Prüfungslektion Sopäd. VH Deutsch: Vom Wünschen und Schenken zu Weihnachten


Unterrichtsentwurf, 2010

67 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Lehr- und Lernziele
1.1 Grobziele der Unterrichtsstunde
1.2 Feinziele der Unterrichtsstunde
1.2.1 Wissens- und Könnensziele
1.2.2 Soziale und emotionale Ziele
1.2.3 Sprachlich-kommunikative Ziele
1.2.4 Sensomotorische Ziele
1.3 Diagnostische Absicht

2. Lern- und Leistungsvoraussetzungen der Schüler
2.1 Allgemeine Lern- und Leistungsvoraussetzungen innerhalb der Klasse
2.2 Lern- und Leistungsvoraussetzungen der Stunde
2.3 Schüleranalysen - individuelle Lernvoraussetzungen

3. Sachanalyse
3.1 Sachaspekt
3.1.1 Sachinformation – Der Wunschzettel zu Weihnachten
3.1.2 Lese- und Schreibkompetenzen
3.1.3 Soziale Kompetenzen
3.2 Der Vermittlungsaspekt

4. Didaktisch - methodische Analyse
4.1 Didaktisch-methodische Struktur
4.2 Rahmenplanbezug

5. Verlaufsplanung

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Lehr- und Lernziele

1.1 Grobziele der Unterrichtsstunde

- Die Schüler trainieren und festigen ihre Lese- und Schreibkompetenzen beim Herstellen eines weihnachtlichen Wunschzettels.
- Die Schüler trainieren ihre Sozialkompetenz indem sie emotional intentionierte Weihnachtswünsche füreinander auswählen und auf dem Wunschzettel festhalten.
- Die Schüler lernen ihr Verhalten der Gruppen- bzw. Partnerarbeit anzupassen und einander zu helfen beziehungsweise Hilfe anzunehmen.

1.2 Feinziele der Unterrichtsstunde

1.2.1. Wissens- und Könnensziele

- Die Schüler festigen während der Gestaltung ihrer Wunschzettel mit Hilfe ihnen

bekannter Piktogramme und aufgrund des unterrichtsimmanenten Kontextes ihre

Fähigkeit, das Ganzwort „Wunschzettel“ und „wünschen“ in seiner Erscheinungsform zu erkennen und zu benennen.

- D und P festigen ihr Wissen in Bezug auf die Erscheinungsform und

Schreibweise des Begriffes „Wunschzettel“ indem sie das Wort nach einer visuellen

Vorlage abschreiben.

- L, R und T festigen ihr Wissen in Bezug auf die Erscheinungsform und Schreibweise des Begriffes „Wunschzettel“ indem sie das Wort nachschreiben.

- A, X. und C festigen ihr Wissen in Bezug auf die

Erscheinungsform und Schreibweise des Begriffes „Wunschzettel“ indem sie das

Ganzwort mit Hilfe des markierten Anlautes erkennen und zuordnen müssen.

- X. trainiert seine analytisch/synthetischen Lesekompetenzen beim Lesen des

Namens „Wanda“ an der Tafel.

- P, D, C, L, R, X. und A trainieren und

festigen ihre Symbollese-, Ganzwortlese- und analytisch/synthetischen Lesekompetenzen beim Erlesen des Namens seines Mitschülers und beim Erlesen des Satzes: „Was ich (als Piktogramm) dir (als Piktogramm) wünsche (Ganzwort)“ auf dem Wunschzettel

- T trainiert und festigt seine Symbollese- und Ganzwortlesekompetenz beim

Erlesen des Namens seines Mitschülers und beim Erlesen des Satzes: „Was ich (als

Piktogramm) dir (als Piktogramm) wünsche (Ganzwort)“ auf dem Wunschzettel

- Erweiterung und Festigung des Sachwortschatzes aller Schüler um gesellschaftlich bedeutsame Begriffe, was man jemandem wünschen kann (z.B. „Glück“, „Gesundheit“, „Liebe“ usw.) in der Phase der Handlungsorientierung (Wiederholung), der Handlungsdurchführung (Anwendung) und während des Bewegungsspieles.

