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Von der Unwahrheit der Wahrheit

Title: Von der Unwahrheit der Wahrheit

Seminar Paper , 2008 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michel Beger (Author)

Pedagogy - General
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Um den Einstieg in die theoretische Abhandlung dieser Arbeit zu finden, möchte ich zunächst ein Zitat des deutschen Autors Wolfgang Borchert anbringen, der in seiner Erzählung „Draußen vor der Tür“ folgendes niederschreibt: „Mit der Wahrheit ist es wie mit einer stadtbekannten Hure. Jeder kennt sie, aber es ist peinlich, wenn man ihr auf der Straße begegnet.“ (Borchert, 1956, S.33)
Bei einem ersten Blick auf dieses Zitat, wird man sich ein Lächeln kaum verkneifen können, doch beim nochmaligen Lesen sieht man dann spätestens, dass es darin nicht um jemanden geht, der in der ganzen Stadt bekannt ist, sondern um ein Gebilde mit dem Namen „Wahrheit“. Wenn man diese einmal bildhaft darstellen will, kann man sie mit einem Bahnhof vergleichen. Dabei ist dieser Bahnhof aber keine normale Haltestelle, sondern vielmehr eine Endstelle. Man kann zu ihr hinfahren, aber nur in entgegen gesetzter Richtung auch wieder weg fahren und sie nicht als Zwischenstation auf der Weiterreise nutzen.
Im Folgenden werde ich untersuchen, inwieweit man von Wahrheit spricht, wenn man über die Wahrheit spricht. Es gilt also herauszufinden, wie viel Wahres in der Wahrheit steckt, zu prüfen, woraus diese entsteht und warum es oft unangenehm ist sie zu kennen.
Dazu werde ich zunächst allgemein aufzeigen, worum es sich bei der Wahrheit handelt, um anschließend im Schwerpunkt auf wissenschaftliche Theorien eingehen zu können. Diese Arbeit soll keine komplette Darlegung wissenschaftlicher Wahrheitstheorien sein, sondern sich mit den Hauptthemen beschäftigen, die grundlegend für dieses Feld der Wissenschaft sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zwischen Wahrheit und Unwahrheit

2.1 Was ist Wahrheit? Was ist Unwahrheit?

2.2 Bedeutung einer „Theorie der Wahrheit“

3. Die wissenschaftliche Frage nach der Wahrheit

3.1 Platon und Aristoteles: Anfänge der Suche nach der Wahrheit

3.2 Die Korrespondenztheorie der Wahrheit

3.3 Die Kohärenztheorie der Wahrheit

3.4 Summa Summarum

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Begriff der Wahrheit kritisch zu hinterfragen und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit verschiedenen Wahrheitstheorien aufzuzeigen, um ein besseres Verständnis für das komplexe Spannungsfeld zwischen Wahrheit und Unwahrheit zu entwickeln.

  • Die begriffliche Differenzierung und das Verhältnis von Wahrheit und Unwahrheit.
  • Die Bedeutung und Funktion wissenschaftlicher Theorien im Kontext des Wahrheitsbegriffs.
  • Historische Perspektiven auf die Wahrheitssuche (Platon und Aristoteles).
  • Eingehende Analyse der Korrespondenztheorie der Wahrheit.
  • Eingehende Analyse der Kohärenztheorie der Wahrheit nach Nicholas Rescher.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Korrespondenztheorie der Wahrheit

Als Älteste und Bekannteste bildet die Korrespondenztheorie die Grundbasis aller Theorieentwürfe der Wahrheitstheorie und somit auch in der ewigen Suche nach dem Wahrheitsbegriff selbst. Sie entstammt den aristotelisch-scholastischen Denkweisen und ist die bis heute am weitesten verbreitete Theorie der Wahrheit. (vgl. Puntel, 1978, S.26)

In der Korrespondenztheorie versteht man unter Wahrheit diejenige Erkenntnis, „die mit der (objektiven) Wirklichkeit übereinstimmt.“ (Kreiner, 1992, S.83). Das bedeutet, man sieht die Wahrheit als Ergebnis einer Aussage und dem, was diese ausdrücken will, also der Wirklichkeit.

Ein einfaches Beispiel dafür ist zu sagen, dass heute die Sonne scheint – ungeachtet dessen, dass die Sonne nicht scheint, sondern nur strahlt, und dies nebenbei bemerkt immer tut, auch wenn wir uns mit einem wolkenverhangenen Himmel zufrieden geben müssen. Man vergleicht nun die Aussage mit der Wirklichkeit, also mit der derzeitigen Wettersituation und kommt zu dem Schluss, dass die Sonne entweder sichtbar „strahlt“ oder der Himmel grau und undurchlässig für Sonnenstrahlen ist. Wahrheit ist also dann gegenwärtig, wenn wir sagen, dass die Sonne scheint und sie dies tatsächlich auch tut. Man setzt also sog. Propositionen in Relation zur Wirklichkeit. (vgl. Kreiner, 1992, S.90)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt mit einem Zitat in das Thema ein und umreißt die Absicht, die Wahrheit als theoretisches Konstrukt und als grundlegendes Thema der Wissenschaft zu untersuchen.

