Die Tinte ist getrocknet, der erfolgreiche Unternehmenszusammenschluss begossen.
Doch nach dem Deal ist vor dem Deal. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Die neue
Firma muss die gesteckten Ziele erreichen, die geplanten Synergien erzielen. Über
die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Merger unzufriedenste llend verläuft, ist
schon viel geschrieben worden. Es erhebt sich die Frage, welche Gründe hinter der
Fusion standen, ob die Erwartungen zu hoch waren oder zu wenig Informationen über
das Zielunternehmen bereitstanden.
Aus diesem Grund analysiert die vorliegende Arbeit die Risiken und Problemfelder,
die den Erfolg des Zusammenschlusses bedrohen. Zunächst wird anhand idealtypischer
Phasen der übliche Ablauf einer M&A-Transaktion geschildert. Daraufhin werden
wichtige Elemente eines Integrationsmanage ments erörtert und die Herausforderungen
einer IT-Integration untersucht.
Aus der Notwendigkeit einer ganzheitlichen Sichtweise heraus, wird schließlich ein
Integrationsmodell mit den zentralen Elementen Integrationscontrolling und Integrationsrisikomanagement
herausgearbeitet. Damit wird versucht, eine phasenübergreifende
Prozessbetrachtung mit Berücksichtigung der relevanten Einflussfaktoren sicherzustellen.
Dabei ist der langfristige Unternehmenserfolg, die im Mittelpunkt stehende
Zielsetzung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Der Trend zu Mergers & Acquisitions
2 Mergers & Acquisitions Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Erfolg und Misserfolg bei Fusionen oder Unternehmensübernahmen
2.2.1 Ziele bei Unternehmenszusammenschlüssen
2.2.2 Studien zur Erfolgsquote von Zusammenschlüssen
2.2.3 Anspruch versus Wirklichkeit: Fehler und Problemanalyse
2.3 Überblick über die Phasen eines M&A-Prozesses
2.3.1 Identifikation von idealtypischen Phasenkonzepten
2.3.2 Pre-Merger-Phase
2.3.3 Merger-Phase
2.3.4 Post-Merger-Integrationsphase
3 Komponenten eines Integrationsmanagements
3.1 Überblick Integrationsmanagement
3.2 Integrationsmodelle
3.2.1 Überblick über Integrationsalternativen
3.2.2 Absorption
3.2.3 Erhaltung
3.2.4 Symbiose
3.2.5 Holding
3.2.6 Sonstige Modelle
3.3 Integrationsrisikomanagement
3.3.1 Notwendigkeit eines Risikomanagements
3.3.2 Begriffsbestimmung Risiko
3.3.3 Andersen Business Risk Model und Risiken
3.3.4 Risikoanalyse und -steuerung
3.4 Integrationscontrolling und Balanced Scorecard
4 IT-Integration bei M&A-Aktivitäten
4.1 Bedeutung der Informationstechnik
4.2 IT-Problemfelder
4.3 IT-Risiken
4.4 Ist-Analyse / Soll-Analyse
4.5 Alternativen für die Systementscheidung
4.5.1 Grundsätzliche Fragen
4.5.2 Neue Systemlandschaft für alle
4.5.3 Mischung aus beiden Systemen
4.5.4 Übernahme eines Systems
4.5.5 Keine Integration / Outsourcing
4.6 Planung und Design der IT-Integration
4.6.1 Planung
4.6.2 Implementierung
4.6.3 Datenmigration
4.6.4 Mensch und Maschine
5 Integrationsmanagement mit ganzheitlicher Sichtweise
5.1 Ganzheitliche Sichtweise
5.1.1 Ganzheitliches Prozessverständnis
5.1.2 Ganzheitliche zielbezogene Berücksichtigung der inneren und äußeren Einflussfaktoren
5.2 Ganzheitliches Transaction Integration Model (TIM)
5.2.1 Integrationsrisikomanagement und Messung
5.2.2 Integrationscontrolling und kontinuierliche Verbesserung
5.2.3 Planung
5.2.4 Durchführung
5.2.5 Integration
5.2.6 Schlüsselfaktor People
5.2.7 Erfolgsfaktoren
5.2.8 Bewertung und Grenzen des Modells
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Diplomarbeit zielt darauf ab, ein ganzheitliches Integrationsmodell zu entwickeln, das insbesondere die Informationstechnik (IT) sowie ein risikoorientiertes Integrationsmanagement in den Vordergrund stellt, um die Erfolgschancen bei Mergers & Acquisitions zu erhöhen.
- Analyse der Risiken und Problemfelder bei Unternehmenszusammenschlüssen.
- Untersuchung des idealtypischen Ablaufs von M&A-Transaktionen.
- Herausarbeitung der zentralen Rolle der IT-Integration und deren Risiken.
- Entwicklung des ganzheitlichen "Transaction Integration Model" (TIM).
- Einbindung von Integrationscontrolling und Risikomanagement zur Zielerreichung.
