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Können fachfremde Lehrer durch eine schulinterne Fortbildung Fachkompetenz für den Sportunterricht erlangen?

Titel: Können fachfremde Lehrer durch eine schulinterne Fortbildung Fachkompetenz für den Sportunterricht erlangen?

Examensarbeit , 2009 , 40 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Marcel Stempel (Autor:in)

Didaktik - Sport, Sportpädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Schulsport: mangelhaft Bis zu 80 Prozent der Sportstunden in den Grundschulen werden von Lehrern ohne entsprechende Qualifikation gegeben, heißt es im Deutschen Kinder- und Jugendsportbund.“
Auf diesen Artikel stieß ich im Herbst letzten Jahres beim Lesen der Rheinischen Post. Der Artikel weckte meine Neugier. Ich entnahm dem Text, dass die Bewegungsförderung der Kinder auf niedrigem Niveau stagniert. Lehrer ohne entsprechende Ausbildung im Fach Sport agierten in großen Hallen oftmals gehemmt, sie trauten sich auch nicht, neue Übungen auszuprobieren und böten deshalb nur ein Schmalspurprogramm. Zudem mahnten die Autoren der Studie mehr Bewegungsmöglichkeiten in der Grundschule an und forderten deshalb mehr Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer ohne entsprechende Bewegungsausbildung. Vergleiche ich den beschriebenen Zustand des Sportunterrichtes im oben erwähnten Artikel mit der konkreten Situation an der GGS, so sind viele Parallelen zu erkennen. Zwar zeichnet sich unser Kollegium durch ein hohes Engagement aus, doch scheuen sich viele meiner fachfremd unterrichtenden Kolleginnen nicht selten den Geräteraum zu benutzen und lassen stattdessen die Kinder immer wieder die gleichen Lauf- und Fangspiele spielen. Bei dieser Art von Sportunterricht bleibt man als fachfremder Kollege auf der sicheren Seite, da man Risiken vermeidet und sich zeitintensive Auf- und Abbauten ersparen kann. Außerdem machen Kolleginnen in der Regel die Erfahrung, dass die Kinder die angebotenen Spielformen freudig annehmen und sich am Ende der Stunde durchaus positiv äußern. „[…] hat Spass gemacht!“
Die bei den Kolleginnen zurecht vorhandenen Bedenken, den Kompetenzerwartungen der Lehrpläne nicht zu genügen, führen wegen solcher Schülerreaktionen nur selten zu Verhaltensänderungen bezüglich ihres eigenen Sportunterrichts. Hinzu kommt die verständliche Befürchtung, dass bei anderen Unterrichtsinhalten vermehrt Sicherheitsaspekte Beachtung finden müssen. Die häufig fehlende gerätekundliche Sachkompetenz und die vielfältigen erforderlichen Kenntnisse von Hilfestellungen lassen die Kolleginnen häufig vor Unterrichtsalternativen im Sport zurückschrecken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Situationsanalyse und Handlungsbedarf an der GGS

1.1. Ausgangssituation an der GGS.

1.2. Handlungsbedarf

1.3. Zielformulierung

Theoretischer Hintergrund und Begriffsklärung

1.4. Allgemeine Überlegungen zur SCHILF

1.5. Verschiedene Methoden zur SCHILF

1.6. Möglichkeiten und Chancen einer SCHILF

1.7. Der Begriff „Fachkompetenz“

1.8. Wesentliche Elemente des Inhaltsbereiches 5 „Bewegen an Geräten – Turnen“

Konzeption und Verlauf der SCHILF

1.9. Gestaltung der schulinternen Lehrerfortbildung

1.9.1. Organisatorische Rahmenbedingungen

1.9.2. Inhaltliches und methodisches Vorgehen

Durchführung der SCHILF

1.10. Einleitung

1.11. Hauptteil

1.12. Schlussteil

Evaluation der SCHILF

Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie eine schulinterne Lehrerfortbildung (SCHILF) fachfremde Lehrkräfte dabei unterstützen kann, im Sportunterricht – speziell im Bereich „Bewegen an Geräten – Turnen“ – notwendige Fachkompetenz aufzubauen, Sicherheitsbedenken abzubauen und den Unterricht abwechslungsreicher zu gestalten.