- Förderung der Fähigkeit zur Durchführung einer Handlung mit Hilfe der visuellen

Vorlage (Beispielarbeit) und kleinschrittiger Arbeitsanweisungen durch die

Gruppenleiter.

- Förderung der Merkfähigkeit beim Bearbeiten der Aufgabe durch die vorherige

Klärung der Aufgaben, die visuelle Stütze (Beispielarbeit) und einzelne zusätzliche

Hinweise.

- Durch das Wiederholen der Ziele und Aufgaben durch einen Schüler in der Phase der

Handlungsorientierung, -planung und –durchführung wird das Aufgabenverständnis

überprüft und gefördert.

- Förderung zur Fähigkeit der Handlungsplanung und Umsetzung der Aufgabe durch die

Präsentation der Materialien, Untergliederung der Vorgehensweise in Teilschritte,

Handlungsbegleitendes Sprechen und visuelle Stützen (Beispielarbeit).

- Förderung planvollen Handelns durch Inanspruchnahme von Hilfe durch den Lehrer

und die „Helferschüler“ oder durch den Partner („Wenn ich nicht weiter weiß, frage

ich noch mal“). (insbesondere X., T, C und A)

- Förderung von Transferleistungen:

- Die Schüler sind dazu in der Lage, die ihnen bekannten (Stundenplan,

Weihnachtswünsche, Kriterien bzgl. Arbeitsverhalten T und C) Piktogramme zu erkennen, mit einer Sinnbedeutung zu füllen und diese zu benennen.

- Die Schüler sind in der Phase der Handlungsorientierung dazu in der Lage sich an gelernte Inhalte (mögliche Weihnachtswünsche) zu erinnern und diese an

entsprechender Stelle zu wiederholen.

- Förderung des diskriminativen Hörens (Aufgabenstellung). (insbes. P, T, X., A und C)

- Schulung der Reflexions- und Beurteilungsfähigkeit und von Gedächtnisleistungen

während der Auswertungsphase mit Hilfe konkreter Fragestellungen und signifikanter

Erinnerungshilfen (entstandene Wunschzettel und smileys).

1.2.2 Soziale und emotionale Ziele

- Förderung der Sozialkompetenz:

- Gegenseitige Hilfestellung im Rahmen der Gruppen- und Partnerarbeit.

- Verantwortung für die anderen Gruppenmitglieder übernehmen und aktiv Hilfe leisten. (D und P)

- Um Hilfe bitten und diese annehmen. (A, R, L, X., C und T)

- Freundlicher Umgangston während der Partnerarbeit. (T und C)

- Erweiterung empathischer Fähigkeiten und menschlicher Wertvorstellungen anhand des Auswählens emotional intentionierter Weihnachtswünsche für einen Mitschüler.

- Förderung der Kooperationsbereitschaft innerhalb der Partnerarbeit. (C und

T)

- Die Schüler trainieren, sich an elementare Klassenregeln zu halten (leise sein, zuhören

und Melderegel), anhand entsprechender Piktogramme und indem verbale Aufforderungen von Seiten der Lehrerin erfolgen. (insbes. D und C)

- Vermeiden von Unsicherheiten, sowie Aufbau von Motivation und Anstrengungsbereitschaft durch Strukturierung und Orientierung zu Beginn und

während der Unterrichtsstunde.

- Das Vollendungsstreben der Schüler wird geweckt, indem sie kleinschrittig nach erledigten Aufgaben verstärkt werden (verbal). (insbes. X., C und A)

- Anbahnung einer eigenen positiven Leistungs-Attribuierung durch das gezielte

Schaffen von Erfolgserlebnissen während der ganzen Stunde.

- Abbau körperlicher Spannungen und damit verbundene Prävention eventueller

Unterrichtsstörungen durch gezielte Bewegungsangebote. (insbes. C und

D)

- Förderung der Lernbereitschaft durch die spielerische, altersgerechte

Auseinandersetzung mit den Lerninhalten (Besuch der Wichtelfrau „Wanda“).

- Anbahnung von Kritikfähigkeit, Selbst- und Fremdeinschätzung durch zielgerichtete

Stundenauswertung.

