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Case Management als Instrument zur Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung in der ambulanten Nachsorge

Am Beispiel SOS-Care-Hilfe nach Schlaganfall

Titel: Case Management als Instrument zur Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung in der ambulanten Nachsorge

Bachelorarbeit , 2019 , 52 Seiten

Autor:in: Uwe Helbig (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Pflegemanagement
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Meine Bachelorarbeit soll einen Überblick über SOS-Care geben, Hintergründe wissenschaftlich beleuchten und aufzeigen, was Case Management (CM) als Instrument oder als Handlungskonzept zur Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung in der ambulanten Nachsorge von Schlaganfallpatienten beitragen kann. Außerdem werde ich in dieser Bachelorarbeit zeigen, wie die Versorgung von Schlaganfallpatienten durch SOS-Care positiv beeinflusst wird. Die Frage, ob CM zur Senkung der Rezidivquote und der stationären Pflegebedürftigkeit und somit aktiv zur Kostenreduzierung im Gesundheitssystem beitragen kann, soll in dieser Arbeit beantwortet werden.

SOS-Care, die Kurzform für „Schlaganfallversorgung Ost Sachsen - strukturiertes Case Management nach einem Schlaganfall“, wurde 2011 als Ergänzung zum „Schlaganfallversorgung Ostsachsen Netzwerk“ (SOS-NET) implementiert. Der Schlaganfall ist eine volkswirtschaftlich relevante Erkrankung. Die Diagnose Schlaganfall gehört in Sachsen zu den 15 häufigsten im Krankenhaus behandelten Erkrankungen. In Deutschland ist sie die häufigste Ursache für eine dauerhafte Behinderung im Erwachsenenalter und die vierthäufigste Todesursache. Durch die Behandlung auf einer zertifizierten Stroke Unit (Zertifikat der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft) mit gezieltem Einsatz spezifischer Therapien wie der Lysetherapie und endovaskulären Kathetertechniken können dauerhafte Behinderungen relevant vermindert werden. Im Regierungsbezirk Dresden war der Zugang zu diesen spezialisierten Therapien bis 2007 auf zwei Krankenhäuser limitiert und wurde durch das 2007 initiierte SOS-NET deutlich verbessert. Inzwischen gehören zu dem vom UKD geleiteten Netzwerk ein Nebenzentrum und 13 Partnerkrankenhäuser in Ostsachsen. Allerdings gab es bisher in der ambulanten Nachsorge keine standardisierte Versorgung. Es wird angenommen, dass durch eine bessere, standardisierte Nachsorge stationäre Pflegefälle und Rezidive vermieden werden können. Die wesentlichen Inhalte bzw. Ziele von SOS-Care sind eine individuelle Patienten- und Angehörigeninformation, Stärkung von Eigenverantwortung durch Edukation, Reduktion von Risikofaktoren, die frühzeitige Erkennung von Depressionen nach Schlaganfall, Vermeidung von stationärer Pflegebedürftigkeit, Steigerung der Patientenzufriedenheit und der Lebensqualität, Vermeidung von Rezidiven.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Abstract

3 Hintergrund/ Begriffsbestimmung

3.1 Definition Schlaganfall/ TIA

3.2 Inzidenz Schlaganfall

3.3 Rezidivrate

3.4 Problem Adhärenz und Therapie-bzw. Medikamententreue

3.5 Kosten des Schlaganfalls individuell und gesamtgesellschaftlich

4 Die Idee „SOS-Care-Hilfe nach Schlaganfall“

4.1 Case Management- Definition und Handlungskonzept

4.2 Case Management Regelkreis

4.2.1 Das Konzept SOS-Care

4.2.2 Qualitätssicherung in SOS-Care

4.2.3 Qualitätsindikatoren in SOS-Care

4.2.4 Notwendige Interventionen durch den Case Manager

4.3 Ergebnisse

4.3.1 Zeitraum Oktober 2016-September 2018

4.3.2 Telefonbefragung 2013

4.3.3 Erste Publikationen 2016

4.3.4 Übersicht aller verfügbaren 1-Jahres-Datensätze SOS-Care

4.3.5 Ergebnisse aus Chemnitz

4.3.6. Zusammenfassung der Ergebnisse

5 Kostenrechnung/-analyse

6 Diskussion, kritische Reflexion

7 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Programm "SOS-Care" als Instrument des Case Managements zur Qualitätssicherung in der ambulanten Schlaganfall-Nachsorge, um zu prüfen, ob dieses Modell Rezidivquoten und stationäre Pflegebedürftigkeit senken sowie eine nachhaltige Kostenreduktion im Gesundheitssystem bewirken kann.

