Die handlungsorientierte Sprachwissenschaft wird in dieser Arbeit umfassend betrachtet, wobei wichtige Teilbereiche von Semantik über Lexikographie bis hin zur Textlinguistik untersucht werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die praktische Anwendbarkeit und die Auswirkungen dieser Teilgebiete auf menschliches Handeln und Kommunikation gelegt.
Im ersten Abschnitt wird die Semantik behandelt, die als grundlegende Komponente die Bedeutung von Wörtern und Sätzen untersucht. Eine Einführung in den Gegenstand wird gegeben, und die verschiedenen Aspekte von Wort- und Satzsemantik werden beleuchtet.
Im Anschluss wird die Lexikographie betrachtet, einem Bereich, der sich mit der Struktur, Bedeutung und Verwendung von Wörtern und Wörterbüchern befasst. Die Möglichkeiten lexikographischer Untersuchungen, das Verständnis von Sprache zu vertiefen und praktische Anwendungen in verschiedenen Kontexten zu ermöglichen, werden diskutiert.
Die Psycholinguistik bildet einen weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit. Hier werden der Prozess des Spracherwerbs und die zugrunde liegenden psychologischen Mechanismen untersucht, die das Verstehen, Produzieren und Verarbeiten von Sprache beeinflussen.
Pragmatik, ein bedeutender Teilbereich, wird ebenfalls behandelt und beschäftigt sich mit der Untersuchung von Sprache im Kontext von Handlungen und sozialen Interaktionen. Die Sprechakttheorie wird erkundet, und die Rolle von Sprache bei der Konstruktion von Bedeutung und Handlungsfähigkeit wird analysiert.
Textlinguistik rundet die Untersuchung ab, indem sie sich mit der Struktur, Funktion und Analyse von Texten befasst. Verschiedene Textfunktionen und -sorten werden betrachtet, und es wird analysiert, wie sie dazu beitragen, Bedeutung und Kommunikationsziele zu vermitteln.
Abschließend wird ein Einblick in die Soziolinguistik gewährt, die die Wechselwirkung zwischen Sprache und Gesellschaft untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Semantik
1.1. Einführung in den Gegenstand
1.2. Wort- und Satzsemantik
2. Lexikographie
3. Psycholinguistik
3.1. Einführung in den Gegenstand
3.2. Spracherwerb und Sprachprozesse
4. Pragmatik
4.1. Einführung in den Gegenstand
4.2. Sprechakttheorie
5. Textlinguistik
5.1. Einführung in den Gegenstand
5.2. Textfunktionen und Textsorten
6. Soziolinguistik
6.1. Einführung in den Gegenstand
6.2. Fragestellungen der neueren Soziolinguistik
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit bietet einen komprimierten Überblick über grundlegende linguistische Teildisziplinen und deren theoretische Fundierung. Ziel ist es, die zentralen Konzepte und Forschungsansätze in den Bereichen Semantik, Lexikographie, Psycholinguistik, Pragmatik, Textlinguistik und Soziolinguistik darzulegen und deren Zusammenspiel bei der Untersuchung menschlicher Sprachverwendung zu erläutern.
- Analyse semantischer Zeichentheorien und der Bedeutungskonstitution.
- Untersuchung lexikographischer Methoden zur Wörterbucherstellung.
- Erörterung psycholinguistischer Prozesse beim Spracherwerb.
- Darstellung pragmatischer Aspekte und der Sprechakttheorie.
- Untersuchung textlinguistischer Kohäsionsformen und -funktionen.
- Diskussion soziolinguistischer Varietäten und Sprachverhaltensmuster.
Auszug aus dem Buch
1.1. Einführung in den Gegenstand
Die Semantik, früher Semasiologie, die „Lehre von der Bedeutung sprachlicher Zeichen“1, ist eine Teilbereich der Linguistik, welcher der Semiotik, die jene erforscht, zugehörig ist. Hierbei hat das sprachliche Zeichen eine Stellvertreterfunktion, es bezeichnet Vorstellungen und Gegenstände. Die Semantik verbindet das Gesprochene mit der Realität und beschreibt deren Verhältnis zueinander. Gemäß dem Zeichenmodell von De Saussure ist das sprachliche Zeichen eine Imagination.
Das Semiotische Dreieck von Odgen und Richards ergänzt das Saussure’sche Zeichenmodell um die Bezugnahme auf das Verhältnis zwischen Sprache und Realität, nach welcher Sprache Träger von Bedeutung ist. Das Semiotische Dreieck von Peirce unterteilt Zeichen zusätzlich in drei verschiedene Gruppen: Ikon, Index und Symbol, von welchen keine für eine angemessene Verwendung von Zeichen unberücksichtigt bleiben darf. Morris modelliert das Semiotische Dreieck weiter, indem er Sprache in einen syntaktischen, semantischen und pragmatischen Kontext setzt. Weiter formt er den Terminus Semiose, den Ablauf, welcher ein Zeichen konstituiert. Dieser besteht aus dem Zeichen selbst, dem Designat, dem Interpretanten und dem Verwender.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Semantik: Dieses Kapitel behandelt die wissenschaftliche Lehre von der Bedeutung sprachlicher Zeichen, inklusive relevanter Zeichentheorien wie dem Semiotischen Dreieck.