1.2.3 Sprachlich-kommunikative Ziele

phonetisch-phonologische Ebene (Artikulation):

- Förderung des artikulatorisch richtigen Sprechens:
- bei T während der Orientierung im Tagesgeschehen
- bei D während der Wiederholung der Zielorientierung während der
Handlungsorientierung
- bei allen S während zahlreicher Sprachanlässe im Gelenkten Unterrichtsgeschehen durch den gezielten Einsatz des korrektiven Feedbacks.

semantisch-lexikalische Ebene (Wortbedeutung):

- Gezielte Erweiterung des Wortschatzes durch die Begriffe: Wunschzettel, Freundschaft,
Glück, Gesundheit und Liebe.
- Förderung von lexikalischen Abrufprozessen
- Beim Benennen und Lesen der Piktogramme sowie der Ganzwörter in der Phase der Orientierung im Alltagsgeschehen und in der Phase der Handlungsorientierung, -planung und – durchführung.
- Beim freien Sprechen z.T. mit Hilfe von Piktogrammen (Bewegungsspiel, Auswertung).
- Erweiterung des Wortschatzes und des Sprachverständnisses durch

Handlungsbegleitendes Sprechen. (insbes. X., T und A)

- Förderung des Sprachverständnisses:

- Förderung der Handlungsbereitschaft bei allen Schülern durch kurze und

klare Aufforderungen und Arbeitsanweisungen.

- Förderung der Handlungsbereitschaft durch klare und gezielte

Aufforderungen und Gesten.

- Förderung der Handlungsbereitschaft und Aufnahmefähigkeit durch klare

Ansagen, leichte Berührungen und Blickkontakt. (A und X.)

morphologisch-syntaktische Ebene (Grammatik):

- Anbahnung einfacher grammatischer Strukturen durch unterrichtsimmanentes

sprachliches Vorbild sowie korrektives Feedback. (insbes. R, T, X.

und P)

- Evozieren komplexer Äußerungen durch Satzmustervorgaben und strukturierende

Fragen, statt Einwortantworten.

- Anregung zum Sprechen und Förderung des sprachlichen Ausdrucks sowie Festigung

individueller syntaktischer Möglichkeiten durch Modelliertechniken und gezielte

Fragen. (insbesondere A, P, T)

kommunikativ-pragmatische Ebene (Dialogfähigkeit):

- Stärkung des Selbstvertrauens in das sprachliche Können durch Lob und Motivation.

(insbes. A)

- Sensibilisierung für Gesprächssituationen und Gesprächsregeln (abwarten, nicht

vorsagen, ausreden lassen usw.) in konkreten Gesprächssituationen anhand verbaler

Hinweise. (insbesondere D und C)

- Verbesserung kommunikativer Kompetenz durch das Schaffen von Sprechanlässen

und Sprechfreude. (alle, aber insbesondere A)

- Förderung der Sprachgestaltung durch gelenkte Unterrichtsgespräche und

strukturgebende Fragen.

- Förderung der verbalen und nonverbalen Kommunikationsmöglichkeiten im

Unterrichtsgespräch und gezielte Ansprache, Blick- bzw. Körperkontakt.

1.2.4 Sensomotorische Ziele

- Schulung der Grobmotorik durch:

- das Ziehen der Zettel aus dem Säckchen,
- das Herausnehmen der Piktogramme und Ganzwörter (laminierte Kärtchen)
aus den Arbeitsschälchen,
- das Werfen und Fangen des Balles während des Bewegungsspieles und
- das Greifen der Piktogramme aus der Kreismitte.

- Schulung der Feinmotorik durch:

- das Aufkleben der Piktogramme und Ganzwörter an der vorgesehenen Stelle
- das Entfernen der Folie auf dem doppelseitigen Klebeband,
- das Schreiben der Ganzwörter und der Namen,
- das Nachschreiben der Ganzwörter (L, R, T)
- das Lösen der Sticker von der Folie und das anschließende Aufkleben an einer
geeigneten Stelle.
- Förderung der akustischen Wahrnehmung durch das Windspiel als Signal für den

Unterrichtsbeginn und durch die Entspannungsmusik.

- Förderung der visuellen Wahrnehmung durch das Betrachten der Piktogramme,

Symbole und Applikationen (Stundenplan, Piktogramme zu den Ganzwörtern).