  • Evidenzbasierte Untersuchung der Rezidivraten bei Schlaganfallpatienten.
  • Konzeption und praktische Umsetzung des Case Managements in der Nachsorge.
  • Analyse der Therapietreue (Adhärenz) und präventiver Interventionen.
  • Gesundheitsökonomische Bewertung der Versorgungsstrukturen.
  • Vergleich von Interventions- und Kontrollgruppen zur Messung der Ergebnisqualität.

Auszug aus dem Buch

3.4 Problem Adhärenz und Therapie-bzw. Medikamententreue

In einer Studie der Bertelsmann Stiftung zur Adhärenz/Therapietreue kommt man zu dem Ergebnis, dass über alle Krankheitsbilder hinweg durchschnittlich 20 bis 30 Prozent der Patienten mindestens ein wichtiges Element der gemeinsam vereinbarten ärztlichen Anordnungen nicht einhalten. Außerdem wird auf den enormen volkswirtschaftlichen Schaden, den fehlende Therapietreue erzeugt hingewiesen. Allein für Deutschland wird der jährliche Verlust aus fünf untersuchten Erkrankungen (den sogenannten Volkskrankheiten) zwischen 38 und 75 Milliarden Euro beziffert. In der Konsequenz wird die Schaffung und der Einsatz von Anreizen für Ärzte, Pflegepersonal und Patienten, den Aspekt der Therapietreue in den Behandlungsplänen fest zu integrieren, dringend empfohlen (Behner & al, 2012). Wie wenig selbstverständlich die Einnahme der verordneten Medikation in der Häuslichkeit ist, erlebe ich immer wieder bei den Hausbesuchen im Rahmen von SOS-Care. Zwei Fallbeispiele sollen dies an dieser Stelle verdeutlichen:

Bei Frau D., einer 85-jährigen Patientin nach ischämischem Schlaganfall, wurde die orale Antikoagulation (OAK), umgangssprachlich Blutverdünnung, durch den Hausarzt umgestellt. Dies vermerkte er auf dem Medikamentenplan und stellte ein Rezept für das neue Medikament aus. Frau D. wurde womöglich durch den Hausarzt aufgeklärt das durchgestrichene Medikament ab sofort wegzulassen, was Frau D. jedoch nicht umsetzte. Sie nahm beide Medikamente parallel („… es wäre doch schade um die noch fast volle Packung gewesen…“-Zitat Frau D.). Da der planmäßige Hausbesuch durch mich kurz nach der Umstellung stattfand, konnte durch eine Rückfrage beim Hausarzt interveniert werden, so nahm Frau D. „nur“ drei Tage diese Überdosierung der Antikoagulation ein. In Kapitel vier werde ich auf notwendige Interventionen durch den Case Manager eingehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation und den Hintergrund zur Entwicklung des SOS-Care-Projekts sowie die wissenschaftliche Fragestellung der Arbeit.

2 Abstract: Diese Zusammenfassung stellt dar, wie die intensive Nachsorge von Schlaganfallpatienten durch Case Management die Qualität und Therapieergebnisse im Vergleich zu einer Kontrollgruppe messbar verbessert.

3 Hintergrund/ Begriffsbestimmung: Es werden die medizinischen Grundlagen des Schlaganfalls, dessen Inzidenz sowie die volkswirtschaftliche Relevanz der Adhärenzproblematik erörtert.

4 Die Idee „SOS-Care-Hilfe nach Schlaganfall“: Detaillierte Beschreibung der Entwicklung des Programms, der methodischen Grundlagen des Case Managements sowie der erhobenen Ergebnisse aus dem Modellprojekt.

