Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filosofía - Filosofía del siglo XX

Massenbildung - Über Berührungsfurcht und Entladung in Elias Canettis "Masse und Macht"

Título: Massenbildung - Über Berührungsfurcht und Entladung in Elias Canettis "Masse und Macht"

Ensayo , 2010 , 7 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtschaftsing. Karin Ulrich (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XX
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Vor einigen Tagen besuchte ich mit Freunden einen Faschingsball. Eine volle bis überfüllte Turnhalle, die Luft war warm und stickig, es roch nach Schweiß und Bier. Wild fremde Menschen unterhielten sich, lachten zusammen und tanzten ausgelassen. Eine Masse recht zügelloser Menschen. Die normalerweise uns hemmende Angst vor der Berührung mit fremden Personen sinkt wohl mit dem Genuss von Alkohol, lauter Musik und ausgelassener Stimmung. Dazu spielt eine Band und muntert gekonnt zum Mitsingen und Tanzen auf. Es funktioniert, die kollektiv gute Stimmung bleibt bis lange in die Nacht erhalten. Leben und Genuss während des Balls sind sicher gestellt, ganz ungewohnte Annäherungen und Kontakte sind erlaubt und sogar begünstigt, Berührungsängste gibt es scheinbar keine.
Exakt an diesem Punkt beginnt Canettis Werk „Masse und Macht“. Alles beginnt mit der Angst, und diese schleicht sich auch durch sein gesamtes Werk. Der Ursprung der Masse wird in Angst, genauer gesagt in einer Überwindung von Angst manifestiert. Mit einer solchen Urangst eröffnet er sein Buch ganz ohne Schnörkel, ganz einleitungslos, mit dem Kapitel: „Umschlagen der Berührungsfurcht“ : Die „Berührung durch Unbekanntes“ sei das, was der Mensch man meisten fürchtet. „Man will sehen, was nach einem greift, man will es erkennen oder zumindest einreihen können. Überall weicht der Mensch der Berührung durch Fremdes aus. Nachts oder im Dunkel überhaupt kann der Schrecken über eine unerwartete Berührung sich ins Panische steigern.“ Der Griff aus der Dunkelheit steht hier für diese Urfurcht des Menschen.
So beschreibt Elias Canetti in seinem Werk „Masse und Macht“ die Berührungsfurcht, die Urangst des Menschen. Doch bevor ich diesen Aspekt weiter untersuche, möchte ich mich kurz dem Autor selbst zuwenden und die Frage aufwerfen, was ihn dazu brachte, über 30 Jahre damit zuzubringen, die Phänomene von Masse und Macht zu beobachten und niederzuschreiben. Elias Canetti begibt sich in seinem Essay „Masse und Macht“ für seinen Leser auf die Suche nach den Hintergründen, Abgründen und Faszinationen der Massenbildung und findet Anziehendes und Abstoßendes an den verschiedensten Orten und zu den verschiedensten Zeitpunkten in der Geschichte

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biografie Elias Canetti

3. Berührungsfurcht und Masse

3.1 Umschlagen der Berührungsfurcht

3.2 Die Entladung

4. Vergleich der Massenbildung: Elias Canetti und Gustave Le Bon

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen und gesellschaftlichen Mechanismen der Massenbildung basierend auf Elias Canettis Werk "Masse und Macht". Dabei steht insbesondere die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die menschliche Berührungsfurcht innerhalb der Masse in ihr Gegenteil umschlägt und welche Rolle die Entladung für das Individuum und die Gesellschaft spielt.

  • Die Urangst vor der Berührung durch Fremde
  • Das Phänomen des Umschlagens der Berührungsfurcht
  • Die Bedeutung der Entladung als Konstituens der Masse
  • Vergleichende Analyse der Massentheorien von Canetti und Le Bon
  • Der Einfluss des 20. Jahrhunderts auf Canettis Werk

Auszug aus dem Buch

Umschlagen der Berührungsfurcht

Exakt an diesem Punkt beginnt Canettis Werk „Masse und Macht“. Alles beginnt mit der Angst, und diese schleicht sich auch durch sein gesamtes Werk. Der Ursprung der Masse wird in Angst, genauer gesagt in einer Überwindung von Angst manifestiert. Mit einer solchen Urangst eröffnet er sein Buch ganz ohne Schnörkel, ganz einleitungslos, mit dem Kapitel: „Umschlagen der Berührungsfurcht“: Die „Berührung durch Unbekanntes“ sei das, was der Mensch man meisten fürchtet. „Man will sehen, was nach einem greift, man will es erkennen oder zumindest einreihen können. Überall weicht der Mensch der Berührung durch Fremdes aus. Nachts oder im Dunkel überhaupt kann der Schrecken über eine unerwartete Berührung sich ins Panische steigern.“ Der Griff aus der Dunkelheit steht hier für diese Urfurcht des Menschen.

