Forstmonitoring

Das ICP FOREST-Programm


Hausarbeit, 2010

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehungshintergründe

3 Aufbau des Programmes

4 Ziele und Aufgaben

5 Durchführung und Methodik
5.1 Level I
5.1.1 Waldzustandserhebung
5.1.2 Bodenzustandserhebung
5.2 Level II

6 Ergebnisse
6.1 Deutschland
6.2 Sachsen-Anhalt

7 Kritik und Fazit

Literatur

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Grundaufbau des ICP FOREST

Abbildung 2: Verteilung der Level I- und Level II-Standorte in Deutschland

Abbildung 3: Einrichtung eines Level I-Probepunktes nach der Kreuztrakt-Methode

Abbildung 4: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung alle Baumarten in Deutschland von 1984-2009

Abbildung 5: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung (Gesamtergebnis) in Sachsen-Anhalt von 1991-2009

Abbildung 6: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung der Kiefer in Sachsen-Anhalt von 1991-2009

Abbildung 7: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung der Fichte in Sachsen-Anhalt von 1991-2009

Abbildung 8: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung der Buche in Sachsen-Anhalt von 1991-2009

Abbildung 9: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung der Eiche in Sachsen-Anhalt von 1991-2009

Tabelle 1: Übersicht der Aufnahmeparameter des ICP-FOREST

Tabelle 2: Schadstufen der Kronenverlichtung

Tabelle 3: kombinierte Schadstufen der Kronenzustandsbeschreibung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Der Wald ist eines der wichtigsten Landschaftselemente der Erde. Mit rund 3,6 Milliarden Hektar sind ca. 29 Prozent der Landoberfläche mit Laub- und Nadelbäume bedeckt (Schenk, W. / Schliephake 2005, S. 391), der Anteil in Deutschland liegt bei rund 31 Prozent (BMELV 2009a, S. 5). Seit Jahrhunderten nutzt der Mensch den Wald, vor allem durch die Verwendung der Ressource Holz als Energieträger und Baumaterial. Die ökonomische Bedeutung des Waldes machen folgende Zahlen deutlich: Im Jahr 2008 erwirtschaftete der Holzsektor rund 168 Milliarden Euro und beschäftigte ca. 1,2 Millionen Menschen in Deutschland (ebd. 2009a, S. 5). Der Wert des Waldes geht allerdings weit über die anthropogene „Ausbeutung“ hinaus, denn er erfüllt viele „wichtige Funktionen für den gesamten Landschaftshaushalt“ (Hofmeister 1997, S. 251). Das Konzept der Funktionen des Waldes (Zundel 1990 in Schenk / Schliephake 2005, S. 393) weist ihm neben den Nutzfunktionen, die Erholungs- und Schutzfunktionen zu. Besonders hervorzuheben ist die hohe Bedeutung des Waldes hinsichtlich des Boden-, Wasser- und Klimaschutzes, der Grundwasserneubildung, der Filter- und Pufferwirkung sowie der Bereitstellung von Erholungsraum für den Menschen. Trotz der beachtlichen makroökonomischen Zahlen (siehe oben) kommen den Schutzfunktionen in dicht besiedelten und hochindustrialisierten Ländern wie Deutschland eine besondere Rolle zu (BMELV 2009a, S. 5). Inwieweit die Wälder diese Funktionen erfüllen können, hängt von deren Gesundheitszustand ab. Die Vitalität der Waldbäume bzw. der Waldzustand „wird nicht von einem isolierten Faktor, sondern [von] der Summe aller auf das Waldökosystem einwirkenden Umweltfaktoren beeinträchtigt“ (MLUV / SenStadt Berlin 2004b, S. 8). Zum Einen sind dies natürliche Einflüsse, wie Witterung, Samenbildung und Schadorganismen. Zum Anderen sind es die anthropogen verursachten Einflüsse, die in erheblichem Maße auf das Ökosystem Wald einwirken und die ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Funktionsweisen beeinträchtigen können (LWF 2004, S. 39), wobei die vom Menschen verursachten Luftverunreinigungen die Hauptgefahr darstellen (Hofmeister 1997, S. 254). Die genauen Wirkungen der Schadstoffe sind allerdings unklar, da der Wald ein offenes System ist und es dadurch zu sehr komplexen Prozessen kommt. Die verschiedenen Stressfaktoren, sowohl natürlich, als auch anthropogen, beeinflussen sich gegenseitig und können sich in ihrer Wirkung auf die Stabilität des Waldökosystems abschwächen oder verstärken (BMELV 2009a, S. 16).