  • Analyse des Handlungsbedarfs im Sportunterricht durch Umfragen im Kollegium
  • Vermittlung theoretischer Grundlagen zur SCHILF und zur Sicherheitsförderung
  • Praktische Erprobung von Gerätekombinationen und Hilfestellungen
  • Förderung der Sicherheit im Umgang mit Großgeräten
  • Reflexion des Lernzuwachses mittels der „Zielscheiben-Methode“

Auszug aus dem Buch

Unfälle und Unfallursachen

Schülerinnen und Schüler verletzen sich im Turnen am meisten bei Stützsprüngen und beim Bodenturnen. Etwa 30 % der Turnunfälle ereignen sich beim Sprung über ein Gerät. Beim Turnen an den Großgeräten ist vor allem der Abgang unfallträchtig.

Die Landung nach einem Sprung über ein Gerät ist der Unfallschwerpunkt im Turnen. Die Schülerinnen knicken um oder stürzen. Prellungen und Fraktionen sind häufige Verletzungen bei diesen Unfällen. Die Ursachen sind ungeeignete Matten, z.B. Weichböden oder eine schlechte Mattenauslage (Stolperstellen). Oft liegt es aber auch an einem fehlerhaften Bewegungsablauf (fehlerhafte erste Flugphase, falsche Armhaltung in der Stützphase) oder einer fehlerhaften Landetechnik. Eine mögliche Ursache kann zudem eine schwache und untrainierte Fuß- und Beinmuskulatur sein.

Eine weitere stark unfallbelastete Phase bei den Stützsprüngen ist der Stütz. Verletzungen der Finger- und Handgelenke sowie der Unterarmknochen sind häufige Folgen. Als Ursache kann eine unzureichende Körperspannung und Armstützkraft genannt werden. Auch liegt es oft an einer fehlenden oder unzureichenden Hilfestellung.

Beim Abgang vom Gerät, vor allem vom Barren und Reck, verletzen sich Schülerinnen und Schüler in der Regel bei der Landung oder sie bleiben am Gerät hängen und stürzen. Die Ursachen sind meist mangelhaftes Beherrschen der Bewegungsfertigkeit und unzureichende Armkraft. Das zu späte Lösen des Griffs z.B. am Stufenbarren oder ungeeignete Matten (Weichboden statt Niedersprungmatte) sind mögliche Ursachen. Wie auch beim Stützsprung kann unzureichende oder falsche Hilfestellung zu Unfällen führen.

Obwohl es zu den primären Aufgaben des Helfen und Sicherns gehört, Unfälle zu vermeiden, verletzen sich häufig Schülerinnen und Schüler trotz oder bei der Hilfe- und Sicherheitsstellung. Mögliche Ursachen sind mangelhaftes Beherrschen der Helferfertigkeiten, fehlende Konzentration der Helfenden, fehlende Kenntnis der Helfenden über den Bewegungsablauf und die Gefahrenstellen einer turnerischen Bewegung, unerwartete und unkoordinierte Reaktion des Turnenden, fehlende konditionelle und koordinative Voraussetzung des Helfenden oder die Angst des Helfenden vor Verletzungen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Mangel an qualifizierter Sportförderung an Grundschulen und leitet daraus die Notwendigkeit einer schulinternen Lehrerfortbildung ab.

Situationsanalyse und Handlungsbedarf an der GGS: Dieses Kapitel stellt die Ausgangslage im Kollegium dar, identifiziert durch eine Befragung spezifische Defizite und formuliert daraus die Teilziele der Fortbildung.