- Förderung der visomotorischen Fähigkeit (Auge-Hand- und Hand-Hand-

Koordination) beim

- Aufkleben der Piktogramme und Ganzwörter an der vorgesehenen Stelle

- Aufkleben der Piktogramme und Ganzwörter an der vorgesehenen Stelle

- Schreiben der Ganzwörter und der Namen,

- Nachschreiben der Ganzwörter (L, R, T)

- Lösen der Sticker von der Folie und anschließendem Aufkleben an einer

geeigneten Stelle.

- Förderung der sensorischen Integration und inneren Repräsentation von Handlung

(Motorik) und Sprache durch Handlungsbegleitendes Sprechen insbesondere während

der Gruppen- und Partnerarbeit.

1.3 Diagnostische Absicht

- Im Rahmen dieser Unterrichtsstunde wird meine diagnostische Absicht darin bestehen den Erfolg bzw. den Effekt der besonderen Helferpositionen Ds und Ps in der Phase der Handlungsdurchführung zu überprüfen, da diese Methode in dieser speziellen Form zum ersten Mal zum Einsatz kommt. Ziel dieser Maßnahme ist es, diese Methode zukünftig noch optimaler planen und einsetzen zu können.

Hierfür werden Frau M (für P) und ich (für D) folgende Sachverhalte beobachten und das jeweils zutreffende Feld ankreuzen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Lern- und Leistungsvoraussetzungen der Schüler

2.1 Allgemeine Lern- und Leistungsvoraussetzungen innerhalb der Klasse

Die Klasse M1 an der Schule, einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, besteht aus insgesamt 8 Schülern: 2 Mädchen und 6 Jungen im Alter von 9 bis 10 Jahren. Alle 8 Schüler befinden sich derzeit im 4. Schulbesuchsjahr.

In dieser Zusammensetzung verbringen 6 der 8 Schüler seit dem 1. Schulbesuchsjahr den Schulalltag miteinander. Seit Beginn des aktuellen Schuljahres 2009/2010 kamen 2 neue Schüler hinzu. Ein Schüler, D, wurde schulintern in die Klasse M1 versetzt, war Mitschülern und Lehrern also bekannt, während ein weiterer Schüler, C, von der Allgemeinen Förderschule in Ribnitz-Damgarten zur Langzeitdiagnostik in unsere Klasse kam.

Es finden nahezu alle Unterrichtsvorhaben im festen Klassengefüge statt, was den Schülern Sicherheit und Beständigkeit vermittelt und zu einem engen Klassenverband geführt hat.

Auch D und C konnten sich so schnell sozial integrieren. Gelegenheit zur Exploration über den Klassenverband hinaus erhalten die Schüler im Rahmen des Sportunterrichts, der wöchentlich stattfindenden, interessenspezifischen AG’s, der Hofpause und im Rahmen von individuell gestalteten Einzelförderungssituationen, Chorproben oder ähnlichen Veranstaltungen.

Der Klassenleiter Herr Werner hat die Klasse im Februar 2008 übernommen. Weiterhin vervollständigen die PmsA Frau M und mit 25 Stunden in der Woche die Betreuerin Frau A das Team der U3. Ich habe seit dem Oktober 2008 Gelegenheit, mir im Rahmen von Unterrichtshospitationen und eigenem Unterricht ein Bild über die Schüler zu machen. Seit Januar 2009 unterrichte ich die Klasse im Fach Deutsch, Mathe, Sachkunde und Musik.

Grundlegend handelt es sich um eine harmonische, angstfreie, durch Motivation und gegenseitige Akzeptanz geprägte Lernatmosphäre innerhalb der Klasse. Dennoch ist an dieser Stelle auf die leistungspezifische, für diese Schulform typische, Heterogenität hinzuweisen, welche im Rahmen der Schüleranalysen signifikant verdeutlicht wird.