Die herausragende Stellung des Waldes für das ökologische Gleichgewicht, die immense Bedeutung für eine Vielzahl von Lebewesen und der hohe ökonomische und soziale Wert erfordern es, dass das Naturgut „Wald“ erhalten wird, auch „im gemeinsamen Interesse der Lebensqualität aller Bürger“ (LWF 2004, S. 39). Um wirksame Maßnahmen einleiten zu können, müssen die „forstlichen“ Entscheidungsträger auf verlässliche wissenschaftliche Informationen über die Funktionsweisen und Wirkungen von Schadstoffen im Wald zurückgreifen können, sowie Kenntnisse über den aktuellen Zustand der Wälder.

Diese Arbeit soll einen Überblick über den grundlegenden Aufbau, die Ziele und Aufgaben und die Ergebnisse des forstlichen Umweltmonitoring liefern. Zunächst wird im folgenden Kapitel die Entstehung des forstlichen Umweltmonitoring-Programmes aufgezeigt.

2 Entstehungshintergründe

Zu Beginn der 70er Jahre kam es in Folge des jahrzehntelangen unkontrollierten Ausstoßens von Luftschadstoffen seit Beginn der Industrialisierung und der stetigen Intensivierung der Landwirtschaft zu vermehrter Kronenverlichtung und Absterbeereignissen in den europäischen Wäldern. Die so genannten „neuartigen Waldschäden“ bzw. das „Waldsterben“ wurden erstmals öffentlich diskutiert (Hofmeister 1997, S. 253). Die dramatischen Verschlechterungen des Waldzustandes in Europa sowie der Fakt, dass die Ursachen der Waldschäden länderübergreifend wirkten (UBA 2004, S. 21), waren der Ursprung für ein weltweit einzigartiges Beobachtungsprogramm. In Deutschland und anderen europäischen Staaten erkannte man die Notwendigkeit Maßnahmen einzuleiten, die zum einen dem „Waldsterben“ entgegenwirken und zum anderen das Natur- und Kulturgut Wald auch für zukünftige Generationen erhält (BMELV 2009a, S. 77; MLUV / SenStadt Berlin 2001, S. 9; LWF 2004, S. 39). Daher wurde von Seiten der Europäischen Union und der Wirtschaftsgemeinschaft der Vereinten Nationen (UN ECE) 1986 ein Programm ins Leben gerufen, das offiziell als „ICP FOREST“ bezeichnet wird (SenStadt Berlin 2001, S. 9): Das International Co-operation Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests.

Die Grundlage für dieses Programm ist das 1979 unterzeichnete und 1983 in Kraft getretene Übereinkommen über weiträumige grenzübergreifende Luftverunreinigungen, die so genannte Genfer Luftreinhaltekonvention. Für die Umsetzung des Abkommens und dem Aufbau des Programmes ICP FOREST wurden von Seiten der EU eine Reihe von Richtlinien erlassen, wobei die Ratsverordnung Nr. 3528/86 als das rechtliche Grundfundament angesehen werden kann (LWF 2004, S. 39; SenStadt Berlin 2001, S. 9; BML 1995, S .3).

Der grundlegende Aufbau des Programmes und die auf deutscher Ebene beteiligten Organisationen sind Inhalt des folgenden Kapitels.

