Familien mit vielen Problemen kann mit dem Case Management (CM) geholfen werden. Die fiktive Fallvorstellung der Familie Bubner mit ihren Problemen soll aufzeigen, wie das CM eine Aktivierung zur Selbsthilfe werden kann. Hauptaugenmerk wird hierbei auf die Phasen Linking und Monitoring in der Kinder- und Jugendhilfe gelegt.
Familie Bubner wohnte am Stadtrand von Spremberg in einem vor zehn Jahren neu gebauten Haus. Der Vater Robert arbeitete jahrelang als Alleinverdiener im Tagebau, wo er als Schichtleiter tätig war. Als sein geliebter Vater vor drei Jahren starb, fiel er in ein Loch. Um sich von seinem schmerzlichen Verlust abzulenken, begann er zu spielen und entwickelte im Lauf der Zeit eine Spielsucht, ohne dies selbst zu merken. Er verlor seinen Job, weshalb die Familie die Raten für das neu gebaute Haus nicht mehr zahlen konnte. Die Familie Bubner verschuldete sich und musste ihr Haus verkaufen. Nach dem Verkauf mussten sie in eine Vierraumwohnung in ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Parteien ziehen.
Die Mutter Kathleen, welche seit der Geburt der 16-jährigen Lilly nicht mehr berufstätig ist, verkraftete diesen sozialen Abstieg nicht und fiel in eine Depression. Diese macht es ihr teilweise unmöglich den gemeinsamen 4-jährigen Sohn Tom in den Kindergarten zu bringen. Da die Mutter aufgrund der Depression, die meiste Zeit des Tages im Bett verbringt, geht sie mit Tom nicht raus zum Spielen. Auch ein Spielplatz wird nicht aufgesucht, sodass Tom keine Möglichkeit hat Freunde zu finden. Er findet wenig Beachtung seiner Eltern, denn niemand in der Familie hat Lust sich mit ihm zu beschäftigen. Er wird stattdessen vor den Fernseher gesetzt. Die 16-jährige Tochter schwänzt regelmäßig die Schule und ist nur selten zu Hause. Sie und ihre Clique wurden bereits mehrfach bei Ladendiebstählen aufgegriffen. Kathleen erträgt die Situation nicht mehr und möchte unbedingt eine Veränderung erzielen. So beginnt sie in Momenten, in welchen es ihr nicht so schlecht geht, über entsprechende Hilfen zu informieren. Sie vereinbart einen Termin beim Jugendamt (JA) und hofft an dieser Stelle die richtige Hilfe für diese schwierige Situation innerhalb der Familie zu bekommen.
Häufig stammen Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen aus Familien, in denen ein Elternteil selbst psychische Probleme oder gar eine psychische Erkrankung hat. Im weiteren Verlauf der Fallstudie wird sich zeigen, ob und wie Familie Bubner die möglichen Hilfsangebote annimmt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung – Einführung in die Fallstudie der Familie Bubner
2. Case Management
2.1. Die Phasen des Case Managements
2.2. Case Management in der Kinder- und Jugendhilfe
3. Linking und die Voraussetzungen
3.1. Vorbereitung
3.2. Vermittlung
3.3. Anpassung
3.4. Fallbezogene Vernetzung
4. Monitoring
4.1. Ein normaler Fallverlauf im Monitoring
4.2. Drohender Abbruch durch Klienten
4.3. Fehlende Umsetzung der vereinbarten Leistung durch Hilfsanbieter
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer fiktiven Fallstudie der Familie Bubner, wie Case Management effektiv als Instrument zur Aktivierung von Selbsthilfe eingesetzt werden kann, mit besonderem Fokus auf die Phasen Linking und Monitoring.
