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Die Bestimmung von Marktmacht: Ökonomische Kriterien und kritische Diskussion

Title: Die Bestimmung von Marktmacht: Ökonomische Kriterien und kritische Diskussion

Seminar Paper , 2009 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sabrina Jeworrek (Author)

Business economics - Economic Policy
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Der Begriff der Marktmacht ist vor allem im Bereich der Wettbewerbspolitik ein allgegenwärtiger. Bevor man sich allerdings der Frage zuwendet, wie Marktmacht gemessen wird und welche Vor- und Nachteile die jeweiligen Vorgehensweisen bieten, wird in der vorliegenden Arbeit jedoch erst einmal geklärt werden, was genau man unter dem Begriff der Marktmacht versteht und warum diese so wichtig ist. Unter Marktmacht versteht man im Allgemeinen die Fähigkeit eines Unternehmens - oder aber auch einer Gruppe von Unternehmen, welche gemeinsam agieren - den Preis eines Gutes über das wettbewerbliche Niveau anzuheben, ohne dabei so viel Nachfrage zu verlieren, dass eine Preiserhöhung unprofitabel wird und diese anschließend wieder aufgehoben werden muss. Der sich unter vollkommenem Wettbewerb herausbildende Marktpreis, welcher als Referenzmaßstab für die Feststellung eines überhöhten Preises dient, entspricht den Grenzkosten der Produktion. Für die Wettbewerbspolitik ist nicht das reine Vorhandensein der Marktmacht - also das Vorhandensein eines Preissetzungsspielraumes - von Bedeutung, sondern das Ausnutzen dieses Spielraums. Relevant ist also vielmehr, ob ein Marktmachtmissbrauch eines Unternehmens vorliegt. Denn die Ausübung von Marktmacht führt zu unterschiedlichen Formen von Ineffizienzen und somit zu Wohlfahrtsverlusten für die Gesellschaft, welche durch die Summe von Konsumenten- und Produzentenrente gemessen wird. Besonders zum Tragen kommt der Verlust an Konsumentenrente als Auswirkung von Marktmacht im Rahmen des "More Economic Approach" bei der Formulierung der europäischen Wettbewerbspolitik, da diese somit stärker auf den Schutz der Konsumentenwohlfahrt ausgerichtet wird.
Die möglicherweise durch Marktmacht verursachten Ineffizienzen erklären also, warum es sinnvoll ist, sich mit dem ökonomischen Konzept der Marktmacht zu beschäftigen. Im Verlauf der Arbeit soll aufgezeigt werden, mit welchen Methoden Marktmacht gemessen werden kann und welche Aspekte dabei zu berücksichtigen sind. Dabei werden zunächst die klassischen Konzepte der Marktmachtmessung betrachtet und Gründe aufgezeigt, welche dazu führten, dass neue Messverfahren entwickelt wurden. Anschließend werden diese ebenso auf ihre Stärken und Schwächen hin untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Marktmachtbegriff: Definition und Anwendung

2. Die Messung von Marktmacht

2.1. Traditionelle Methoden der indirekten Marktmachtmessung

2.2. Alternativen zu den traditionellen Methoden der Marktmachtmessung

2.3. Grenzkostenmodelle zur direkten Marktmachtmessung

2.4. Neueste Entwicklungen im Bereich ökonometrischer Methoden

2.4.1. Das Grundkonzept ökonometrischer Analysen

2.4.2. Modelle der New Empirical Industrial Organization

3. Die ökonomischen Kriterien der Marktmachtbestimmung: Ein Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Konzepte zur Bestimmung von Marktmacht, kritisiert traditionelle Methoden der Marktanteilsmessung und evaluiert alternative direkte sowie ökonometrische Verfahren hinsichtlich ihrer Eignung in der wettbewerbspolitischen Praxis.

  • Definition und ökonomische Bedeutung von Marktmacht
  • Kritische Analyse traditioneller, strukturorientierter Indikatoren wie HHI und Konzentrationsraten
  • Diskussion direkter Messansätze mittels Benchmark-Preisen und Grenzkostenmodellen
  • Einführung in empirische Methoden und Ansätze der New Empirical Industrial Organization
  • Diskussion zur Eignung verschiedener Kriterien für die wettbewerbspolitische Entscheidungsfindung