3 Aufbau des Programmes

Abbildung 1: Grundaufbau des ICP FOREST (Quelle: eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Allgemein kann das ICP FOREST als ein „mehrstufig aufeinander abgestimmtes Untersuchungsprogramm mit unterschiedlichen Intensitätsstufen“ (MLUV / SenStadt Berlin 2001, S. 9; ebd. 2004a, S. 3; UBA 2004, S. 21) bezeichnet werden. Es untergliedert sich in die so genannte „Level I“- und „Level II“-Erhebung (vgl. Abbildung 1). Auf der Ebene der „Level I“-Untersuchung wird eine flächenrepräsentative bzw. flächendeckende Stichprobenerhebung durchgeführt, welche sich aus der Waldzustandserhebung (WZE) und der Bodenzustandserhebung (BZE) zusammensetzt. Die WZE wird seit 1984 jährlich durchgeführt (in den neuen Bundesländern seit 1990), wohingegen die BZE nur alle 10 bis 20 Jahre wiederholt wird. Die bisher einzige (vollständige) BZE fand im Zeitraum von 1987 bis 1993 statt. Die zweite Intensitätsstufe („Level II“) umfasst ein Intensivmonitoring auf ausgewählten Dauerbeobachtungsflächen. Erst 1994 entschieden sich die Teilnehmerländer des ICP FOREST für eine Einführung dieser zusätzlichen Untersuchungsebene. Bei der „Level II“-Erhebung handelt es sich im Gegensatz zu der „Level I“-Untersuchung nicht um eine repräsentative Stichprobe sondern beinhaltet Fallstudien, die auf die in Deutschland am häufigsten vorkommenden Waldflächen verteilt sind (UBA 2008, S. 135; ebd. 2004, S. 21f; MLUV / SenStadt Berlin 2001, S. 9; LWF 2004, S. 78). Die differenzierte Ausrichtung der beiden Untersuchungsebenen spiegelt sich in der unterschiedlichen Anzahl der Aufnahmepunkte und deren Verteilung wider (vgl. Abbildung 2). 2008 gab es im Level I 423 Probepunkte, wohingegen im Level II nur an 88 Probepunkte Messungen erfolgten (BMLV 2009a, S. 78, BMLV 2009b, S. 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Verteilung der Level I- und Level II-Standorte in Deutschland

(Quelle: Umweltbundesamt 2009)

Für die Durchführung des ICP FOREST lassen sich auf Bundesebene zwei Akteure nennen. Zum Einen das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), welches das Programm durch eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe koordiniert und Deutschland gegenüber der EU und ICP FOREST vertritt (Umweltbundesamt 2009). Zum Anderen das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), das auf nationaler Ebene die Koordination des Programmes und deren Auswertung leitet sowie als nationales Datenzentrum fungiert (UBA 2008, S. 135). Die Erhebungen erfolgen durch die Forstverwaltungen der einzelnen Bundesländer. Speziell für Sachsen-Anhalt ist die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt für die Aufnahme der Daten verantwortlich, wobei es sich allerdings um eine gemeinsame Einrichtung der Länder Sachsen-Anhalt, Hessen und Niedersachsen handelt (Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt 2009).

Die Zielsetzung des Programmes und dessen Aufgaben sind Inhalt des folgenden Kapitels.

[...]

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Forstmonitoring
Untertitel
Das ICP FOREST-Programm
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Geowissenschaften)
Veranstaltung
Physisch-Geographische Prozesse in Geoökosystemen
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V144727
ISBN (eBook)
9783640544134
ISBN (Buch)
9783640544257
Dateigröße
934 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Forst, Wald, Umweltmonitoring, ICP FOREST, LEVEL, Level I, Level II, Umweltbeobachtung, Forstmonitoring, Waldmonitroing, forstliches Umweltmonitoring, Waldschäden, Waldzustand, Waldzustandserhebung, Bodenzustandserhebung, WZE, BZE, Dauerbeobachtung, Dauerbeobachtungsflächen, Kronenansprache, Kronenverlichtung, neuartige Waldschäden
Arbeit zitieren
B.Sc. Marcel Demuth (Autor), 2010, Forstmonitoring, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144727

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