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Sozialutopien als Kampf gegen die "ärgerliche Tatsache der Gesellschaft"?

Title: Sozialutopien als Kampf gegen die "ärgerliche Tatsache der Gesellschaft"?

Term Paper , 2006 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Matthias Neumann (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der bekanntesten aller Utopien, gleichsam den Prototypen dieser literarischen Gattung, nämlich der „Utopia“ von Thomas Morus. Nach einer Skizzierung des Lebenslaufs des Autors und einer kritischen Zusammenfassung des Inhalts des Werkes, werden die sozialstrukturellen Elemente des Gemeinwesen Utopias mit denen der Gesellschaft des frühneuzeitlichen Englands verglichen, welche Morus mit seiner Schrift anprangern wollte. Am Ende der Hausarbeit werden die Kritiken einiger Autoren, die sich gegen Utopien im Allgemeinen richten, darlegt und zu zeigen versucht, welche dieser genannten Kritikpunkte auf Utopia zutreffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Utopie: Definition und Erörterung des Begriffes

2. Thomas Morus: „Utopia“

2.1 Lebenslauf des Thomas Morus

2.2 Inhalt des Werkes

2.3 Die Zeitkritik in „Utopia“

2.3.1 Einleitender Gedanke

2.3.2 Landwirtschaft und Bodenbesitz

2.3.3 Gesetzgebung

2.3.4 Bildung

2.3.5 Familie

2.3.7 Abschließender Gedanke

3. Kritik an Utopien und an „Utopia“

3.1 Karl Poppers Kritik

3.2 Ralf Dahrendorffs Kritik

3.3 Niklas Luhmanns „entspannte“ Betrachtungsweise von Utopien

3.4. Utopiekritik und neue Problemlösungsstrategien dank Utopien: Hans Albert

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Thomas Morus’ Werk „Utopia“ als Prototyp der literarischen Utopie, analysiert dessen sozialstrukturelle Elemente im Vergleich zum frühneuzeitlichen England und setzt diese in Bezug zu zeitgenössischen kritischen Perspektiven auf utopische Entwürfe.

  • Grundlagen und Definition des Utopie-Begriffs
  • Sozialstrukturelle Analyse von „Utopia“ im Vergleich zum England des 16. Jahrhunderts
  • Kritische Auseinandersetzung mit utopischen Modellen durch Autoren wie Karl Popper und Ralf Dahrendorf
  • Reflektion über den heuristischen Wert und die Grenzen von Utopien
  • Persönliche ethische Bewertung der Lebensbedingungen im utopischen Idealstaat

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Landwirtschaft und Bodenbesitz

Die einzelnen Städte Utopias versuchen stets durch agrarische Überproduktion mögliche Erntedefizite anderer Städte auszugleichen. In England herrschte dagegen eine lokale Subsistenzwirtschaft, was stets ein Risiko der Unterversorgung mit Nahrungsmittel in Zeiten von Missernten darstellte.

„Die traditionelle Subsistenzwirtschaft in England stellte sich jedenfalls als ein Mangel heraus, weil sie nicht produktiv genug war, gerade angesichts der wachsenden Bevölkerung im 16. Jahrhundert. Diese Art des Wirtschaftens war auch besonders krisenanfällig bei Mißernten. (...) Die jährliche Ernte war ein großes Ereignis, es war gleichsam ein Glücksspiel, das vom Wetter und vom Saatgetreide abhing. In den Jahren 1509 und 1510 fielen die Ernten noch gut aus, 1511, 1513 bis 1515 nur durchschnittlich und 1512 besonders schlecht. (...) [Solche] Versorgungsschwierigkeiten umgehen die Utopier auf drei Arten: Zunächst stellen sie genau den Bedarf einer Stadt und ihrer Umgebung fest, sodann versuchen sie viel mehr zu produzieren, als sie selbst brauchen, und die Überschüsse verteilen sie gleichmäßig. (...) Ihre Planung geht also über die Subsistenz hinaus, (...) und für den Fall, daß dass Erntesoll in der einen Gegend nicht erreicht wird, gleicht man es durch Überschüsse einer anderen aus.“30

Auf Utopia existieren außerdem kein Privat- und somit auch kein Grundbesitz. Der Vorteil der hierin besteht, ist, dass Einzelne nicht in der Lage sind, unverhältnismäßig viel Boden in ihren Besitz zu bringen und die darauf erzeugten Güter für sich allein zu beanspruchen, welche dann den Inselbewohnern mit nur wenig oder keinem Bodenbesitz fehlen würden.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Der Verfasser erläutert die Absicht, Morus’ „Utopia“ zu analysieren, sie mit dem frühneuzeitlichen England zu vergleichen und gängige Utopiekritiken auf das Werk anzuwenden.

