Die Schwerpunkte meiner Hausarbeit liegen auf der Untersuchung der Fachsprachen- und Jugendsprachenentwicklung. Die Entwicklungstendenzen werden mithilfe von Illustrierten herausgearbeitet. Eine genauere Aussage bezüglich des Entwicklungsstandes ist nur durch einen direkten Vergleich auf vorausgehende Ergebnisse möglich, die mir nicht zur Verfügung stehen.
Zu Beginn der Arbeit wird eine Übersicht gegeben, welcher Bereich des Sprachwandels mit dem lexikalischen Wandel betroffen ist. Außerdem werden die wichtigsten Entlehnungsquellen aufgezeigt. Im Anschluss werden die bedeutendsten sprachlichen Einflüsse charakterisiert. Im nächsten Schritt wird die Fachsprache thematisiert, woraufhin insbesondere auch verschiedene Anglizismenformen klassifiziert werden.
Im Anschluss folgt die Auswertung der Sprachuntersuchung der Zeitschriften.
Zum Schluss ziehe ich noch ein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprachwandel: Einflüsse auf die deutsche Sprache in der Vergangenheit
2. 1. Lexikalischer Wandel des Deutschen
2. 2. Chronologie wichtigster Entlehungsquellen
3. Erweiterung des Lexikons: neue Wörter werden aufgenommen
3.1. Fremdwort
3.2. Wortbildung: Derivation, Komposition, Neologismus
3.2.1. Derivation
3.2.2. Komposition
3.2.3. Neologismus
4. Eintritt der Fachsprachen
5. Anglizismus
5.1. Klassifizierung der Anglizismen
6. Sprachuntersuchung von Illustrierten aus unterschiedlichen Bereichen
6.1. Auswertung der Sprachuntersuchung der Fachzeitschriften
6.2. Auswertung der Sprachuntersuchung der Bravo
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die aktuellen Entwicklungstendenzen des deutschen Sprachwandels mit einem Fokus auf Fachsprachen und Jugendsprache, wobei als empirische Grundlage verschiedene Zeitschriften analysiert werden, um den Einfluss von Anglizismen und neu gebildeten Wörtern aufzuzeigen.
- Historische Grundlagen des lexikalischen Sprachwandels
- Mechanismen der Wortbildung und Lexikerweiterung
- Klassifizierung und Einfluss von Anglizismen im modernen Deutsch
- Analyse der Sprachverwendung in Fachzeitschriften vs. Jugendmedien
- Spannungsfeld zwischen Fachsprache und unterhaltender Werbesprache
Auszug aus dem Buch
6.2. Auswertung der Sprachuntersuchung der Bravo
Zu Beginn möchte ich die Befunde von B1 vorstellen und erste Schlüsse ziehen.
Der erste Eindruck von B1 lässt vermuten, dass weit über 50 % der Begriffe nicht dem gewöhnlichen Erbwortschatz entnommen sind und vielmehr zu den Anglizismen und Wortbildungsprodukten gehören. Prinzipiell sind die Tendenzen der Jugendsprache durch Begrifflichkeiten wie „krass“ und „cool“ aufgezeigt, jedoch handelt es sich meines Erachtens durch die hohe Zahl der Verwendung eindeutig um eine Hyperbel. In dieser Ausgabe der Zeitschrift ist das Wort „girl“ 116 Mal in Varitionen wie „110-Kilo-girl“ oder „Supergirl“ vertreten.