Theoretischer Hintergrund und Begriffsklärung: Hier werden didaktische Grundlagen der Lehrerfortbildung, der Begriff der Fachkompetenz sowie Anforderungen des Lehrplans für den Bereich Turnen erläutert.

Konzeption und Verlauf der SCHILF: Das Kapitel dokumentiert die Planung, inklusive organisatorischer Rahmenbedingungen, methodischer Entscheidungen und Sicherheitskonzepte.

Durchführung der SCHILF: Es folgt eine detaillierte Dokumentation des praktischen Ablaufs der Fortbildung, angefangen bei der Einführung bis hin zur Präsentation der erarbeiteten Ergebnisse.

Evaluation der SCHILF: Die Ergebnisse werden reflektiert und anhand der „Zielscheiben-Methode“ sowie der Rückmeldungen der Kolleginnen bewertet.

Resümee und Ausblick: Das Abschlusskapitel resümiert den Erfolg der Fortbildungsmaßnahme und gibt einen Ausblick auf potenzielle zukünftige Themengebiete.

Schlüsselwörter

Schulinterne Lehrerfortbildung, SCHILF, Sportunterricht, Grundschule, Fachkompetenz, Geräteturnen, Sicherheitsförderung, Bewegungsförderung, Didaktik, Helfen und Sichern, Unterrichtsentwicklung, Großgeräte, Lehrerqualifikation, Handlungskompetenz, Gerätekombinationen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption, Durchführung und Evaluation einer schulinternen Lehrerfortbildung (SCHILF) für fachfremde Grundschullehrkräfte im Sportbereich „Bewegen an Geräten – Turnen“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Sicherheitsförderung, der sachgerechte Aufbau und Einsatz von Großgeräten sowie die Vermittlung von grundlegenden Hilfestellungen beim Turnen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, die Handlungskompetenz der Kolleginnen im Bereich Turnen zu erweitern, Ängste vor dem Geräteeinsatz abzubauen und somit den Schülern vielfältigere Bewegungserfahrungen zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine praxisorientierte Interventionsmethode gewählt, die auf Bedarfsanalysen (Fragebögen), theoretischem Input und aktiver Gruppenarbeit basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil deckt die theoretischen Sicherheitsgrundlagen ab, dokumentiert die methodische Planung und beschreibt die Durchführung der Fortbildung sowie die anschließende Evaluation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselaspekte sind Fachkompetenz, Sicherheit, Lehrerfortbildung, Turnen, Unterrichtsqualität und Handlungsorientierung.

Warum spielt die Sicherheit eine so große Rolle in der Arbeit?

Da Geräteturnen oft als gefährlich wahrgenommen wird, dient die Aufklärung über Unfallursachen und die Vermittlung von Sicherheitsstrategien dazu, die Hemmschwelle für einen aktiven Sportunterricht zu senken.

Wie wurde der Erfolg der Fortbildung gemessen?

Der Erfolg wurde mittels der „Zielscheiben-Methode“ evaluiert, bei der die Teilnehmerinnen ihren persönlichen Kompetenzzuwachs visuell und verbal einschätzten.

Welche Rolle spielen die Schüler bei dem neuen Konzept?

Ein wichtiger Aspekt ist die frühzeitige Einbeziehung der Schüler in den Auf- und Abbau der Geräte, um deren eigene Sachkompetenz und Verantwortungsbewusstsein zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Können fachfremde Lehrer durch eine schulinterne Fortbildung Fachkompetenz für den Sportunterricht erlangen?
Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Düsseldorf
Note
2,0
Autor
Marcel Stempel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
40
Katalognummer
V144938
ISBN (eBook)
9783640557073
ISBN (Buch)
9783640557554
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geräte Turnen fachfremd kompetent Lehrerfortbildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Stempel (Autor:in), 2009, Können fachfremde Lehrer durch eine schulinterne Fortbildung Fachkompetenz für den Sportunterricht erlangen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144938
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Leseprobe aus  40  Seiten
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