Die Einflussnahme durch Verbände trifft bei den Medien regelmäßig auf großes Interesse. Oft ist dabei von Lobbyismus im negativen Sinn die Rede. Doch die Arbeit der Verbände stellt in den westlichen Demokratien einen unverzichtbaren Bestandteil der Politik dar. So sagt Schendelen:
„Lobbying is the lifeblood of any political System.
Without lobbies, politics is either irrelevant or dead.”
Warum dies so ist werde ich in der folgenden Arbeit – Einflussnahme von Verbänden auf die staatliche Regulierung – aufzeigen. Ich werde die Akteure, ihre Ziele und Werkzeuge, die Notwendigkeit einer Regulierung von Märkten sowie die Folgen der Einflussnahme durch die Verbände darstellen.
Dazu werde ich zuerst die Akteure und deren Ziele benennen und dabei besonders auf die verschiedenen Regulierungstheorien und -ansätze eingehen. Später in der Arbeit werde ich aufzeigen, woraus sich eine Notwendigkeit zur Regulierung ergibt bzw. wie und warum die Verbände den Regulator zu Regulierungsmaßnahmen bewegen.
In diesem Zusammenhang werde ich auch die Folgen der Einflussnahme durch die Verbände darstellen und zum Schluss noch eine kurze Zusammenfassung meiner Ergebnisse liefern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Akteure und deren Ziele
2.1 Entstehung von Verbänden und ihre Ziele
2.2 Regulator
2.2.1 Public Interest Theory
2.2.2 Ökonomische Theorie der Regulierung
2.2.2.1 Der Ansatz von Stigler
2.2.2.2 Das Modell von Peltzman
2.2.2.3 Das Modell von Becker
3 Gründe für Regulierung
3.1 Marktversagen
3.1.1 Unvollkommene Märkte
3.1.1.1 Gründe
3.1.1.2 Lösungsmöglichkeiten
3.1.2 Externe Effekte
3.1.2.1 Gründe
3.1.2.2 Lösungsmöglichkeiten
3.2 Regulierung durch Einflussnahme der Verbände
3.2.1 Arten der Einflussnahme
3.2.1.1 Überzeugen
3.2.1.2 Verhandeln
3.2.1.3 Druck ausüben
3.2.1.3.1 Initiierung kollektiven Handelns im politischen Bereich
3.2.1.3.2 Initiierung kollektiven Handelns im Marktbereich
3.2.1.3.3 Nutzung des Finanzierungspotentials
3.2.2 Mögliche Wirkungen der Einflussnahme durch Verbände
4 Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Interessenverbänden auf die staatliche Regulierung, analysiert die Akteure, deren Ziele sowie die eingesetzten Strategien und bewertet die ökonomischen Folgen für die Volkswirtschaft.
- Regulierungstheorien (Public Interest Theory vs. Ökonomische Theorie der Regulierung)
- Methoden der Einflussnahme (Überzeugen, Verhandeln, Druckausübung)
- Analyse von Marktversagen und externen Effekten
- Modelle zur Rent-Seeking-Problematik
- Auswirkungen des Lobbyismus auf staatliches Handeln
Auszug aus dem Buch
3.2.1.3 Druck ausüben
Häufig wird im Rahmen der Einflussnahme durch Verbände von pressure Groups gesprochen. Diese Bezeichnung ist jedoch nur für eine Möglichkeit der Einflussnahme durch Interessenverbände auf den Regulator zutreffend, nämlich auf die Einflussnahme durch das Aufbauen von Druck durch die Interessenverbände auf den Regulator. Dieser Aufbau von Druck auf den Regulator kann auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen Mitteln erfolgen. Dies sind zum Einen die mittelbaren Formen der Einflussnahme, durch Initiierung kollektiven Handelns im politischen Bereich und im Marktbereich, zum Anderen ist dies eine unmittelbare Form der Einflussnahme durch die Nutzung des Finanzierungspotentials des Interessenverbandes.
