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ADHS als Modediagnose? Die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit

Titre: ADHS als Modediagnose? Die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit

Thèse de Bachelor , 2014 , 62 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Nadine Kahlert (Auteur)

Psychologie - Diagnostiques
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Die Entwicklung der Gesellschaft führt zu einer Veränderung medizinischer Definitionen, wie den Begriffen "Krankheit" und "Gesundheit". Im Zusammenhang mit dem Thema ADHS ist deshalb eine konkrete, aktuelle Begriffserläuterung von "Krankheit" und "Gesundheit" notwendig. Bei den „Zappelphilipps“ und „Traumsusen“ heißt es: Diagnose Aufmerksamkeitsdefizitstörung und Medikament Ritalin!

Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, wie sich die Zahl der Diagnosestellungen und Medikamentengaben in den letzten Jahrzehnten verändert hat und worin die Ursachen dafür liegen. Damit verbunden steht eine Untersuchung, ob und inwieweit sich die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit verschoben hat. Im Rahmen dieses Ziels wird der Fragestellung nachgegangen, ob der Begriff Modediagnose für ADHS berechtigt ist. Um dieser Frage nachzugehen, ist es zunächst notwendig, zu untersuchen, was sich hinter dem Begriff Modediagnose verbirgt. Dem schließt sich an, ADHS als eigenständiges Krankheitsbild mit all seinen Facetten zu beschreiben. Dazu definiert die Arbeit zunächst, was unter aktueller Sicht unter dem Krankheitsbild ADHS verstanden wird.

Die geschichtliche Entwicklung des Krankheitsbildes wird das Auftreten beziehungsweise die Veränderung von Begriff, Ursachenbeschreibung, Symptomatik, Diagnostik und Behandlung darstellen. Daran anschließend wird anhand ausgewählter Studien ein aktueller Blick auf die Entwicklung und das Vorkommen der Krankheit gelegt. Um ADHS als Krankheitsbild genau zu beschreiben, werden weiterhin die Ursachen sowie die Symptome erläutert. Für eine Beurteilung der Diagnosezahlen ist wichtig, die Diagnostik mit den dazugehörigen Diagnoseverfahren zu beschreiben und kritisch zu betrachten. Um herauszufinden, worin die Notwendigkeit von Verfahren und Medikamenten liegt, ist ein umfassender Überblick der Behandlung notwendig. Nach ausführlicher Abhandlung von ADHS selbst wird nun in Bezug auf alle einzelnen Kapitel die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit ausgewertet sowie deren Entwicklung darstellt. Schlussendlich wird der Begriff Modediagnose beurteilt. Die Schlussbetrachtung wird die gesamte Arbeit in Kurzform zusammenfassen und damit beenden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wortdefinitionen

2.1 Modediagnose

2.2 Gesundheit und Krankheit

3. ADHS

3.1 Das Krankheitsbild ADHS

3.2 Geschichte

3.3 Entwicklung und Vorkommen von ADHS und Ritalin

3.4 Ursachen

3.5 Symptome

3.6 Diagnostik

3.6.1 Diagnostische Möglichkeiten

3.6.2 Kritik an der Diagnostik

3.7 Behandlung

3.7.1 Kritik an der Behandlung

4. Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit

4.1 Geschichte

4.2 Entwicklung

4.3 Ursachen

4.4 Symptome

4.5 Diagnostik

4.6 Behandlung

5. Modediagnose

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche und medizinische Entwicklung des ADHS-Begriffs und geht der zentralen Forschungsfrage nach, ob die Bezeichnung "Modediagnose" für dieses Krankheitsbild berechtigt ist, indem die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit wissenschaftlich reflektiert wird.

  • Historische Entwicklung des ADHS-Begriffs und der Ursachenbeschreibung
  • Anstieg der Diagnosezahlen und des Verbrauchs an ADHS-Medikamenten
  • Kritische Analyse der diagnostischen Verfahren und der Fehlerquellen
  • Betrachtung der multimodalen Therapiemöglichkeiten und deren Grenzen
  • Wissenschaftliche Reflexion der Verschiebung zwischen Krankheit und Gesundheit

Auszug aus dem Buch

3.6.2 Kritik an der Diagnostik

Die Abläufe und Mittel der Diagnostik bringen Vor- und Nachteile mit sich, die die Bestimmung von ADHS stark beeinflussen können. Der folgende Abschnitt macht auf Fehler und Probleme während des Prozesses der Diagnosestellung aufmerksam und verdeutlicht somit das Problem der konkreten Auflistung von ADHS-Zahlen.

Die Vielzahl an Diagnosemöglichkeiten zeigt die Schwierigkeit, dass optimalste Verfahren herauszufinden. Den perfekten Test gibt es also nicht, viele kleine Bausteine und deren Kombinationen aus Selbst- und Fremdbeurteilungsbögen, Fragebögen, Checklisten, Skalen, Interviews und der ausführlichen Beobachtung führen zum Ergebnis. Zudem stimmen die verschiedenen Diagnoseverfahren, als auch die Klassifikations- und Diagnosesysteme in ihrer Einschätzung und Auswertung nicht vollständig überein, sodass teilweise bei ein und demselben Kind unterschiedliche Ergebnisse zu Stande kommen. Dies führt schlussendlich auch zu einer ungenauen Anzahl an diagnostizierten ADHS-Erkrankten.

