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Einfluss von Diclofenac (NSAR) auf die Knochenbruch- und Wundheilung

Tierexperimentelle Untersuchungen an der Ratte

Title: Einfluss von Diclofenac (NSAR) auf die Knochenbruch- und Wundheilung

Professorial Dissertation , 2002 , 110 Pages

Autor:in: Alexander Beck (Author)

Medicine - Surgery, Accident Medicine
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Summary Excerpt Details

Nichtsteroidale Antiphlogistika haben einen mehr oder weniger hemmenden bzw. verzögernden Einfluss auf die Knochenbruchheilung. Auch wenn dies bisher nur im Tierversuch eindeutig nachweisbar war: Alle vorliegenden Ergebnisse sowie die bisher gefundenen Wirkmechanismen lassen keine andere Schlussfolgerung zu als die – zumindest bedingte – Übertragbarkeit dieser Erkenntnisse auf den menschlichen Organismus.

Entwickelt wurde ein praktikables Frakturheilungsmodell an der Rattentibia, was sich - je nachdem ob zusätzlich eine Fibulafraktur gesetzt wird oder nicht - als stabiles oder instabiles Modell anwenden lässt und auch beide Modelle untereinander vergleichbar sind.

Bei der oralen Medikamentenapplikation konnte gezeigt werden, dass diese in der Zubereitungsform von Geleekügelchen von den Ratten problemlos aufgenommen wurde. Hilfsmittel wie Magensonden o.ä. waren hier nicht erforderlich.

In dieser Untersuchung konnte die Hemmung der Knochenbruchheilung unter Einnahme von Diclofenac mittels biomechanischer Testung eindeutig nachgewiesen werden. Diese Ergebnisse konnten bestätigt werden durch die radiologische Knochendichtemessung sowie die histologische Auszählung neu gebildeter Osteoblasten in der Spongiosa. Wenn auch diese Ergebnisse nicht in allen Punkten histologisch verifiziert werden konnten, so dürfte dies lediglich an der Anzahl der operierten Tiere liegen, da die Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen in Relation zur Gruppengröße zu gering waren. Eine zeitliche Einordnung ist histologisch insofern möglich, als sich die Tiere der Placebogruppe in einem fortgeschritteneren Stadium der Heilung befanden verglichen zu den Tieren der Diclofenacgruppe. Somit kann man eindeutig von einer Verzögerung der Knochenbruchheilung sprechen.

Auch die Wundheilung wurde durch Diclofenac verändert. Die Einwanderung von Fibroblasten zur Stabilisierung der Narbe wurde deutlich negativ beeinflusst, so dass davon auszugehen ist, dass die Narbe durch Diclofenacapplikation in ihrer Stabilität geschwächt wurde. Die Migration der Epithelzellen und damit die oberflächliche Heilung der Wunde waren durch Diclofenac weitgehend unbeeinflusst.

Trotz der Hemmung von Fraktur- und Wundheilung ist neben der analgetischen Potenz gerade der antiphlogistische Effekt ein großer Vorteil bei der Applikation von Medikamenten aus der Gruppe der NSA. Insbesondere in der Behandlung des traumatischen und postoperativen Wundödems ist ja gerade dieser Effekt fast immer erwünscht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. NICHTSTEROIDALE ANTIPHLOGISTIKA

1.2. OPIOIDANALGETIKA

1.3. FRAKTUR UND FRAKTURHEILUNG

1.4. HAUT UND WUNDHEILUNG

2. ARBEITSHYPOTHESE

3. MATERIAL UND METHODEN

3.1. VERSUCHSREIHE A

3.2. VERSUCHSREIHE B

4. MEDIKAMENTÖSE THERAPIE

5. AUSWERTUNG

5.1. VERSUCHSREIHE A

5.2. VERSUCHSREIHE B

6. STATISTIK

7. ERGEBNISSE

7.1. VERSUCHSREIHE A

7.2. VERSUCHSREIHE B

8. DISKUSSION

9. ZUSAMMENFASSUNG

10. SCHLUSSFOLGERUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss des weit verbreiteten Schmerzmittels Diclofenac auf die Knochenbruch- und Wundheilung in tierexperimentellen Modellen bei Ratten, um eine potenzielle Verzögerung der Heilungsprozesse zu identifizieren.