So beschreibt Elias Canetti in seinem Werk „Masse und Macht“ die Berührungsfurcht, die Urangst des Menschen. Doch bevor ich diesen Aspekt weiter untersuche, möchte ich mich kurz dem Autor selbst zuwenden und die Frage aufwerfen, was ihn dazu brachte, über 30 Jahre damit zuzubringen, die Phänomene von Masse und Macht zu beobachten und niederzuschreiben. Elias Canetti begibt sich in seinem Essay „Masse und Macht“ für seinen Leser auf die Suche nach den Hintergründen, Abgründen und Faszinationen der Massenbildung und findet Anziehendes und Abstoßendes an den verschiedensten Orten und zu den verschiedensten Zeitpunkten in der Geschichte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Massenbildung ein und verknüpft sie mit alltäglichen Beobachtungen sowie der zentralen Fragestellung der Arbeit.

2. Biografie Elias Canetti: Dieses Kapitel skizziert die Lebensgeschichte Canettis und erläutert, wie seine persönlichen Erfahrungen und das politische Klima des 20. Jahrhunderts seine Forschung beeinflussten.

3. Berührungsfurcht und Masse: Hier werden die Kernthesen zur individuellen Angst vor Berührungen und deren Überwindung durch die Massensituation detailliert analysiert.

3.1 Umschlagen der Berührungsfurcht: Dieser Abschnitt widmet sich der psychologischen Erklärung, warum die Nähe in der Masse nicht mehr als bedrohlich, sondern als befreiend empfunden wird.

3.2 Die Entladung: Es wird erörtert, wie die Entladung als zentraler Vorgang innerhalb der Masse die soziale Hierarchie und Distanz zwischen Individuen auflöst.

4. Vergleich der Massenbildung: Elias Canetti und Gustave Le Bon: Dieses Kapitel stellt die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen Canettis zweistufigem Modell und Le Bons psychologischer Massentheorie gegenüber.

5. Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und schlägt den Bogen zurück zur Ausgangsbeobachtung des Faschingsballs.

Schlüsselwörter

Masse, Macht, Elias Canetti, Berührungsfurcht, Entladung, Massenbildung, Urangst, Individuum, Distanz, Nähe, Gustave Le Bon, Sozialpsychologie, Massengesellschaft, Faschingsball, Massenpsychologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die grundlegenden Mechanismen der Massenbildung auf Basis des Werkes „Masse und Macht“ von Elias Canetti.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die menschliche Berührungsfurcht, das Phänomen der Entladung in der Masse sowie der Vergleich mit historischen Massentheorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu verstehen, wie und warum die Masse die tief sitzende Urangst des Individuums vor der Berührung durch Fremde in ihr Gegenteil umschlagen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die durch einen theoretischen Vergleich zwischen Canetti und Le Bon ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Biografie Canettis, der psychologischen Funktion der Berührungsfurcht sowie der Bedeutung der Entladung als konstitutives Moment der Masse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Masse, Macht, Berührungsfurcht, Entladung, Urangst und Massenpsychologie.

Wie unterscheidet sich Canettis Ansatz von dem von Gustave Le Bon?

Canetti unterteilt den Prozess in zwei Schritte (Erlösung von der Berührungsfurcht und Entladung), während Le Bon die Massenbildung als eine einzige, rein individualpsychologische Handlung betrachtet.

Warum wird im Text ein Faschingsball als Beispiel herangezogen?

Der Faschingsball dient als alltägliches Anschauungsbeispiel, um die theoretische These zu illustrieren, dass in der Masse die normalerweise hemmende Berührungsfurcht abfällt.

Welche Rolle spielt die "Entladung" laut der Autorin?

Die Entladung wird als die „Geburtsstunde“ der Masse verstanden, in der Individuen ihre sozialen Lasten und Distanzvorgaben abwerfen.

Inwiefern beeinflusste das 20. Jahrhundert Canettis Werk?

Durch die Erfahrung totalitärer Bewegungen und den Aufstieg der Massenmedien wurde Canetti dazu motiviert, das Phänomen der Macht und der Massenbildung über Jahrzehnte hinweg zu erforschen.

Final del extracto de 7 páginas  - subir

Detalles

Título
Massenbildung - Über Berührungsfurcht und Entladung in Elias Canettis "Masse und Macht"
Universidad
Technical University of Darmstadt  (Philosophie)
Curso
Proseminar
Calificación
1,3
Autor
Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtschaftsing. Karin Ulrich (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
7
No. de catálogo
V144873
ISBN (Ebook)
9783640548958
ISBN (Libro)
9783640553013
Idioma
Alemán
Etiqueta
Masse Massenbildung Berührungsfurcht Umschlagen der Berührungsfurcht Entladung Geburtsstunde der Masse Urfurcht des Menschen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtschaftsing. Karin Ulrich (Autor), 2010, Massenbildung - Über Berührungsfurcht und Entladung in Elias Canettis "Masse und Macht", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144873
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  7  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint