Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Emotionsregulation und Schulerfolg

Eine Erkundungsstudie

Title: Emotionsregulation und Schulerfolg

Diploma Thesis , 2009 , 127 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Nicolas Kühnert (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In den letzten beiden Jahrzehnten hat die Emotionsforschung einen regelrechten Boom erlebt, sowohl was die Anzahl der Publikationen (Petermann und Wiedebusch, 2008, S. 13) als auch den Erkenntnisstand betrifft (Denham, 1998, Foreword).
Gleichzeitig gewannen Konstrukte, die den richtigen Umgang mit Gefühlen als Schlüssel zum persönlichen Erfolg eines Menschen suggerieren, wie das der emotionalen Intelligenz (z.B. Goleman, 1995; Bar-On, 2006; Mayer und Salovey, 1997) und das der emotionalen Kompetenz (Saarni, 1999) enorm an Popularität.
...
Warum Gefühle, ihre Wahrnehmung und der Umgang mit ihnen in der heutigen Zeit vielen Menschen so bedeutsam erscheinen, ist eine interessante Frage.
...
Gleichzeitig fordert diese Leistungsorientierung jedoch ganz offensichtlich ihren Preis: Eine Vielzahl aktueller gesundheitlicher (oder besser pathologischer) Phänomene wie stetig anwachsender Leistungsdruck (z.B. TNS-Emnid-Umfrage "Stress bei der Arbeit", Juli/August 2008), der extreme Anstieg von Depressionen und anderen affektiven Störungen (Bundesministerium für Gesundheit, 2006) oder der schnell wachsende Bekanntheitsgrad des Burn-out-Begriffs werden mit ihr in Zusammenhang gebracht.
...
Tatsächlich konnten Forschungsergebnisse zeigen, dass eine geringe emotionale Kompetenz ein Risikofaktor für Tabak– und Alkoholkonsum bei Jugendlichen (Trinidad und Johnson, 2002) und auch ein Prädiktor für das Auftreten von Verhaltensstörungen ist (Petermann und Wiedebusch, 2008, S.19), während andersherum eine hohe emotionale Kompetenz beispielsweise als Resilienzfaktor gegenüber dem Burn-out-Syndrom gilt (Schmitz, 2002).
...
1.2 Ziele der Arbeit

Diese Arbeit soll die Emotionsregulation als Teilfertigkeit emotionaler Kompetenz vorstellen. Außerdem soll sie wesentliche Aspekte der Entwicklung der Emotionsregulation aufzeigen,
...
Folgende Fragestellungen sollen im Mittelpunkt der Arbeit stehen:
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich vor allem mit der Frage, welche Auswirkungen Fähigkeiten der Emotionsregulation auf die Entwicklung des Kindes haben.
Im zweiten Teil der Forschungsarbeit steht die Frage im Mittelpunkt, ob es einen Zusammenhang zwischen dem häufigen Anwenden bestimmter (adaptiver/maladaptiver) Emotionsregulationsstrategien bei den Gefühlen Wut, Angst, und Trauer und den Schulleistungen (Jahresdurchschnittsnote) des Kindes gibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Aufbau der Arbeit