  • Wirkweise von Diclofenac und anderen nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSA)
  • Prozesse der Knochenregeneration und Wundheilung
  • Biomechanische und histologische Auswirkungen von Diclofenac auf Frakturen
  • Vergleich der Heilung bei Anwendung von Diclofenac gegenüber einer Placebogruppe und zentral wirksamen Analgetika (Tramadol)
  • Klinische Relevanz der Erkenntnisse für die postoperative Schmerztherapie

Auszug aus dem Buch

Wirkung von NSA auf den Knochenstoffwechsel

Der genaue Wirkmechanismus von NSA auf den Knochenstoffwechsel ist nach wie vor nicht geklärt, wobei verschiedene Thesen existieren: Ho vermutet, dass NSA über eine Hemmung der DNA-Synthese zu einer Verminderung der Osteoblastenproliferation und der Zellzahl in vitro führen [44], wobei aber die Mineralisation nicht beeinträchtigt würde [45]. Wechter hingegen vermutet, dass die Aktivierung der Osteoblasten und Osteoklasten von einem zweiten, humoralen Mediator (z.B. einem Zytokin) abhängig sein muss. Im Falle der Knochenresorption könnte es sich um Interleukin 1 handeln [122].

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der theoretischen Grundlagen zu Diclofenac, Opioidanalgetika sowie den biologischen Mechanismen der Fraktur- und Wundheilung.

2. ARBEITSHYPOTHESE: Formulierung der zentralen Forschungsfrage, ob Diclofenac die Fraktur- oder Wundheilung negativ beeinflusst.

3. MATERIAL UND METHODEN: Beschreibung des Tiermodells (Wistar-Ratten) und der zwei Versuchsreihen (Bohrloch am Femur und Tibiaosteotomie).

4. MEDIKAMENTÖSE THERAPIE: Erläuterung der Dosierung und der oralen Applikationsform mittels selbsthergestellter Geleekügelchen.

5. AUSWERTUNG: Detaillierte Darstellung der diagnostischen Verfahren, darunter Dünnschichtcomputertomographie, biomechanische 3-Punkt-Biegeprüfung und histologische Analyse.

6. STATISTIK: Erläuterung der verwendeten statistischen Tests zur Auswertung der Gruppenunterschiede.

7. ERGEBNISSE: Präsentation der erhobenen Daten, die eine signifikante Verzögerung der Knochenheilung unter Diclofenac zeigen.

8. DISKUSSION: Einordnung der Ergebnisse in den wissenschaftlichen Kontext und kritische Würdigung der Methodik.

9. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassender Überblick über Vorgehen und zentrale Resultate der Untersuchung.

10. SCHLUSSFOLGERUNG: Klinische Empfehlungen zur vorsichtigen Anwendung von Diclofenac bei Vorliegen weiterer Risikofaktoren.

Schlüsselwörter

Diclofenac, Frakturheilung, Wundheilung, Knochenstoffwechsel, Prostaglandine, Cyclooxygenase, Osteoblasten, Biomechanik, Rattentibia, Tierexperiment, Schmerztherapie, entzündungshemmend, Kallusbildung, Fibroblasten, Nebenwirkungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss des entzündungshemmenden Medikaments Diclofenac auf die körpereigenen Heilungsprozesse bei Knochenbrüchen und Hautwunden.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Themen sind die pharmakologische Wirkung von Diclofenac, der komplexe Prozess der Frakturheilung sowie die Wundregeneration und deren histologische Auswertung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist zu klären, ob die Gabe von Diclofenac die Knochenbruch- oder Wundheilung verzögert, was eine Anpassung der klinischen Schmerztherapie erfordern könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine tierexperimentelle Studie an Wistar-Ratten durchgeführt, wobei mittels radiologischer (Micro-CT), biomechanischer (3-Punkt-Biegeprüfung) und histologischer Analysen verglichen wurde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung der Versuchsreihen, die medikamentöse Therapie der Tiere sowie die umfassende Auswertung der gewonnenen radiologischen und histologischen Daten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Diclofenac, Frakturheilung, Knochenstoffwechsel, Prostaglandine, Osteoblasten und biomechanische Stabilität.

Warum wurde Diclofenac als Untersuchungsobjekt gewählt?

Diclofenac ist eines der am häufigsten verordneten Schmerzmittel in der Unfallchirurgie und Orthopädie, dessen spezifischer Einfluss auf die Knochenheilung zuvor nicht ausreichend geklärt war.

Führt die Gabe von Diclofenac tatsächlich zu schlechteren Heilungsergebnissen?

Ja, die Arbeit konnte zeigen, dass die Knochendichte und mechanische Stabilität bei Diclofenac-behandelten Tieren signifikant geringer ausfielen als in der Kontrollgruppe.

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Details

Title
Einfluss von Diclofenac (NSAR) auf die Knochenbruch- und Wundheilung
Subtitle
Tierexperimentelle Untersuchungen an der Ratte
College
University of Ulm  (Chirurgische Klinik)
Author
Alexander Beck (Author)
Publication Year
2002
Pages
110
Catalog Number
V144926
ISBN (eBook)
9783640557066
ISBN (Book)
9783640557530
Language
German
Tags
Einfluss Diclofenac Knochenbruch- Wundheilung Tierexperimentelle Untersuchungen Ratte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Beck (Author), 2002, Einfluss von Diclofenac (NSAR) auf die Knochenbruch- und Wundheilung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144926
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