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Der Vertrauensbegriff als Schlüssel für ein kommunikationswissenschaftliches Markenverständnis

Ein Theorieentwurf

Title: Der Vertrauensbegriff als Schlüssel für ein kommunikationswissenschaftliches Markenverständnis

Thesis (M.A.) , 2009 , 116 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Johannes Gunst (Author)

Communications - Public Relations, Advertising, Marketing, Social Media
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Ausgehend von dem Vertrauensbegriff und auf dem Fundament der funktional-strukturellen Systemtheorie wird ein eigenständiges, kommunikationswissenschaftliches Markenverständnis erarbeitet. Dieses Unterfangen basiert auf den Feststellungen, dass bisher keine elaborierte kommunikationswissenschaftliche Markentheorie existiert, dass die ökonomische Markenforschung die Komplexität der Kommunikation im Markenkontext nicht hinreichend reflektiert und dass disziplinübergreifend kein tragfähiger Ansatz vorliegt, der den Markenbegriff konsequent mit dem Vertrauensbegriff verknüpft. Eine solche Verknüpfung macht insbesondere deshalb Sinn, weil es des Vertrauens bedarf, damit Präferenzen – von denen üblicherweise angenommen wird, dass Marken sie steuern – in konkrete Entscheidungen zugunsten bestimmter Leistungsangebote überführt werden können. Durch eine funktionale Analyse kann die These untermauert werden, dass die mit dem Markenbegriff assoziierten Prozesse in ihrem Zusammenspiel einen Mechanismus etablieren, der Vertrauen – verstanden als Bedingung und Moderator struktureller Kopplungen – unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen weiterhin ermöglicht und stabilisiert. Zu den veränderten Bedingungen zählen die gestiegene Vielfalt an Leistungsangeboten, unvertraut gewordene Leistungsproduzenten, die Angleichung physischer Leistungsattribute sowie die in individualisierten Gesellschaften riskant erscheinende Delegation von Verstehensleistungen. Durch seine vertrauensfördernde Wirkung trägt der Markenmechanismus dazu bei, den Fortbestand und die Evolutionsfähigkeit operativ geschlossener Kommunikationssysteme abzusichern. Dies geschieht funktionssystemübergreifend durch den Zugriff auf einheitliche symbolische Leistungsmarkierungen und die Betonung intangibler Leistungsdimensionen.

Excerpt


Inhalt

1. Einleitung

2. Ansprüche an ein kommunikationswissenschaftliches Markenverständnis

3. Kritischer Forschungsüberblick zur Marke

3.1 Das klassische Markenverständnis im Wandel der Zeit

3.1.1 Anbieterorientiertes Markenverständnis

3.1.2 Nachfragerorientiertes Markenverständnis

3.1.3 Modernes Markenverständnis: Identitäts- und beziehungsorientierte Perspektiven

3.2 Kommunikationswissenschaftliche Sichtweisen

3.2.1 Der Markenbegriff in der kommunikationswissenschaftlichen PR-Forschung

3.2.2 Der Ansatz von Adjouri (1993)

3.2.3 Der Ansatz von Bentele et al. (2003)

3.2.4 Der Ansatz von Merten (2003, 2004)

3.3 Zwischenfazit und Begründung des weiteren Vorgehens

4. Die Systemtheorie als Basistheorie eines kommunikationswissenschaftlichen Markenbegriffs

5. Der systemtheoretische Vertrauensbegriff

5.1 Das Bezugsproblem des Vertrauens

5.2 Vertrauen als Mechanismus zur Komplexitätsreduktion

5.3 Die Begründung von Vertrauensentscheidungen

5.4 Vertrauen im kommunikativen Kontext riskanter Teilnahmeentscheidungen

5.5 Vertrauen und Images

6. Funktionale Analyse: Die Marke als Mechanismus, der Vertrauen ermöglicht und stabilisiert

6.1 Die Lösung für das Problem der Identifikation vertrauensrelevanter Images

6.1.1 Eingrenzung des Bezugsproblems

6.1.2 Herausarbeitung einer funktionalen Lösung

6.2 Die Lösung für das Problem der erodierenden Legitimationsbasen in Vertrauensbeziehungen zu unvertrauten Leistungsproduzenten

