1.1 Grobziele der Unterrichtsstunde
→ Die Schüler trainieren ihre Handlungsfähigkeit, ihre Lesekompetenzen, ihre Koordinationsfähigkeiten und ihr motorisches Geschick an den weihnachtlichen Stationen.
→ Die Schüler arbeiten an ihrer Sozialkompetenz anhand eines partnerschaftlichen und kooperativen Verhaltens an den Stationen.
1.2 Feinziele der Unterrichtsstunde
1.2.1. Wissens- und Könnensziele
→ Die Schüler trainieren und festigen ihre Lesekompetenzen an Station I und III.
◦ Alle Schüler erfassen ihren eigenen Namen im Ganzwortleseverfahren
(Festigung) in der Phase der Handlungsorientierung und in der
Auswertungsphase.
◦ Alle Schüler festigen ihre Kompetenzen bezüglich des Bilderlesens und
des Ganzwortlesens an Station I und III.
◦ P. und D. trainieren ihre analytisch / synthetischen Lesekompetenzen
an Station I und III.
→ Die Schüler sammeln erste Kenntnisse in Bezug auf eine Möglichkeit des Geschenke Einpackens (Auswahl der Materialien und Handlungsabfolge).
→ Die Schüler trainieren den Handlungsvorgang des Geschenk Einpackens:
◦ T. Bö., A. und T. Beu. mit aktiver Hilfe ihrer Mitschüler,
◦ D. und P. zunächst unter Anleitung vom GL und dann allein,
◦ L., R. und Dc. unter Anleitung vom GL.
→ Förderung der Fähigkeit zur Durchführung einer Handlung mit Hilfe kleinschrittiger Arbeitsanweisungen durch die Gruppenleiter.
→ Förderung der Merkfähigkeit beim Bearbeiten der Aufgaben an den Stationen durch die
vorherige Klärung der Aufgaben, deren Wiederholung durch einen Schüler und
Handlungsbegleitendes Sprechen.
→ Durch das Wiederholen der Ziele und Aufgaben durch einen Schüler in der Phase der Handlungsorientierung, -planung und –durchführung wird das Aufgabenverständnis
überprüft und gefördert.
→ Förderung zur Fähigkeit der Handlungsplanung und Umsetzung der Aufgabe durch die
Präsentation der Materialien, Untergliederung der Vorgehensweise in Teilschritte,
Handlungsbegleitendes Sprechen und visuelle Stützen (Piktogramme).
→ Die Schüler fördern ihre Gedächtnisleistungen während der gezielten Fragestellungen im Gelenkten Unterrichtsgespräch.
→ Förderung von Transferleistungen:
◦ Die Schüler sind dazu in der Lage, die ihnen bekannten (Stundenplan) und die
ihnen unbekannten (Stationssymbole, Bilder an Station III) Piktogramme zu
erkennen, mit einer Sinnbedeutung zu füllen und diese zu benennen.
◦ Die Schüler können einen Transfer von dem als Bild und Ganzwort dargestellten
Gegenstand [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Lehr- und Lernziele
1.1 Grobziele der Unterrichtsstunde
1.2 Feinziele der Unterrichtsstunde
1.2.1 Wissens- und Könnensziele
1.2.2 Soziale und emotionale Ziele
1.2.3 Sprachlich-kommunikative Ziele
1.2.4 Sensomotorische Ziele
1.3 Diagnostische Absicht
2. Lern- und Leistungsvoraussetzungen der Schüler
2.1 Allgemeine Lern- und Leistungsvoraussetzungen innerhalb der Klasse
2.2 Lern- und Leistungsvoraussetzungen der Stunde
2.3 Schüleranalysen - individuelle Lernvoraussetzungen
3. Sachanalyse
3.1 Sachaspekt
3.1.1 Sachinformation – Das Geschenk zu Weihnachten
3.1.2 Werte und Normen in unserer Gesellschaft
3.2 Der Vermittlungsaspekt
4. Didaktisch - methodische Analyse
4.1 Didaktisch-methodische Struktur
4.2 Rahmenplanbezug
5. Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist es, Schülern mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung die Thematik des Wünschens und Schenkens näherzubringen, ihre Handlungskompetenz sowie sozialen Kompetenzen zu festigen und den Übergang von einer rein konsumorientierten Sichtweise hin zur Freude am gegenseitigen Schenken zu fördern.