Auszug aus dem Buch
2.3.3.4 IT-Due Diligence
Bei der IT-Due Diligence wird die gesamte IT-Infrastruktur geprüft und analysiert. „Mit ihr werden die klassischen Financial Due Diligence und Legal Due Diligence durch eine technische Tiefenprüfung von Unternehmen, Dienstleistung und Produkt ergänzt.“ Die IT ist ein immer wichtiger werdender Bereich von Unternehmen. Je nach Wichtigkeit der IT in den an der Transaktion beteiligten Unternehmen, können nicht identifizierte IT-Probleme zum Scheitern der gesamten Transaktion führen. Das macht die IT-Infrastruktur zu einem kritischen Faktor. Eine systematische Bestandsaufnahme ist daher dringend erforderlich, wenn verschiedenartige IT-Landschaften mehrerer Unternehmen verbunden werden sollen. Insbesondere im Bereich IT sind im Rahmen eines Zusammenschlusses nicht unbedeutende Restrukturierungskosten und Neuinvestitionen zu vermuten, daher sollten die finanziellen Auswirkungen des Zusammenschlusses gegenüber der „stand-alone-Hypothese“ quantifiziert werden. Eine Vernachlässigung dieser Fragestellungen hat in einigen Fällen zum Zusammenbruch des gesamten Informationsflusses innerhalb zusammengeschlossener Unternehmen, zu Schäden und Mehraufwand geführt, welche die Kosten einer angemessenen Vorbereitung der Systemintegration um ein Vielfaches übertrafen.
Analysierte IT-Risiken sind Bestandteil der Kaufpreisverhandlungen. Die Leistungsfähigkeit des Unternehmens und die Kernfaktoren des Erfolges müssen zuvor feststehen, wesentliche Chancen und Risiken der weiteren Unternehmensentwicklung müssen ermittelt werden. Die Analyse der IT-Landschaft einer möglichen Zielgesellschaft umfasst die Beurteilung von IT-Infrastrukturen, der Managementprozesse, die Wertermittlung von Softwareprodukten und die Abschätzung der technologischen Chancen und Risiken. Daraus ergibt sich ein Überblick über Stärken und Schwächen von Systemen, Anwendungen und Netzen der Zielgesellschaft. Synergiepotentiale und Risiken, die sich aus einem Zusammenschluss der IT-Infrastruktur ergeben würden, werden offenkundig. Außerdem können im Rahmen der IT-Due Diligence erste Handlungsdirektiven für die Integrationsperiode untersucht und priorisiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage bei M&A, die Problemstellung der hohen Misserfolgsraten und das Ziel der Arbeit, ein ganzheitliches Integrationsmodell zu entwickeln.
2 Mergers & Acquisitions Grundlagen: Definiert M&A-Begriffe, analysiert Erfolgsfaktoren sowie Misserfolgsursachen und erläutert die typischen Phasen einer Transaktion.
3 Komponenten eines Integrationsmanagements: Detailliert die strategischen Integrationsmodelle, das Integrationsrisikomanagement und die Rolle des Integrationscontrollings.
4 IT-Integration bei M&A-Aktivitäten: Beleuchtet die kritische Bedeutung der IT-Infrastruktur, IT-spezifische Risiken und verschiedene Strategien zur Systemintegration.
5 Integrationsmanagement mit ganzheitlicher Sichtweise: Stellt das "Transaction Integration Model" (TIM) vor, das eine phasenübergreifende Sichtweise und die Berücksichtigung aller Einflussfaktoren integriert.
6 Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Stakeholder-Interessen bei langfristigen Unternehmensentscheidungen zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Mergers & Acquisitions, M&A, Integrationsmanagement, IT-Integration, Risikomanagement, Due Diligence, Integrationscontrolling, Transaction Integration Model, TIM, Unternehmenszusammenschluss, Synergien, Erfolgsfaktoren, Strategische Planung, Geschäftsprozesse, Unternehmenssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Integrationsmanagement bei Mergers & Acquisitions mit einem speziellen Fokus auf die Einbindung der Informationstechnik (IT) sowie ein ganzheitliches, risikoorientiertes Vorgehensmodell.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Phasen von M&A-Transaktionen, die Identifikation von Integrationsrisiken, die Bedeutung von IT-Infrastrukturen bei Fusionen sowie Controlling-Methoden wie die Balanced Scorecard.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines "Transaction Integration Model" (TIM), das durch eine ganzheitliche Prozessbetrachtung und systematisches Risikomanagement den langfristigen Unternehmenserfolg nach einer Fusion sicherstellen soll.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender M&A-Konzepte sowie der risikoorientierten Betrachtung, ergänzt durch die Herleitung eines eigenen Integrationsmodells (TIM) aus der Praxisperspektive.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen von M&A und das Integrationsmanagement (inkl. Risikomanagement) dargelegt. Danach folgt ein detaillierter Abschnitt über die IT-Integration sowie die Präsentation des Transaction Integration Models.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind M&A, Integrationsmanagement, IT-Integration, Risikomanagement, Due Diligence, Integrationscontrolling und das Transaction Integration Model (TIM).
Warum ist die IT-Due Diligence für M&A so wichtig?
Da moderne Unternehmen stark von IT-Systemen abhängig sind, können unentdeckte technische Probleme oder Inkompatibilitäten bei einer Fusion zu massiven operativen Störungen und finanziellen Verlusten führen, die weit über die Kosten der Systemintegration hinausgehen.
Welche Rolle spielt der "Faktor Mensch" im Integrationsmodell?
Der Mensch wird als kritische Komponente betrachtet, da kulturelle Unterschiede und Akzeptanzprobleme bei Mitarbeitern (z.B. durch das "Merger-Syndrom") den Integrationserfolg maßgeblich gefährden können.
- Quote paper
- Pasquale Totaro (Author), 2002, Mergers & Acquisitions: Ganzheitliches Integrationsmanagement - Eine risikoorientierte Betrachtung unter Einbeziehung der Informationstechnik (IT), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14519