6.2.1 Eingrenzung des Bezugsproblems

6.2.2 Herausarbeitung einer funktionalen Lösung

6.3 Die Lösung für das Problem überforderter Ersatzindikatoren infolge sich angleichender, tangibler Leistungsattribute

6.3.1 Eingrenzung des Bezugsproblems

6.3.2 Herausarbeitung einer funktionalen Lösung

6.4 Die Lösung für das Problem der riskanten Delegation von Bedeutungsselektionen in Interaktionen individualisierter Gesellschaften

6.4.1 Eingrenzung des Bezugsproblems

6.4.2 Herausarbeitung einer funktionalen Lösung

7. Definition und Verortung des Markenbegriffs

8. Zusammenfassung und Forschungsausblick

9. Literatur

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, einen eigenständigen, kommunikationswissenschaftlichen Markenbegriff zu entwerfen, der das Markenphänomen konsequent mit dem Vertrauensbegriff verknüpft, um dessen stabilisierende Funktion in komplexen sozialen Systemen zu ergründen.

  • Vertrauen als Mechanismus zur Komplexitätsreduktion in modernen Gesellschaften.
  • Die Marke als funktionales Äquivalent zur Absicherung von Vertrauensbeziehungen.
  • Systemtheoretische Fundierung des Markenbegriffs nach Luhmann.
  • Die Rolle der Kommunikation bei der Überbrückung von Vertrauenslücken.

Auszug aus dem Buch

Die Lösung für das Problem der Identifikation vertrauensrelevanter Images

Meine These lautet, dass parallel zum steigenden Bedarf an Vertrauen durch den steigenden Bedarf an riskanten Teilnahmeentscheidungen die intuitive Wiedererkennbarkeit einer Leistung als basale Grundlage derartiger Entscheidungen verloren gegangen ist.

Um diese These zu untermauern, ist es hilfreich, sich den zuletzt entwickelten Zusammenhang zwischen Images und Vertrauen zu vergegenwärtigen. Damit dieser Mechanismus effektiv funktioniert, bedarf es einer zunächst banal erscheinenden „Kleinigkeit“. Hierbei handelt es sich um die Notwendigkeit, den in der Umwelt beobachteten Leistungsangeboten systemintern Images zuzuordnen, auf deren Grundlage vertrauensvolle Teilnahmeentscheidungen getätigt werden können. Mit anderen Worten: Um darüber zu entscheiden, ob man eine Teilnahmeentscheidung zugunsten einer bestimmten Leistung riskiert, muss man zunächst einmal wissen, mit wem man es überhaupt zu tun hat. Nur so kann man sich darüber klar werden, welche (Image)Erwartungen als dimensionaler Maßstab an eine zur Debatte stehende Teilnahmeentscheidung angelegt werden und ob bzw. wie man das Vertrauen in die Erfüllung dieser unsicheren Erwartungen systemintern begründen kann.

Bis zum Einsetzen der Industrialisierung stellte die Zuordbarkeit eines Leistungsangebots zu spezifischen, bereits bestehenden Images kein großes Problem dar – obwohl die Leistungsmarkierung mittels einheitlicher Symbole zu dieser Zeit unüblich war (vgl. Berekoven 1992: 34). Falls ein Produkt nicht im Rahmen der eigenen Hauswirtschaft hergestellt werden konnte, erwarb man es in der Regel in der unmittelbaren Nachbarschaft, direkt beim Erzeuger bzw. Produzenten (vgl. Hellmann 2003: 48). Die Beobachtung des Kommunikationssystems, das sich in dem Moment aktualisiert, in dem die Wahrnehmung eines Verkäufers einen Käufer reflexiv wird, eignete sich als zuverlässiger Anhaltspunkt, welche Produzenten- und Leistungsimages situationsspezifisch aktiviert werden mussten: Als Produzentenimage konnte das Image des zweiten Kommunikanten bzw. des Produzenten und Verkäufers in Personalunion dienen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Vertrauensverlusts in modernen Gesellschaften und die Relevanz der Marke als stabilisierender Mechanismus.

2. Ansprüche an ein kommunikationswissenschaftliches Markenverständnis: Herleitung theoretischer Anforderungen für einen Markenbegriff aus der Perspektive der Kommunikationswissenschaft.