Insgesamt herrscht beim Großteil der Klasse eine hohe Regelakzeptanz. Insbesondere die beiden neuen Schüler D und C, aber auch P, haben leider immer wieder Schwierigkeiten sich an disziplinäre Vorgaben zu halten. Aus diesem Grund habe ich zu Beginn des Schuljahres ein neues System eingeführt, welches den Schülern auch während des Unterrichts ein zeitnahes Verhaltensfeedback ermöglicht. Dies entspricht einem Ampelsystem, bei dem die Namen der Schüler entweder auf „grün“ (gutes VH), „gelb“ (Vorsicht!) oder „rot“ (Stopp! Dein VH ist nicht Ordnung!) gesetzt werden können. Die Schüler reagieren gut auf dieses System und sind bemüht sich wieder in den „grünen Bereich“ zu manövrieren, wenn ihr Name versetzt werden musste.

Die Schüler gehen weitestgehend respektvoll und freundlich miteinander und mit den Erwachsenen um. Sie sind insgesamt bemüht, sich an Regeln und Normen zu halten. Das Motiv der sozialen Erwünschtheit spielt unter den Schülern eine bedeutende Rolle. Während des Unterrichts müssen sie dennoch immer wieder an drei primäre Ziele, anhand unmissverständlicher Piktogramme an der Tafel visualisiert, erinnert werden:

1. Sei leise!
2. Hör’ zu!
3. Melde dich, wenn du etwas sagen möchtest!

Diese drei Entwicklungsziele sind für jeden einzelnen Schüler dieser Klasse von Bedeutung und in der Regel genügt bei fast allen Schülern ein nonverbaler Impuls (das Zeigen auf das entsprechende Piktogramm), um die Schüler an das Einhalten dieser Regeln zu erinnern. Soziale Ab- und Zuneigungen lassen sich ohne viele Worte anhand eines Soziogrammes erklären.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus diesem Soziogramm geht deutlich hervor, dass auf gelegentliche Spannungen zwischen den beiden Mädchen R und L zu achten ist. Dies ist auf einen gewissen geschlechtsspezifischen Konkurrenzkampf zurückzuführen. Mit Hilfe gezielt gewählter Sozialformen im Unterricht (zeitweise gezielt gewählte Partnerarbeit oder absichtliche Aufteilung in verschiedene Gruppen) gehe ich auf diesen Sachverhalt ein. Gerade in angebahnten gemeinsamen Lernsituationen gelingt es beiden Schülerinnen mittlerweile gut zusammenzuarbeiten.

C wird von zwei Schülern (R und A) zeitweise abgelehnt und gemieden. Auch in diesem Fall achte ich in der Planung meines Unterrichts darauf ihn gezielt zu integrieren und seine soziale Stellung zu festigen. Diese Maßnahmen geben ihm Sicherheit und wirken sich positiv auf sein Verhalten im Unterricht und in den Pausen aus.

D ist ein Schüler, der große Schwierigkeiten mit der eigenen Verhaltensregulation hat. Er neigt zur Arbeitsverweigerung und zu verbalen Kraftausdrücken, wenn Anstrengungsbereitschaft von ihm gefordert wird. Dieser Tatsache begegnet das Team mit Hilfe des „Ampelsystems“, guter Zusprache und expliziter Motivation in Verbindung mit dem Übertragen von besonderen Aufgaben, der Bitte um besondere Hilfen und natürlich mit der Darbietung von Konsequenzen („wenn du deine Aufgabe jetzt nicht erfüllst, musst du es nachher in deiner Pause tun!“). Obwohl D ein tendenziell unruhiger und lauter Schüler ist, ist er aufgrund seiner hilfsbereiten und zugewandten Art Erwachsenen und Mitschülern gegenüber beliebt und fest im Klassenverband integriert. Gerade mit P verbindet ihn mittlerweile eine Freundschaft. Besonders gern übernimmt er Verantwortung für den deutlich kleineren A. Trotz seiner häufig vorkommenden Aggressionen aufgrund einer auffallend geringen Frustrationstoleranz ist er ein anlehnungsbedürftiger und liebenswerter Schüler.