1.1. Einführung in den Gegenstand: Hier werden die historischen und theoretischen Grundlagen der Semantik, von De Saussure bis Morris, erläutert.
1.2. Wort- und Satzsemantik: Dieser Abschnitt fokussiert auf die autonome Bedeutung von Wörtern und die strukturierte Analyse von Satzbedeutungen.
2. Lexikographie: Der Fokus liegt auf der Erstellung von Wörterbüchern und der Differenzierung zwischen normgebender und beschreibender Lexikographie.
3. Psycholinguistik: Dieses Kapitel verknüpft Sprachwissenschaft mit Psychologie zur Untersuchung geistiger Abläufe bei der Sprache.
3.1. Einführung in den Gegenstand: Vorstellung der Forschungsfelder wie Spracherwerb, Sprachwissens- und Sprachprozessforschung unter Einbeziehung von Behaviorismus und Relativitätstheorie.
3.2. Spracherwerb und Sprachprozesse: Analyse von Nativismus und Sozial-Kognitiven Theorien hinsichtlich des Spracherwerbs im Kindesalter.
4. Pragmatik: Untersuchung der Gesetzmäßigkeiten der Sprachverwendung in Abhängigkeit vom Handlungsumfeld.
4.1. Einführung in den Gegenstand: Erörterung der Relation zwischen Ausgesprochenem und Beabsichtigtem sowie der Rolle des Sprachempfängers.
4.2. Sprechakttheorie: Detaillierte Betrachtung des Sprachhandelns, unterteilt in Lokution, Proposition, Illokution und Perlokution.
5. Textlinguistik: Untersuchung des inhaltlichen und strukturellen Zusammenhangs von Sätzen in Texten.
5.1. Einführung in den Gegenstand: Fokus auf Kohäsionsmittel und die Analyse von Satzbezügen innerhalb eines Textzusammenhangs.
5.2. Textfunktionen und Textsorten: Definition von Texten als sprachliche Einheiten und deren Einordnung in verschiedene Textsorten.
6. Soziolinguistik: Analyse sozio-ökonomischer Faktoren und deren Einfluss auf die Sprachverwendung innerhalb einer Gesellschaft.
6.1. Einführung in den Gegenstand: Behandlung der Defizittheorie und der Differenzhypothese im Kontext von sozialen Sprachcodes.
6.2. Fragestellungen der neueren Soziolinguistik: Betrachtung sprachexterner Einflüsse wie Alter oder Geschlecht auf Soziolekte und Varietäten.
Schlüsselwörter
Semantik, Semiotik, Lexikographie, Psycholinguistik, Spracherwerb, Pragmatik, Sprechakttheorie, Illokution, Textlinguistik, Kohäsion, Textsorten, Soziolinguistik, Soziolekt, Varietät, Idiolekt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit liefert einen strukturierten Überblick über zentrale Felder der Linguistik und beleuchtet die theoretischen Ansätze zur Analyse von Sprache, Bedeutung und Sprachverhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Semantik, die Lexikographie, die Psycholinguistik, die Pragmatik, die Textlinguistik sowie die Soziolinguistik.
Was ist das primäre Ziel des Dokuments?
Das Ziel ist die Vermittlung eines fundamentalen Verständnisses über die verschiedenen sprachwissenschaftlichen Teildisziplinen und deren jeweilige theoretische Methodik.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden primär verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und theoretische Übersicht, die auf den Erkenntnissen renommierter Sprachwissenschaftler wie De Saussure, Peirce, Austin, Searle und Labov basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die genannten sechs linguistischen Disziplinen, wobei jeweils eine Einführung in den Gegenstand sowie spezifische Kernkonzepte des jeweiligen Bereichs besprochen werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am treffendsten?
Wichtige Begriffe sind Semantik, Pragmatik, Soziolinguistik, Spracherwerb, Sprechakttheorie, Textlinguistik und Lexikographie.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Sprachcodes in der Soziolinguistik?
Die Arbeit stellt das Modell von Bernstein vor, das zwischen einem elaborierten Code (höhere soziale Schichten) und einem restringierten Code (niedere Schichten) unterscheidet, und kontrastiert dies mit Labovs Differenzhypothese.
Was versteht man in der Textlinguistik unter Kohäsion?
Kohäsion beschreibt die grammatische und lexikalische Verknüpfung von Sätzen innerhalb eines Textes durch Mittel wie Rekurrenz, Substitution und Pro-Formen.
Wie definiert die Sprechakttheorie einen Sprechakt?
Ein Sprechakt wird als Sprachhandlung betrachtet, die in Lokution (Aussprache), Proposition (Inhalt), Illokution (Absicht) und Perlokution (Wirkung) unterteilt werden kann.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2021, Handlungsorientierte Sprachwissenschaft. Semantik, Lexikographie, Psycholinguistik, Pragmatik, Textlinguistik und Soziolinguistik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1448869