3. Kritischer Forschungsüberblick zur Marke: Analyse bestehender Markenansätze und Demonstration der Notwendigkeit einer neuen, vertrauensbasierten theoretischen Verortung.

4. Die Systemtheorie als Basistheorie eines kommunikationswissenschaftlichen Markenbegriffs: Darstellung der Luhmannschen Systemtheorie als theoretisches Fundament für die weitere Analyse.

5. Der systemtheoretische Vertrauensbegriff: Etablierung des Vertrauensbegriffs innerhalb der Systemtheorie als Mechanismus zur Komplexitätsreduktion.

6. Funktionale Analyse: Die Marke als Mechanismus, der Vertrauen ermöglicht und stabilisiert: Untersuchung der funktionalen Lösungsmöglichkeiten durch die Marke in verschiedenen Teilproblemen.

7. Definition und Verortung des Markenbegriffs: Zusammenführung der Ergebnisse in einer finalen systemtheoretischen Definition der Marke.

8. Zusammenfassung und Forschungsausblick: Resümee der Arbeit und Ausblick auf künftige Forschungsfragen im Bereich der Markenkommunikation.

9. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Quellen.

Schlüsselwörter

Markenbegriff, Systemtheorie, Vertrauen, Komplexitätsreduktion, Markenkommunikation, Leistungsproduzent, Teilnahmeentscheidung, Ersatzindikatoren, Image, Vertrauensmechanismus, funktionale Analyse, Luhmann, Markenidentität, Markenimage, gesellschaftliche Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit entwickelt einen kommunikationswissenschaftlichen Entwurf für das Phänomen „Marke“, indem sie diese systemtheoretisch als einen Mechanismus definiert, der Vertrauen in komplexen sozialen Situationen ermöglicht und stabilisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Schnittstellen zwischen Markenführung, systemtheoretischer Soziologie nach Niklas Luhmann und der psychologischen Dimension von Vertrauensentscheidungen im Kontext von Leistungskonsum.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: Worin könnte eine spezifische kommunikationswissenschaftliche Sicht auf das Markenphänomen bestehen? Dies mündet in einer funktionalen Definition der Marke.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die systemtheoretische Erkenntnisarbeit und eine funktionale Analyse, um den Markenbegriff von herkömmlichen, rein ökonomischen Betrachtungen abzugrenzen und in einem kommunikativen Rahmen neu zu verorten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen kritischen Forschungsüberblick, die Einführung der Systemtheorie, die Analyse des systemtheoretischen Vertrauensbegriffs sowie eine detaillierte funktionale Analyse der Marke in verschiedenen Problemkontexten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentral sind Begriffe wie Markenbegriff, Vertrauen, Systemtheorie, Komplexitätsreduktion, Transfersysteme und funktionale Analyse.

Was sind „Transfersysteme“ im Modell des Autors?

Transfersysteme sind kommunikative Zwischeninstanzen, die einen Leistungsproduzenten und einen Abnehmer koppeln, um deren Handlungen im Hinblick auf ein konkretes Leistungsangebot zu koordinieren, wenn direkte soziale Kontakte fehlen.

Warum ist laut der Arbeit eine moderne Marke notwendig?

In individualisierten Gesellschaften mit unübersichtlichen Angeboten können Konsumenten die Qualität von Leistungen oft nicht mehr intuitiv beurteilen; die Marke fungiert hier als notwendiger vertrauenslegitimierender Ersatzindikator.

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Details

Title
Der Vertrauensbegriff als Schlüssel für ein kommunikationswissenschaftliches Markenverständnis
Subtitle
Ein Theorieentwurf
College
University of Münster  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Grade
1,0
Author
Johannes Gunst (Author)
Publication Year
2009
Pages
116
Catalog Number
V144877
ISBN (eBook)
9783640548965
ISBN (Book)
9783640552832
Language
German
Tags
Marke Kommunikationswissenschaft Luhmann Systemtheorie Vertrauen Markentheorie Markenvertrauen Marken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Gunst (Author), 2009, Der Vertrauensbegriff als Schlüssel für ein kommunikationswissenschaftliches Markenverständnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144877
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