1.2 Ziele der Arbeit

1.3 Schreibstil

2. Emotionen

2.1 Begriff

2.1.1 Emotion als intrapsychischer Zustand

2.1.2 Emotion als Funktion im Handlungsregulationssystem

2.1.3 Emotion als aus Interaktion kokonstruierte Funktion

2.2 Zusammenfassung

3. Emotionale Kompetenz

3.1 Begriff

3.2 Konzeptionelle Unterschiede und Ursprung der Konstrukte emotionaler Intelligenz und emotionaler Kompetenz

3.3 Komponenten emotionaler Kompetenz

3.3.1 Emotionswissen und –verständnis

3.3.2 Emotionsausdruck

3.3.3 Emotionsregulation

3.4 Emotionale Kompetenz und soziale Kompetenz

4. Emotionsregulation

4.1 Begriff

4.2 Entwicklung der Emotionsregulation

4.2.1 Entwicklungsbereiche der Emotionsregulation

4.2.2 Entwicklung der Emotionsregulation in verschiedenen Altersphasen

4.2.2.1 Entwicklung der Emotionsregulation im 1. Lebensjahr

4.2.2.2 Entwicklung der Emotionsregulation vom 2. -5. Lebensjahr

4.2.2.3 Entwicklung der Emotionsregulation im Grundschulalter

4.2.2.4 Entwicklung der Emotionsregulation im Jugendalter

4.2.3 Entwicklungsfaktoren und individuelle Unterschiede der Emotionsregulation

4.2.3.1 Familiäre Einflüsse

4.2.3.2 Körperliche Einflüsse und genetische Disposition

4.2.3.3 Kulturelle Einflüsse

5. Erkundungsstudie zum Zusammenhang von Emotionsregulation und Schulerfolg

5.1. Forschungsstand und Hypothesenbildung

5.2 Erhebungsinstrument (FEEL-KJ)

5.2.1 Inhalt und Aufbau

5.2.2 Gütekriterien

5.3 Akquirierung der Teilnehmer

5.4 Beschreibung der Stichprobe

5.5 Vorgehensweise bei der Durchführung der Erhebung

5.6 Formulierung der Hypothese

5.7 Auswertung

5.7.1 Vorgehensweise

5.7.2 Ergebnisse

5.7.2.1 Angegebene Häufigkeit der angewandten adaptiven und maladaptiven Strategien (gesamt)

5.7.2.2 Angegebene Häufigkeit der angewandten adaptiven und maladaptiven Strategien bei Wut, Angst und Trauer

5.7.2.3 Angegebene Häufigkeit der Anwendung einzelner Strategien

5.8 Zusammenfassung, Diskussion und Hypothesenüberprüfung

5.9 Kritische Betrachtung

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konstrukt der Emotionsregulation als Teilfertigkeit emotionaler Kompetenz und erforscht deren Zusammenhang mit dem schulischen Erfolg von Kindern, wobei insbesondere die Rolle adaptiver versus maladaptiver Strategien bei der Bewältigung negativer Emotionen wie Wut, Angst und Trauer beleuchtet wird.

  • Theoretische Fundierung von Emotionen und emotionaler Kompetenz
  • Entwicklung der Emotionsregulation in verschiedenen Lebensphasen
  • Einflussfaktoren wie familiäre, körperliche und kulturelle Bedingungen
  • Empirische Erkundungsstudie mittels des FEEL-KJ-Fragebogens
  • Analyse des Zusammenhangs zwischen Regulationsstrategien und Schulleistungen

Auszug aus dem Buch

Emotion als intrapsychischer Zustand

„Eine Emotion ist ein qualitativ näher beschreibbarer Zustand, der mit Veränderungen auf einer oder mehreren der folgenden Ebenen einhergeht: Gefühl, körperlicher Zustand und Ausdruck.“ (Schmidt-Atzert, 1996, S. 21)

Diese Definition lässt vor allem in ihrem ersten Teil einen großen Interpretationsspielraum zu und ist insgesamt sehr offen formuliert. Holodynski und Friedlmeier (1999, S. 5) nennen sie als ein Beispiel für eine Definition, die den Schwerpunkt auf den strukturellen Aspekt von Emotionen legt, also auch auf die Frage, was gehört dazu: „… eine Emotion wird als spezifische Konfiguration von Formen (beziehungsweise von Strukturen) definiert, die man als Anzeichen für das Vorhandensein einer Emotion heranzieht. …“

Dabei umfasst das Gefühl (als Formaspekt) das subjektive Erleben (zugänglich über Selbstberichte), während der Körperzustand messbare (peripher-) physiologische Reaktionen beinhaltet (Blutdruck, Hautwiderstand, Hormonspiegel etc.). Eine erhöhte Durchblutung der peripheren Muskelgruppen gilt z.B. als körperbezogenes Anzeichen von Freude. Der Ausdruck beinhaltet wiederum expressiv oder instrumentell beobachtbare Verhaltensweisen (Holodynski und Friedlmeier 1999, S. 5).

