Auf Grund der steigenden Anzahl von Unternehmenskäufen und -zusammenschlüssen kommt dem sogenannten Goodwill eine immer größer werdende Bedeutung zu. Ein weiterer Grund liegt auch in dem stetig wachsenden Dienstleistungssektor und der Hochtechnologiegesellschaft, wohingegen der Industriesektor schrumpft. Der Goodwill wird als Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und dem Differenzbetrag zwischen Vermögen und Schulden definiert.
Die Entwicklung des Marktes im Hinblick auf die Unternehmen und deren Bilanzierung hat zur Folge, dass die Bedeutung von materiellen Produktionsfaktoren mehr abnimmt und die immateriellen Vermögenswerte immer wichtiger werden. In den letzten Jahren und Monaten wird ständig über Übernahmen und Fusionen spekuliert. Als Beispiel sei die Fusion des Unternehmens Black & Decker mit Stanley Works zu Stanley Black & Decker erwähnt.
In diesem Zusammenhang haben die Möglichkeiten bei der Bilanzierung des Firmenwertes einen immer höheren Stellenwert erlangt. Demnach muss zwischen den verschiedenen Rechnungslegungsvorschriften unterschieden werden, die wesentliche Unterschiede in der Behandlung und Bilanzierung des Goodwills aufweisen. Die Ursache darin liegt bei der unterschiedlichen Grundauslegung der beiden Rechnungslegungsvorschriften des deutschen HGB, welches den Gläubigerschutz in den Vordergrund stellt und mit dem am 29. Mai 2009 erschienenen Bilanzmodernisierungsgesetz (BilMoG) modernisiert wurde, und den International Accounting Standards (IAS) / International Financial Reporting Standards (IFRS), die ....
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Allgemeines
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen
2.1 Begriff des Goodwill
2.2 Arten des Goodwill
2.2.1 originärer Goodwill
2.2.2 derivativer Goodwill
2.2.3 negativer Goodwill
3 Behandlung des Goodwill
3.1 Ansatzmöglichkeiten des Goodwill nach HGB
3.1.1 Bilanzierung des originären Goodwill
3.1.2 Bilanzierung des derivativen Goodwill
3.1.2.1 Erstbilanzierung
3.1.2.2 Folgebilanzierung
3.2 Ansatzmöglichkeiten des Goodwill nach IAS/IFRS
3.2.1 Bilanzierung des originären Goodwill
3.2.2 Bilanzierung des derivativen Goodwill
3.2.2.1 Erstbilanzierung
3.2.2.2 Folgebilanzierung
3.2.2.3 Durchführung des Impairment-Tests
4 Kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die wesentlichen Differenzen und Besonderheiten bei der Behandlung und Bilanzierung des Goodwills unter Anwendung des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) sowie der internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS). Ziel ist es zu analysieren, ob die durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) eingeführten Änderungen ihren Zweck erfüllen und welche Chancen und Risiken sich daraus für Unternehmen ergeben.
- Grundlagen und Definitionen des Goodwill (originär, derivativ, negativ)
- Bilanzierung des Goodwill nach HGB unter Berücksichtigung des BilMoG
- Bilanzierung des Goodwill nach IAS/IFRS (Erwerbsmethode und Impairment-Test)
- Kritische Analyse der Chancen und Risiken der jeweiligen Rechnungslegungsvorschriften
Auszug aus dem Buch
3.2.2.3 Durchführung des Impairment-Tests
Der Zeitpunkt des Werthaltigkeitstests, der sogenannte Impairment-Test, kann frei gewählt werden, jedoch muss dieser jährlich und zur selben Zeit durchgeführt werden. Auch muss bei Vorliegen von erkennbaren Anzeichen einer Wertminderung eine Berechnung ebenfalls durchgeführt werden.