Auszug aus dem Buch

2.1. Traditionelle Methoden der indirekten Marktmachtmessung

Lange Zeit über war - beispielsweise bei der Bewertung von Fusionen im Rahmen der unterschiedlichen Wettbewerbspolitiken - die gebräuchlichste Methode der Marktmachtmessung, von hohen Marktanteilen eines Unternehmens in einem genau definierten Markt auf das Vorhandensein hoher Marktmacht desselben Unternehmens zu schließen. Auch eine hohe Konzentration in einem Markt wurde als Indikator für die Existenz von Marktmacht genutzt. Indikatoren, welche auf Marktanteilen beruhen, messen lediglich, ob ein oder mehrere Unternehmen in der Lage sein müssten, Marktmacht auszuüben. Dabei stellt sich nicht die Frage, ob ein Anbieter dies auch wirklich tut. Indikatoren, die genau dies messen, werden als strukturelle Indikatoren bezeichnet und stellen weder eine notwendige noch eine hinreichende Bedingung für die tatsächliche Ausübung von Marktmacht dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Marktmachtbegriff: Definition und Anwendung: Dieses Kapitel erläutert den ökonomischen Marktmachtbegriff als Preisbildungsspielraum und diskutiert dessen Bedeutung für die Wettbewerbspolitik sowie die Abgrenzung zum juristischen Marktbeherrschungsbegriff.

2. Die Messung von Marktmacht: Das Hauptkapitel analysiert die verschiedenen Methoden zur Identifizierung von Marktmacht, angefangen bei strukturellen Marktanteilsindizes über Benchmark-Preisvergleiche bis hin zu direkten Grenzkostenmodellen und fortgeschrittenen empirischen Verfahren.

3. Die ökonomischen Kriterien der Marktmachtbestimmung: Ein Fazit: Das Fazit fasst die Vor- und Nachteile der untersuchten Methoden zusammen und plädiert für einen vorsichtigen Umgang mit starren Indikatoren sowie für eine methodenpluralistische Betrachtungsweise in der wettbewerbspolitischen Praxis.

Schlüsselwörter

Marktmacht, Wettbewerbspolitik, Marktanteile, Herfindahl-Hirschmann-Index, Grenzkosten, Lerner-Index, Marktversagen, New Empirical Industrial Organization, ökonometrische Methoden, Preiselastizität, Marktabgrenzung, Wettbewerb, Fusionskontrolle, Wohlfahrtsverlust, Marktmachtmissbrauch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse und Messbarkeit von Marktmacht in Unternehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen Methoden der Marktmachtmessung, die Unterscheidung zwischen strukturellen und verhaltensorientierten Indikatoren sowie die Herausforderungen der Marktabgrenzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Eignung verschiedener ökonomischer Kriterien zur Bestimmung von Marktmacht kritisch zu hinterfragen und zu evaluieren, welche Methoden verlässliche Rückschlüsse zulassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit industrieökonomischen Konzepten und Literaturanalyse empirischer Messverfahren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in traditionelle strukturorientierte Verfahren, direkte Grenzkostenmodelle und neuere empirische Ansätze der New Empirical Industrial Organization.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Marktmacht, Wettbewerbspolitik, Marktanteile, Grenzkosten, Lerner-Index, Marktabgrenzung, New Empirical Industrial Organization.

Warum sind traditionelle Marktanteilsindikatoren wie der HHI kritisch zu betrachten?

Da sie lediglich strukturelle Bedingungen messen, aber nicht die tatsächliche Ausübung von Marktmacht widerspiegeln, und zudem eine präzise Marktabgrenzung voraussetzen, die oft schwer objektiv zu bestimmen ist.

Was besagt die Kritik an Grenzkostenmodellen?

Grenzkosten sind in der Realität oft schwer exakt zu bestimmen, erfordern einen hohen Datenbedarf und berücksichtigen Fixkosten sowie dynamische Effekte wie Innovationsanreize nur unzureichend.

Welchen Stellenwert hat der "More Economic Approach" in der Arbeit?

Er dient als Hintergrund für die verstärkte Fokussierung auf Konsumentenwohlfahrt und die kritische Würdigung der Marktabgrenzung in der europäischen Wettbewerbspolitik.

Welche Empfehlung gibt die Autorin für die wettbewerbspolitische Praxis?

Es wird empfohlen, sich von starren "per-se"-Regelungen abzuwenden und stattdessen eine "Rule-of-Reason" anzuwenden, die idealerweise verschiedene Methoden kombiniert, um die Korrektheit der Ergebnisse abzusichern.

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Details

Title
Die Bestimmung von Marktmacht: Ökonomische Kriterien und kritische Diskussion
College
University of Marburg
Course
Seminar "Fusionen, Marktmachtmissbrauch und vertikale Vereinbarungen"
Grade
1,3
Author
Sabrina Jeworrek (Author)
Publication Year
2009
Pages
20
Catalog Number
V145081
ISBN (eBook)
9783640546596
ISBN (Book)
9783640545940
Language
German
Tags
Marktmacht Marktmachtbestimmung HHI und Konzentrationsraten Grenzkostenmodelle New Empirical Industrial Organization
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Jeworrek (Author), 2009, Die Bestimmung von Marktmacht: Ökonomische Kriterien und kritische Diskussion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145081
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