- Förderung der Handlungskompetenz durch Stationenlernen
- Stärkung der sozialen Kompetenzen und der Kooperationsfähigkeit
- Festigung von Lese- und Schreibfertigkeiten im Kontext weihnachtlicher Inhalte
- Sensibilisierung für zwischenmenschliche Werte und Normen
- Differenzierung zur individuellen Förderung jedes Schülers
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Sachinformation – Das Geschenk zu Weihnachten
Geschenk (von , also dem Bewirten eines Gastes) ist laut Definition die freiwillige Übertragung des Eigentums an einer Sache oder an einem Recht an einen anderen, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. (vgl. Der Brockhaus in einem Band 2008, S. 438)
Im übertragenen Sinne kann man auch jemandem , oder . In diesem Fall können wir also wie bei den Wünschen in materielle und nicht-materielle Geschenke unterteilen. Diese Form der Unterteilung nehmen meine Schüler anhand des Merkmals „kann man für Geld kaufen“ oder „kann man nicht für Geld kaufen“ vor und wird begrenzt auf wenige, den Lebensalltag der Schüler betreffende Begriffe.
Schenken kann ein Ausdruck altruistischen Handelns sein, oder aber einen gewissen sozialen Druck auf den Beschenkten ausüben, dem Schenkenden seinerseits für einen Gefallen oder ein Geschenk verpflichtet zu sein. (vgl. Berking 1998, S. 20)
Das Geschenk zu Weihnachten findet seine ursprüngliche Tradition in der Weihnachtsgeschichte. Die Heiligen drei Könige bringen dem Jesuskind zur Geburt drei Gaben (Geschenke) mit (Gold, Weihrauch, Myrrhe), um ihn auf dieser Welt zu begrüßen. Aus diesem Grund beschenkten die Christen am Heiligen Abend ihre Kinder. Mittlerweile hat sich dieser christliche Brauch mit der weltlichen Art und Weise Weihnachten zu feiern vermischt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Lehr- und Lernziele: Definition der fachlichen, sozialen, kommunikativen und sensomotorischen Ziele der Unterrichtseinheit sowie Erläuterung der diagnostischen Absichten.
2. Lern- und Leistungsvoraussetzungen der Schüler: Analyse der Klassenzusammensetzung, des Lernklimas und detaillierte individuelle Voraussetzungen jedes einzelnen Schülers hinsichtlich ihrer Kompetenzen.
3. Sachanalyse: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff des Schenkens, der Tradition des Weihnachtsgeschenks sowie der Bedeutung sozialer Werte und Normen in der Gesellschaft.
4. Didaktisch - methodische Analyse: Darlegung der didaktischen Struktur der Unterrichtsstunde mit Fokus auf offene Unterrichtsformen wie Stationsarbeit und deren Einbettung in den geltenden Rahmenplan.
5. Verlaufsplanung: Tabellarische Übersicht des zeitlichen Ablaufs, der geplanten Lehr- und Lernaktivitäten sowie der eingesetzten Materialien und didaktischen Kommentare.
Schlüsselwörter
Geistige Entwicklung, Unterrichtseinheit, Wünschen, Schenken, Weihnachten, Stationenlernen, Handlungskompetenz, Soziale Kompetenz, Differenzierung, Förderbedarf, Sprachförderung, Ganzwortlesen, Motorik, Wahrnehmung, Schülerin, Schüler
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert eine Unterrichtseinheit mit dem Titel „Vom Wünschen und Schenken zu Weihnachten – In der Wichtelwerkstatt!“ für eine Klasse mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Vermittlung sozialer Normen, der Förderung der Handlungskompetenz durch Stationenlernen und der Festigung basaler Lese- und motorischer Fähigkeiten.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Primäres Ziel ist es, die Schüler zu befähigen, über eine rein konsumorientierte Sicht auf Geschenke hinauszublicken und soziale Werte wie Freundschaft und Schenken als Freude zu begreifen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine unterrichtspraktische Arbeit, die auf reformpädagogischen Prinzipien (offener Unterricht, Lernen an Stationen) und individueller sonderpädagogischer Diagnostik basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende Schüleranalyse, die theoretische Sachanalyse zum Thema Schenken sowie die methodisch-didaktische Planung und Ausgestaltung der Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Geistige Entwicklung, Stationenlernen, Handlungskompetenz, Soziale Kompetenz, Differenzierung und Förderbedarf sind die prägenden Begriffe.
Wie werden individuelle Unterschiede in der Klasse berücksichtigt?
Die Lehrkraft setzt auf äußere Differenzierung durch leistungshomogene Gruppen und innere Differenzierung durch individuell angepasste Arbeitsmaterialien und Hilfestellungen.
Warum wird das Prinzip der "Wichtelwerkstatt" gewählt?
Das Rollenspiel „Wichtel“ dient als Motivationsfaktor, um die Schüler aktiv in die Lernprozesse einzubinden und den hohen Aufforderungscharakter des Weihnachtsthemas für ihre emotionale Entwicklung zu nutzen.
- Arbeit zitieren
- Katja Schiemann (Autor:in), 2010, Prüfungslektion II Geistigbehindertenpädagogik Sachkunde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145075