Auch der nach außen nicht hyperkinetische, unaufmerksame Typ scheint in der Diagnostik hin und wieder unter zu gehen. Er ist zwar innerlich unruhig, gedanklich umtrieben und impulsiv, fällt aber durch seine verträumte und eher ruhige Art nach außen weniger auf und wird somit weniger in die Diagnostik einbezogen. Die Probleme treten bei diesem Typ erst später auf. Es wird vermutet, dass Mädchen bei diesem Typ stärker vertreten sind und Jungen deshalb überproportional häufiger als Mädchen diagnostiziert werden. Laut Bundesärztekammer ist jedoch der unaufmerksame Subtyp von ADHS wissenschaftlich bisher nicht ausreichend untersucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der veränderten gesellschaftlichen Definitionen von Krankheit und Gesundheit ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit bezüglich des ADHS-Begriffs.

2. Wortdefinitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie "Modediagnose" sowie der kontroverse Diskurs um die Definitionen von Gesundheit und Krankheit geklärt.

3. ADHS: Dies ist das Hauptkapitel, welches das Krankheitsbild von der medizinischen Definition über die Geschichte bis hin zu Ursachen, Symptomen, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten umfassend analysiert.

4. Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit: Hier wird anhand der vorangegangenen Aspekte untersucht, wie sich die Grenze zwischen gesundem und krankhaftem Verhalten historisch und aktuell verschoben hat.

5. Modediagnose: Dieses Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und beurteilt, inwieweit ADHS aufgrund der hohen Popularität und diagnostischen Ausweitung als Modediagnose bezeichnet werden kann.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit findet hier ihren Abschluss, indem die zentralen Ergebnisse zur Begriffsgenese, zum Anstieg der Diagnosezahlen und zur Problematik der Grenzziehung zwischen "Normal" und "ADHS" resümiert werden.

Schlüsselwörter

ADHS, Modediagnose, Krankheit, Gesundheit, Methylphenidat, Ritalin, Diagnostik, Symptomatik, Kindheit, Jugend, Multimodale Therapie, Fehldiagnose, Psychostimulanzien, Verhaltensauffälligkeiten, Neurobiologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit reflektiert wissenschaftlich die ADHS-Diagnostik vor dem Hintergrund der zunehmenden gesellschaftlichen und medizinischen Bedeutung des Krankheitsbildes und untersucht, ob die Bezeichnung "Modediagnose" berechtigt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den Ursachen (genetisch, biologisch, psychosozial), der aktuellen diagnostischen Praxis sowie den multimodalen Behandlungsmöglichkeiten von ADHS.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es herauszufinden, warum die Diagnosezahlen für ADHS und der Verbrauch von Medikamenten wie Ritalin in den letzten Jahrzehnten so stark angestiegen sind und ob sich dabei die Grenze zwischen normalem kindlichem Verhalten und pathologischer Krankheit verschoben hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturanalyse, bezieht aktuelle Studien, Statistiken (wie den Barmer Ärztereport) und internationale Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-IV) ein, um eine multiperspektivische Reflexion des Themas zu ermöglichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung des Krankheitsbildes ADHS, seine geschichtlich-gesellschaftliche Einordnung, die verschiedenen Ursachenmodelle sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Diagnostik und den gängigen Therapieansätzen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Kernbegriffe sind ADHS, Modediagnose, Mehrfachdiagnosen, Methylphenidat (Ritalin), Grenzziehung zwischen Krankheit und Gesundheit sowie die Frage nach der Überdiagnostizierung.

Warum wird ADHS im Text häufig als „Modediagnose“ diskutiert?

Dies begründet sich durch die Auffälligkeit, dass das Krankheitsbild durch hohe öffentliche Aufmerksamkeit, unscharfe Definitionen und eine stürmische Zunahme diagnostizierter Fälle charakterisiert ist, was Interpretationsspielräume für Nicht-Fachleute eröffnet.

Welche Rolle spielt die Medikation bei der Beurteilung als „Modediagnose“?

Die Arbeit zeigt einen massiven Anstieg an Methylphenidat-Verordnungen auf, der zeitlich mit der steigenden popularwissenschaftlichen Diskussion und dem Wunsch nach schneller Symptomkontrolle in Schule und Familie korreliert.

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Résumé des informations

Titre
ADHS als Modediagnose? Die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit
Université
University of Applied Sciences North Hesse; Leipzig
Note
1,7
Auteur
Nadine Kahlert (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
62
N° de catalogue
V1449404
ISBN (PDF)
9783963562761
ISBN (Livre)
9783963562778
Langue
allemand
mots-clé
ADHS Krankheit Gesundheit Ritalin Aufmerksamkeitsdefizitstörung Diagnostik Modediagnose
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nadine Kahlert (Auteur), 2014, ADHS als Modediagnose? Die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1449404
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Extrait de  62  pages
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