrag für Rom bindend gewesen sei; der Autor weist jedoch nach, dass dieser Status historisch äußerst fragwürdig ist.

Warum wird die Historizität der Vorbehaltsklausel im Lutatius-Vertrag angezweifelt?

Der Autor argumentiert, dass die Klausel, der zufolge das römische Volk erst über den Vertrag abstimmen müsse, wahrscheinlich von späteren römischen Historikern erfunden wurde, um die einseitige Verschärfung des Vertrages durch Rom nachträglich zu rechtfertigen.

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Detalles

Título
Die Bedeutung des Lutatius-Vertrages für den Zweiten Punischen Krieg
Universidad
University of Leipzig  (Historisches Seminar)
Curso
Die Punischen Kriege
Calificación
1,3
Autor
Erik Neumann (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
39
No. de catálogo
V144670
ISBN (Ebook)
9783640548699
ISBN (Libro)
9783640551705
Idioma
Alemán
Etiqueta
Lutatius-Vertrag Lutatius Zweiter Punischer Krieg 2. Punischer Krieg Hannibal Karthago Kriegsursachen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Erik Neumann (Autor), 2009, Die Bedeutung des Lutatius-Vertrages für den Zweiten Punischen Krieg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144670
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