Mit dem Thema „Frauen und Gesundheit“ beschäftige ich mich schon lange, denn ich bin eine Frau. Während meinem BPS II in einem Mutter-Kind-Kurhaus sowie in der anschließenden Arbeit dort habe ich mich mit Frauen beschäftigt, die nicht gesund sind. Die Zusammenarbeit in einem interdisziplinären Team, bestehend aus Sozialpädagogen, Psychologen, Medizinern und Erziehern, macht bewusst, dass kranke Frauen nicht nur einfach Medikamente oder eine Erholungspause vom alltäglichen Stress brauchen, um ihren Körper funktionsfähig zu erhalten bzw. wieder funktionsfähig zu machen. Da ihre Lebensgeschichte sowie ihre individuelle Sozial- und Lebenslage einen wesentlichen Einfluss auf ihre psychische Verfassung und ihren Gesundheitszustand hat, sollte es deshalb bei der Behandlung einer kranken Frau auch darum gehen, die krankmachenden Umstände aufzuzeigen und Lösungen zu finden.
Frauen und Männer sind anders krank, handeln im Alltag anders, wenn es um Gesundheit und Krankheit geht, nehmen die medizinische Versorgung anders in Anspruch, unterscheiden sich in ihrem Gesundheitswissen, haben andere Wahrnehmungs- und Deutungsmuster im Umgang mit Gesundheit und Krankheit entwickelt, haben ein anderes Verhältnis zu ihrem Körper, zur Körperlichkeit, zur Sinnlichkeit und zur Schönheit aufzuweisen.
Mit dieser Arbeit möchte ich Verbindungen aufzeigen zwischen der körperlichen und seelischen Entwicklung vom Mädchen zur Frau, was es bedeutet, in dieser Gesellschaft eine Frau zu sein und den eventuell daraus resultierenden frauenspezifischen Störungen der Gesundheit, kurz: die Psychosomatik der Frau.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Was ist eine Frau?
2.2 Was ist Gesundheit?
2.3 Was ist Psychosomatik?
3 Die Entwicklung der weiblichen Identität
3.1 Die Kindheit
3.1.1 Geschlechtsspezifische Unterschiede
3.2 Die Pubertät
3.3 Die erwachsene Frau
3.3.1 Die Menstruation
3.3.2 Schwangerschaft und Geburt
3.4 Die Wechseljahre
3.5 Das Alter
4 Gesundheitliche Auswirkungen von Frauenarbeit in Beruf und Familie
4.1 Arbeitswelt und Familienleben in der Vergangenheit
4.2 Arbeitswelt und Familienleben in der Gegenwart
4.2.1 Mutterschaft
4.2.2 Erwerbstätigkeit
4.3 Erwerbstätigkeit und Gesundheit
4.4 Frauenarbeitslosigkeit und Gesundheit
4.5 Haus- und Familienarbeit und Gesundheit
5 Zusammenhang zwischen sozialer Lebenslage und Gesundheit von Frauen
5.1 Alkoholkonsum
5.2 Rauchen
5.3 Mundgesundheit
6 Ausgewählte Krankheiten
6.1 Brustkrebs
6.1.1 Ursachen
6.2 Essstörungen
6.2.1 Übergewicht und Adipositas
6.2.1.1 Ursachen
6.2.2 Magersucht oder Anorexia nervosa
6.2.2.1 Ursachen
6.2.3 Bulimie
6.2.3.1 Ursachen
6.3 Migräne
6.3.1 Ursachen
7 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die körperliche und seelische Entwicklung von Frauen sowie die gesundheitlichen Auswirkungen ihrer soziokulturellen Rolle. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen weiblicher Sozialisation, Lebenslage und der Entstehung frauenspezifischer psychosomatischer Erkrankungen aufzuzeigen, um eine ganzheitliche, frauenorientierte medizinische Betrachtungsweise zu begründen.
- Identitätsentwicklung vom Mädchen zur Frau in verschiedenen Lebensphasen.
- Gesundheitliche Belastungen durch Doppel- bzw. Mehrfachbelastung in Beruf und Familie.
- Einfluss der sozialen Schichtzugehörigkeit auf die weibliche Gesundheit.
- Psychosomatische Aspekte ausgewählter Krankheitsbilder wie Brustkrebs, Essstörungen und Migräne.
- Die Notwendigkeit einer geschlechtsspezifischen Medizin und Psychologie.