1. Utopie: Definition und Erörterung des Begriffes: Dieses Kapitel definiert Utopien als Entwürfe idealer Gesellschaftszustände, die aus dem Bewusstsein der Unzulänglichkeit bestehender Verhältnisse erwachsen, und klassifiziert verschiedene Utopie-Typen.

2. Thomas Morus: „Utopia“: Hier werden der Lebenslauf von Thomas Morus, der Inhalt seines Werkes, die explizite Zeitkritik an England sowie religiöse Aspekte und die Familienstruktur in Utopia detailliert dargestellt.

3. Kritik an Utopien und an „Utopia“: Es erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit der Utopiekritik durch Denker wie Karl Popper, Ralf Dahrendorf, Niklas Luhmann und Hans Albert.

4. Schlussbetrachtung: Der Verfasser reflektiert kritisch über die Wünschbarkeit eines Lebens in Utopia und kommt zu dem Schluss, dass die Opferung individueller Freiheit und der ausgeübte soziale Druck eine solche Dystopie ablehnenswert machen.

Schlüsselwörter

Utopie, Thomas Morus, Gesellschaftskritik, Idealstaat, Sozialstruktur, Frühneuzeit, Karl Popper, Ralf Dahrendorf, Gemeineigentum, Bildung, Familie, Totalitarismus, Freiheit, Gerechtigkeit, soziale Ordnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Thomas Morus’ Werk „Utopia“ als ein Beispiel für soziale Utopien, vergleicht dessen Gesellschaftsmodell mit dem frühneuzeitlichen England und untersucht es auf Basis verschiedener wissenschaftlicher Kritiken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Definition von Utopien, die Analyse von Morus’ Idealstaat, die Gegenüberstellung von Utopie und Realität sowie die kritische Reflektion über die Gefahren utopischer Gesellschaftskonstruktionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die spezifische Sozialstruktur von Morus’ „Utopia“ freizulegen, ihre Funktion als Zeitkritik zu beleuchten und aufzuzeigen, inwiefern sie gegen heutige und zeitgenössische Kritikpunkte besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Literatur- und Inhaltsanalyse, um das Werk „Utopia“ zu interpretieren und im Kontext soziologischer Kritiktheorien einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Darstellung des Werkes (einschließlich Landwirtschaft, Gesetzgebung, Bildung und Religion) sowie in eine kritische Auseinandersetzung mit Utopien durch bekannte Theoretiker.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Utopie, Gesellschaftskritik, Idealstaat, Sozialstruktur, Freiheit und Gerechtigkeit.

Warum gewährt der streng katholische Thomas Morus seinen Utopiern Glaubensfreiheit?

Die Arbeit argumentiert, dass Morus hiermit implizit Kritik an den zeitgenössischen politischen Machthabern übt, die zwar Christen sind, aber nicht nach christlichen Werten oder den Kardinaltugenden handeln.

Warum lehnt der Verfasser ein Leben in Utopia in der Schlussbetrachtung ab?

Trotz der anfänglich positiven Aspekte wie Gemeinschaft und Zugehörigkeit empfindet der Verfasser den Verlust der persönlichen Identität, die erzwungene Konformität und den ständigen psychosozialen Druck als zu negativ.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Hans Albert von der von Karl Popper bezüglich Utopien?

Während Popper Utopien primär ablehnt, weil ihre Umsetzung oft Gewalt erfordert, weist Hans Albert Utopien einen „heuristischen Wert“ zu, da sie zur Reflexion über konkrete Verbesserungsmöglichkeiten anregen können.

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Details

Title
Sozialutopien als Kampf gegen die "ärgerliche Tatsache der Gesellschaft"?
College
University of Regensburg  (Institut für Soziologie)
Course
Gemeinschaft und Gesellschaft - Gemeinschaft oder Gesellschaft?
Grade
1,3
Author
Matthias Neumann (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V145024
ISBN (eBook)
9783640557158
ISBN (Book)
9783640557660
Language
German
Tags
Gesellschaft Gemeinschaft Utopia Thomas Morus Sozialutopien Dystopie Karl Mannheim Zeitkritik Sozialkritik Phylarch Protophylarch Kommunismus Sozialismus Karl Popper Wertekonsens Ralf Dahrendorff Niklas Luhmann Hans Albert Arno Waschkuhn gesellschaftlicher Idealzustand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Neumann (Author), 2006, Sozialutopien als Kampf gegen die "ärgerliche Tatsache der Gesellschaft"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145024
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