Wie im oberen Abschnitt bereits beschrieben wird eine Wertminderung des Goodwills auf der Ebene einzelner zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (ZGE) oder Gruppen von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ermittelt. Es muss davor jedoch geprüft werden, ob diese ZGE von den Synergieeffekten des Unternehmenszusammenschlusses profitieren könnten, bzw. es von diesen erwartet wird. Ist dies der Fall, werden die ZGE darauf geprüft, ob ein wertgeminderter Goodwill vorliegt. Dahingehend muss jedoch der erzielbare Betrag bestimmt werden. Unter dem erzielbaren Betrag versteht man nach IAS/IFRS den höheren Wert aus Nettoveräußerungswert (Marktwert abzüglich Veräußerungskosten) und Nutzungswert (Barwert der erwarteten Mittelzuflüsse aus der weiteren Nutzung). Wenn nun der erzielbare Betrag höher (oder gleich) als der Buchwert der ZGE ist, liegt keine Wertminderung vor, so dass der Goodwill mit seinem bisherigen Buchwert fortgeführt werden kann. Übersteigt der Buchwert der ZGE allerdings den erzielbaren Betrag, muss die Differenz dieser Wertminderung zunächst auf den Goodwill verrechnet werden, in dem diese als außerplanmäßige Abschreibung auf den Buchwert der ZGE gebucht werden. Verbleibt danach noch ein Wertberichtigungsaufwand, muss dieser im Verhältnis der Buchwerte der anderen Vermögenswerte der ZGE verteilt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des Goodwill bei Unternehmenszusammenschlüssen und erläutert die regulatorischen Unterschiede zwischen dem HGB und den IAS/IFRS.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden der Begriff des Goodwill sowie dessen verschiedene Ausprägungen, wie der originäre, derivative und negative Goodwill, definiert.
3 Behandlung des Goodwill: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die Bilanzierungsvorschriften für den Goodwill nach HGB und IAS/IFRS, inklusive Erst- und Folgebilanzierung sowie spezifischer Testverfahren.
4 Kritische Würdigung: Das abschließende Kapitel bewertet die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Bilanzierungsmethoden im Hinblick auf internationale Vergleichbarkeit und den Nutzen für Unternehmen.
Schlüsselwörter
Goodwill, Firmenwert, HGB, IAS, IFRS, BilMoG, Bilanzierung, Erstbilanzierung, Folgebilanzierung, Impairment-Test, zahlungsmittelgenerierende Einheit, ZGE, Unternehmenskauf, immaterielle Vermögensgegenstände, Unternehmenszusammenschluss
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die unterschiedliche Bilanzierung des Goodwill nach den Vorschriften des deutschen HGB und den internationalen Standards IAS/IFRS.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Definition des Goodwill, die Bilanzierungspflichten, Abschreibungsmethoden nach HGB sowie der Impairment-Only-Approach nach IFRS.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Unterschiede in der Behandlung des Goodwill aufzuzeigen und zu prüfen, ob die Reformen des BilMoG und die IFRS-Standards ihren Zweck erfüllen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine rechtsvergleichende und bilanztheoretische Analyse der einschlägigen Gesetze, Standards (IAS 36, IFRS 3) und Fachliteratur angewendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die HGB-Bilanzierung, einschließlich der Auswirkungen des BilMoG, und die IAS/IFRS-Bilanzierung mit Fokus auf die Purchase-Methode und den Impairment-Test.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Goodwill, Bilanzierung, HGB, IFRS, BilMoG, Impairment-Test und zahlungsmittelgenerierende Einheit.
Wie unterscheidet sich die Behandlung des derivativen Goodwill zwischen HGB und IFRS?
Während das HGB planmäßige Abschreibungen über die Nutzungsdauer vorsieht, verbieten die IFRS planmäßige Abschreibungen und verlangen stattdessen einen jährlichen Impairment-Test.
Was bedeutet der Impairment-Only-Approach nach IFRS?
Dies ist ein Ansatz, bei dem der Goodwill nicht systematisch abgeschrieben, sondern nur bei Anzeichen einer Wertminderung durch einen Vergleich von Buchwert und erzielbarem Betrag überprüft wird.
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- Julian Jäger (Author), 2010, Die Behandlung des Goodwill nach Handelsrecht und IAS-IFRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145018