2. Zwischen Wahrheit und Unwahrheit: Dieses Kapitel thematisiert das Spannungsfeld zwischen Wahrheit und Lüge und erörtert, warum Wahrheit oft als ein System der Ordnung betrachtet wird, während Unwahrheit als offenes System der Unordnung gilt.

2.1 Was ist Wahrheit? Was ist Unwahrheit?: Der Autor untersucht das menschliche Verhältnis zur Wahrheit, indem er naturwissenschaftliche Analogien (Systeme der Ordnung vs. Unordnung) auf das menschliche Handeln und Lügen überträgt.

2.2 Bedeutung einer „Theorie der Wahrheit“: Hier wird geklärt, welche Anforderungen an eine wissenschaftliche Theorie der Wahrheit gestellt werden und inwieweit philosophische Auffassungen von Wahrheit als „Theorie“ bezeichnet werden können.

3. Die wissenschaftliche Frage nach der Wahrheit: Das Kapitel bietet einen historischen und systematischen Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Wahrheitsfrage.

3.1 Platon und Aristoteles: Anfänge der Suche nach der Wahrheit: Der Autor erläutert die Grundlagen der Wahrheitssuche bei Platon (Höhlengleichnis) und Aristoteles (Stoff und Form) und deren Bedeutung für spätere Theoriebildungen.

3.2 Die Korrespondenztheorie der Wahrheit: Es wird die am weitesten verbreitete Theorie analysiert, die Wahrheit als Übereinstimmung von Aussage und objektiver Wirklichkeit definiert.

3.3 Die Kohärenztheorie der Wahrheit: Der Fokus liegt hier auf der Kohärenztheorie, insbesondere auf dem Ansatz von Nicholas Rescher, der Wahrheit primär über die Widerspruchsfreiheit in einem System von Aussagen bestimmt.

3.4 Summa Summarum: Dieses Kapitel zieht ein Zwischenfazit über die untersuchten Wahrheitstheorien und betont, dass Wahrheit trotz aller Bemühungen nahezu undefinierbar bleibt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und betont, dass die Wahrheitssuche ein fortlaufender Prozess ist, der untrennbar mit dem menschlichen Wesen und dessen Fähigkeit zum Denken verbunden bleibt.

Schlüsselwörter

Wahrheit, Unwahrheit, Korrespondenztheorie, Kohärenztheorie, Philosophie, Wissenschaftstheorie, Erkenntnis, Wirklichkeit, Wahrheitssuche, Nicholas Rescher, Aristoteles, Platon, Aussage, Theoriebildung, Widerspruchsfreiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem philosophischen und wissenschaftlichen Wahrheitsbegriff, den verschiedenen Theorien zur Bestimmung von Wahrheit und dem menschlichen Umgang mit der Wahrheit im Kontrast zur Unwahrheit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die historischen Ursprünge der Wahrheitssuche bei Platon und Aristoteles, die Korrespondenztheorie sowie die Kohärenztheorie der Wahrheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Diskussion um den Wahrheitsbegriff aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass Wahrheit ein komplexes und nahezu undefinierbares Phänomen darstellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, indem sie philosophische Primär- und Sekundärliteratur zu Wahrheitstheorien sichtet und kritisch vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Einordnung des Wahrheitsbegriffs sowie eine detaillierte Analyse der Korrespondenz- und Kohärenztheorien als zentrale Erklärungsversuche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wahrheit, Korrespondenztheorie, Kohärenztheorie, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Erkenntnis sind die zentralen Begriffe.

Was bedeutet nach dem Autor ein „System der Ordnung“ in Bezug auf Wahrheit?

Der Autor vergleicht Wahrheit mit einem geschlossenen System der Ordnung, das Energie erfordert, im Gegensatz zur Unwahrheit, die als offenes, energiearmes System der Unordnung betrachtet wird.

Warum hält der Autor die Suche nach einer „ultimativen“ Wahrheit für schwierig?

Der Autor argumentiert, dass Wahrheit durch die menschliche Subjektivität und die Unzulänglichkeit formaler Beweise in der Philosophie schwer zu fassen ist, was eine absolute Definition verhindert.

Welche Kritik äußert der Autor an der Kohärenztheorie von Nicholas Rescher?

Der Autor weist darauf hin, dass Reschers Verfahren zur Bestimmung von Wahrheitsansprüchen teils subjektiv sind und er selbst die Schwachstellen in seiner argumentativen Beweisführung aufzeigt.

In welchem Verhältnis stehen „Loch“ und „Grab“ im Beispiel des Autors?

Das Beispiel des gegrabenen Lochs dient als Metapher, um die Grenzen der Korrespondenztheorie (Übereinstimmung mit der Wirklichkeit) aufzuzeigen, da dieselbe Beobachtung unterschiedlich interpretiert werden kann.

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Details

Title
Von der Unwahrheit der Wahrheit
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Grundbegriffe und Handlungsfelder der Erziehungswissenschaft: Lehren, Lernen und Beratung
Grade
1,0
Author
Michel Beger (Author)
Publication Year
2008
Pages
14
Catalog Number
V144840
ISBN (eBook)
9783640538188
ISBN (Book)
9783640538263
Language
German
Tags
Wahrheit Platon Tarski Puntel Unwahrheit Korrespondenztheorie Kohärenztheorie Aristoteles
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michel Beger (Author), 2008, Von der Unwahrheit der Wahrheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144840
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