Gegenstand dieser Hausarbeit sind Shortseller und Bilanzskandale. Dabei soll beleuchtet werden, warum es Leerverkäufer gibt und welche Rolle sie in Bilanzskandalen spielen. Ziel dieser Hausarbeit ist die Untersuchung der Fragestellung, wie hilfreich Leerverkäufer tatsächlich bei der Aufdeckung von Betrugsfällen sind und inwiefern Marktteilnehmer durch Leerverkäufer profitieren können. Dieses Ziel wird erfüllt, indem sowohl positive als auch negative Einflüsse von Leerverkäufen erläutert werden und die Rolle von Leerverkäufern in Bilanzskandalen untersucht wird. Zunächst werden in Kapitel zwei die Funktionsweise, Geschichte, Chancen, Risiken, Rechtslage und Regulierungen von Leerverkäufen präsentiert. Kapitel drei thematisiert Bilanzskandale und behandelt dabei die Relevanz von Leerverkäufern in diesen Skandalen. Im Zuge dessen wird der Bilanzskandal um Wirecard und die Aufdeckung durch Leerverkäufer beleuchtet. Die Arbeit endet mit einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Leerverkäufer
2.1 Definition und Funktionsweise von Leerverkäufen
2.2 Entstehung und Geschichte
2.3 Motivation, Chancen und Risiken
2.4 Rechtslage und Regulierung in Deutschland
3. Bilanzskandale
3.1 Die Rolle von Leerverkäufern in Bilanzskandalen
3.2 Empirische Evidenz
3.3 Leerverkäufer im Bilanzskandal um Wirecard
3.3.1 Der Bilanzbetrug von Wirecard
3.3.2 Aufdeckung und die Rolle von Leerverkäufern im Fall Wirecard
3.3.3 Reaktion der BaFin und des Unternehmens auf Hinweise
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Leerverkäufern bei der Aufdeckung von Bilanzskandalen. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, wie hilfreich Leerverkäufer tatsächlich bei der Identifizierung von Betrugsfällen sind und inwiefern Marktteilnehmer von deren Aktivitäten profitieren können.
- Funktionsweise und historische Entwicklung von Leerverkäufen
- Chancen und Risiken aktivistischer Leerverkäufe
- Rechtlicher Rahmen und Regulierung in Deutschland
- Empirische Evidenz zur Wirksamkeit von Leerverkäufern bei der Betrugsaufdeckung
- Detaillierte Analyse des Falls Wirecard und der Rolle der Aufsichtsbehörden
Auszug aus dem Buch
3.2 Empirische Evidenz
Eine Studie von Alexander Dyck et al. aus dem Jahre 2010 untersucht, durch wen die Fälle von Bilanzbetrug großer Unternehmen in den USA aufgedeckt wurden. 216 Betrugsfälle, welche sich zwischen 1996 und 2004 ereigneten, fließen in die Studie ein. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in 70% der Fälle externe Governance-Mechanismen die Aufdeckung des Betrugs ausgelöst haben. Dazu zählen Wirtschaftsprüfer, Analysten, Mitarbeiter, Aktionäre, Regulierungsbehörden, die Börsenaufsicht aber auch Leerverkäufer. In dieser Gruppe haben Leerverkäufer mit ca. 14,5% sogar einen höheren Anteil der Betrugsfälle entdeckt als Wirtschaftsprüfer mit ca. 10,5%. Durch die United States Securities and Exchange Commission (SEC) wurden nur 7% der Fälle aufgedeckt.
Aktivistische Leerverkäufe haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Eine Studie von Brendel und Ryans im Jahre 2020 hat ergeben, dass in den USA die Zahl aktivistischer Leerverkäufe zwischen 1996 und 2009 durchschnittlich 2,5 pro Jahr betrug und für die Jahre zwischen 2010 und 2018 auf 35 angestiegen ist. Bei der Untersuchung von 421 Berichten von Leerverkäufern zeigte sich, dass in 65% der Fälle Auffälligkeiten in der Rechnungslegung des Unternehmens thematisiert wurden und in 54 % der Berichte wurde den Unternehmen Betrug vorgeworfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das schwindende Vertrauen durch Bilanzskandale und stellt die Forschungsfrage nach der Rolle von Leerverkäufern bei der Aufdeckung von Betrugsfällen.
2. Leerverkäufer: Dieses Kapitel definiert Leerverkäufe, beleuchtet deren Geschichte sowie Motivationen, Chancen und Risiken, und erläutert die rechtliche Regulierung in Deutschland.
3. Bilanzskandale: Der Hauptteil untersucht die Rolle von Leerverkäufern in Bilanzskandalen anhand empirischer Daten und einer Fallstudie zum Skandal um die Wirecard AG.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Leerverkäufer bei der Betrugsaufdeckung hilfreich sein können, sofern Aufsichtsbehörden ernstzunehmenden Hinweisen Beachtung schenken.
Schlüsselwörter
Leerverkäufe, Short-Seller, Bilanzskandale, Wirecard, Bilanzbetrug, Marktmanipulation, Corporate Governance, Aufsichtsbehörden, BaFin, Wirtschaftsprüfung, Kapitalmarkt, Finanzstabilität, Transparenz, Research Reports, Betrugsaufdeckung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Leerverkäufern bei der Aufdeckung von Bilanzskandalen und prüft, ob und wie diese Akteure zur Stabilität und Transparenz am Kapitalmarkt beitragen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Funktionsweise von Leerverkäufen, die rechtliche Regulierung in Deutschland sowie die Analyse der Interaktion zwischen Leerverkäufern, Unternehmen und staatlichen Aufsichtsorganen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie effektiv Leerverkäufer bei der Identifizierung von Bilanzbetrug sind und welche gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Nutzen bzw. Risiken ihr Handeln mit sich bringt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Auswerten vorhandener empirischer Studien zu Betrugsaufdeckungen sowie einer detaillierten Fallstudie zum Bilanzskandal bei Wirecard.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen (Leerverkaufstechniken) als auch empirische Befunde zur Aufklärungsrate durch Leerverkäufer sowie eine chronologische Aufarbeitung der Ereignisse im Wirecard-Skandal diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Leerverkäufer, Wirecard, Bilanzbetrug, Markttransparenz, BaFin-Aufsicht und Corporate Governance.
Welche spezielle Erkenntnis ergibt sich aus dem Fall Wirecard?
Die Fallstudie zeigt, dass trotz frühzeitiger und konkreter Warnhinweise durch Leerverkäufer die Aufsichtsbehörden und Wirtschaftsprüfer nur zögerlich oder gar ablehnend reagierten, was den massiven Schaden erst ermöglichte.
Wie bewertet der Autor das Handeln der BaFin?
Der Autor kritisiert die BaFin scharf, da sie statt der Untersuchung der Betrugshinweise teilweise gegen die Informanten (Leerverkäufer/Journalisten) ermittelte und ein kontraproduktives Leerverkaufsverbot verhängte.
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- David von Helmolt (Autor), 2023, Shortseller und Bilanzskandale. Die Rolle von Leerverkäufern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1450618