Auch C ist ein Schüler mit besonderen Schwierigkeiten im sozial-emotionalen Verhalten. Er verfügt kaum über eine Anstrengungsbereitschaft und eine geringe Frustrationstoleranz und verweigert sich manchmal gleich zu Beginn einer Aufgabenstellung. Auch in seinem Fall gilt es ihn in besonderem Maße zu motivieren und Erfolgserlebnisse zu schaffen. Äußerungen wie: „Das mache ich nicht!“ oder ähnliches ist zunächst zeitweise kaum Beachtung zu schenken, da er häufig dennoch zu arbeiten beginnt und sich auf diese Art und Weise lediglich Aufmerksamkeit und Zuwendung zu verschaffen versucht. Im Unterricht achte ich also vorwiegend darauf, ihn positiv zu verstärken und ihm die gewünschte Zuwendung zu verschaffen wenn er arbeitet und sich an die Regeln hält.

P ist ein Schüler mit einem hohen Leistungspotential. Es ist darauf zu achten, dass er sich nicht an negativem Verhalten von D, an dem er sich stark orientiert, ein Beispiel nimmt und seinerseits den Unterricht stört, sondern ihn für leistungsstarkes Verhalten hervorzuheben und zu loben.

Auch T, einem Schüler der in der Tendenz leicht zu lenken ist und über eine gute Regelakzeptanz verfügt tendiert zeitweise dazu negatives Verhalten (Unterrichtsstörungen) aus dem Wunsch nach sozialer Akzeptanz nachzuahmen.

Besonders hervorzuheben ist die intensive, über den Schulalltag hinausgehende Freundschaft zwischen A und X.. Besonders um Sprachhemmungen bei A abzubauen und Leistung- und Anstrengungsbereitschaft bei Beiden zu erhöhen, ist diese soziale Besonderheit im Unterricht zu berücksichtigen. Der Tatsache, dass X. besondere Schwierigkeiten hat seine Aufmerksamkeit auf unterrichtimmanente Vorgänge zu richten, begegne ich indem zumeist Frau M oder ein Mitschüler die Aufgabe erhält ihm die Teilhabe am Unterricht zu ermöglichen (durch Motivation, besondere Zuwendung, Einzelhilfestellung und freundliche Ansprache).

2.2 Lern- und Leistungsvoraussetzungen für die Stunde

Insgesamt herrscht ein motiviertes, aber heterogen anstrengungsbereites Lern- und Arbeitsklima in der Klasse M1.

Am Mittwoch beginnt der Schulalltag mit einem morgendlichen Erzählkreis. Hierbei orientieren die Schüler sich in Bezug auf den Wochentag, Datum und Jahreszeit. Erwartungsgemäß werden die Schüler in dieser 2. Unterrichtsstunde optimal leistungsfähig sein, da sie im Erzählkreis noch nicht kognitiv anstrengend arbeiten mussten und es sich tageszeitlich gesehen um eine optimale Zeit handelt in Bezug auf das Leistungsvermögen aller Schüler. Aus diesem Grund habe ich mich für eine relativ arbeitsintensive Stunde entschieden. Die Schüler haben eine kurze, 5-minütige Pause nach dem Erzählkreis, bevor der Deutschunterricht beginnt.

Im Rahmen des Deutschunterrichts besitzen die Schüler Kenntnisse bezüglich der Grapheme und Phoneme A, M, L, I, O, E, U, N, T, P, R, S, D und W. Alle Buchstaben wurden im Rahmen eines handlungsorientierten, ganzheitlichen und über alle Sinneskanäle ablaufenden Unterrichts eingeführt und gefestigt. Sie sind alle weitestgehend dazu in der Lage große und kleine Buchstaben zu unterscheiden.

In meinem Deutschunterricht orientiere ich mich an dem erweiterten Schreib- und Lesebegriff (siehe Sachanalyse dieser Arbeit).

Alle Schüler verfügen über die Kompetenz Situationen, Personen, Gegenständen, Bildern, Bildzeichen (Piktogramme), Signalwörtern und teilweise Ganzwörtern Bedeutungen und Informationen zu entnehmen. Weiterführend trainieren die Schüler analytisch / synthetische Lesekompetenzen mit den ihnen bekannten Buchstaben. Als Hilfestellung ist den Schülern die Anlauttabelle bekannt, welche im Klassenraum für alle gut sichtbar befestigt ist.