- Grundlagen des Case Managements in der Sozialen Arbeit
- Kontextualisierung des Case Managements in der Kinder- und Jugendhilfe
- Detaillierte Analyse der Prozessphasen "Linking" und "Monitoring"
- Übertragung theoretischer Modelle auf eine konkrete Familienbiografie
- Strategien zum Umgang mit Krisen und Abbruchrisiken im Hilfeprozess
Auszug aus dem Buch
3.1. Vorbereitung
In dem ersten Schritt, der Vorbereitung, wird die hilfesuchende Person umfassend über die Hilfen informiert auf diese vorbereitet. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die Ängste und Erwartungen der hilfebedürftigen Person, denn diese gilt es frühzeitig mit einzubeziehen und sie zu beseitigen und zu berücksichtigen. Das Informationsbedürfnis seitens der zu unterstützenden Person soll durch direkte Informationen des Anbieters, im besten Fall einer Kontaktperson, beruhigt werden. An erster Stelle müssen die Aufnahmeformalitäten bekannt sein und weitere Schritte durch Checklisten vorbereitet sein. In jedem Fall ist eine Nachbesprechung aller Vermittlungskontakte durch den Case Manager wichtig (DGCC 2020, S. 25).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung – Einführung in die Fallstudie der Familie Bubner: Einführung in das fiktive Fallbeispiel einer Familie in prekären Lebensumständen und die Relevanz des Case Managements in diesem Kontext.
2. Case Management: Definition von Case Management und dessen Bedeutung für Multi-Problem-Familien sowie die Darstellung der sieben Phasen nach DGCC.
3. Linking und die Voraussetzungen: Erläuterung der vierten Phase des Case Managements zur Vermittlung passender Hilfeleistungen sowie der Vorbereitungs-, Vermittlungs-, Anpassungs- und Vernetzungsschritte.
4. Monitoring: Beschreibung der Phase zur Fallbeobachtung und -steuerung sowie Analyse kritischer Verläufe wie drohende Abbrüche.
5. Fazit und Ausblick: Resümee über den Erfolg der Maßnahmen für die Familie Bubner und die Bestätigung der Wirksamkeit von Hilfe zur Selbsthilfe.
Schlüsselwörter
Case Management, Kinder- und Jugendhilfe, Familie Bubner, Linking, Monitoring, Sozialpädagogische Familienhilfe, Selbsthilfe, Hilfeprozess, Fallsteuerung, SGB VIII, Krisenintervention, Soziale Arbeit, Fallmanagement, Netzwerkarbeit, Hilfebedarf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die praktische Anwendung des Case Managements im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe anhand eines fiktiven Fallbeispiels.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Prozessphasen "Linking" (Vermittlung) und "Monitoring" (Fallbeobachtung) im Rahmen komplexer familiärer Problemlagen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch Case Management Hilfe zur Selbsthilfe aktiviert werden kann, um eine Familie aus einer Notlage zu führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine fallbasierte Analyse genutzt, in der theoretische Grundlagen des Case Managements auf eine Fallstudie appliziert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Konzepts und die detaillierte Darstellung der Phasen Linking und Monitoring, angewandt auf die Familie Bubner.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Case Management, Kindeswohl, SPFH, SGB VIII, Fallsteuerung und Hilfsangebote.
Wie geht die Arbeit mit dem Risiko eines vorzeitigen Abbruchs um?
Es wird aufgezeigt, dass durch regelmäßige Kommunikation, Transparenz und die Evaluation der Passgenauigkeit von Maßnahmen drohende Abbrüche durch Klienten oder Leistungsanbieter frühzeitig erkannt und verhindert werden können.
Welche Rolle spielt die SPFH im Fall der Familie Bubner?
Die Sozialpädagogische Familienhilfe agiert als zentrale Stütze, die den Alltag strukturiert, notwendige Therapien begleitet und als Bindeglied zwischen den Familienmitgliedern und externen Hilfsangeboten fungiert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Linking und Monitoring in der Kinder- und Jugendhilfe. Ein fiktives Fallbeispiel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1449365