5 Kostenrechnung/-analyse: Eine ökonomische Betrachtung der Akut- und Nachsorgekosten, die aufzeigt, dass sich das Case Management-Programm durch die Senkung der Rezidivraten amortisieren kann.

6 Diskussion, kritische Reflexion: Der Autor hinterfragt die methodischen Verzerrungen (Bias) der Studie und reflektiert seine eigene Rolle als Case Manager in der täglichen Praxis.

7 Fazit und Ausblick: Eine abschließende Bestätigung der Hypothesen sowie ein Ausblick auf die notwendige Überführung des Modells in die gesetzliche Regelversorgung.

Schlüsselwörter

Schlaganfall, Case Management, SOS-Care, Qualitätssicherung, Rezidivprävention, Nachsorge, Adhärenz, Therapietreue, Schlaganfallversorgung, Gesundheitsökonomie, Patientenlotsen, Sekundärprophylaxe, Interdisziplinäre Versorgung, Schlaganfallnetzwerk, Patientenzufriedenheit.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das primäre Ziel von SOS-Care?

Das Hauptziel ist die Verbesserung der Versorgungsqualität bei Schlaganfallpatienten nach der Klinikentlassung. Durch strukturiertes Case Management sollen Rezidive vermieden, die stationäre Pflegebedürftigkeit gesenkt und die Therapieadhärenz gestärkt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Patientendaten im Zeitraum 2016 bis 2018. Dabei werden Ergebnisse einer Interventionsgruppe, die durch einen Case Manager begleitet wurde, mit einer Kontrollgruppe verglichen, um die Effektivität des Modells zu prüfen.

Welche Rolle spielt die Adhärenz bei der Schlaganfallnachsorge?

Eine mangelnde Therapietreue der Patienten, beispielsweise bei der Einnahme von Antikoagulanzien oder Cholesterinsenkern, erhöht das Risiko für Rezidive massiv. Das Case Management greift hier ein, um Einnahmefehler durch Hausbesuche und Beratung frühzeitig zu korrigieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die medizinischen Hintergründe des Schlaganfalls, das Konzept des Case Managements, die Bedeutung von Qualitätsindikatoren, die Adhärenzproblematik sowie eine gesundheitsökonomische Kosten-Nutzen-Analyse.

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit evaluiert das innovative Versorgungsmodell "SOS-Care" in Ostsachsen. Sie zeigt auf, wie durch die Begleitung von Schlaganfallpatienten durch einen spezialisierten Case Manager die medizinische und lebensqualitative Versorgung nach einem Schlaganfall signifikant verbessert werden kann.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Case Management, Rezidivprävention, Qualitätssicherung, Adhärenz, Schlaganfallnachsorge und Versorgungsmanagement.

Warum wurde in der Kostenanalyse mit dem Sperrvermerk gearbeitet?

Da für die Kostenanalyse vertrauliche Daten der AOK PLUS verwendet wurden, die auf spezifischen Kalkulationen basieren, durften diese zur Wahrung der Geschäftsgeheimnisse nicht öffentlich in der Arbeit detailliert offengelegt werden.

Wie unterscheidet sich die Interventionsgruppe von der Kontrollgruppe?

Die Interventionsgruppe erhielt eine kontinuierliche Betreuung durch einen Case Manager (Hausbesuche, Telefonkontakte), während die Kontrollgruppe keine programmgestützte Nachsorge erhielt und lediglich von den standardmäßigen Prozessen im Gesundheitssystem abhängig war.

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Details

Titel
Case Management als Instrument zur Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung in der ambulanten Nachsorge
Untertitel
Am Beispiel SOS-Care-Hilfe nach Schlaganfall
Autor
Uwe Helbig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
52
Katalognummer
V1448999
ISBN (PDF)
9783963568084
ISBN (Buch)
9783963568091
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Case Management Schlaganfall
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Uwe Helbig (Autor:in), 2019, Case Management als Instrument zur Qualitätssicherung und Qualitätssteigerung in der ambulanten Nachsorge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1448999
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Leseprobe aus  52  Seiten
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