Wie aus der Stellung der Stunde hervorgeht handelt es sich um die 5. Stunde der Einheit „Vom Wünschen und Schenken zu Weihnachten“, um eine Wiederholungs- und Festigungsstunde. In der vorangegangenen Stunde haben die Schüler die thematisch relevanten Piktogramme und Ganzwörter („Freunde“, „Liebe“, „Glück“ und „Gesundheit“) kennengelernt und unterrichtsimmanent mit einer Sinnbedeutung gefüllt. In dieser Stunde wird es also darum gehen, sowohl die Piktogramme in Verbindung mit den Ganzwörtern (erkennbar am Anlaut und am Erscheinungsbild) zu wiederholen und zu festigen, als auch analytisch / synthetische Lesekompetenzen freudvoll zu trainieren. Lediglich T wird nicht die Aufgabe erhalten einzelne Worte analytisch / synthetisch zu lesen, da er diese Lesestufe noch nicht erreicht hat und diesem Leseverfahren aus Angst zu versagen eine offensichtliche Abneigung entgegenbringt. Um ihm Erfolgserlebnisse zu verschaffen wird sich seine Aufgabe auf das Bilder- und Ganzwortlesen reduzieren.

In Bezug auf die Schreibkompetenzen der Schüler ist festzuhalten, dass lediglich die Schüler P und D auf der Stufe der Lautschrift sicher angelangt sind. R, L, X., A und C bewegen sich sicher auf der Stufe der ersten Buchstabenschrift im schrittweisen Übergang zur Lautschrift. T befindet sich auf der Stufe der ersten Buchstabenschrift. Auf individuelles Leistungsvermögen reagiere ich in dieser Stunde anhand adaptierter Aufgabenstellungen (siehe Ziele, Didaktisch-methodische Analyse und Verlaufsplanung dieser Arbeit).

Auch die soziale Arbeitsform der Gruppen- und Partnerarbeit ist den Schülern nicht fremd. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden sie schrittweise mit Arbeitsformen wie der Partner-, Gruppen- und Stationsarbeit konfrontiert. Aus diesem Grund erwarte ich, dass die Schüler problemlos dazu in der Lage sind die entsprechenden Anforderungskriterien (gegenseitige Hilfestellung leisten, respektvoller Umgang usw.) zu beherzigen. In der Umsetzung bereitet es insbesondere P, D, C und T jedoch noch Schwierigkeiten sich tatsächlich auch zurückzunehmen und dem anderen Schüler zu helfen ohne ihm die Arbeit abzunehmen. Hierbei ist das sensible pädagogische Geschick des jeweiligen pädagogischen Mitarbeiters gefragt, die Schüler an gegebener Stelle an die Kriterien zu erinnern ohne sie in ihrem Arbeitseifer zu demotivieren.

Die Dispositionen der Schüler unterscheiden sich hinsichtlich ihres Lern- und Arbeitsverhaltens, ihrer Kognition, Sprache, Emotionalität, Wahrnehmung, Motorik und ihres Sozialverhaltens, so dass diese Unterschiede einen differenzierten, an ihren Ressourcen orientierten Unterricht erfordert. Die Realisierung eines Unterrichts, der sich an den Voraussetzungen der Schüler orientiert, findet durch die beschriebene äußere Differenzierung statt (Arbeitsgruppen, Einzelförderung) während sich die innere Differenzierung regelmäßig und auch in dieser Stunde bei der Gestaltung von Unterrichtsinhalten durch individuell abgestimmte Aufbereitung von z.B. Arbeitsblättern, Aufgabenstellungen und dem Einsatz von didaktischem Material.

Ausführliche Aussagen zu den Lernvoraussetzungen können im Folgenden den Schüleranalysen entnommen werden.

2.3 Schüleranalysen - individuelle Lernvoraussetzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten

Details

Titel
Prüfungslektion Sopäd. VH Deutsch: Vom Wünschen und Schenken zu Weihnachten
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
67
Katalognummer
V145076
ISBN (eBook)
9783640596157
ISBN (Buch)
9783640595877
Dateigröße
1512 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prüfungslektion, Sopäd, Deutsch, Wünschen, Schenken, Weihnachten
Arbeit zitieren
Katja Schiemann (Autor), 2010, Prüfungslektion Sopäd. VH Deutsch: Vom Wünschen und Schenken zu Weihnachten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145076

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