3.2.1.3.1 Initiierung kollektiven Handelns im politischen Bereich
Durch die Initiierung kollektiven Handelns im politischen Bereich, kann der Interessenverband einen hohen Druck auf den Regulator aufbauen. Die Initiierung kollektiven Handelns im politischen Bereich kann auf zwei Arten erfolgen. Entweder der Interessenverbandsvertreter ruft die Mitglieder zur Wahl oder Nichtwahl einer Partei oder eines einzelnen Politikers auf. Die ist in Deutschland regelmäßig vor Parlamentswahlen zu beobachten, wenn einzelne Gewerkschaften ihre Mitglieder zur Wahl einer bestimmten Partei aufrufen.
Die andere Möglichkeit besteht darin, die Mitglieder des eigenen Interessenverbandes dazu aufzurufen, Aktionen durchzuführen, „deren direkte Konsequenzen Nichtmitglieder zu tragen haben, indem ihr Tagesablauf gestört wird.“ Beispiele dafür sind „Unterbrechungen der Verkehrswege ebenso wie Sitzstreiks oder gewalttätige Handlungen.“ Auf diese Art soll das Wahlverhalten der Nichtmitglieder verändert werden, da die Nichtmitglieder die Regierung bzw. den Regulator für die Störungen verantwortlich machen werden. Die Interessenverbände werden sich zur Mobilisierung ihrer Mitglieder vor allem der Verbandsmedien bedienen und Versammlungen abhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Lobbyismus als unverzichtbaren Bestandteil demokratischer Politik und umreißt das Ziel der Arbeit, die Mechanismen der Einflussnahme zu analysieren.
2 Akteure und deren Ziele: Dieses Kapitel stellt die Rollen der Verbände und des Regulators vor und diskutiert verschiedene Theorien wie die Public Interest Theory und ökonomische Regulierungsansätze.
3 Gründe für Regulierung: Das Hauptkapitel analysiert Marktversagen sowie externe Effekte und untersucht detailliert die Instrumente und Wirkungen der Einflussnahme von Verbänden.
4 Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass eine zu hohe Anzahl an Verbänden und ein intensiver Ressourceneinsatz negative Folgen für das Wirtschaftswachstum haben können.
Schlüsselwörter
Verbände, Regulator, Regulierung, Lobbyismus, Marktversagen, externe Effekte, Rent-Seeking, politischer Prozess, Interessen, Wohlfahrtsverlust, ökonomische Theorie, Einflussnahme, Druckausübung, Wirtschaftspolitik, kollektives Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie verschiedene Interessenverbände versuchen, staatliche Regulierungsmaßnahmen zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert auf die Entstehung von Verbänden, die Rollen der Akteure, Gründe für staatliche Regulierung und die Strategien der Einflussnahme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Lobbying-Prozess zu durchleuchten und die ökonomischen Auswirkungen der Einflussnahme auf die staatliche Regulierung zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse auf Grundlage der Neuen Politischen Ökonomie und nutzt ökonomische Regulierungsmodelle (z. B. Stigler, Peltzman, Becker).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse des Marktversagens und eine detaillierte Aufarbeitung der Instrumente (Überzeugen, Verhandeln, Druckausübung) zur Einflussnahme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Lobbyismus, Regulierung, Rent-Seeking, Marktversagen und Interessenverbände.
Was besagt die Theorie des Rent-Seeking in diesem Kontext?
Die Theorie erklärt, dass Unternehmen versuchen, den Regulator so zu beeinflussen, dass Monopolrenten entstehen, wobei politische Unterstützung als Preis für diese Regulierung dient.
Welche Rolle spielt das Finanzierungspotential von Verbänden?
Es wird als direkte Form der Einflussnahme genutzt, etwa durch Spenden an Politiker, finanzielle Unterstützung bei Wahlkämpfen oder das Angebot attraktiver Positionen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2009, Einflussnahme von Verbänden auf die staatliche Regulierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144721