Das Internet hat sich in den letzten Jahren mit rasanter Geschwindigkeit entwickelt und macht mittlerweile vor keinem Lebensbereich mehr Halt. Ganz gleich wo wir hingehen oder hinsehen, überall rücken diese merkwürdigen „http:-Adressen“ ins Blickfeld. Es ist dabei nicht von Bedeutung, ob wir die Tageszeitung oder eine Illustrierte aufschlagen, die Nachrichten oder eine Unterhaltungssendung im Fernsehen sehen, in der U-Bahn stehen oder ins Kino gehen, das Internet ist allgegenwärtig geworden. Während sich diese Erkenntnis bei uns erst jetzt durchsetzt, hat Jon Katz in den USA dies bereits 1994 erkannt: „[...] you can’t pick up a paper any longer without reading the words e-mail, Internet, or cyberspace.“ Und selbst wenn man vielleicht noch nie im „Netz der Netze“ ‚gesurft‘ ist, eine Internet Adresse hat man zumindest schon einmal gesehen, wenn man zum Beispiel die Tagesschau ansieht. Online ist in. Und so macht dieser Trend natürlich auch nicht vor einem Traditionsmedium wie der Tageszeitung halt. Der Computer hat in den letzten 20 Jahren vor allem die Herstellung des Printprodukts durch Desktop- Publishing und Computer-to-plate Verfahren revolutioniert. Die Vermittlung und Rezeption der Inhalte findet heute dagegen ebenfalls mit Hilfe des Computers statt.
Während hierzulande die Entwicklungen der deutschen Tageszeitungen im Internet verfolgt und kommentiert werden, vernachlässigt man gerne den Rest der Welt und damit einen der Hauptvorteile des Internets, die Globalität, die es ermöglicht, Inhalte nicht nur weltweit, sondern fast zeitgleich abzurufen. Katja Riefler bemerkte dazu sehr treffend: „Das Internet wird zu einem riesigen Kiosk, an dem das Wall Street Journal neben der New York Times, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Financial Times liegt“.
Was dies für Auswirkungen auf die deutschen Tageszeitungen hat, wurde schon mehrfach von verschiedenen Forschergruppen untersucht. Es wurden sowohl Typologisierungen für Online-Zeitungen erstellt, als auch Finanzierungsmodelle und Zukunftsprognosen unter die Lupe genommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gründe für die Betrachtung der USA
3. Online Zeitungen und Internet-Nutzung in den USA
3.1. Online-Zeitungen in den USA und deren Nutzung
3.2. Internet-Nutzung in den USA
4. Community Online System
4.1.Definition & Beispiele
4.1.1. Boston.com
4.1.2. AndersonOnline
4.2. Chatten und Posten
5. Exkurs Seattle Times Flight 261
6. Sonderfall Wall Street Journal
7. Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation von Online-Zeitungen in den USA. Anhand ausgewählter Fallbeispiele wird analysiert, wie US-amerikanische Verlage das Internet nutzen, um lokale Communitys zu stärken, den Informationsaustausch durch Interaktionsangebote zu fördern und wirtschaftliche Potenziale zu erschließen.
- Entwicklung und Status quo von Online-Zeitungen in den USA
- Die Rolle der Internet-Nutzung als Basis für Online-Medienangebote
- Funktionsweise und Bedeutung von Community Online Systemen
- Interaktionsmöglichkeiten: Chat, Foren und Moderationskonzepte
- Finanzierungsmodelle und nutzerbasierte Strategien von Online-Ausgaben
Auszug aus dem Buch
4.1.1. Boston.com
The Boston Globe (The Globe) wurde im Jahre 1872 von 6 Geschäftsmännern gegründet und ist eine in Neu-England weit verbreitete Zeitung. Die erste Printausgabe erschien am 4. März 1872. Seit 1993 gehört The Globe zum New York Times-Konzern. The Boston Globe war bis zu diesem Zeitpunkt 120 Jahre in Familienbesitz. Das Zusammenkommen von The New York Times und The Globe war die größte Fusion von zwei amerikanischen Zeitungen. Die tägliche Printauflage von The Globe beträgt 472.668 Stück; am Sonntag liegt die Auflage bei 748.726 Ausgaben.
Es gehört zu der Globe Tradition, unter den Ersten zu sein. Laut Globe waren sie die Ersten mit Autorenangabe, ganzseitiger Werbung, und die Ersten mit farbigen Sonntagsmagazinen. Sie ist auch eine der ersten Zeitungen mit Online-Präsenz. 1994 wurde zu diesem Zwecke die Globe Electronic Publishing Company gegründet. Die erste Onlineausgabe erschien am 30. Oktober 1995. boston.com weist starke Nutzungszahlen vor. Laut boston.com sind es 3 Millionen User, die monatlich 61,1 Millionen Seiten einsehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die rasante Entwicklung des Internets und die wachsende Bedeutung von Online-Nachrichtenangeboten im globalen Kontext.
2. Gründe für die Betrachtung der USA: Erläuterung des technologischen Vorsprungs der USA sowie des optimistischen Technikverständnisses als treibende Kräfte für die frühe Etablierung von Online-Zeitungen.
3. Online Zeitungen und Internet-Nutzung in den USA: Analyse der schnellen Marktentwicklung in den USA und der quantitativen Verbreitung von Internet-Nutzerzahlen.
4. Community Online System: Untersuchung der lokalen Funktion von Online-Zeitungen und deren Rolle als Foren für die Bürgerkommunikation.
5. Exkurs Seattle Times Flight 261: Fallstudie zur Nutzung einer Online-Plattform für die gemeinschaftliche Trauerarbeit nach einem Flugzeugabsturz.
6. Sonderfall Wall Street Journal: Analyse des einzigen erfolgreichen Modells mit monatlicher Grundgebühr für Online-Inhalte.
7. Ausblick: Diskussion über die Zukunft der Online-Zeitungen als Ergänzung zu Printmedien und technologische Trends wie Flatpanels.
Schlüsselwörter
Online-Zeitungen, USA, Internet, Community Online System, Journalismus, Interaktion, Chatrooms, Boston.com, AndersonOnline, Wall Street Journal, Seattle Times, Digitalisierung, Nutzerzahlen, Medienwandel, Printmedien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Online-Zeitungen in den USA als Medien und lokale Kommunikationsplattformen genutzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Internetnutzung in den USA, Community-Systeme, Moderationskonzepte und die Digitalisierung journalistischer Angebote.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, anhand von US-Beispielen aufzuzeigen, wie Online-Zeitungen über die reine Nachrichtenverbreitung hinaus als soziale Treffpunkte fungieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Analyse und Kommentararbeit, die auf Fallbeispielen und existierenden Studien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition von Community-Systemen, der Darstellung einzelner Online-Auftritte sowie einer tabellarischen Übersicht von Interaktionsangeboten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Online-Zeitungen, Community Online System, Medienwandel und digitale Interaktion.
Wie unterscheidet sich das Wall Street Journal von anderen Online-Zeitungen?
Es nimmt eine Sonderstellung ein, da es für den vollen Zugriff eine monatliche Grundgebühr erhebt, was für den Erfolg der Website essenziell ist.
Warum wurde die Seattle Times im Kontext der Community-Systeme untersucht?
Die Seattle Times dient als Beispiel dafür, wie eine Zeitung in einer Krisensituation durch moderierte Foren und Denkmalsseiten einen aktiven Beitrag zur lokalen Gemeinschaft leistet.
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- Uwe Sperlich (Author), Alexander Chavez (Author), 2000, Online-Zeitungen International am Beispiel der USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14493