Völlig ignoriert zugunsten des Formaspekts wird bei diesem Beispiel der Funktionsaspekt einer Emotion, wie durch eine weitere Definition schnell ersichtlich wird: „Emotion ist eine Episode zeitlicher Synchronisation aller bedeutender Subsysteme des Organismus, die fünf Komponenten bilden (Kognition, physiologische Regulation, Motivation, motorischer Ausdruck [motor expression] und Monitoring/Gefühl) und die eine Antwort auf die Bewertung eines externalen oder internalen Reizereignisses als bedeutsam für die zentralen Bedürfnisse und Ziele des Organismus darstellt.“ (Scherer, 1990, S. 6)

Auch bei dieser Definition existiert der Formaspekt, allerdings wird hier versucht auch dem Funktionsaspekt, also der Frage wozu Emotionen dienen und welche Funktion sie haben, Bedeutung zu verleihen. Dies geschieht, in dem ein Zusammenhang zwischen Emotionen und „zentralen Bedürfnissen und Zielen des Organismus“ hergestellt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die aktuelle Relevanz der Emotionsforschung und die Darlegung der Zielsetzung der Arbeit, den Zusammenhang zwischen Emotionsregulation und schulischem Erfolg zu explorieren.

2. Emotionen: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Emotionsbegriff, der Differenzierung zwischen strukturalistischen und funktionalistischen Ansätzen sowie der Bedeutung der sozialen Interaktion.

3. Emotionale Kompetenz: Systematisierung des Konstrukts der emotionalen Kompetenz, Abgrenzung zur emotionalen Intelligenz und Darstellung der Teilkomponenten Wissen, Ausdruck und Regulation.

4. Emotionsregulation: Detaillierte Betrachtung des Begriffs der Emotionsregulation, ihrer Entwicklung in der Ontogenese sowie der wesentlichen Einflussfaktoren.

5. Erkundungsstudie zum Zusammenhang von Emotionsregulation und Schulerfolg: Präsentation der empirischen Untersuchung, der angewandten Methoden, der Ergebnisse zur Verwendung von Regulationsstrategien und der Diskussion der Resultate.

6. Fazit und Ausblick: Kritische Reflexion der Forschungsarbeit und Überlegungen zur praktischen Förderung emotionaler Kompetenzen im Bildungskontext.

Schlüsselwörter

Emotionsregulation, Emotionale Kompetenz, Schulerfolg, FEEL-KJ, Adaptive Strategien, Maladaptive Strategien, Entwicklungspsychologie, Emotionswissen, Emotionsausdruck, Sozialpädagogik, Emotionsforschung, Gefühlskonzepte, Bindungsqualität, Temperament, Kognitive Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen der Fähigkeit von Kindern, ihre Emotionen zu regulieren, und ihrem schulischen Erfolg.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen theoretische Grundlagen von Emotionen, emotionale Kompetenz, die Entwicklung der Emotionsregulation bei Kindern und eine empirische Erkundungsstudie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob ein Zusammenhang zwischen der häufigen Verwendung bestimmter Emotionsregulationsstrategien (adaptiv/maladaptiv) und der Jahresdurchschnittsnote besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine quantitative Erkundungsstudie durchgeführt, in der der Fragebogen zur Erhebung der Emotionsregulation bei Kindern und Jugendlichen (FEEL-KJ) eingesetzt wurde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einbettung der Konzepte sowie die Durchführung, Auswertung und Diskussion der empirischen Studie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Emotionsregulation, Schulerfolg, emotionale Kompetenz und entwicklungspsychologische Faktoren charakterisiert.

Warum wurde das FEEL-KJ Verfahren für die Studie ausgewählt?

Das FEEL-KJ wurde als das zum Untersuchungszeitpunkt am besten geeignete, deutschsprachige Instrument zur Erfassung der spezifischen Emotionsregulationsstrategien ausgewählt.

Zu welchem Ergebnis kommt der Autor in Bezug auf die Hypothese?

Die Hypothese konnte statistisch nicht belegt werden, da die Unterschiede zwischen den Leistungsgruppen zu gering ausfielen; es konnten jedoch vorsichtige Tendenzen identifiziert werden.

Excerpt out of 127 pages  - scroll top

Details

Title
Emotionsregulation und Schulerfolg
Subtitle
Eine Erkundungsstudie
College
University of Applied Sciences Jena
Grade
1,00
Author
Nicolas Kühnert (Author)
Publication Year
2009
Pages
127
Catalog Number
V144977
ISBN (eBook)
9783640557127
ISBN (Book)
9783640557578
Language
German
Tags
Emotionsregulation Emotion Emotionale Kompetenz Emotionale Intelligenz Emotionale Entwicklung Schulerfolg Erkundungsstudie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicolas Kühnert (Author), 2009, Emotionsregulation und Schulerfolg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144977
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  127  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint