Aufgrund der in den vergangenen 12 - 18 Monaten einmaligen Ereignisse an den internationalen Finanzmärkten und des daraus resultierenden Einbruchs der Aktienmärkte hinterfragen immer mehr Anleger die Ergebnisse und die Qualität ihrer Anlagelösungen.
Trotz oftmals hoher Gebühren war es den aktiven Anlagemanagern in den meisten Fällen nicht möglich einen starken Wertverlust der Anlagen zu verhindern. Wofür bezahlt man diese Manager dann überhaupt, wenn doch nur das gleich schlechte Ergebnis des Marktes erreicht wird? Diese Frage stellen sich sowohl private als auch institutionelle Anleger.
Ziel dieser Arbeit ist es daher einen Überblick über die Alternativen zu bieten, direkt den „Aktienmarkt“ zu kaufen. Hierzu werden zuerst die Grundintensionen und – modelle des
„Passive Asset Management“ beschrieben, welches den Gegenpol zur aktiv gemanagten Anlage bildet. Nachfolgend werden die verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt Aktienindizes nachzubilden, wobei vor allem die Kosten und die Nachbildungsqualität dieser Verfahren im Mittelpunkt der Arbeit stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit
2. Grundzüge des passiven Asset Managements
3. Der Tracking Error als zentrales Managementinstrument
4. Reale Tracking Ansätze
4.1. Full Replication
4.2. Partial Replication
5. Synthetische Tracking Ansätze
5.1. Synthetisierung mittels Index-Futures
5.2. Synthetisierung mittels SWAP-Geschäften
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Methoden zur Nachbildung von Aktienindizes im passiven Asset Management, mit dem Ziel, Anlegern einen Überblick über die Möglichkeiten zu bieten, direkt in den Aktienmarkt zu investieren. Dabei wird analysiert, wie diese Verfahren unter Berücksichtigung von Kosten und Nachbildungsqualität, gemessen durch den sogenannten Tracking Error, in der Praxis umgesetzt werden können.
- Grundlagen und Abgrenzung von aktivem zu passivem Asset Management
- Messung der Abbildungsqualität durch den Tracking Error
- Reale Tracking-Verfahren wie Full und Partial Replication
- Synthetische Replikationsmethoden mittels Index-Futures und SWAPs
- Analyse von Kostenstrukturen und Risiken der verschiedenen Verfahren
Auszug aus dem Buch
4.1. Full Replication
Die Full Replication Methode ist auf den ersten Blick der naheliegenste Weg, einen Vergleichsindex im passiven Asset Management physisch vollständig nachzubilden. In diesem Modell werden sämtliche Indextitel gemäß Ihrer Gewichtung im Index und der Index-Formel in das Index-Portfolio erworben. Grundsätzlich erlaubt diese Strategie somit eine möglichst genaue Nachbildung des Vergleichsindex und einen daraus resultierenden niedrigen Tracking-Error.
Die Abbildungsqualität, ausgedrückt in Form des Tracking-Errors bei der Nachbildung von Aktienindizes per Full-Replication, hängt vor allem von dem nachzubildenden Index ab. Prinzipiell ist zu beachten, dass Aktienindizes mathematische Konstrukte sind und somit auch Bruchteile von Aktien enthalten können. Allein diese Tatsache führt dazu, dass Bruchteile in der Realität nicht zu erwerben sind und es logischerweise zu einem Abbildungsfehler im Tracking-Portfolio kommt. Je größer das Portfoliovolumen ist, desto geringer wird der mögliche Abbildungsfehler aufgrund der Ganzzahligkeitsprobleme im Index.
Weiterhin ist die Unterscheidung zwischen einem Preis- und Performance-Index in der Betrachtung der Full-Replication nötig. Bei einem Preis-Index werden die Dividendenzahlungen der enthaltenen Unternehmen nicht weiter berücksichtigt. Anders beim Performance-Index – hier werden die Dividendenzahlungen sofort wieder in den Index reinvestiert. Eine zeitgleiche Investition dieser Erträge, zu den im Index unterstellten Kursen, ist bei der Nachbildung nicht ohne weiteres durchführbar. So kann es auch hier zu Abbildungsfehlern kommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit: Diese Einführung erläutert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über Methoden der Index-Nachbildung zu geben, und skizziert die methodische Vorgehensweise der Untersuchung.
2. Grundzüge des passiven Asset Managements: Dieses Kapitel grenzt das passive vom aktiven Anlagemanagement ab und beleuchtet die Bedeutung der informationseffizienten Märkte für passive Anlagestrategien.
3. Der Tracking Error als zentrales Managementinstrument: Hier wird der Tracking Error als essenzielle Messgröße für die Abbildungsqualität und als Kontrollinstrument im passiven Management definiert.
4. Reale Tracking Ansätze: Das Kapitel analysiert physische Nachbildungsverfahren, wobei detailliert zwischen der vollständigen Abbildung durch Full Replication und der gewichteten Auswahl bei der Partial Replication unterschieden wird.
5. Synthetische Tracking Ansätze: Es werden alternative Methoden beschrieben, die nicht auf dem direkten Kauf von Aktien basieren, sondern Indizes mittels Derivaten wie Index-Futures oder SWAP-Geschäften synthetisch abbilden.
6. Schluss: Der abschließende Teil fasst zusammen, dass kein Verfahren universell überlegen ist, und unterstreicht den Bedarf an weiterer Forschung, insbesondere im Bereich der SWAP-basierten Replikation.
Schlüsselwörter
Passives Asset Management, Aktienindex, Tracking Error, Full Replication, Partial Replication, Stratified Sampling, Optimized Sampling, Index-Futures, SWAP-Geschäfte, Informationseffizienz, Benchmark, Portfoliomanagement, Abbildungsfehler, Finanzmarkt, Replikationsmethoden
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die verschiedenen Methoden, mit denen Aktienindizes im passiven Asset Management nachgebildet werden können, um eine Marktrendite zu erzielen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Abgrenzung zum aktiven Management, die Bedeutung des Tracking Errors sowie die detaillierte Beschreibung realer und synthetischer Nachbildungsverfahren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser einen fundierten Überblick über die verschiedenen praktizierten Methoden der Index-Nachbildung und deren spezifische Vor- und Nachteile zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, um die verschiedenen Verfahren zu vergleichen, ohne dabei auf komplexe mathematische Herleitungen zurückzugreifen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis des passiven Anlagemanagements, die Einführung des Tracking Errors und die Erläuterung spezifischer Methoden wie Full Replication, Partial Replication und synthetische Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind passives Asset Management, Tracking Error, Replikationsmethoden (real und synthetisch) sowie Index-Tracking.
Warum ist der Tracking Error für Portfoliomanager so wichtig?
Er dient als quantitative Messgröße für den Abbildungsfehler und hilft Managern dabei, die Qualität ihrer Strategie in Bezug auf die Benchmark zu steuern und zu kontrollieren.
Was unterscheidet die Full Replication von der Partial Replication?
Bei der Full Replication werden alle Titel eines Index physisch erworben, während bei der Partial Replication nur eine Auswahl der Indextitel genutzt wird, um die Benchmark mit geringerem Aufwand abzubilden.
Welches Risiko ist bei der Verwendung von SWAP-Geschäften besonders zu beachten?
Das Hauptrisiko bei synthetischen SWAP-Geschäften ist das Kontrahentenrisiko, also die Gefahr, dass der Vertragspartner seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann.
- Quote paper
- Florian Stolzenberg (Author), 2009, Methoden zur Nachbildung von Aktienindizes im passiven Asset Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144807