Auszug aus dem Buch
Die erwachsene Frau
Am Ende der Pubertät ist aus der Jugendlichen eine erwachsene Frau geworden. Die Ereignisse aus der Zeit der Kindheit und der Pubertät liegen zwar hinter ihr, haben jedoch entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung ihrer Individualität gehabt. Das bedeutet jedoch nicht, das damit ihre Persönlichkeitsentwicklung abgeschlossen ist. Die Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten, mit der Wirklichkeit umzugehen, ist von großer Bedeutung für die Auseinandersetzung mit ihrem Sein - in der Gegenwart und auch in der Zukunft. Denn jede Erfahrung, egal ob positiv oder negativ, die eine Frau in einer bestimmten Situation macht, wie sie sich in der entsprechenden Situation verhält und wie sie sie erlebt, prägt ihr weiteres Leben und beeinflusst die seelische Entwicklung.
OLBRICHT beschreibt die Entwicklung der Ich-Funktionen Abgrenzungsfähigkeit, Selbstkonstanz, Kommunikations- und Beziehungsfähigkeit, Objektkonstanz, Umgang mit Trieben und Affekten, Urteilsfähigkeit und Realitätsprüfung sowie Frustrationstoleranz. Sicherlich hat jede dieser Ich-Funktionen entscheidenden Einfluss auf das seelische Befinden und damit auf die umfassende Gesundheit einer Frau. Auf jede einzelne einzugehen, würde allerdings den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Daher möchte ich hier lediglich die Abgrenzungsfähigkeit genauer darstellen, denn diese ist besonders bei Frauen oft sehr gering ausgebildet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenwahl durch den persönlichen Hintergrund der Autorin und benennt das Ziel, psychosomatische Zusammenhänge im Leben von Frauen aufzuzeigen.
2 Begriffsdefinitionen: Es werden die zentralen Begriffe Frau, Gesundheit und Psychosomatik definiert und deren Bedeutung für die Untersuchung dargelegt.
3 Die Entwicklung der weiblichen Identität: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Lebensphasen von der Kindheit bis zum Alter und deren Einfluss auf die psychische und körperliche Identität.
4 Gesundheitliche Auswirkungen von Frauenarbeit in Beruf und Familie: Hier werden die Belastungsfaktoren der Doppel- und Mehrfachbelastung untersucht, denen Frauen im modernen Alltag ausgesetzt sind.
5 Zusammenhang zwischen sozialer Lebenslage und Gesundheit von Frauen: Dieser Abschnitt beleuchtet den Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf den Gesundheitszustand, einschließlich spezifischer Verhaltensweisen wie Rauchen oder Mundhygiene.
6 Ausgewählte Krankheiten: Es werden psychosomatische Risikofaktoren und Krankheitsverläufe bei Brustkrebs, Essstörungen und Migräne analysiert.
7 Schlussbetrachtung: Das Fazit fordert ein Umdenken in Medizin und Psychologie, um Frauen nicht mehr als Gegenpol zum Mann, sondern als Individuen mit spezifischen Bedürfnissen ganzheitlich zu behandeln.
Schlüsselwörter
Frau, Gesundheit, Psychosomatik, weibliche Identität, soziale Lebenslage, Doppelbelastung, Frauenarbeit, Brustkrebs, Essstörungen, Magersucht, Bulimie, Migräne, psychosomatische Erkrankungen, Geschlechterrollen, Gesundheitsvorsorge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Psychosomatik der Frau, untersucht die Entwicklung der weiblichen Identität über die Lebensspanne und analysiert gesundheitliche Risiken im Kontext der weiblichen Sozialisation und Lebensrealität.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der weiblichen Identitätsentwicklung, der Mehrfachbelastung in Beruf und Familie, dem Einfluss der sozialen Schicht sowie der psychosomatischen Genese spezifischer Erkrankungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen weiblicher Sozialisation und Gesundheitszustand zu verdeutlichen und aufzuzeigen, warum eine geschlechtsspezifische medizinische und psychologische Herangehensweise notwendig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bestehender wissenschaftlicher Berichte zur gesundheitlichen Situation von Frauen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Lebensphasen (Kindheit bis Alter), die Analyse der Belastungen durch Erwerbsarbeit und Hausarbeit sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit ausgewählten Krankheitsbildern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Psychosomatik, Frauenarbeit, Identitätsentwicklung, soziale Schichtzugehörigkeit, Stress und Mehrfachbelastung charakterisieren.
Welche Rolle spielt die soziale Schicht für die Gesundheit von Frauen?
Die Autorin verdeutlicht, dass Frauen aus unteren sozialen Schichten häufiger unter einer schlechteren gesundheitlichen Verfassung leiden, was eng mit dem Bildungsniveau, den verfügbaren Ressourcen und der Arbeitsplatzsituation korreliert.
Warum wird die „männliche“ Medizin in dieser Arbeit kritisiert?
Die Autorin kritisiert, dass traditionelle Gesundheitsdefinitionen oft auf männlichen Lebensrealitäten beruhen und weibliche Besonderheiten sowie psychosoziale Faktoren der Frau in der ärztlichen Praxis vernachlässigen.
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- Susan Derouiche (Author), 2003, Frauen und Gesundheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14498