Die Bezeichnungen für Mädchen oder Jungen werden immer durch „girls“ und „boys“ ersetzt. Außerdem werden Steigerungsformen mithilfe von „Super“ und „Mega“ gebildet, jedoch in so hoher Anzahl, dass es auffallend unnatürlich für die Jugendsprache wirkt. Die Gradpartikel „super“ und „mega“ werden zumeist in Kombinationen mit Substantiven vor allem in Form von Kompositionsbildung zur Substantivierung genutzt, wie „Mega-Absatz“ und „Super-Obst“, jedoch wirkt die maßlose Verwendung z.T. aufgesetzt, da es nicht notwendig ist, den hohen Absatz eines Schuhes als „Mega-Absatz“ zu bezeichnen. Außerdem erscheint diese Wortbildung in Anbetracht dessen unnötig, dass die entstandenen Kompositionen nur eine Steigerung der Semantik des Substantivs enthalten und nicht im übertragenen Sinne eine neue Semantik erzeugen. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei den Verfassern dieser Texte nicht zwangsläufig um Jugendliche handelt, werden die jugendlichen Rezipienten geradezu dazu genötigt, ein Mädchen als „girl“ zu bezeichnen. Ein nach subjektivem Empfinden bewundernswerteres Mädchen wird in aufgewerteter Form als „Supergirl“ bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Schwerpunkte der Hausarbeit, nämlich die Untersuchung der Entwicklungen von Fach- und Jugendsprache anhand von Zeitschriften.
2. Sprachwandel: Einflüsse auf die deutsche Sprache in der Vergangenheit: Historischer Überblick über lexikalischen Wandel und die Bedeutung von Entlehnungen aus anderen Sprachen.
3. Erweiterung des Lexikons: neue Wörter werden aufgenommen: Erläuterung der Prozesse wie Fremdwortübernahme, Derivation, Komposition und Neologismus zur Erweiterung des Wortschatzes.
4. Eintritt der Fachsprachen: Darstellung der Fachsprachen als treibender Faktor für lexikalische Neuerungen durch technischen und kulturellen Fortschritt.
5. Anglizismus: Definition des Begriffs und Klassifizierung der Anglizismen anhand ihres Bekanntheitsgrads.
6. Sprachuntersuchung von Illustrierten aus unterschiedlichen Bereichen: Empirische Analyse von Fachzeitschriften und der Bravo hinsichtlich ihrer Sprachverwendung.
7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse mit Fokus auf den Einfluss der Umgangssprache und den Unterschieden zwischen Fach- und Jugendmedien.
Schlüsselwörter
Sprachwandel, Lexik, Anglizismen, Fachsprache, Jugendsprache, Wortbildung, Derivation, Komposition, Neologismus, Fremdwort, Sprachkontakt, Massenmedien, Internationalismen, Sprachverfall, Umgangssprache
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den aktuellen Sprachwandel in der deutschen Gegenwartssprache mit einem Fokus darauf, wie Fachsprachen und die Jugendsprache sich durch neue Wörter und Anglizismen verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Einordnung von Entlehnungen, moderne Wortbildungsprozesse (Derivation, Komposition) sowie die Analyse von Zeitschriften als Sprachquellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, anhand von konkreten Beispielen aus Illustrierten aufzuzeigen, wie sich der Sprachgebrauch in Fachbereichen und bei Jugendlichen durch externe Einflüsse entwickelt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin führt eine korpusgestützte Auswertung von fünf ausgewählten Zeitschriften durch, um aspektorientiert das Vorkommen von Anglizismen und die Struktur von Wortbildungen zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt die theoretischen Grundlagen der Wortbildung, die Klassifizierung von Anglizismen und die konkrete Auswertung des Sprachgebrauchs in Fachmagazinen sowie in der Jugendzeitschrift Bravo ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Sprachwandel, Anglizismen, Fachsprache, Wortbildung, Komposition und Jugendsprache sind für das Verständnis der Arbeit zentral.
Wie unterscheidet sich die Sprachverwendung in der Bravo von den anderen analysierten Zeitschriften?
Die Analyse zeigt, dass die Bravo eine sehr hohe Dichte an Anglizismen und Neologismen aufweist, die oft übermäßig und unnatürlich wirken, während Fachzeitschriften zwar Fachvokabular nutzen, aber sprachlich eher an standardisierte Strukturen gebunden bleiben.
Welche Rolle spielt die Werbesprache in den untersuchten Medien?
Die Autorin stellt fest, dass sowohl Fachzeitschriften als auch die Bravo zur Werbesprache neigen, um durch spannungserzeugende Ausdrücke, Interjektionen oder informelle Begriffe die Aufmerksamkeit der Leser zu gewinnen.
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- Duygu Oecaldi (Author), 2009, Sprachwandel: Fachsprache und Jugendsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144809