Die Verständigung in einer Sprache zwischen Sender und Empfänger kann mündlich als auch schriftlich erfolgen. Vorraussetzung für die schriftliche Verständigung in einer Sprache ist aber, dass die Sprache auch eine Schrift besitzt. Dementsprechend ist eine Sprache einerseits eine gesprochene Sprache und als Lautsprache sozusagen ein akusti-sches Phänomen bekannt und andererseits ist die Sprache eine geschriebene Sprache und damit auch ein visuelles Phänomen. Bezieht man sich auf die Dauer der Sprache, wird alleine zwischen dem Akustischem und Visuellem ein Unterschied sichtbar. So dauert die akustische Sprache nur so lange wie ihre Schallwelle, wogegen die visuelle Sprache die Eigenschaft besitzt der Sprache eine sehr lange Dauer zu verleihen und diese auch räumlich zu verbreiten.
In der nachstehenden Arbeit werde ich die mediale Variation zwischen gesprochenen und geschriebenen Deutsch darstellen. Demnach setze ich mich zunächst mit den Grundsätzlichen Unterschieden der beiden Begriffe auseinander und gehe danach auf einzelne wichtige Aspekte ein, die den Unterschied und Vergleich differenzierter beschreiben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schriftlichkeit und Mündlichkeit
2.1 Medium der Sprache
2.2 Konzeption der Sprache
3. Grundlegende Unterschiede zwischen gesprochener und geschriebener Sprache
3.1 Grundlegende Charakteristika gesprochener Sprache vs. geschriebener Sprache
3.2 Das Arbeitsgedächtnis
3.3 Die Anwesenheit von Sprecher und Hörer
3.4 Variabilität und Normiertheit der Sprache
4. Eigenschaften geschriebener und gesprochener Sprache
4.1 Textuelle und pragmatische Ebene
4.2 Syntaktische Ebene
4.3 Lexikalische Ebene
4.4 Phonetische Ebene
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Variation zwischen gesprochenem und geschriebenem Deutsch. Ziel ist es, die grundlegenden Unterschiede dieser beiden Äußerungsformen sowie die differenzierten Merkmale auf verschiedenen sprachlichen Ebenen herauszuarbeiten und zu vergleichen.
- Unterscheidung von Medium und Konzeption der Sprache
- Kommunikationssituationen (Nähe vs. Distanz)
- Kognitive und situative Einflüsse auf den Sprachgebrauch
- Sprachliche Eigenschaften auf textueller, syntaktischer, lexikalischer und phonetischer Ebene
Auszug aus dem Buch
3.2 Das Arbeitsgedächtnis
Unser Arbeitsgedächtnis spielt eine wesendliche Rolle bei dem Unterschied zwischen Sprechen und Schreiben. Wir können sehr viel schneller sprechen als schreiben. Bei Sprechen bringen wir unsere Mitteilungen in einzelne Äußerungseinheiten zusammen, die in der Regel in einer Zeit von unter drei Minuten bleiben. Da unser Arbeitsspeicher zeitlich begrenzt ist, sind wir beim Sprechen auf einen gegenwärtig befindenden Hörer angewiesen. Folglich haben wir beim Reden eine sehr kleine Planungszeit, welches mehrere Faktoren in der Unterhaltung mit sich bringt (siehe 3.1). Beim Schreiben haben wir dagegen mehr Planungszeit.
Bei einem Vergleich zwischen schriftlich und mündlich wird immer wieder festgestellt, dass eine schriftliche Version immer kürzer ausfällt als die mündliche.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der medialen Variation ein und definiert Sprache als akustisches (gesprochenes) sowie visuelles (geschriebenes) Phänomen.
2. Schriftlichkeit und Mündlichkeit: In diesem Kapitel werden die Unterschiede zwischen dem Medium der Realisierung und der Konzeption der Sprache theoretisch beleuchtet.
3. Grundlegende Unterschiede zwischen gesprochener und geschriebener Sprache: Das Kapitel analysiert Parameter wie das Arbeitsgedächtnis, die Interaktion zwischen Sprecher und Hörer sowie die Variabilität der Sprache.
4. Eigenschaften geschriebener und gesprochener Sprache: Hier werden die spezifischen Merkmale der beiden Sprachformen auf textueller, syntaktischer, lexikalischer und phonetischer Ebene gegenübergestellt.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Wahl des Mediums die Sprachproduktion maßgeblich beeinflusst und weist auf eine zunehmende Vermischung der Normen im digitalen Zeitalter hin.
Schlüsselwörter
Mediale Variation, gesprochene Sprache, geschriebene Sprache, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Kommunikationssituation, Arbeitsgedächtnis, Syntax, Lexik, Phonetik, Normiertheit, Variabilität, Konzeption, Textuelle Ebene, Sprachgebrauch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den fundamentalen Unterschieden zwischen der gesprochenen und der geschriebenen deutschen Sprache sowie deren medialer Realisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit, der Bedeutung der Kommunikationssituation und den spezifischen sprachlichen Merkmalen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung und der Vergleich der medialen Variation, um ein besseres Verständnis für die unterschiedlichen Anforderungen an Sprecher und Schreiber zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Arbeit, die auf der Analyse bestehender linguistischer Theorien (insbesondere Koch & Österreicher) sowie sprachwissenschaftlicher Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Faktoren wie das Arbeitsgedächtnis, die Anwesenheit von Kommunikationspartnern und die Unterschiede auf textueller, syntaktischer, lexikalischer und phonetischer Ebene.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind mediale Variation, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Kommunikationssituation, Sprachnormen und sprachliche Variabilität.
Welche Rolle spielt die Zeit bei der Sprachproduktion laut dieser Arbeit?
Die Arbeit betont, dass das höhere Produktionstempo beim Sprechen nur wenig Planungszeit zulässt, was zu Phänomenen wie Versprechern oder Satzabbrüchen führt, während Schreiben mehr Zeit für die Planung lässt.
Wie verändert sich die Sprachnorm in der heutigen Zeit laut Fazit?
Es wird festgestellt, dass in digitalen Kommunikationsformen wie E-Mails oder Chats sprachliche Normen oft vernachlässigt werden und schriftliche Kommunikation dadurch Merkmale des mündlichen Gebrauchs annimmt.
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- Veronika Weigel (Author), 2007, Mediale Variation: Geschriebenes vs. gesprochenes Deutsch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145236